Material
und Methoden 36
2.2.6 Statistische Auswertung
Die statistische Auswertung der Expressionsanalysen erfolgte mit dem Statistikprogramm
SPSS 16.0. Für die Auswertung der RNA- und Proteine xpression wurden jeweils drei
unabhängige Messungen mit mindestens drei verschied enen Fragmenten pro
Behandlungsansatz durchgeführt. Bei der histologisc hen Auswertung der Fragmente
wurden von jedem Behandlungsansatz mindestens drei verschiedene Fragmente analysiert.
Zur Überprüfung der Signifikanzen wurde ein nicht p arametrischer Mann-Whitney-Test
für den Vergleich zweier unabhängiger Gruppen einge setzt. Die Signifikanz wurde anhand
des Quantils der zu überprüfenden Unwahrscheinlichk eit festgelegt. Das Quantil, welches
mit P angegeben wird, wurde auf einen Wert von P = 0,05 festgelegt, wobei dieser Wert
eine Irrtumswahrscheinlichkeit von 5% angibt. Unterschiede mit P
≤ 0,05 wurden somit als
statistisch signifikant angesehen.
Ergebnisse 37
3 Ergebnisse
3.1 Validierung der Oligonukleotid-Primer
Das humane ektope Endometriumgewebe, das in die Per itonealhöhle immundefizienter
Mäuse transplantiert wurde, verwächst dort mit muri nem Gewebe. Bei der Präparation der
humanen ektopen Läsionen nach Versuchsende konnte d aher humanes und murines
Gewebe nicht vollständig voneinander getrennt werde n. Alle in dieser Arbeit verwendeten
Oligonukleotide wurden daher vorab an humanem Endom etrium und murinem
Uterusgewebe auf ihre Speziesspezifität überprüft u m mögliche Kreuzreaktionen mit
murinen Sequenzen auszuschließen und somit Veränder ungen in der Genexpression
spezifisch in den humanen endometrialen Zellen nachweisen zu können.
Abb. 1: Nachweis der Speziesspezifität der verwendeten Oligonukleotide
Agarosegelelektrophoresen der mit den jeweiligen Ol igonukleotiden in einer PCR amplifizierten
Produkte. Für die semiquantitativen PCRs wurde cDNA aus humanem Endometrium (hEM) sowie
murinem Uterusgewebe (mU) verwendet.
Bei Verwendung der humanspezifischen Oligonukleotid e zeigte sich eine Bande für das
jeweilige amplifizierte Produkt nur bei humanem end ometrialem Gewebe, wodurch
Kreuzreaktionen mit murinen Sequenzen ausgeschlossen wurden (Abb. 1).
3.2 Effekt von Progesteron in Kombination mit cAMP-stei gernden
Substanzen auf die Dezidualisierung
Es ist bekannt, dass die Dezidualisierung von human em Endometrium durch Progesteron
initiiert und aufrechterhalten wird (Ramathal et al ., 2010) und dass humane
Endometriumzellen in vitro bei Zugabe von Progesteron dezidualisieren (Geller sen und
PRL
IGFBP1
FOXO1
GJA1
ACTB
mU hEM
Ergebnisse 38
Brosens, 2003). Es konnte zudem gezeigt werden, das s dass Ausmaß der Dezidualisierung
humaner Endometriumzellen durch eine kombinierte Behandlung mit Gestagen und cAMP
signifikant verstärkt wird (Gellersen und Brosens, 2003). Um zu überprüfen, ob die
Dezidualisierung von ektopem Endometriumgewebe in vivo durch Progesteron alleine oder
in Kombination mit Substanzen, die den cAMP-Signalw eg aktivieren, induziert werden
kann, wurde nach Transplantation endometrialer Frag mente in NOD-SCID-Mäuse eine
Behandlung dieser Mäuse mit Progesteron alleine ode r in Kombination mit Forskolin,
einem Adenylatzyklaseaktivator oder mit hCG, welche s hauptsächlich über den cAMP-
Signalweg wirkt, durchgeführt. Für jeden Versuchsan satz wurde das Gewebe derselben
Patientin parallel in 4 NOD-SCID-Mäuse transplantie rt. Die Mäuse erhielten folgende
Behandlungen: 1. Progesteron (50 µg/d, s.c.), 2. Pr ogesteron (50 µg/d, s.c.) + Forskolin
(100 µg/d, i.p.), 3. Progesteron (50 µg/d, s.c.) + hCG (7,5 IU/d, i.p.), 4. Vehikelkontrolle.
Die Substanzapplikation erfolgte täglich über einen Zeitraum von 7 Tagen. 24 Stunden
nach der letzten Applikation wurden die endometrialen Gewebefragmente entnommen, wie
unter 2.2.2.4 beschrieben aufgearbeitet und im Hinblick auf Größe, Gewicht, Morphologie,
Proliferationsrate und Expression verschiedener Dezidualisierungsmarker analysiert.
3.2.1 Effekt auf das Uterusgewicht der Maus
Um eine mögliche Wirkung der verwendeten Substanzen auf das Endometrium der Mäuse
zu untersuchen, wurde der Uterus jeder Maus am Ende der Versuchsreihe entnommen und
das Naßgewicht bestimmt. Das Gewicht wurde auf das Körpergewicht der Maus bezogen
und prozentual dargestellt. Die Uterusgewichte ware n in den behandelten Mäusen
tendenziell reduziert, zeigten jedoch keine signifi kanten Unterschiede zwischen den
verschiedenen Behandlungsgruppen (Abb. 2).
Ergebnisse 39
Abb. 2: Uterusgewichte der NOD-SCID Mäuse nach 7tägiger Behandlung
Dargestellt ist der Mittelwert ± Standardfehler der Uterusgewichte als prozentualer Anteil am
Körpergewicht (KG). V = Vehikel; P = Progesteron; F = Forskolin; hCG = humanes
Choriongonadotropin.
3.2.2 Effekt auf die humanen ektopen endometrialen Läsionen
3.2.2.1 Größe und Gewicht der ektopen humanen endometrialen Läsionen
Nach 7tägiger Kultur in NOD-SCID-Mäusen wurde die G röße der ektopen endometrialen
Fragmente in situ gemessen. Anschließend wurden die endometrialen Ge webefragmente
entnommen und deren Gewicht bestimmt.
V P P + F P + hCG
0
1
2
3
4
5Größe [mm 2]
V P P + F P + hCG
0
1
2
3
4Gewicht [mg]
A B
Abb. 3: Wachstumsverhalten der ektopen Läsionen
Größe ( A) und Gewicht ( B) der humanen endometrialen Fragmente nach 7tägiger Kultur und
Behandlung in der NOD-SCID Maus. Pro Behandlungsgru ppe wurden 16 Fragmente analysiert.
Gewicht und Größe sind als Mittelwert ± Standardfehler dargestellt. V = Vehikel; P = Progesteron;
F = Forskolin; hCG = humanes Choriongonadotropin.
Es zeigte sich eine Korrelation der Größe und des G ewichtes der ektopen Fragmente.
Sowohl die Fragmentgröße als auch das -gewicht ware n nach Behandlung mit Progesteron
alleine tendenziell erhöht (Abb. 3). Die kombiniert e Behandlung von Progesteron mit
Forskolin bzw. hCG führte zu einer leichten Gewicht sabnahme der Fragmente im
V P P + F P + hCG
0.0
0.2
0.4
0.6
0.8
1.0 Uterusgewicht/KG [%]
Ergebnisse 40
Vergleich zur Vehikelkontrolle (Abb. 3B). Bei keine r Behandlung wurde jedoch ein
signifikanter Unterschied in Größe oder Gewicht der ektopen endometrialen Läsionen im
Vergleich zur Kontrolle festgestellt.
3.2.2.2 Morphologie der ektopen humanen endometrialen Läsionen
Die Auswertung der Paraffin-Serienschnitte zeigte e ine gut erhaltene Morphologie der
humanen endometrialen Fragmente nach 7tägiger Kulti vierungsdauer in den NOD-SCID
Mäusen. Es ließen sich charakteristische endometria le Histomorphologien mit Drüsen und
umgebendem Stroma erkennen (Abb. 4A-D). Dezidualisi erte Zellen sind leicht anhand
ihres epitheloiden Erscheinungsbildes zu definieren . Mit steigender Dezidualisierung sind
die Zellgrenzen weniger deutlich zu erkennen, wahrs cheinlich aufgrund der verstärkten
Bildung extrazellulärer Matrix (Frank et al., 1994) . Areale mit dezidualisierten Zellen
wurden in allen Läsionen gefunden. In Kontrollfragm enten (Abb. 4A) und nach
Behandlung mit Progesteron alleine (Abb. 4B) waren jedoch nur wenige kleine Areale
dezidualisierter Zellen zu erkennen. Nach Behandlun g mit Forskolin in Kombination mit
Progesteron (Abb. 4C) fand eine Zunahme dezidualisi erter stromaler Zellen statt. Nach
kombinierter Behandlung von Progesteron und hCG war en große dezidualisierte Areale zu
beobachten (Abb. 4D). Die dezidualiserten Areale wu rden morphometrisch quantifiziert
(Abb. 4E). In ektopem humanem endometrialem Gewebe, welches mit einer Kombination
von Progesteron und Forskolin behandelt wurde, war die Gesamtfläche dezidualisierten
Stromas im Vergleich zur Kontrolle und zu den Läsio nen, die mit Progesteron alleine
behandelt wurden, erhöht. Nach 7tägiger kombinierte r Behandlung von Progesteron und
hCG wurde die stärkste Zunahme dezidualisierter Areale festgestellt.
Ergebnisse 41
V P P + F P + hCG
0
2
4
6 rel. dezidualisierte Fläche
A B
C D E
DE
S
S
S
S
DE
DE
Abb. 4: Histomorphologische Analyse der ektopen Läsionen
Histomorphologie humaner endometrialer Fragmente na ch 7tägiger Kultur in unbehandelten ( A)
sowie behandelten (B-D) NOD-SCID Mäusen. ( B) Progesteron; ( C) Progesteron kombiniert mit
Forskolin; ( D) Progesteron kombiniert mit hCG. Die Schnitte wurden mit Hämatoxylin und Eosin
gefärbt und zeigen charakteristische Strukturen end ometrialen Gewebes. Bereiche mit
dezidualisierten stromalen Zellen sind umrandet. DE = Drüsenepithel; S = Stroma. Balken = 50
µm. ( E) Morphometrische Quantifizierung dezidualisierter Areale. Pro Behandlungsgruppe wurden
vier Fragmente analysiert. Dargestellt ist der Mitt elwert ± Standardfehler. Der prozentuale Anteil
der dezidualisierten Fläche an der Gesamtfläche des Vehikelfragmentes wurde gleich 1 gesetzt und
die x-fache Fläche im Substanz behandelten Tier ent sprechend bestimmt. V = Vehikel; P =
Progesteron; F = Forskolin; hCG = humanes Choriongonadotropin.
3.2.2.3 Expression von Dezidualisierungsmarkern in den ekto pen humanen
endometrialen Läsionen
Der Grad der Dezidualisierung wurde in ektopen endometrialen Fragmenten nach Kultur in
unterschiedlich behandelten NOD-SCID Mäusen mit Hil fe verschiedener
Dezidualisierungsmarker analysiert.
Deziduales PRL und IGFBP-1
Die Quantifizierung der klassischen Dezidualisierun gsmarker dPRL und IGFBP-1 in den
ektopen endometrialen Läsionen erfolgte auf Transkr iptionsebene durch eine quantitative
PCR (Abb. 5AB). Während eine alleinige Substitution mit Progesteron keinen Effekt
zeigte, war eine leichte Erhöhung der Transkription der Dezidualisierungsmarker dPRL
und IGFBP-1 nach Behandlung mit Progesteron und Forskolin und ein signifikanter
Ergebnisse 42
Anstieg der dPRL - und IGFBP1 -Expression in den ektopen endometrialen Fragmenten
nach 7tägiger Kultur in NOD-SCID-Mäusen, die mit ei ner Kombination von Progesteron
und hCG behandelt wurden, im Vergleich zum Vehikel und den anderen Behandlungen zu
verzeichnen. Die Expression von dPRL und IGFBP1 in den ektopen endometrialen
Fragmenten konnte somit durch cAMP-steigernde Subst anzen erhöht werden, wobei die
Applikation von hCG zu einer signifikant höheren St eigung von IGFBP1 führte als
Forskolin.
A B
V P P + F P + hCG
0
2
4
6
8
10 *
*
IGFBP1
*
rel. Genexpression
V P P + F P + hCG
0
10
20
30
40 *
dPRL
*
rel. Genexpression
Abb. 5: Expression von dPRL und IGFBP1
Relative Genexpression von dPRL ( A) und IGFBP1 ( B) in ektopen humanen endometrialen
Fragmenten nach 7tägiger Kultur in NOD-SCID Mäusen. Dargestellt ist der jeweilige Mittelwert ±
Standardfehler der Expression dreier Patientinnen. Es wurde gegen das entsprechende ACTB -
Signal abgeglichen. Die relative Expression des Veh ikelfragmentes wurde gleich 1 gesetzt und die
x-fache Expression im Substanz behandelten Tier entsprechend bestimmt. Die dPRL - und IGFBP1 -
Expression ist nach kombinierter Behandlung von Pro gesteron und hCG signifikant hochreguliert
(* p ≤ 0,05). V = Vehikel; P = Progesteron; F = Forskolin; hCG = humanes Choriongonadotropin.
Da dPRL- und IGFBP1-Proteine sezerniert werden, kom men sie nur in geringen Mengen
in den sezernierenden Zellen vor. Aus diesem Grund war es nicht möglich, Prolaktin und
IGFBP1 in Western Blots mit Proteinproben aus den i solierten ektopen Läsionen zu
detektieren. Diese Beobachtung stimmt mit denen and erer Gruppen überein (Birgit
Gellersen, persönliche Mitteilung). Um die dezidual isierten Areale näher zu analysieren,
wurde daher in den in unbehandelten und behandelten Mäusen kultivierten ektopen
endometrialen Läsionen das Hormon dPRL immunhistoch emisch untersucht. Als
Positivkontrolle wurde dezidualisiertes Gewebe eine r reifen Plazenta verwendet. Wie in
Abb. 6A zu erkennen ist, wurden auch im Kontrollgew ebe nicht alle dezidualisierten
Zellen angefärbt, da das deziduale Prolaktin sezern iert wird und daher nicht zu jedem
Zeitpunkt in ausreichender Menge in allen Zellen vo rhanden ist um detektiert werden zu
Ergebnisse 43
können. Eine ähnliche Färbung wurde in dezidualisie rten Arealen humaner ektoper
endometrialer Fragmente nach Behandlung mit Progest eron und hCG beobachtet (Abb.
6B). Nur die kombinierte Behandlung mit Progesteron und hCG induzierte eine
ausreichende Menge an Prolaktinprotein, so dass die ses immunhistochemisch
nachgewiesen werden konnte, während in allen andere n Versuchsgruppen keine
immunhistochemische Färbung beobachtet werden konnt e (Abb. 6C-E). Somit korrelierte
die in der quantitativen PCR beobachtete Expression ssteigerung mit einem Anstieg der
Proteinexpression in mit Progesteron und hCG behand eltem ektopen endometrialen
Gewebe.
dPRL
V P P + F P + hCG
0
10
20
30
40 gefärbte Schnitte [%]
A B
C D E
K P + hCG
V P P + F
F
Abb. 6: Immunhistochemischer Nachweis der dPRL-Expression
(A-F) Immunhistochemischer Nachweis von dPRL. ( A) Färbung humaner Dezidua für dPRL
(braun). ( B) Ektopes endometriales Fragment nach 7tägiger komb inierter Behandlung von
Progesteron und hCG. Es ist eine deutliche stromale Färbung zu erkennen. ( C) unbehandelte
Kontrolle; ( D) Progesteron; ( E) Progesteron kombiniert mit Forskolin. Balken A, B = 30 µm,
Balken C-E = 50 µm. ( F) Quantitative Auswertung de immunhistochemischen F ärbung für dPRL.
K = Positivkontrolle; V = Vehikel; P = Progesteron; F = Forskolin; hCG = humanes
Choriongonadotropin.
Ergebnisse 44
FOXO1 und GJA1
Die Expression der Dezidualisierungsmarker FOXO1 (Abb. 7A) und GJA1 (Abb. 7B)
wurde sowohl durch die Behandlung mit Progesteron u nd Forskolin als auch durch
Progesteron und hCG signifikant in den ektopen endometrialen Fragmenten hochreguliert.
V P P + F P + hCG
0
2
4
6
8
FOXO1
**
rel. Genexpression
V P P + F P + hCG
0
1
2
3
4
GJA1
**
rel. Genexpression
A B
Abb. 7: Expression von FOXO1 und GJA1
Relative Genexpression von FOXO1 ( A) und GJA1 ( B) in ektopen humanen endometrialen
Fragmenten nach 7tägiger Kultur in NOD-SCID-Mäusen. Dargestellt ist der jeweilige Mittelwert ±
Standardfehler dreier Patientinnen. Es wurde gegen das entsprechende ACTB -Signal abgeglichen.
Die relative Expression des Vehikelfragmentes wurde gleich 1 gesetzt und die x-fache Expression
im Substanz behandelten Tier entsprechend bestimmt. * p ≤ 0,05 im Vergleich zur
Vehikelkontrolle. V = Vehikel; P = Progesteron; F = Forskolin; hCG = humanes
Choriongonadotropin.
Es stellte sich heraus, dass selbst von dezidualisi ertem Gewebe einer reifen Plazenta 100
µg Gesamtprotein benötigt wurden, um die FOXO1-Expr ession mittels Western Blot
detektieren zu können. Diese Menge an Gesamtprotein konnte aus den kleinen
endometrialen Fragmenten nicht in ausreichendem Maß e isoliert werden. Daher wurde die
FOXO1-Expression auf Proteinebene immunhistochemisc h analysiert und quantifiziert.
Die immunhistochemischen Färbungen zeigten nur nach kombinierter Behandlung mit
Progesteron und hCG eine großflächige Expression vo n FOXO1 in den endometrialen
Stromazellen (Abb. 8D). Im Vehikelfragment und nach Behandlung mit Progesteron
alleine oder in Kombination mit Forskolin waren - w enn überhaupt - nur kleine Areale
angefärbter Zellen zu beobachten (Abb. 8A-C). Die s emiquantitative Auswertung der
immunhistochemischen Färbungen zeigte 7 Tage nach d er Transplantation nur in den
ektopen Fragmenten, die in mit Progesteron und hCG behandelten Mäusen kultiviert
wurden, eine signifikante Erhöhung der FOXO1-Expression im Vergleich zur Kontrolle.
Ergebnisse 45
A B
C D
E F
V P P + F P + hCG
0.0
0.5
1.0
1.5
2.0
2.5
*
relative Intensität /
Vehikelkontrolle
D
K
P + F
V
P + hCG
P
Abb. 8: Immunhistochemischer Nachweis der FOXO1-Expression
FOXO1-Expression nach Kultivierung in unbehandelten ( A), mit Progesteron ( B), Progesteron und
Forskolin ( C), Progesteron und hCG ( D) behandelten NOD-SCID-Mäusen nach 7 Tagen Kultur.
(E) Färbung humaner Dezidua für FOXO1 als Positivkont rolle. Balken = 50 µm. ( F)
Semiquantitative Auswertung der FOXO1-Färbung. Pro Behandlungsgruppe wurden vier
Fragmente analysiert. Dargestellt ist der Mittelwer t ± Standardfehler. Die relative Intensität des
Vehikelfragmentes wurde gleich 1 gesetzt. * p ≤ 0,05 im Vergleich zur Vehikelkontrolle. K =
Positivkontrolle; V = Vehikel; P = Progesteron; F = Forskolin; hCG = humanes
Choriongonadotropin.
Zur Lokalisation der GJA1-Expression wurde eine imm unhistochemische Färbung
durchgeführt. Als Positivkontrolle wurde dezidualis iertes Gewebe einer reifen Plazenta
verwendet (Abb. 9E). Es war eine starke Färbung der Membran dezidualisierter Zellen zu
erkennen. In den Kontrollfragmenten (Abb. 9A) und d en mit Progesteron und Forskolin
(Abb. 9C) behandelten Fragmenten waren vereinzelt Z ellen zu sehen, die eine Expression
von GJA1 zeigten. Nach Behandlung mit Progesteron a lleine (Abb. 9B) und nach
kombinierter Behandlung von Progesteron und hCG (Ab b. 9D) war jedoch der
Ergebnisse 46
überwiegende Teil der Stromazellen der jeweiligen F ragmente angefärbt. Endometriale
Drüsenepithelzellen zeigten keine Expression von GJA1.
A B
D
C
E
T
D
V P P + F
KP + hCG
Abb. 9: Immunhistochemischer Nachweis der GJA1-Expression
GJA1-Expression nach Kultivierung in unbehandelten ( A), mit Progesteron ( B), Progesteron und
Forskolin ( C) und Progesteron und hCG ( D) behandelten NOD-SCID-Mäusen nach 7 Tagen
Kultur. ( E) Dezidualisiertes Gewebe einer reifen Plazenta als Positivkontrolle. K =
Positivkontrolle; V = Vehikel; P = Progesteron; F = Forskolin; hCG = humanes
Choriongonadotropin; T = Tropoblast; D = Dezidua. Balken = 40 µm.
Das Gap Junction-Protein GJA1 ist ein membranständi ges Protein und konnte im
Gegensatz zu den sezernierten Proteinen Prolaktin u nd IGFBP1 gut im Western Blot
nachgewiesen werden. Das GJA1-Protein liegt in der Zelle unterschiedlich stark
phosphoryliert vor. Diese Phosphorylierungsstadien sind im Western Blot anhand drei
unterschiedlicher Banden zu erkennen (Abb. 10B). De nsitometrisch ausgewertet wurde
GJA1-Gesamtprotein unabhängig vom Phosphorylierungs status (Abb. 10A).
Korrespondierend zu der quantitativen PCR stieg die GJA1-Proteinexpression nach
kombinierter Behandlung mit Progesteron und hCG im Vergleich zum Vehikel und den
anderen Behandlungen am stärksten an, jedoch war di eser Anstieg nicht signifikant. Das
Ergebnis der Western Blot-Analyse korrelierte somit zu der immunhistochemischen
Ausprägung der GJA1-Expression.
Ergebnisse 47
V P P + F P + hCG
0.0
0.5
1.0
1.5
2.0
2.5 rel. Expression
A B
GJA1
GAPDH
V P P+F P+hCG
P0
P1
P2
Abb. 10: Expressionsanalyse von GJA1
(A) Densitometrische Auswertung der Western Blots für GJA1 (n = 3). Angegeben sind die
Mittelwerte und die Standardfehler, die gegen das e ntsprechende GAPDH-Signal abgeglichen
wurden. ( B) Repräsentativer Western Blot. Bei P0-P2 handelt e s sich um unterschiedliche
Phosphorylierungsstadien von GJA1 (P0 = 41 kDa, P1 = 44 kDa, P2 = 46 kDa). V = Vehikel; P =
Progesteron; F = Forskolin; hCG = humanes Choriongonadotropin.
CD82
Das CD82 ( cluster of differentiation 82 )-Protein, ein Zelloberflächenprotein der
Tetraspaninfamilie, ist in den Prozess der dezidual en Umbildung endometrialer
Stromazellen involviert und wird während der Dezidu alisierung heraufreguliert (Gellersen
et al., 2007). Da das Expressionslevel des Dezidual isierungsmarkers CD82
bekanntermaßen posttranskriptionell reguliert wird (Gellersen et al., 2007), wurde das
CD82-Expressionslevel nur auf Proteinebene untersucht. Im Western Blot zeigte sich, dass
die CD82-Expression nach kombinierter Behandlung mi t Progesteron und Forskolin leicht
anstieg. Diese Tendenz war nach kombinierter Behand lung mit Progesteron und hCG noch
etwas stärker (Abb. 11). Der beobachtete Anstieg na ch Behandlung mit Forskolin oder
hCG war jedoch nicht signifikant.
Abb. 11: Expressionsanalyse von CD82
(A) Densitometrische Auswertung der Western Blots für CD82. Angegeben sind die Mittelwerte
und die Standardabweichungen der verschiedenen Messungen (n = 3), die gegen das entsprechende
GAPDH-Signal abgeglichen wurden. ( B) Repräsentativer Western Blot. V = Vehikel; P =
Progesteron; F = Forskolin; hCG = humanes Choriongonadotropin.
V P P + F P + hCG
0.0
0.5
1.0
1.5
2.0 rel. Expression
A B
CD82
GAPDH
V P P+F P+hCG
Ergebnisse 48
Auch für den immunhistochemischen Nachweis von CD82 wurde als Positivkontrolle
dezidualisiertes Gewebe einer reifen Plazenta verwe ndet. In Abb. 12E ist eine spezifische
Färbung des membrandurchspannenden Glykoproteins in der Membran dezidualisierter
Zellen zu erkennen. Die ektopen endometrialen Geweb efragmente aus den Kontrolltieren
(Abb. 12A) sowie aus den nur mit Progesteron behand elten Tieren (Abb. 12B) zeigten
keine Färbung für CD82. Nach Behandlung mit Progest eron und Forskolin waren größere
Zellareale zu beobachten, in denen die Zellmembrane n angefärbt waren (Abb. 12C). Nach
kombinierter Behandlung von Progesteron und hCG war fast das ganze Fragment
spezifisch gefärbt (Abb. 12D). Die immunhistochemis che Färbung spiegelte somit das
Ergebnis der Western Blot-Analyse zur CD82-Expression wider.
A B
D
C
E
T
D
V P P + F
KP + hCG
Abb. 12: Immunhistochemischer Nachweis der CD82-Expression
CD82-Expression nach Kultivierung in unbehandelten ( A), mit Progesteron ( B), Progesteron und
Forskolin ( C) und Progesteron und hCG ( D) behandelten NOD-SCID-Mäusen nach 7 Tagen
Kultur. ( E) Dezidualisiertes Gewebe einer reifen Plazenta als Positivkontrolle. K =
Positivkontrolle; V = Vehikel; P = Progesteron; F = Forskolin; hCG = humanes
Choriongonadotropin; T = Tropoblast; D = Dezidua. Balken A-E = 50 µm.
3.2.2.4 Proliferation der ektopen humanen endometrialen Läsionen
Es konnte in den vorhergehenden Kapiteln gezeigt we rden, dass humanes ektopes
endometriales Gewebe in vivo durch eine Kombination von Progesteron und einer c AMP-
steigernden Substanz dezidualisiert werden kann. Da her wurde als nächstes untersucht, ob
Ergebnisse 49
mit dieser kombinierten Behandlung auch ein Prolife rationsstopp in den ektopen
endometrialen Läsionen hervorgerufen wird. Der Prol iferationsmarker Ki-67 wurde dazu
immunhistochemisch analysiert, um einen Effekt der unterschiedlichen Behandlungen auf
die Proliferation der in NOD-SCID-Mäusen kultiviert en endometrialen Fragmente zu
untersuchen. Die mit Ki-67 gefärbten Zellkerne im Drüsenepithel sowie im Stroma wurden
im Verhältnis zur Gesamtzahl der Epithel- bzw. Stro mazellen ausgezählt und als
prozentuale Proliferationsrate angegeben.
V P P + F P + hCG
0
5
10
15
20
25
Stromazellen
Proliferationsrate [%]
V P P + F P + hCG
0
10
20
30
40
50
Drüsenepithelzellen
Proliferationsrate [%]
A B
C D
E F
V P
P + F P + hCG
Abb. 13: Proliferation der ektopen Läsionen
Nachweis der Proliferation in humanen endometrialen Fragmenten nach Kultivierung in der NOD-
SCID Maus über 7 Tage unter Behandlung verschiedene r Substanzen. (A-D)
Immunhistochemische Färbung mit einem Antikörper ge gen den Proliferationsmarker Ki-67. Die
Zellkerne proliferierender Zellen sind braun gefärbt. Es wurde eine Gegenfärbung mit Hämatoxylin
durchgeführt. ( A) Vehikel; ( B) Progesteron; ( C) Progesteron + Forskolin; ( D) Progesteron + hCG.
Balken: = 50 µm. (E,F) Quantitative Auswertung der immunhistochemischen Färbung der
Stromazellen (E) sowie Drüsenepithelzellen ( F). Pro Behandlungsgruppe wurden vier Fragmente
analysiert. Dargestellt ist der Mittelwert ± Standa rdfehler. V = Vehikel; P = Progesteron; F =
Forskolin; hCG = humanes Choriongonadotropin.
Ergebnisse 50
Die quantitative Auswertung der immunhistochemische n Färbungen ergab für das Stroma
sowie das Drüsenepithel der mit Progesteron alleine und für das Stroma der mit
Progesteron und Forskolin behandelten endometrialen Fragmente eine tendenziell erhöhte
Proliferationsrate im Vergleich zur Vehikelkontroll e (Abb. 13EF), während die
Proliferationsrate im Drüsenepithel nach 7tägiger k ombinierter Behandlung mit
Progesteron und hCG reduziert war (Abb. 13F). Im St roma der ektopen endometrialen
Fragmente war die Proliferationsrate nach kombinier ter Behandlung mit Progesteron und
hCG niedriger im Vergleich zur Behandlung mit Proge steron alleine oder in Kombination
mit Forskolin, es war jedoch kein Unterschied im Ve rgleich zur Kontrolle zu beobachten
(Abb. 13E).
3.3 Vergleich des Effektes der Kombination von hCG mit Progesteron
bzw. Medroxyprogesteronacetat (MPA) auf die Dezidualisierung
Medroxyprogesteronacetat (MPA) ist ein synthetische s Gestagen, welches zusätzlich zu
den Progesteronrezeptoren auch an die Glucocorticoi drezeptoren bindet und diese aktiviert
(Moghissi und Boyce, 1976; Bruner-Tran et al., 2006 ). In vitro erzielt die kombinierte
Gabe von MPA und cAMP einen stärkeren Effekt auf di e Dezidualisierung humaner
endometrialer Stromazellen als die Gabe von Progest eron und cAMP, während MPA
alleine nur einen schwachen Effekt auf die Dezidual isierung auslöst (Gellersen und
Brosens, 2003). In der vorliegenden Arbeit wurde da her untersucht, ob MPA in
Kombination mit hCG auch auf die Dezidualisierung v on ektopem humanem
Endometriumgewebe in vivo besser wirkt als Progesteron und hCG. Hierzu wurde pro
Versuchsansatz Gewebe einer Patientin parallel in d rei NOD-SCID-Mäuse transplantiert.
Die Mäuse erhielten folgende Behandlungen: 1. Proge steron (50 µg/d) + hCG (7,5 IU/d),
2. MPA (50 µg/d) + hCG (7,5 IU/d), 3. Vehikelkontro lle. Zudem wurde die Dauer der
Behandlung von 7 auf 10 Tage erhöht um zu untersuch en, ob der Effekt auf die
Dezidualisierung durch eine längere Behandlung gest eigert werden kann. 24 Stunden nach
der letzten Applikation wurden die endometrialen Ge webefragmente entnommen und
aufgearbeitet.
Ergebnisse 51
3.3.1 Effekt auf das Uterusgewicht der Maus
Nach Beendigung des Versuches wurde den NOD-SCID-Mä usen der Uterus entnommen
und das Naßgewicht bestimmt. Das Organgewicht wurde auf das Körpergewicht der Maus
bezogen und prozentual dargestellt. Die Uterusgewic hte zeigten keine Unterschiede
zwischen den verschiedenen Behandlungsgruppen (Abb. 14).
Abb. 14: Uterusgewichte der NOD-SCID Mäuse nach 10tägiger Behandlung
Dargestellt ist der Mittelwert ± Standardfehler der Uterusgewichte als prozentualer Anteil am
Körpergewicht (KG) nach 10tägiger Behandlung der NO D-SCID Mäuse. Es zeigt sich kein
Unterschied zwischen den Versuchsgruppen (n = 5). V = Vehikel; P = Progesteron; MPA =
Medroxyprogesteronacetat; hCG = humanes Choriongonadotropin.
3.3.2 Effekt auf die humanen ektopen endometrialen Läsionen
3.3.2.1 Größe und Gewicht der ektopen humanen endometrialen Läsionen
Nach 10 Tagen Kultur wurden den unterschiedlich beh andelten NOD-SCID-Mäusen die
endometrialen Gewebefragmente entnommen und deren Größe und Gewicht bestimmt. Die
kombinierte Behandlung mit MPA und hCG hatte ebenso wie die Behandlung mit
Progesteron und hCG keinen Einfluss auf die Größe d er endometrialen Gewebefragmente
(Abb. 15A). Tendenziell zeigte sich eine Zunahme de s Gewichtes der endometrialen
Läsionen nach Behandlung mit Progesteron bzw. MPA u nd hCG im Vergleich zur
Kontrolle, jedoch zeigte sich kein signifikanter Un terschied zwischen den
Versuchsgruppen (Abb. 15B).
V P + hCG MPA + hCG
0.0
0.2
0.4
0.6
0.8
1.0 Uterusgewicht/KG [%]
Ergebnisse 52
V P + hCG MPA + hCG
0
1
2
3
4
5Größe [mm 2]
V P + hCG MPA + hCG
0
1
2
3
4Gewicht [mg]
A B
Abb. 15: Wachstumsverhalten der ektopen Läsionen
Größe ( A) und Gewicht ( B) der humanen endometrialen Fragmente nach 10tägiger Kultur in NOD-
SCID Mäusen. Pro Behandlungsgruppe wurden 20 Fragme nte analysiert. Gewicht und Größe sind
als Mittelwert ± Standardfehler dargestellt. V = Ve hikel; P = Progesteron; MPA =
Medroxyprogesteronacetat; hCG = humanes Choriongonadotropin.
3.3.2.2 Morphologie der ektopen humanen endometrialen Läsionen
Nach 10tägiger Kultur und Behandlung in der NOD-SCI D-Maus wurde die Morphologie
der ektopen humanen endometrialen Läsionen untersuc ht. In den Kontrollfragmenten
(Abb. 16A) waren - wie zuvor nach 7tägiger Behandlu ng (vgl. Abb. 4A) - nur kleine
Areale dezidualisierter Zellen zu erkennen. Nach Behandlung mit hCG in Kombination mit
Progesteron (Abb. 16B) bzw. mit MPA (Abb. 16C) ware n große dezidualisierte Areale zu
beobachten. Die morphometrische Quantifizierung erg ab eine signifikante Zunahme
dezidualisierter Areale nach 10tägiger kombinierter Behandlung mit hCG und Progesteron
bzw. MPA (Abb. 16D), jedoch waren die interindividu ellen Schwankungen nach
Behandlung mit MPA und hCG sehr hoch. Schon bei der morphologischen Betrachtung
der ektopen Läsionen fiel auf, dass das Gewebe manc her Patientinnen nur schwach auf
MPA ansprach, wohingegen in dem Gewebe anderer Pati entinnen eine extrem starke
Dezidualisierungsreaktion ausgelöst wurde. Es zeigt e sich jedoch kein signifikanter
Unterschied zwischen den Behandlungen mit den beiden verschiedenen Gestagenen.
Ergebnisse 53
V P + hCG MPA + hCG
0
1.0 ×× ××10 6
2.0 ×× ××10 6
3.0 ×× ××10 6
*
*
rel. dezidualisierte Fläche
C D
A B
V P + hCG
MPA + hCG
Abb. 16: Histomorphologische Analyse der ektopen Läsionen
Histomorphologie humaner endometrialer Fragmente na ch 10tägiger Kultur in unbehandelten ( A)
sowie mit Progesteron und hCG ( B) und MPA und hCG ( C) behandelten NOD-SCID Mäusen. Die
Schnitte wurden mit Hämatoxylin und Eosin gefärbt u nd zeigen charakteristische Strukturen
endometrialen Gewebes. Bereiche mit dezidualisierte n stromalen Zellen sind umrandet. Balken =
50 µm. ( D) Morphometrische Quantifizierung dezidualisierter Areale. Pro Behandlungsgruppe
wurden fünf Fragmente analysiert. Dargestellt ist d er Mittelwert ± Standardfehler. Der prozentuale
Anteil der dezidualisierten Fläche an der Gesamtflä che des Vehikelfragmentes wurde gleich 1
gesetzt und die x-fache Fläche im Substanz behandelten Tier entsprechend bestimmt. * p ≤ 0,05 im
Vergleich zur unbehandelten Kontrolle. V = Vehikel; P = Progesteron; MPA =
Medroxyprogesteronacetat; hCG = humanes Choriongonadotropin.
3.3.2.3 Expression von Dezidualisierungsmarkern in den ekto pen humanen
endometrialen Läsionen
Der Grad der Dezidualisierung in den ektopen endome trialen Fragementen wurde nach
10tägiger Behandlung und Kultur in NOD-SCID-Mäusen mit Hilfe verschiedener
Dezidualisierungsmarker analysiert. Im Folgenden wu rde nur noch deziduales PRL als
einer der beiden Hauptsekretionsprodukte dezidualis ierter Zellen als spezifischer Marker
untersucht.
Ergebnisse 54
dPRL
V P + hCG MPA + hCG
0
200
400
600
800
***
rel. Genexpression
FOXO1
V P + hCG MPA + hCG
0
20
40
60
rel. Genexpression
A B
FOXO1
Abb. 17: Expression verschiedener Dezidualisierungsmarker auf Transkriptionsebene
Relative Genexpression von dPRL ( A) und FOXO1 ( B) in ektopen humanen endometrialen
Fragmenten nach 10tägiger Kultur in NOD-SCID Mäusen . Dargestellt ist der jeweilige Mittelwert
± Standardfehler ektoper Fragmente fünf verschieden er Patientinnen. Es wurde gegen das
entsprechende ACTB -Signal abgeglichen. Die relative Expression des Ve hikelfragmentes wurde
gleich 1 gesetzt und die x-fache Expression im Subs tanz behandelten Tier entsprechend bestimmt.
Die dPRL -Expression ist nach kombinierter Behandlung von Pr ogesteron und hCG im Vergleich
zur unbehandelten Kontrolle signifikant hochreguliert (*** ≤ 0,005). V = Vehikel; P = Progesteron;
MPA = Medroxyprogesteronacetat; hCG = humanes Choriongonadotropin.
In Abb. 17A sind die Ergebnisse der quantitativen P CR für die dPRL -Expression in den
ektopen humanen endometrialen Fragmente dargestellt . Hierbei zeigte sich nach
kombinierter Behandlung mit Progesteron und hCG ein e stark signifikante Erhöhung der
dPRL -Expression (p = 0,005) im Vergleich zur Vehikelkon trolle. Somit ruft eine 10tägige
Behandlung offensichtlich einen deutlicheren Effekt hervor als eine 7tägige Behandlung
(vgl. Abb. 5). Die kombinierte Behandlung von MPA u nd hCG führte zwar ebenfalls zu
einer erhöhten dPRL -Expression, diese war jedoch nicht signifikant, obwohl der Mittelwert
einer 350fachen Expressionserhöhung im Vergleich zu m Vehikel entspach, da das
Endometriumgewebe mancher Patientinnen auf diese Behandlung kaum mit einem Anstieg
der dPRL -Expression reagierte.
Im Hinblick auf die Transkription von FOXO1 zeigte sich nach täglicher Applikation von
hCG in Kombination mit Progesteron bzw. MPA über ei nen Zeitraum von 10 Tagen ein
tendenzieller Anstieg der FOXO1 -Expression in den ektopen endometrialen Fragmenten
im Vergleich zur Kontrolle (Abb. 17B). Auch bei die ser Expressionsanalyse bestätigte
sich, dass nach einer kombinierten Behandlung von M PA und hCG die interindividuellen
Schwankungen deutlich höher waren als nach kombinie rter Behandlung von Progesteron
und hCG, was zu einem deutlich höheren Standardfehler führte.
Ergebnisse 55
Zur Untersuchung der FOXO1-Expression auf Proteineb ene in den ektopen humanen
endometrialen Fragmenten nach 10tägiger Behandlung und Kultur in NOD-SCID-Mäusen
wurde ein immunhistochemischer Nachweis durchgeführ t (Abb. 18A-C).
Vehikelfragmente zeigten keine Expression von FOXO1 (Abb. 18A). Nach Behandlung
mit hCG in Kombination mit Progesteron bzw. MPA war eine großflächige nukleäre
Expression von FOXO1 in den dezidualisierten Stomaz ellen zu erkennen (Abb. 18BC).
Die semiquantitative Auswertung der immunhistochemi schen Färbungen zeigte eine
signifikante Erhöhung der FOXO1-Expression im Vergl eich zur Vehikelkontrolle in den
ektopen Fragmenten, welche mit Progesteron bzw. MPA und hCG behandelt wurden (Abb.
18). Hierbei zeigte sich kein signifikanter Untersc hied zwischen den beiden verschiedenen
Gestagenen.
V P + hCG MPA + hCG
0
2
4
6
8
10
*
*
relative Intensität /
Vehikelkontrolle
A B
C D
V P + hCG
MPA + hCG
Abb. 18: Immunhistochemischer Nachweis der FOXO1-Expression
FOXO1-Expression nach Kultivierung in unbehandelten ( A), mit Progesteron und hCG ( B) und mit
MPA und hCG ( C) behandelten NOD-SCID-Mäusen nach 10 Tagen Kultur. Balken = 50 µm. ( D)
Semiquantitative Auswertung der FOXO1-Färbung. Pro Behandlungsgruppe wurden fünf
Fragmente analysiert. Dargestellt ist der Mittelwer t ± Standardfehler. Die relative Intensität des
Vehikelfragmentes wurde gleich 1 gesetzt. * p ≤ 0,05 im Vergleich zur Vehikelkontrolle. V =
Vehikel; P = Progesteron; MPA = Medroxyprogesterona cetat; hCG = humanes
Choriongonadotropin.
Im Hinblick auf die Expression von GJA1 zeigte sich nach 10tägiger kombinierter
Behandlung von hCG mit Progesteron bzw. MPA keine S teigerung der Transkription im
Ergebnisse 56
Vergleich zur Kontrolle (Abb. 19A). Es zeigte sich jedoch eine gesteigerte GJA1-
Proteinexpression in den unterschiedlich behandelte n ektopen humanen endometrialen
Läsionen, die aber nicht signifikant war (Abb. 19BC ). Die immunhistochemische Analyse
der GJA1-Expression zeigte in den Kontrollfragmente n vereinzelt Zellen, die an der
Membran eine Expression von GJA1 aufwiesen (Abb. 19 D). Nach kombinierter
Behandlung mit hCG und Progesteron (Abb. 19E) bzw. MPA (Abb. 19F) waren die
Membranen fast aller Stromazellen der jeweiligen Fr agmente angefärbt. Durch diesen
immunhistochemischen Nachweis der GJA1-Expression k onnte gezeigt werden, dass der
im Western Blot gezeigte Anstieg der Proteinexpress ion auf einer gesteigerten Expression
von GJA1 im Stroma beruht.
C
GJA 1
GAPDH
V
P +
hCG
MPA +
hCG
V P + hCG MPA + hCG
0
2
4
6
8rel. Proteinexpression
BA
FED
P0
P1
P2
V P + hCG MPA + hCG
V P + hCG MPA + hCG
0.0
0.5
1.0
1.5
2.0
2.5 rel. Genexpression
Abb. 19: Expressionsanalyse von GJA1
Expression von GJA1 in ektopen humanen endometriale n Fragmenten fünf verschiedener
Patientinnen nach 10tägiger Kultur in NOD-SCID Mäus en. ( A) Dargestellt ist der jeweilige
Mittelwert ± Standardfehler der Ergebnisse der quan titativen Echtzeit-PCR zur GJA1 -Expression.
Es wurde gegen das entsprechende ACTB -Signal abgeglichen. Die relative Prolaktinexpression des
Vehikelfragmentes wurde gleich 1 gesetzt und die x- fache Expression im Substanz behandelten
Tier entsprechend bestimmt. ( B) Densitometrische Auswertung von Western Blots zur GJA1-
Expression. Angegeben sind die Mittelwerte und die Standardabweichungen der verschiedenen
Messungen, die gegen das entsprechende GAPDH-Signal abgeglichen worden sind. ( C)
Repräsentativer Western Blot. P0-P2 = unterschiedliche Phosphorylierungsstadien von GJA1 (P0 =
41 kDa, P1 = 44 kDa, P2 = 46 kDa). (D-F) Immunhistochemischer Nachweis der GJA1-Expression
nach Kultivierung in unbehandelten ( D), mit Progesteron und hCG ( E) und MPA und hCG ( F)
behandelten NOD-SCID-Mäusen nach 10 Tagen Kultur. B alken = 50 µm. V = Vehikel; P =
Progesteron; MPA = Medroxyprogesteronacetat; hCG = humanes Choriongonadotropin.
Die CD82-Expression wurde auf Proteinebene immunhis tochemisch analysiert und
quantifiziert. Die ektopen endometrialen Gewebefrag mente aus den Kontrolltieren wiesen
Ergebnisse 57
keine Membranfärbung für CD82 auf (Abb. 20A). Nach Behandlung mit hCG in
Kombination mit Progesteron bzw. MPA war eine Expre ssion von CD82 an den
Zellmembranen der Stromazellen zu beobachten (Abb. 20BC). Die semiquantitative
Auswertung der immunhistochemischen Färbungen ergab eine tendenzielle Erhöhung der
CD82-Expression im Vergleich zur Vehikelkontrolle nach Behandlung mit hCG in
Kombination mit beiden Gestagenen (Abb. 20D).
V P + hCG MPA + hCG
0
2
4
6
relative Intensität /
Vehikelkontrolle
A B
C D
MPA +hCG
V P + hCG
Abb. 20: Immunhistochemischer Nachweis der CD82-Expression
CD82-Expression nach Kultivierung in unbehandelten ( A), mit Progesteron und hCG ( B) und mit
MPA und hCG ( C) behandelten NOD-SCID-Mäusen nach 10 Tagen Kultur. Balken = 50 µm. ( D)
Semiquantitative Auswertung der CD82-Färbung. Pro B ehandlungsgruppe wurden fünf Fragmente
analysiert. Dargestellt ist der Mittelwert ± Standa rdfehler. Die relative Intensität des
Vehikelfragmentes wurde gleich 1 gesetzt. V = Vehik el; P = Progesteron; MPA =
Medroxyprogesteronacetat; hCG = humanes Choriongonadotropin.
3.3.2.4 Proliferation der ektopen humanen endometrialen Läsionen
Die quantitative Auswertung der immunhistochemische n Färbungen des
Proliferationsmarkers Ki-67 zeigte eine tendenziell reduzierte Proliferationsrate des
Stromas der für 10 Tage mit Progesteron und hCG beh andelten endometrialen Fragmente
sowie eine abgesenkte Proliferationsrate der Drüsen epithelzellen bei der Kombination von
Ergebnisse 58
hCG mit beiden Gestagenen im Vergleich zur Vehikelk ontrolle (Abb. 21). Diese
Unterschiede waren aber nicht signifikant.
V P + hCG MPA + hCG
0
5
10
15
Stromazellen
Proliferationsrate [%]
V P + hCG MPA + hCG
0
20
40
60
Drüsenepithelzellen
Proliferationsrate [%]
CBA
V P + hCG MPA + hCG
ED
Abb. 21: Proliferation der ektopen Läsionen
Nachweis der Proliferation humaner endometrialer Fragmente nach Kultivierung in der NOD-SCID
Maus über 10 Tage unter Behandlung verschiedener Su bstanzen. ( A-C) Immunhistochemie mit
einem Antikörper gegen den Proliferationsmarker Ki-67. Die Zellkerne proliferierender Zellen sind
braun gefärbt. Es wurde eine Gegenfärbung mit Hämat oxylin durchgeführt. ( A) Vehikel; ( B)
Progesteron und hCG; ( C) MPA und hCG. Balken: = 40 µm. Quantitative Auswer tung der
immunhistochemischen Färbung der Stromazellen ( D) sowie Drüsenepithelzellen ( E). Pro
Behandlungsgruppe wurden vier Fragmente analysiert. Dargestellt ist der Mittelwert ±
Standardfehler. V = Vehikel; P = Progesteron; MPA = Medroxyprogesteronacetat; hCG = humanes
Choriongonadotropin.
3.4 Entzug von Dezidualisierungsinduktoren
Wie zuvor beschrieben wird diskutiert, dass Endomet rioseherde während einer
Schwangerschaft dezidualisieren und nach der Geburt apoptotisch werden können (Moen
und Muus, 1991).
Für Letzteres könnte der Entzug von Progesteron ver antwortlich sein
(Healy und Hodgen, 1983). Aus diesem Grund wurde eine Versuchsreihe durchgeführt, bei
der nach 10 Tagen die Behandlung zur Induktion der Dezidualisierung der in NOD-SCID-
Mäuse transplantierten humanen endometrialen Fragme nte beendet und die Kultur für
weitere 7 Tage ohne Behandlung fortgesetzt wurde. N ach diesem Zeitraum wurden die
Ergebnisse 59
Fragmente analysiert. Da sich in den vorangegangene n Versuchen gezeigt hatte, dass die
stärkste Induktion der Dezidualisierung mit Progest eron in Kombination mit hCG erreicht
werden konnte, wurde diese Behandlung für die folge nden Versuche eingesetzt. Für jeden
Versuch wurde das Gewebe derselben Patientin parall el in zwei NOD-SCID-Mäuse
transplantiert. Einer dieser Mäuse wurde Progestero n (50 µg/d) + hCG (7,5 IU/d)
appliziert. Die zweite Maus diente als Vehikelkontr olle. Die Substanzapplikation erfolgte
über einen Zeitraum von 10 Tagen. Nach einem Zeitra um von 17 Tagen wurden die
endometrialen Gewebefragmente entnommen und aufgearbeitet.
3.4.1 Effekt auf das Uterusgewicht der Maus
Um die Wirkung der applizierten Substanzen auf den Uterus als Zielorgan zu überprüfen,
wurden auch bei dieser Versuchsreihe die Uterusgewichte der Mäuse nach Beendigung des
Versuches ermittelt (Abb. 22). Zwar zeigte sich ein erhöhtes Uterusgewicht nach der
Behandlung mit Progesteron und hCG, jedoch war dies nicht signifikant.
Abb. 22: Uterusgewichte der NOD-SCID Mäuse nach Behandlung
Dargestellt ist der Mittelwert ± Standardfehler der Uterusgewichte als prozentualer Anteil am
Körpergewicht (KG) nach Kultivierung und Behandlung in NOD-SCID Mäusen. V = Vehikel; P =
Progesteron; hCG = humanes Choriongonadotropin.
3.4.2 Effekt auf die humanen ektopen endometrialen Läsionen
3.4.2.1 Größe und Gewicht der ektopen humanen endometrialen Läsionen
Nach 17 Tagen wurden den Mäusen die endometrialen G ewebefragmente entnommen und
deren Gewicht und Größe bestimmt. Während sich nach 10tägiger Behandlung eine leichte
Erhöhung des Gewichtes gezeigt hatte (vgl. Abb. 15) , war nach weiteren 7 Tagen ohne
Behandlung kein signifikanter Unterschied zur Kontrolle zu beobachten (Abb. 23).
V P + hCG
0.0
0.5
1.0
1.5 Uterusgewicht/KG [%]
Ergebnisse 60
V P + hCG
0
1
2
3
4Größe [mm 2]
V P + hCG
0
1
2
3
4Gewicht [mg]
A B
Abb. 23: Wachstumsverhalten der ektopen Läsionen
Größe ( A) und Gewicht ( B) der humanen endometrialen Fragmente dreier versch iedener
Patientinnen nach 10tägiger Kultur und Behandlung i n NOD-SCID Mäusen und weiterer 7tägiger
Kultur ohne Behandlung. Pro Behandlungsgruppe wurde n 12 Fragmente analysiert. Gewicht und
Größe sind als Mittelwert ± Standardfehler dargeste llt. V = Vehikel; P = Progesteron; hCG =
humanes Choriongonadotropin.
3.4.2.2 Morphologie der ektopen humanen endometrialen Läsionen
Nach einer 10tägigen Behandlung mit Progesteron und hCG gefolgt von 7 Tagen ohne
Behandlung wurden die ektopen humanen endometrialen Läsionen histomorphologisch
untersucht. Während in den Kontrollfragmenten nur k leine Areale dezidualisierter Zellen
zu erkennen waren (Abb. 24A), zeigten sich in den b ehandelten Läsionen deutlich größere
dezidualisierte Areale (Abb. 24B). Die morphometris che Auswertung dieser Areale zeigte,
dass die Gesamtfläche dezidualisierten Stromas im V ergleich zur Kontrolle erhöht war
(Abb. 24C). Im Gegensatz zu den unter 3.3.2.2 besch riebenen Versuchen, bei denen nach
einer 10tägigen Behandlung mit Progesteron und hCG ein signifikanter Anstieg der
dezidualisierten Fläche beobachtet wurde (vgl. Abb. 16), war dieser Anstieg nach weiteren
7 Tagen Kultur ohne Behandlung nicht mehr signifikant.
Ergebnisse 61
V P + hCG
0
2
4
6
8rel. dezidualisierte Fläche
A B
C
V P + hCG
Abb. 24: Histomorphologische Analyse der ektopen Läsionen
Histomorphologie humaner endometrialer Fragmente na ch 10tägiger Kultur in NOD-SCID
Mäusen, die mit Progesteron und hCG bzw. dem Vehike l behandelt wurden und weiterer 7tägiger
Kultur ohne Behandlung. ( A) Vehikelkontrolle, ( B) Behandlung mit Progesteron und hCG. Die
Schnitte wurden mit Hämatoxylin und Eosin gefärbt u nd zeigen charakteristische Strukturen
endometrialen Gewebes. Balken = 50 µm. ( C) Morphometrische Quantifizierung dezidualisierter
Areale. Pro Behandlungsgruppe wurden drei Fragmente analysiert. Dargestellt ist der Mittelwert ±
Standardfehler. Der prozentuale Anteil der dezidual isierten Fläche an der Gesamtfläche des
Vehikelfragmentes wurde gleich 1 gesetzt und die x- fache Fläche im Substanz behandelten Tier
entsprechend bestimmt. V = Vehikel; P = Progesteron; hCG = humanes Choriongonadotropin.
3.4.2.3 Expression von Dezidualisierungsmarkern in den ekto pen humanen
endometrialen Läsionen
Der Grad der Dezidualisierung in den ektopen endome trialen Fragmenten wurde nach
17tägiger Kultur in NOD-SCID-Mäusen wie in den vorh ergehenden Versuchsreihen mit
Hilfe verschiedener Dezidualisierungsmarker analysiert.
In Abb. 25 sind die Ergebnisse der quantitativen PC R für dPRL und FOXO1 in den
ektopen humanen endometrialen Fragmenten von drei v erschiedenen Patientinnen nach
10tägiger Behandlung und weiterer 7tägiger Kultur o hne Behandlung in NOD-SCID-
Mäusen dargestellt. Die signifikante Erhöhung der dPRL -Expression, die bereits in der
vorhergehenden Versuchsreihe nach 10tägiger kombini erter Behandlung mit Progesteron
Ergebnisse 62
und hCG gezeigt wurde (vgl. Abb. 17A), stieg nach 1 0tägiger Behandlung mit Progesteron
und hCG und anschließender 7tägiger Kultur ohne Beh andlung in den ektopen
endometrialen Fragmenten nochmals deutlich an (Abb. 25A). Im Gegensatz hierzu zeigte
sich im Hinblick auf die die Expression des Dezidua lisierungsmarkers FOXO1 kein
signifikanter Unterschied zur Kontrolle (Abb. 25B).
FOXO1
V P + hCG
0
2
4
6
8
10
rel. Genexpression
A B
dPRL
V P + hCG
0
100
200
300
400
500
15000
35000 *
rel. Genexpression
Abb. 25: Relative Expression von dPRL und FOXO1 auf Transkriptionsebene
Relative Genexpression von dPRL ( A) und FOXO1 ( B) in ektopen humanen endometrialen
Fragmenten nach 10tägiger bzw. 17tägiger Kultur in NOD-SCID Mäusen. Dargestellt sind die
Ergebnisse der quantitativen Echtzeit-PCR ektoper F ragmente dreier Patientinnen als Mittelwert ±
Standardfehler. Es wurde gegen das entsprechende ACTB -Signal abgeglichen. Die dPRL -
Expression ist nach kombinierter Behandlung mit Pro gesteron und hCG signifikant hochreguliert
(* ≤ 0,05). V = Vehikel; P = Progesteron; hCG = humanes Choriongonadotropin.
Auf Proteinebene zeigten die Kontrollen nach 17tägi ger Kultur in NOD-SCID-Mäusen
eine schwache Expression von FOXO1 in der immunhist ochemischen Untersuchung (Abb.
26A). Eine solche Expression war in den vorhergehen den Versuchsreihen nach kürzerer
Kulturdauer in den endometrialen Kontrollfragmenten nicht zu beobachten (vgl. Abb. 8A
und Abb. 18A). Nach 10tägiger Behandlung mit Proges teron und hCG und anschließender
7tägiger Kultur ohne Behandlung in der NOD-SCID-Mau s wiesen größere Bereiche der
ektopen Fragmente eine Expression von FOXO1 in den endometrialen Stromazellen auf
(Abb. 26B). Die semiquantitative Auswertung der imm unhistochemischen Färbungen
ergab jedoch keine signifikanten Unterschiede zwisc hen unbehandelten und behandelten
Fragmenten (Abb. 26C).
Ergebnisse 63
V P + hCG
0
1
2
3
4
5relative Intensität
A
C
V P + hCG
B
relative Intensität /
Vehikelkontrolle
Abb. 26: Immunhistochemischer Nachweis der FOXO1-Expression
FOXO1-Expression nach Kultivierung in unbehandelten ( A) und mit Progesteron und hCG
behandelten ( B) NOD-SCID-Mäusen nach 17 Tagen Kultur. Balken = 40 µm. ( D) Semiquantitative
Auswertung der FOXO1-Färbung. Pro Behandlungsgruppe wurden drei Fragmente analysiert.
Dargestellt ist der Mittelwert ± Standardfehler. V = Vehikel; P = Progesteron; hCG = humanes
Choriongonadotropin.
Die Transkription von GJA1 unterschied sich nach 10tägiger kombinierter Behan dlung mit
Progesteron und hCG und nachfolgender 7tägiger Kult ur ohne Behandlung nicht
signifikant von der Kontrolle (Abb. 27).
Abb. 27: Relative Expression von GJA1 auf Transkriptionsebene
Relative Genexpression von GJA1 in ektopen humanen endometrialen Fragmenten drei
verschiedener Patientinnen nach 17tägiger Kultur in NOD-SCID Mäusen. Dargestellt ist der
jeweilige Mittelwert ± Standardfehler der Ergebniss e der quantitativen Echtzeit-PCR. Es wurde
gegen das entsprechende ACTB -Signal abgeglichen. V = Vehikel; P = Progesteron; hCG =
humanes Choriongonadotropin.
GJA1
V P + hCG
0
1
2
3
4
5
rel. Genexpression
Ergebnisse 64
Eine leichte Erhöhung der GJA1-Proteinexpression, w ie sie in der Western Blot-Analyse
nach 10tägiger Behandlung mit Progesteron und hCG i n den ektopen humanen
endometrialen Läsionen gezeigt wurde (vgl. Abb. 19B ), blieb auch nach weiteren 7 Tagen
Kultur ohne Behandlung erhalten, war jedoch nicht s ignifikant (Abb. 28A). Eine stärkere
GJA1-Proteinexpression zeigte sich auch in den beha ndelten ektopen Fragmenten nach
17tägiger Kultur im Vergleich zur Kontrolle in der immunhistochemischen Analyse (Abb.
28C).
V P + hCG
0
1
2
3
4
rel. Genexpression
GJA1
GAPDH
V
P +
hCG
P0
P1
P2
A
C
V P + hCG
B
D
Abb. 28: Expressionsanalyse von GJA1 auf Proteinebene
Expression von GJA1 in ektopen humanen endometriale n Fragmenten drei verschiedener
Patientinnen nach 17tägiger Kultur in NOD-SCID Mäus en. ( A) Densitometrische Auswertung von
Western Blots zur GJA1-Expression. Angegeben sind d ie Mittelwerte und die
Standardabweichungen der verschiedenen Messungen, d ie gegen das entsprechende GAPDH-
Signal abgeglichen worden sind. ( B) Repräsentativer Western Blot. P0-P2 = unterschied liche
Phosphorylierungsstadien von GJA1 (P0 = 41 kDa, P1 = 44 kDa, P2 = 46 kDa). (CD)
Immunhistochemischer Nachweis der GJA1-Expression n ach Kultivierung in unbehandelten ( C)
und Progesteron und hCG behandelten ( D) NOD-SCID-Mäusen nach 17 Tagen Kultur. Balken =
40 µm. V = Vehikel; P = Progesteron; hCG = humanes Choriongonadotropin.
Die immunhistochemische Analyse der CD82-Expression zeigte in den
Kontrollfragmenten nur wenige Zellen, die an der Me mbran eine Expression von CD82
aufwiesen (Abb. 29A). Nach kombinierter Behandlung von Progesteron und hCG waren
die Membranen fast aller Stromazellen in den ektope n endometrialen Fragmenten
angefärbt (Abb. 29B). Die semiquantitative Auswertu ng der immunhistochemischen
Ergebnisse 65
Färbungen ergab einen signifikanten Unterschied zwischen unbehandelten und behandelten
Fragmenten (Abb. 29C).
V P + hCG
0
2
4
6
*
relative Intensität /
Vehikelkontrolle
A B
C
V P + hCG
Abb. 29: Immunhistochemischer Nachweis der CD82-Expression
CD82-Expression nach Kultivierung in unbehandelten ( A) und für 10 Tage mit Progesteron und
hCG behandelten ( B) NOD-SCID-Mäusen nach 17 Tagen Kultur. Balken = 50 µm. ( C)
Semiquantitative Auswertung der CD82-Färbung. Pro B ehandlungsgruppe wurden drei Fragmente
analysiert. Dargestellt ist der Mittelwert ± Standa rdfehler. Die relative Intensität des
Vehikelfragmentes wurde gleich 1 gesetzt. * p ≤ 0,05 im Vergleich zur Vehikelkontrolle. V =
Vehikel; P = Progesteron; hCG = humanes Choriongonadotropin.
3.4.2.4 Proliferation der ektopen humanen endometrialen Läsionen
Die quantitative Auswertung der immunhistochemische n Färbungen für Ki-67 (Abb. 30)
ergab für das Stroma sowie das Drüsenepithel der fü r 10 Tage mit Progesteron und hCG
behandelten und für weitere 7 Tage ohne Behandlung in NOD-SCID-Mäusen kultivierten
ektopen endometrialen Fragmente eine im Vergleich z ur Vehikelkontrolle signifikant
reduzierte Proliferationsrate des endometrialen Str omas (Abb. 30C), während die
Proliferation der Drüsenepithelzellen nur leicht reduziert war (Abb. 30D).
Ergebnisse 66
V P + hCG
0
5
10
15
20
Stromazellen
*
Proliferationsrate [%]
V P + hCG
0
10
20
30
40
50
Drüsenepithelzellen
Proliferationsrate [%]
A B
V P + hCG
C D
Abb. 30: Proliferation der ektopen Läsionen
Nachweis der Proliferation humaner endometrialer Fr agmente nach 10tägiger Behandlung
Progesteron und hCG gefolgt von einer 7tägigen Kultivierung ohne Behandlung in der NOD-SCID
Maus. (AB) Immunhistochemien mit einem Antikörper g egen den Proliferationsmarker Ki-67. Die
Zellkerne proliferierender Zellen sind braun gefärbt. Es wurde eine Gegenfärbung mit Hämatoxylin
durchgeführt. ( A) Vehikel; ( B) Progesteron + hCG. Balken: = 50 µm. Quantitative Auswertung der
immunhistochemischen Färbung der Stromazellen ( C) sowie Drüsenepithelzellen ( D). Pro
Behandlungsgruppe wurden Fragmente von vier verschi edenen Patientinnen analysiert. Dargestellt
ist der Mittelwert ± Standardfehler. Die Proliferat ionsrate der Stromazellen ist nach 10tägiger
kombinierter Behandlung von Progesteron und hCG und weiterer 7tägiger Kultur im Vergleich zur
Vehikelkontrolle signifikant reduziert (* ≤ 0,05). V = Vehikel; P = Progesteron; hCG = humanes
Choriongonadotropin.
3.5 Einfluss der verschiedenen Behandlungen auf die Apo ptoserate von
ektopen endometrialen Läsionen
In den vorhergehenden Kapiteln konnte gezeigt werde n, dass es möglich ist, die
Dezidualisierung ektopen endometrialen Gewebes in vivo zu induzieren. Die nächste zu
untersuchende Frage wäre, ob diese dezidualisierten Stromazellen mit der Zeit apoptotisch
werden und somit ein Persistieren der ektopen endom etrialen Fragmente in vivo verhindert
werden kann. Daher wurden zur Untersuchung von Apop toseparametern Paraffinschnitte
Ergebnisse 67
der humanen Endometriumfragmente aller Versuchsreihen mit einem Antikörper gegen die
aktivierte Caspase 3, ein Mitglied in der Apoptosesignalkaskade, inkubiert.
V P + hCG MPA + hCG
0
10
20
30
40
50 gefärbte Schnitte [%]
A B
C D
MPA +hCG
V P + hCG
Abb. 31: Nachweis aktivierter Caspase 3
Immunhistochemischer Nachweis der aktivierten Caspa se 3 in unbehandelten ( A), mit P und hCG
(B) und mit MPA und hCG ( C) behandelten humanen ektopen endometrialen Läsione n nach 10
Tagen Kultur in NOD-SCID-Mäusen. Apoptotische Zellkerne sind braun gefärbt. Balken = 10 µm.
(D) Quantitative Darstellung des immunhistochemischen Nachweises von aktivierter Caspase 3. V
= Vehikel; P = Progesteron; MPA = Medroxyprogestero nacetat; hCG = humanes
Choriongonadotropin.
Nach 7tägiger Behandlung mit Progesteron alleine od er in Kombination mit Forskolin
bzw. hCG konnte keine spezifische Färbung der Zellk erne für aktivierte Caspase 3
festgestellt werden. Ebenso konnte nach 10tägiger B ehandlungsdauer mit Progesteron und
hCG (Abb. 31B) sowie nach Entzug dieser Dezidualisi erungsinduktoren, d.h. nach
10tägiger Behandlung und anschließender Kultivierun g der ektopen Fragmente für einen
Zeitraum von sieben Tagen, keine Apoptose in den ek topen endometrialen Läsionen
ausgelöst werden. In den unbehandelten Fragmenten a ller Versuchsreihen wurde keine
spezifische Färbung der Zellkerne für aktivierte Ca spase 3 gefunden (Abb. 31A).
Interessanterweise waren nach 10tägiger Behandlung mit MPA und hCG in den ektopen
endometrialen Fragmenten große Areale zu beobachten , in denen die Zellkerne der
dezidualisierten Stromazellen, nicht aber der Drüse nepithelzellen, eine Färbung für
Ergebnisse 68
aktivierte Caspase 3 aufwiesen (Abb. 31CD). Jedoch war eine Expression von aktivierter
Caspase 3 nur in den mit MPA und hCG behandelten Ge webefragmenten aus Patientinnen
zu erkennen, die auch schon in den vorhergehenden Analysen der Dezidualisierungsmarker
die stärkste Reaktion auf die Induktion der Dezidualisierung zeigten.
Diskussion 69
4 Diskussion
4.1 Induktion der Dezidualisierung ektopen Endometriums in vivo
Es wird davon ausgegangen, dass die stromale Kompon ente des Endometriums eine
wesentliche Rolle bei der Etablierung und Persisten z der Endometriose spielt (Nisolle et
al., 2000a). Ein möglicher therapeutischer Ansatz z ur Behandlung der Endometriose
könnte daher darin liegen, durch eine Induktion der Dezidualisierung der
endometriotischen Stromazellen diese Zellen termina l zu differenzieren und damit die
Überlebensdauer zu terminieren. Normalerweise sind die meisten menstruellen Zellen
terminal differenziert und zeigen daher eine reduzi erte Kapazität zu ektoper Invasion und
Östrogen-vermitteltem Wachstum (Bruner-Tran et al., 2006). Scott und Te Linde (1954)
konnten im Tiermodell zeigen, dass die Transplantat ion von operativ entnommenem
humanem Endometrium aus der Proliferationsphase des Menstruationszyklus sich am
erfolgreichsten darstellt. Endometriales Gewebe aus der Sekretions- und prämenstruellen
Phase ist weniger erfolgreich zu transplantieren und die Transplantationsfähigkeit reduziert
sich weiterhin bei dezidualisiertem Gewebe mit der Dauer einer Schwangerschaft, so dass
das stark dezidualisierte Gewebe am Ende der Schwan gerschaft kaum mehr zu
transplantieren ist (Scott and Te Linde, 1954). Die Theorie einer nichtadäquaten
Differenzierung des eutopen Endometriums bei erkrankten Frauen wird durch die Tatsache
unterstützt, dass Endometriose in fast 60% der Pati entinnen mit Infertilität verbunden ist
(Grummer et al., 2001; Ledger, 1999). Ein Abbau des endometrialen Stromas könnte die
für das Wachstum der endometriotischen Läsionen not wendige Interaktion zwischen dem
stromalen und epithelialen Kompartiment beeinflussen (Cunha et al., 1980, 1985; Osteen et
al., 1994; Nisolle et al., 2000b). Nisolle et al. ( 2000) und Grümmer et al. (2001) konnten
zeigen, dass epitheliale Zellen ihre ursprüngliche Morphologie nur in Bereichen
beibehalten, in denen das Stroma stark entwickelt i st. Ohne endometriales Stroma, welches
die Drüsen umgibt, atrophiert auch das Drüsenepithe l (Bergqvist et al., 1985a). Diese
Beobachtung bildet u.a. die Grundlage der therapeut ischen Verwendung kontinuierlich
eingesetzter hochdosierter Progestine (Kistner, 195 8; Metzger und Haney, 1988). In 77%
der endometriotischen Läsionen schwangerer Frauen w urde bei einer Studie eine
Dezidualisierung gefunden (Moen und Muus, 1991). In experimentellen Studien mit
operativ induzierter Endometriose in Affen konnte e ine vollständige oder deutliche
Regression der Implante nach der Geburt demonstrier t werden (Schenken et al., 1987).
Diskussion 70
Jedoch wurde schon 1965 beschrieben, dass eine hist ologische Regression
endometriotischer Läsionen nicht durchweg in der Sc hwangerschaft beobachtet wurde
(McArthur und Ulfelder, 1965).
Da aus zahlreichen in vitro -Studien bekannt ist, dass die Gabe von Progestinen in
Kombination mit cAMP zu einer verstärkten Dezidualisierung von humanen endometrialen
Stromazellen im Vergleich zu der Behandlung mit Pro gestinen alleine führt (Kim et al.,
1998; Gellersen und Brosens, 2003; Tsuno et al., 20 09), wurde in der vorliegenden Arbeit
erstmalig versucht, die Dezidualisierung auch in humanen ektopen endometrialen Läsionen
in vivo durch die zusätzliche Aktivierung des cAMP/PKA-Sig nalweges hervorzurufen
bzw. zu verstärken. Als Substanzen, die den intraze llulären cAMP-Spiegel erhöhen, wurde
zum einen Forskolin appliziert, das eine direkte Ak tivierung der Adenylatzyklase bewirkt,
zum anderen das heterodimere Glykoproteinhormon hCG, das den cAMP-Anstieg über die
Bindung an G-Protein-gekoppelte LH/hCG (Luteinisier endes Hormon
/Choriongonadotropin)-Rezeptoren und nachfolgend in einem Rezeptor-abhängigen
Prozess die Aktivierung der
α-Untereinheit des trimeren G-Proteins hervorruft, w elches
dann die katalytische Aktivität der Adenylatzyklase auslöst (Weedon-Fekjaer und Tasken,
2012). Als Maß für die Dezidualisierung wurden die morphologischen und biochemischen
Änderungen des endometrialen Stromas herangezogen. Die stromalen Fibroblasten
differenzieren zu runden, großen epitheloiden sezer nierenden Deziduazellen. Spezifische
biochemische Marker dieser Transformation endometri aler Stromazellen sind PRL und
IGFBP-1 (Tseng et al., 1992; Gellersen und Brosens, 2003). Anhand dieser Parameter
konnte in der vorliegenden Arbeit gezeigt werden, d ass die Dezidualisierung ektopen
endometrialen Gewebes signifikant durch die Applika tion von Progesteron und hCG
induziert werden kann, während die Behandlung mit P rogesteron alleine keinen und die
Kombination von Progesteron und Forskolin einen deu tlich schwächeren Effekt zeigte.
Dieser signifikante Effekt einer kombinierten Behan dlung mit Progesteron und hCG
verstärkte sich mit der Behandlungsdauer. Während n ach 7tägiger Behandlung ein 20fach
erhöhtes Expressionslevel von dPRL erreicht wurde, war das Transkriptlevel von dPRL im
Vergleich zur Kontrolle nach 10 tägiger kombinierte r Behandlung mit Progesteron und
hCG nun beinahe 100fach erhöht. Es konnte zuvor schon gezeigt werden, dass Progesteron
nur ein schwacher Induktor der Dezidualisierung ist und zudem eine längere Dauer der
Progesteronwirkung nötig ist. So wird auch die dezi duale Umformung der eutopen
stromalen Zellen beim Menschen erst ungefähr zehn T age nach dem postovulatorischen
Anstieg des ovariellen Progesteronlevels zunächst um die Spiralarterien herum sichtbar (de
Diskussion 71
Ziegler et al., 1998). In in vitro -Studien wurde festgestellt, dass eine 2wöchige Behandlung
humaner endometrialer Stromazellen notwendig ist, u m die Dezidualisierung durch die
alleinige Gabe von Progesteron zu induzieren (Mizun o et al., 1998). Die Ergebnisse der
oben aufgeführten Studien deuten darauf hin, dass d ie Expression der Dezidua-
spezifischen Gene wahrscheinlich nicht unter der di rekten transkriptionellen Kontrolle des
aktivierten Progesteronrezeptors liegt, sondern die Interaktion des nukleären
Progesteronrezeptors mit anderen Transkriptionsfakt oren den Progesteroneffekt im
differenzierenden endometrialen Stroma vermittelt ( Tseng et al., 1992; Gellersen und
Brosens, 2003). Dafür spricht auch die Tatsache, da ss viele Dezidua-spezifischen Gene,
darunter das deziduale Prolaktingen, keine palindro mischen Progesteron-responsiven
Elemente in ihren Promotoren besitzen (Gellersen un d Brosens, 2003). Der genaue
molekulare Mechanismus, über den Progesteron die Di fferenzierung reguliert, ist noch
nicht wirklich verstanden. Es ist bekannt, dass die Dezidualisierung des Endometriums
zusätzlich zum Progesteron über weitere Faktoren be einflußt und gesteuert wird. So kann
auch die Stimulierung des cAMP/PKA-Signalweges eine n starken Einfluß auf die
Dezidualisierung haben (Tseng et al., 1992; Frank e t al., 1994; Gellersen und Brosens,
2003). In den letzten Jahren wurde herausgefunden, dass der cAMP/PKA-Signalweg mit
dem Progesteronsignalweg interagiert, diesen reguli ert und modifiziert (Maruyama und
Yoshimura, 2008). In der vorliegenden Arbeit konnte gezeigt werden, dass die Behandlung
der ektopen Fragmente mit Progesteron und cAMP-stei gernden Substanzen zu einer
vestärkten Dezidualisierung im Vergleich zur allein igen Behandlung mit Progesteron
führte, wobei hCG ein signifikant besserer Induktor der Dezidualisierung ektopen
endometrialen Gewebes war als Forskolin. Es ist bek annt, dass cAMP die trankriptionelle
Aktivität des Prolaktinrezeptors verstärkt, obwohl dieser Mechanismus noch nicht ganz
verstanden ist (Gellersen und Brosens, 2003). Der B eginn des Dezidualisierungsprozesses
benötigt wahrscheinlich einen erhöhten intrazellulä ren cAMP-Level und eine
kontinuierliche Aktivierung des Proteinkinase A (PK A)-Signalweges (Gellersen und
Brosens, 2003). Nachdem zwar gezeigt wurde, dass di e Zugabe von cAMP oder Forskolin
zum Kulturmedium die Dezidualisierung endometrialer Stromazellen in vitro induzieren
kann (Sugino et al., 2002; Gellersen und Brosens, 2003), konnte in der vorliegenden Arbeit
erstmalig gezeigt werden, dass die kombinierte Gabe von Progestinen und cAMP-
Induktoren auch in vivo den Dezidualisierungsprozess der Stromazellen ekto pen
endometrialen Gewebes verstärken kann. Interessant ist hier vor allen Dingen der von hCG
ausgelöste starke Effekt auf die Dezidualisierung. Humanes Choriongonadotropin wird
Diskussion 72
während der Schwangerschaft vom Trophoblasten gebildet und sezerniert und spielt, neben
seiner klassischen endokrinen Funktion zur Aufrecht erhaltung der Progesteronproduktion
durch den Gelbkörper, eine wichtige Rolle bei der V orbereitung des Endometriums auf
eine Implantation (Tang und Gurpide et al., 1993; Kajihara et al., 2011). Das Endometrium
besitzt im Gegensatz zu anderen Geweben, die nicht zum Reproduktionssystem gehören,
eine große Menge an LH/hCG-Rezeptoren (Reshef et al ., 1990; Han et al, 1997; Gellersen
und Brosens, 2003; Prast et al., 2008) und ist währ end der Schwangerschaft einem hohen
Level an hCG ausgesetzt (Maruyama und Yoshimura, 20 08). Das
Dezidualisierungspotential von hCG zeigt in zahlrei chen in vitro -Studien widersprüchliche
Ergebnisse. Tang und Gurpide (1993) konnten zeigen, dass die Differenzierung primärer
endometrialer Stromazellen in Deziduazellen in vitro durch urinäres hCG verstärkt wird.
Es wurde auch beschrieben, dass hCG die Produktion von dPRL in humanem
Deziduagewebe in vitro stimuliert (Rosenberg und Bhatnagar, 1984). Demgeg enüber steht
eine Studie, bei der die morphologische und biochem ische Differenzierung primärer
humaner endometrialer Stromazellen durch die alleinige Gabe von hCG nicht induziert und
der durch Progesteron hervorgerufene Effekt auf die Dezidualisierung durch die
zusätzliche Gabe von hCG nicht verstärkt werden konnte, wobei in dieser Veröffentlichung
nicht ersichtlich war, welche hCG-Präparation verwe ndet wurde (Kasahara et al., 2001).
Eine kürzlich erschienene Studie berichtet, dass be i Verwendung einer rekombinanten
hCG-Präparation die Expression des Dezidualisierung smarkers dPRL in einer
immortalisierten endometrialen Stromazelllinie heru nterreguliert werden kann, jedoch die
Verwendung von urinärem hCG die Expression steigert (Kajihara et al., 2011). Somit
könnten für die widersprüchlichen Ergebnisse der St udien die unterschiedlich verwendeten
hCG-Präparationen, rekombinantes versus urinäres hC G, verantwortlich sein. Humanes
Choriongonadotropin setzt sich aus zwei Untereinhei ten zusammen: Der α-Untereinheit,
welche ebenfalls an dem Aufbau der Glykoproteinhorm one FSH, LH und TSH
(Thyreoidea-stimulierendes Hormon) beteiligt ist, u nd der β-Untereinheit, die dem hCG-
Molekül seine biologische Spezifität verleiht (Yarr am et al., 2004). In den meisten
rekombinanten hCG-Präparationen ist auschließlich β-hCG enthalten. In der vorliegenden
Arbeit wurde eine natürlich vorkommende Mischung au s hCG-Molekülen mit ihren
charakteristischen Glykolisierungseigenschaften und freien α- und β-Untereinheiten
verwendet, die aus humanem weiblichem Urin extrahie rt wurde. In den verschiedenen
urinären hCG-Präparationen kann das Level funktione ll intakter hCG-Moleküle und
anderer enthaltener hCG-Formen schwanken (Yarram et al., 2004). Es wurde zudem
Diskussion 73
diskutiert, dass urinäre Präparationen nicht verwen det werden sollten, da diese mit EGF
(epidermal growth factor ) kontaminiert sein könnten und EGF ungewollte zell uläre
Reaktionen auslösen kann, auf der anderen Seite bie ten urinäre hCG-Präparationen den
Vorteil, dass das Hormon in diesen Präparaten über unterschiedliche Modifikationen, wie
z.B. Glykosylierungen, verfügt, welche für die biol ogische Funktion von hCG erforderlich
und daher besser für die Untersuchung von in vivo -Effekten des Hormons geeignet sind
(Saleh et al., 2007). Ein hoher Glykolysierungsgrad von hCG trägt zudem zur Stabilität des
Moleküls bei und verlängert somit seine Halbwertszeit (Tsampalas et al., 2010).
In der vorliegenden Arbeit wurde zusätzlich zu den spezifischen Dezidualisierungsmarkern
PRL und IGFBP-1 auch die Expression von FOXO-1, GJA 1 und CD82 als weitere an der
Dezidualisierung beteiligte Faktoren analysiert. De r Transkriptionsfaktor FOXO-1 ist ein
früherer Indikator für eine beginnende Dezidualisie rungsreaktion, da FOXO1 zusammen
mit dem Transkriptionsfaktor C/EBP
β (CCAAT/enhancer-binding-Protein β) den dPRL -
Promotor aktiviert (Gellersen und Brosens, 2003) un d eine erhöhte Expression von
FOXO1 notwendig ist, damit die Prolaktinproduktion in den Zellen induziert werden kann.
GJA1 spielt eine wichtige Rolle bei der interzellul ären Kommunikation, da es in Form von
Gap Junction-Kanälen die zytoplasmatischen Komparti mente zweier benachbarter Zellen
miteinander verbindet. Es wird bereits sehr früh wä hrend der Dezidualisierung
heraufreguliert, und es wurde gezeigt, dass humanes dezidualisiertes Gewebe ausgedehnte
Gap Junctions besitzt (Tsuno et al., 2009; Yu et al ., 2011). GJA1 sowie funktionelle Gap
Junction-Kanäle werden für die morphologischen und biochemischen Veränderungen
während der Differenzierung endometrialer Stromazel len benötigt (Laws et al., 2008; Yu
et al., 2011). CD82, welches während der Dezidualis ierung heraufreguliert wird, spielt
ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Differenzieru ng der endometrialen Stromazellen
(Gellersen et al., 2007). Obwohl eine signifikante Induktion der Dezidualisierung des
ektopen Endometriums anhand morphologischer Paramet er sowie der Expression der
spezifischen Dezidualisierungsmarker PRL und IGFBP1 nur nach kombinierter
Behandlung mit Progesteron und hCG auftrat, zeigte sich in der vorliegenden Arbeit
interessanterweise sowohl bei der kombinierten Behandlung mit Progesteron und Forskolin
als auch hCG eine signifikante Steigerung der Trans kription von FOXO-1 und GJA1 in
dem ektopen endometrialen Gewebe im Vergleich zur K ontrolle. Es ist bekannt, dass das
FOXO1-Protein in vivo im Nukleus dezidualisierter stromaler Zellen akkum uliert
(Gellersen und Brosens, 2003). Dies war auch in der vorliegenden Studie gut im
Diskussion 74
immunhistochemischen Nachweis zu erkennen, wobei di e FOXO1-Expession nach
7tägiger Behandlung mit Progesteron und hCG z.T. au ch im Zytoplasma nachweisbar war.
Dieser Anstieg der Expression von FOXO1 und GJA1 ze igte sich nach Behandlung mit
Progesteron und Forskolin jedoch nur auf Transkript -, nicht aber auf Proteinebene,
während für beide Behandlungen, Progesteron und For skolin sowie Progesteron und hCG,
tendenziell ein Anstieg der CD82-Proteinexpression zu beobachten war. Somit aktiviert
offensichtlich auch die Behandlung mit Progesteron und Forskolin die Signalkaskade der
Dezidualisierung in ektopem endometrialem Gewebe in vivo . Möglicherweise benötigt
dieser Weg in vivo jedoch einen längeren Applikationszeitraum. Dass d ie Applikation von
Progesteron in Kombination mit hCG zu einer deutlic h stärkeren
Dezidualisierungsreaktion führt als in Kombination mit Forskolin, könnte an den
unterschiedlichen Signalwegen dieser beiden cAMP-In duktoren liegen. Die Spezifität und
zeitliche Regulation des cAMP/PKA-Signalweges, der durch die Bindung von hCG an
LH/hCG-Rezeptoren ausgelöst wird, wird durch die Ge nerierung lokal begrenzter cAMP-
Ansammlungen in der Zelle gewährleistet (Weedon-Fek jaer und Tasken, 2012).
Phosphodiesterasen und die diskrete räumliche und z eitliche Aktivierung einer
spezifischen Isoform der PKA sowie Proteinkinase A- Ankerproteine regulieren und
organisieren diesen Prozess (Weedon-Fekjaer und Tas ken, 2012). Forskolin stimuliert
jedoch nichtselektiv fast alle Isoformen der Adenyl atzyklase und greift auf diese Weise
zentral in die Signaltransduktionswege vieler G-Pro tein-gekoppelter Rezeptoren ein. Eine
Erhöhung des cAMP-Spiegels in der Zelle durch Forsk olin hat daher zahlreiche
biologische Reaktionen zur Folge. Dies könnte den geringeren Effekt von Forskolin auf die
Dezidualisierung erklären, da das durch Forskolin e ntstandene cAMP in der Zelle nicht
ausschließlich mit dem Dezidualisierungssignalweg verknüpft ist.
Nach 10tägiger Behandlung der ektopen endometrialen Fragmente in NOD-SCID-Mäusen
mit Progesteron und hCG zeigte sich auf Transkriptebene nach Untersuchung d es frühen
Dezidualisierungsmarkers FOXO1 zwar ein Anstieg der Expression im Vergleich zur
Kontrolle, jedoch ergaben sich keine Signifikanzen mehr. Dies könnte darin begründet
sein, dass die Dezidualisierung zu diesem Zeitpunkt auch im Kontrollfragment beginnt.
Die in dieser Arbeit verwendeten Mäuse wurden vor V ersuchsbeginn nicht ovariektomiert,
so dass das endogene Progesteron nach 10 Tagen in d en Kontrollfragmenten eine
schwache Dezidualisierungsreaktion auslösen könnte. Auf Proteinebene zeigte sich jedoch
nach 10tägiger Behandlung mit Progesteron und hCG e ine stark signifikant erhöhte
Expression des Transkriptionsfaktors FOXO1 im Vergl eich zur Kontrolle. In den
Diskussion 75
Kontrollfragmenten wurde demnach zunächst nur die FOXO1 -mRNA, jedoch noch kein
FOXO1-Protein synthetisiert und somit auch noch kei n PRL. Auch für GJA1, einem noch
früheren Marker als FOXO1, zeigte sich in den Kontr ollen zu diesem Zeitpunkt ein zu den
beiden Behandlungen gesteigertes GJA1 -Transkriptlevel, jedoch keine erhöhte
Proteinexpression.
Die induzierte Dezidualisierungsreaktion hatte im u ntersuchten Zeitraum von bis zu 10
Tagen keinen Effekt auf die Größe und das Gewicht d er transplantierten
Endometriumfragmente. Dies ist erklärbar, da es sic h bei der Dezidualisierung zunächst
um eine morphologische und biochemische Umbildung d er endometrialen Stromazellen
handelt (Tsuno et al., 2009).
Im Hinblick auf die Proliferation des ektopen endom etrialen Gewebes zeigte das
glanduläre Epithel der Kontrollfragmente eine durch schnittliche Proliferationsrate von ca.
30 % und bestätigt die Ergebnisse der Studie von Gr ümmer et al. (2001). Der
durchschnittliche prozentuale Anteil Ki-67 positive r Zellen des Stromas betrug ca. 10 %.
Somit proliferierten hauptsächlich die Drüsenepithe lzellen in den ektopen humanen
endometrialen Fragmenten. Es konnte gezeigt werden, dass die Behandlung der ektopen
Läsionen mit Progesteron und hCG, die eine starke D ezidualisierungsreaktion induzierte,
tendenziell zu einer Reduktion der Proliferationsra te der Drüsenepithelzellen führte.
Obwohl Progesteron einen antiproliferativen Effekt auf das Endometrium hat (Moyer und
Felix, 1998), konnte in der vorliegenden Arbeit nac h alleiniger Progesteronbehandlung
sowie nach Behandlung mit Progesteron und Forskolin keine Hemmung der Proliferation
im Vergleich zur Kontrolle beobachtet werden. Dies könnte an dem in der Literatur
beschriebenen verzögerten Effekt von Progesteron li egen (de Ziegler et al., 1998; Mizuno
et al., 1998).
Es konnte hier somit gezeigt werden, dass durch ein e Behandlung mit Progesteron in
Kombination mit hCG erfolgreich eine Dezidualisieru ng des endometrialen Stromas in
humanen ekopen endometrialen Läsionen induziert werden kann.
In der tierexperimentellen Forschung stellen Veränd erungen des Uterusgewichtes generell
einen gängigen Indikator für Östrogen- sowie Proges teronwirkung dar und werden daher
stets zusätzlich analysiert. Im Hinblick auf das Ge wicht des Uterus konnte in der
vorliegenden Arbeit kein auffälliger Effekt im Mausorganismus festgestellt werden. Jedoch
Diskussion 76
weist die Maus eine andere Dezidualisierungskaskade auf als der Mensch. Somit kann
hierdurch keine Aussage darüber getroffen werden, o b die in den hier durchgeführten
Experimenten verwendeten Dosierungen der unterschie dlichen Progestine und cAMP-
steigernden Substanzen im eutopen Endometrium des M enschen zu signifikanten
Veränderungen führen.
4.2 Vergleich des Effektes von Progesteron und MPA auf die
Dezidualisierung
Zusätzlich zum Progesteron wurde in der vorliegende n Arbeit vergleichend der Effekt von
MPA in Kombination mit hCG auf die Dezidualisierung ektopen endometrialen Gewebes
untersucht. Das synthetische steroidale Progestin M PA wird schon lange zur
medikamentösen Behandlung der Endometriose eingeset zt (Valle, 2002; Bruner-Tran et
al., 2006). Es konnte gezeigt werden, dass die tägl iche Einnahme von 30 mg MPA über
einen Zeitraum von 90 Tagen in manchen Frauen zu ei ner deutlichen Atrophie des
glandulären Epithels und zu einer dezidualen Reakti on des endometrialen Stromas führt
(Moghissi und Boyce, 1976). Obwohl MPA mit einigem Erfolg zur Endometriose-
Behandlung eingesetzt wird, werden durch die Einnah me unerwünschte Nebenwirkungen
durch die Aktivierung von Zellsignalwegen nach Inte raktion mit anderen nahe verwandten
Steroidrezeptoren hervorgerufen (Moghissi und Boyce , 1976; Bruner-Tran et al., 2006). In
Kombination mit hCG zeigte MPA den gleichen Effekt auf die Dezidualisierung des
ektopen endometrialen Gewebes wie Progesteron. Es k am zu einer signifikanten Zunahme
der dezidualisierten Stromabereiche in den ektopen Läsionen und parallel zu einer
gesteigerten Expression von Dezidualisierungsmarker n. Im Gegensatz zu der Behandlung
mit Progesteron und hCG zeigte sich jedoch nach App likation von MPA und hCG eine
deutlich höhere interindividuelle Varianz des Geweb es verschiedener Patientinnen in der
Reaktion auf die Behandlung. Zum einen reagierte na ch Behandlung mit MPA und hCG
ein geringerer Prozentsatz der Gewebe mit einer Dez idualisierungsreaktion als nach
Behandlung mit Progesteron und hCG, zum anderen fie l die Reaktion bei den Geweben,
die auf die Behandlung ansprachen, aber stärker aus , so dass große Varianzen in den
untersuchten Parametern resultierten.
Interessanterweise zeigte sich in den ektopen
endometrialen Läsionen, in denen eine starke Dezidu alisierungsreaktion durch die
Behandlung mit MPA und hCG ausgelöst wurde, eine st arke Expression aktivierter
Diskussion 77
Caspase 3, einem Apoptosemarker, im dezidualisierten Stroma. Die Caspase 3 zählt zu den
Effektorcysteinproteasen, die einerseits sekundäre Zielproteine wie DNAsen oder weitere
Caspasen aktivieren, andererseits zelleigene Protei ne wie Aktin und Lamin spalten und
daher aktiv am Abbau des Zytoskeletts und der Kerns truktur beteiligt sind (Pop und
Salvesen, 2009). Die Ergebnisse der vorliegenden Un tersuchung zeigen, dass es möglich
ist ektope endometriale Stromazellen in vivo terminal zu differenzieren und somit
Apoptose in diesen Zellen auszulösen. Dies bietet e inen interessanten Ansatz zur
Entwicklung einer neuer therapeutischen Behandlung der Endometriose. Die Varianz
zwischen den unterschiedlichen Patientinnen und deren Ursache soll in Folgeexperimenten
mit größeren Fallzahlen untersucht werden.
4.3 Entzug von Dezidualisierungsinduktoren
Um zu überprüfen, ob ein Hormonabfall nach der Indu ktion der Dezidualisierung zu einer
Regression der ektopen endometriotischen Läsionen f ührt, wie es Healy und Hodgen
(1983) für die Regression endometriotischer Läsion nach der Geburt postuliert hatten,
wurde in einer weiteren Versuchsreihe der Effekt ei nes Entzugs der
Dezidualisierungsinduktoren nach einer vorrangegang enen 10tägigen Behandlung auf die
Morphologie und Physiologie der ektopen endometrial en Fragmente untersucht. Da die
Applikation von Progesteron und hCG in den vorangeg angenen Versuchen die
verläßlichste Induktion einer Dezidualisierungsreak tion im Endometrium verschiedener
Patientinnen aufwies, wurde dieser Versuchsansatz m it dieser hormonellen Behandlung
durchgeführt, indem die transplantierten Mäuse zunä chst für 10 Tage mit Progesteron und
hCG behandelt wurden und die Kultur des ektopen hum anen Gewebes anschließend für
weitere 7 Tage ohne Behandlung fortgesetzt wurde. D ie Auswertung der ektopen
Fragmente am Ende dieser Versuchsreihe zeige in der histomorphologische Analyse eine
größere Fläche dezidualisierten Gewebes im Vergleic h zur Kontrolle, die jedoch nun nicht
mehr - wie unmittelbar nach der 10tägigen Behandlun g mit Progesteron und hCG -
signifikant war. Es zeigte sich jedoch weiterhin ei n signifikant gesteigertes dPRL -
Transkriptlevel als Marker für die physiologische F unktion der dezidualisierten Zellen. Im
Gegensatz dazu zeigte sich in den ektopen Fragmente n für die Transkriptmenge der frühen
Dezidualisierungsmarker FOXO-1 und GJA1 eine Abnahme nach Entzug der
Dezidualisierungsinduktoren im Vergleich zu den 10t ägig behandelten Fragmenten.
Diskussion 78
Parallel ergab die Untersuchung auf Proteinebene zw ar immer noch einen deutlichen
Anstieg der FOXO-1-Expression im Vergleich zur Kontrolle, jedoch war dieser nicht mehr
signifikant, wie dies zuvor bei 10tägiger Behandlun g beobachtet wurde. Auch war die
Expression von FOXO-1 nun wieder fast ausschließlic h im Zytoplasma der ektopen
endometrialen Stromazellen lokalisiert. Diese Befun de weisen darauf hin, die
Behandlungsdauer zur terminalen Differenzierung des ektopen endometrialen Gewebes
möglicherweise nicht ausgereicht hat. Es wurde zuvor in in vitro -Studien gezeigt, dass eine
dauerhafte Gabe von Progesteron und cAMP notwendig ist um den dezidualen Phänotyp
endometrialer Stromazellen aufrechtzuerhalten (Tana ka et al., 1993; Telgmann und
Gellersen, 1998) und dass diese nach Entzug des cAM P-Stimulus in vitro ihren
undifferenzierten Phänotyp wiedererhalten und die E xpression der Differenzierungsmarker
dPRL und IGFBP-1 einstellen (Gellersen und Brosens, 2003). Andererseits konnte 7 Tage
nach Entzug der Dezidualisierungsinduktoren eine te ndenzielle Größenabnahme der
ektopen Fragmente und eine signifikante Reduktion d er Proliferationsrate in den
endometrialen Stromazellen der ektopen Fragmente ge zeigt werden. Somit könnte dieser
Proliferationsstopp und als Folge eine Reduktion de r Größe der ektopen Läsionen
möglicherweise durch eine längere vorausgehende Phase der Behandlung verstärkt werden.
In weiterführenden Experimenten soll geklärt werden , ob eher durch eine dauerhafte
Behandlung mit Progestinen und hCG oder zusätzlich durch einen nachfolgenden Entzug
der Dezidualisierungsinduktoren ein therapeutischer Effekt auf die Persistenz der ektopen
endometrialen Läsionen erreicht werden kann.
4.4 Schlussfolgerungen und Ausblick
Die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit zeigen, dass es möglich ist durch die Behandlung
mit Progestinen in Kombination mit hCG die Dezidual isierung ektoper humaner
endometrialer Läsionen in vivo zu induzieren, somit einen Proliferationsstopp
hervorzurufen und letztendlich in diesen terminal d ifferenzierten Stromazellen Apoptose
auszulösen. Zuvor konnte bereits gezeigt werden, da ss die Dezidualisierung endometrialen
Gewebes einen hemmenden Einfluss auf die Persistenz endometriotischer Läsionen haben
kann und dass eine Progestintherapie sowie die hohe Serumprogesteronkonzentration
während der Schwangerschaft in manchen Frauen einen therapeutischen Einfluss auf die
Erkrankung besitzt, da durch die Dezidualisierung d er endometrialen Stromazellen
Diskussion 79
letztendlich eine Atrophie des ektopen Gewebes indu ziert wird (Novak und Hoge, 1958;
Andrews et al., 1959; Olive und Haney, 1986; Metzge r und Haney, 1988; Mahmood und
Templeton, 1990; Tabanelli et al., 1992; Bruner-Tra n et al., 2002; 2006). Moen und Muus
(1991) konnten jedoch in 23% der schwangeren Frauen keine Dezidualisierung der
endometriotischen Läsionen als Reaktion auf die Sch wangerschaft finden. Dies steht in
Übereinstimmung mit der Beobachtung, dass endometri otische Läsionen in manchen
Fällen weder auf normale zyklische Variationen noch auf eine exogene hormonale
Therapie reagieren (Bergqvist et al., 1984; Brosens et al., 1987; Metzger et al., 1988; Moen
und Muus, 1991). Klemmt et al. (2006) konnten zeige n, dass endometriotische Läsionen
und eutopes Endometrium einiger erkrankter Frauen ü ber eine reduzierte Kapazität zur
Dezidualisierung verfügen. Eine nichtadäquate Differenzierung des eutopen Endometriums
bei Endometriose-Patientinnen könnte ein Grund für das Auftreten der Erkrankung sowie
für die hohe Rezidivrate sein, da diese reduzierte Differenzierungskapazität der
endometrialen Stromazellen mit einer erhöhten Überlebens- und Proliferationsfähigkeit der
stromalen Zellen in der ektopen Umgebung assoziiert sein könnte. Dieses reduzierte
Potential zur Dezidualisierung ist vermutlich durch die nachgewiesene
Progesteronresistenz des Endometriums von an Endometriose erkrankten Frauen begründet
(Attia et al., 2000; Bruner-Tran et al., 2006). Die Menge der Progesteronrezeptoren in
endometriotischem Gewebe ist variabel und stellt daher eine Erklärungsmöglichkeit für die
unterschiedliche Effektivität von Progesteron als t herapeutischen Wirkstoff in erkrankten
Frauen dar (Bergqvist et al., 1981; Janne et al., 1 981; Bruner-Tran et al., 2006). Somit ist
die alleinige Therapie mit Progesteron nicht immer erfolgreich. In der vorliegenden Arbeit
konnte gezeigt werden, dass durch die gleichzeitige Verabreichung von Progesteron und
hCG die Dezidualisierungsreaktion der endometrialen Stromazellen deutlich verstärkt
werden kann.
Hierin könnte ein neuartiger Therapieansatz für die zukünftige Endometriose-Behandlung
liegen, den es gilt, in weiterführenden Analysen zu optimieren. Hierzu müssen die
optimalen Dosen für das Progestin und hCG ausgestes tet werden. Durch die starke
Wirkung von hCG könnte möglicherweise eine erfolgre iche Therapie auch in erkrankten
Frauen mit endometrialer Progesteronresistenz durch geführt werden. Zudem bleibt zu
analysieren, inwieweit dieser Effekt durch die Verw endung von Progestinen, die nicht
ausschließlich an den Progesteronrezeptor binden (w ie MPA) verstärkt werden kann.
Neben dem Effekt auf die ektopen endometrialen Läsi onen könnte eine solche Behandlung
zudem eine adäquate Dezidualisierung des eutopen En dometriums auslösen. Hierdurch
Diskussion 80
könnte das Invasions- und Wachstumspotential der du rch die retrograde Menstruation in
die Peritonealhöhle gelangten Zellen und damit die Neuenstehung von endometriotischen
Läsionen reduziert oder verhindert werden. So konnt e bereits in verschiedenen Studien
gezeigt werden, dass die Verabreichung von Progesti nen nicht nur die Dezidualisierung
endometriotischer Läsionen, sondern auch die Dezidu alisierung des eutopen
Endometriums induziert (Cornillie et al., 1987; Del igdisch, 2000; Phillips et al., 2003), so
dass eine Kombination von Progestinen und hCG vermu tlich auch die Dezidualisierung
des eutopen Endometriums verstärken würde. Eine Beh andlung mit hCG stellt zudem eine
natürliche und spezifische Möglichkeit dar, auf das ektope Fragment zu wirken ohne
andere Organe außerhalb des Reproduktionssystems zu beeinflussen. Somit könnte die
Behandlung mit hCG in Kombination mit Progestinen e ine Möglichkeit zur Entwicklung
neuer Therapieansätze in der Endometriosebehandlung darstellen.
Zusammenfassung 81
5 Zusammenfassung
Trotz jahrzehntelanger Forschung ist die Pathogenes e der Endometriose heutzutage immer
noch nicht ausreichend verstanden und die vorhanden en Therapiemöglichkeiten sind
begrenzt. Die aktuelle medikamentöse Behandlung der Endometriose basiert auf der
hormonellen Unterdrückung des Menstruationszyklus. Da diese Therapie mit
unerwünschten Nebenwirkungen und hohen Rezidivraten verbunden ist, besteht eine
Notwendigkeit spezifischere therapeutische Strategi en zu entwickeln. In der Literatur
wurde beschrieben, dass die Schwere der Erkrankung entscheidend dadurch beeinflusst
wird, ob die endometrialen Zellen an den ektopen St ellen proliferieren oder differenzieren.
Ziel dieser Arbeit war es daher mit Hilfe des human isierten Endometriose-Mausmodells
die Wirkung von Progestinen kombiniert mit zyklisch en Adenosinmonophosphat (cAMP)-
steigernden Substanzen auf die Induktion der termin alen Differenzierung
(Dezidualisierung) humanen ektopen endometrialen Ge webes in vivo zu untersuchen. In
der vorliegenden Arbeit konnte gezeigt werden, dass die Dezidualisierung ektopen
endometrialen Gewebes signifikant durch die Applika tion von Progesteron und humanem
Choriongonadotropin (hCG) induziert werden kann, wä hrend die Behandlung mit
Progesteron alleine keinen und die Kombination von Progesteron und Forskolin einen
deutlich schwächeren Effekt zeigte.
Durch Induktion der terminalen Differenzierung der
ektopen endometrialen Stromazellen konnte die Proli ferationsrate im Vergleich zum
Kontrollgewebe reduziert werden. In Kombination mit hCG zeigte
Medroxyprogesteronacetat (MPA) den gleichen Effekt auf die Dezidualisierung des
ektopen endometrialen Gewebes wie Progesteron. Im G egensatz zu der Behandlung mit
Progesteron und hCG zeigte sich jedoch nach Applika tion von MPA und hCG eine
deutlich höhere interindividuelle Varianz des Geweb es verschiedener Patientinnen in der
Reaktion auf die Behandlung. Interessanterweise zei gte sich in den ektopen endometrialen
Läsionen, in denen eine starke Dezidualisierungsrea ktion durch die Behandlung mit MPA
und hCG ausgelöst wurde, eine starke Expression akt ivierter Caspase 3, einem Marker für
apoptotische Zellen, im dezidualisierten Stroma. Di e Ergebnisse der vorliegenden
Untersuchung zeigen erstmalig, dass es möglich ist ektope endometriale Stromazellen in
vivo terminal zu differenzieren und somit Apoptose in d iesen Zellen auszulösen. Auf die
Ergebnisse der vorliegenden Studie können weiterfüh rende Analysen aufbauen, um
neuartige Behandlungsstrategien für die Endometriose zu entwickeln.
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Anhang 92
7 Anhang
7.1 Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Nachweis der Speziesspezifität der verwendeten Oligonukleotide........................ 37
Abb. 2: Uterusgewichte der NOD-SCID Mäuse nach 7tägiger Behandlung ...................... 39
Abb. 3: Wachstumsverhalten der ektopen Läsionen ........................................................... 39
Abb. 4: Histomorphologische Analyse der ektopen Läsionen ............................................ 41
Abb. 5: Expression von dPRL und IGFBP1 ........................................................................ 42
Abb. 6: Immunhistochemischer Nachweis der dPRL-Expression ...................................... 43
Abb. 7: Expression von FOXO1 und GJA1 ......................................................................... 44
Abb. 8: Immunhistochemischer Nachweis der FOXO1-Expression................................... 45
Abb. 9: Immunhistochemischer Nachweis der GJA1-Expression ...................................... 46
Abb. 10: Expressionsanalyse von GJA1.............................................................................. 47
Abb. 11: Expressionsanalyse von CD82 ............................................................................. 47
Abb. 12: Immunhistochemischer Nachweis der CD82-Expression .................................... 48
Abb. 13: Proliferation der ektopen Läsionen....................................................................... 49
Abb. 14: Uterusgewichte der NOD-SCID Mäuse nach 10tägiger Behandlung .................. 51
Abb. 15: Wachstumsverhalten der ektopen Läsionen ......................................................... 52
Abb. 16: Histomorphologische Analyse der ektopen Läsionen .......................................... 53
Abb. 17: Expression verschiedener Dezidualisierungsmarker auf Transkriptionsebene .... 54
Abb. 18: Immunhistochemischer Nachweis der FOXO1-Expression................................. 55
Abb. 19: Expressionsanalyse von GJA1.............................................................................. 56
Abb. 20: Immunhistochemischer Nachweis der CD82-Expression .................................... 57
Abb. 21: Proliferation der ektopen Läsionen....................................................................... 58
Abb. 22: Uterusgewichte der NOD-SCID Mäuse nach Behandlung .................................. 59
Abb. 23: Wachstumsverhalten der ektopen Läsionen ......................................................... 60
Abb. 24: Histomorphologische Analyse der ektopen Läsionen .......................................... 61
Abb. 25: Relative Expression von dPRL und FOXO1 auf Transkriptionsebene................. 62
Abb. 26: Immunhistochemischer Nachweis der FOXO1-Expression................................. 63
Abb. 27: Relative Expression von GJA1 auf Transkriptionsebene ..................................... 63
Abb. 28: Expressionsanalyse von GJA1 auf Proteinebene.................................................. 64
Abb. 29: Immunhistochemischer Nachweis der CD82-Expression .................................... 65
Abb. 30: Proliferation der ektopen Läsionen....................................................................... 66
Abb. 31: Nachweis aktivierter Caspase 3............................................................................ 67
Anhang 93
7.2 Abkürzungen
A Adenin
Abb. Abbildung
A. bidest zweifach destilliertes Wasser
ACTB
β-Aktin
APS Ammoniumpersulfat
Bp/kb Basenpaare/Kilobasen
BSA Bovine serum albumin (Rinderserumalbumin)
C Cytosin
cAMP zyklisches Adenosinmonophosphat
CD82/KAI-1 cluster of differentiation 82
cDNA Complementary DNA (zur mRNA komplementäre DN A)
COX-1/2 Zyklooxygenase-1/2
C
t-Wert cycle threshold -Wert
DAB Diaminobenzidin
DEPC Diethylpyrocarbonat
DMEM Dulbecco’s Modified Eagle Medium
DMSO Dimethylsulfoxid
DNA Desoxyribonukleinsäure
DNase Desoxyribonuklease
dNTP Desoxynukleosidtriphosphat
dPRL deziduales Prolaktin
DTT Dithiothreitol
ECL Enhanced chemiluminescence (verstärkte Chemil uminiszenz)
EDTA Ethylendiaminotetraacetat
EGF epidermal growth factor
et al. et altera (und andere)
FOXO-1 Forkhead-Box-Protein O1
FSH Follikelstimulierendes Hormon
G Guanin
GAPDH Glycerinaldehyd-3-phosphat-Dehydrogenase
GJA1 Gap Junction Protein alpha 1 (Connexin43)
Anhang 94
GnRH Gonadotrophin-Releasing-Hormon
hCG Humanes Choriongonadotropin
HE Hämatoxylin-Eosin
HPLC High performance liquid chromatography
HRP Horse raddish peroxidase (Meerrettich-Peroxid ase)
IgG Immunglobulin G
IGFBP-1 Insulin-like growth factor-binding protein 1
IHC Immunhistochemie
i.p. intraperitoneal
kDa Kilodalton
LH Luteinisierendes Hormon
M-MLV RT Moloney-murine leukemia virus reverse tra nscriptase
MPA Medroxyprogesteronacetat
mRNA messenger RNA (Boten-RNA)
NCBI National Center for Biotechnology Informatio n
NK-Zellen Natürliche Killerzellen
NOD non-obese diabetic
NSAR nichtsteroidale Antirheumatika
PBS Phosphat buffered saline (Phosphat-gepufferte Saline)
PCR polymerase chain reaction (Polymerasekettenre aktion)
Pen/Strep Penicillin-/Streptomycin-Lösung
Poly-A polyadenyliert
RNA Ribonukleinsäure
RNase Ribonuklease
RT Raumtemperatur
RT Reverse Transkription
RT-PCR Reverse Transkriptions-PCR
s.c. subkutan
SCID severe combined immunodeficiency
SDS Natriumdodecylsulfat
SDS-PAGE SDS-Polyacrylamid-Gelelektrophorese
T Thymin
TBE Tris-Borat-EDTA-Puffer
TEMED N,N,N’,N’,-Tetramethylethylendiamin
Anhang 95
Tm Hybridisierungstemperatur der Primer bei der P CR
TNF-alpha Tumornekrosefaktor alpha
Tris 2-Amino-2-(hydroxymethyl)-propan-1,3-diol
U Unit (Einheit der Enzymaktivität)
üN über Nacht
UpM Umdrehungen pro Minute
UV Ultraviolett
v/v Volumen pro Volumen
WB Western Blot
w/v weight per volume (Gewicht pro Volumen)
Allgemein gebräuchliche Abkürzungen und physikalisc he Maßeinheiten sind nicht
gesondert aufgeführt.
Danksagung 96
8 Danksagung
An dieser Stelle möchte ich mich bei allen bedanken, die mich bei der Durchführung dieser
Arbeit unterstützt haben und mir mit Rat und Tat zur Seite standen.
Ich danke Frau Prof. Dr. Ruth Grümmer und Frau Prof . Dr. Elke Winterhager für die
Möglichkeit, diese Arbeit am Institut für Molekular biologie anfertigen zu können und für
die intensive fachliche Unterstützung sowie für die Möglichkeit der Teilnahme an
zahlreichen Kongressen und Tagungen, auf denen ich meine Arbeit präsentieren konnte.
Im Speziellen danke ich Frau Prof. Dr. Ruth Grümmer für die hervorragende Betreuung
dieser Arbeit.
Ein besonderer Dank gebührt allen Angehörigen des Instituts für Molekularbiologie für die
Hilfsbereitschaft und die tolle Arbeitsatmosphäre. Dr. Alexander Gellhaus, Dr. Jessica
Wagener, Stephanie Kaiser und Friederike Kipkeew da nke ich für die ständige
Diskussionsbereitschaft und die Hilfestellungen, di e sie mir oftmals bei Problemen und
Fragestellungen geleistet haben. An dieser Stelle m öchte ich nicht versäumen, Gabriele
Sehn, Ursula Schmücker, Claudine Kühn und Kathrin Kazuschke meinen besonderen Dank
auszusprechen, da sie mich tatkräftig bei der Labor arbeit unterstützt und alle meine Fragen
geduldig beantwortet haben.
Der Abteilung für Gynäkologie des Universitätsklink ums Essen unter der Leitung von
Herrn Prof. Dr. Kimmig danke ich für die Bereitstel lung der Gewebeproben. Auch möchte
ich mich bei der Abteilung Pathologie des Universit ätsklinikums Essen unter Leitung von
Herrn Prof. Dr. Schmid und hier besonders bei Frau Stephanie Levin für die Hilfe bei der
Durchführung der immunnhistochemischen Färbungen recht herzlich bedanken.
Ganz herzlich möchte ich mich bei meiner Familie un d meinen Freunden für ihr
Verständnis und ihre Unterstützung bedanken.
Die hier durchgeführten Arbeiten wurden von Bayer H ealthCare Pharmaceuticals
unterstützt.
Lebenslauf 97
9 Lebenslauf
Der Lebenslauf ist in der Online-Version aus Gründen des Datenschutzes nicht enthalten.