Endometriose, aktuelle medikamentöse Therapieempfehlungen mit Schwerpunkt auf der hormonellen Therapie mit Gestagenen

In: Journal für Gynäkologische Endokrinologie/Schweiz · 2020 · vol. 23(4) , pp. 156–159 · doi:10.1007/s41975-020-00168-7 · W3097764236
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Endometriosis involves endometrial cells outside the uterus, causing pain and fertility issues in 2-15% of reproductive-aged women, especially those desiring children.

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This paper reviews current medication recommendations for endometriosis, with a focus on hormonal therapy using progestins, describing high-level diagnostic elements and treatment goals across different clinical situations. It states that hormonal options include various contraceptives and progestins (e.g., dienogest 2 mg in Germany; others off-label), along with antiprogestins, GnRH agonists, and aromatase inhibitors, while analgesics are described as symptom-only; a key limitation acknowledged is that guideline recommendations are based on an older ESHRE guideline (2013, last updated several years earlier) and that diagnosis is often secured only via laparoscopy/biopsy even though empiric therapy may be possible in adequate symptom contexts. It highlights findings from studies such as an etonogestrel implant trial in 43 women with rectovaginal endometriosis (showing rapid pain reduction and decreased lesion volume with good tolerability, with further improvements mainly in those with high baseline pain scores) and a multicenter case-control study comparing dienogest 2 mg with a cyclic oral combined preparation containing dienogest plus ethinyl estradiol for endometrioma size reduction. This paper is centrally about endometriosis — it focuses on current medication recommendations, particularly progestin-based hormonal therapy.

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Abstract

Zusammenfassung Unter Endometriose versteht man das Auftreten von endometrialen Zellen und Zellverbänden außerhalb des Cavum uteri, welche dem hormonellen Zyklus unterliegen und zu rezidivierenden Beschwerden führen können. Die Inzidenz wird je nach Quelle mit 2–15 % der Frauen im reproduktionsfähigen Alter angegeben. Schmerzen und Fertilitätseinschränkung sind die führenden Symptome. Unter Kinderwunschpatientinnen liegt die Inzidenz bei 20–48 %.
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GynäkologischeEndokrinologie J.Gynäkol.Endokrinol.CH2020·23:156–159 https://doi.org/10.1007/s41975-020-00168-7 Onlinepubliziert:4.November2020 ©Der/dieAutor(en)2020 DanielaChemogo-Gbellu KlinikfürFrauenheilkundeundGeburtshilfe,Abte ilungEndokrinologieund Reproduktionsmedizin, GoetheUniversität,Frankfurt,Deutschland Endometriose,aktuelle medikamentöse Therapieempfehlungenmit Schwerpunktaufder hormonellenTherapiemit Gestagenen DasLeitsymptomderEndometriose,der Unterleibsschmerz, kann zu gravieren- den Einschränkungen der Lebensquali- tät der betroffenen Frauen führen. Der wirtschaftlicheAspektderEndometriose durch Ausfall der Arbeitskraft und me- dizinische Interventionen ist beachtlich, die sozioökonomischen jährlichen Kos- tenprobetroffeneFrauliegeninDeutsch- land bei ca. 9579€, in der Schweiz bei ca. 9630€, bei Frauen im Alter von 15 bis 49 Jahren [4]. Die Diagnostik der Endometrio- se sollte die genaue Anamnese der Beschwerden (Dysmenorrhö, prämen- struelle Schmerzen, Dyschezie, Dysurie, Hämaturie, Hämatochezie) umfassen ebenso wie die bimanuelle vaginale Un- tersuchung,die Spekulumeinstellungim Zweifel mit geteiltenSpekula, um Herde im hinteren Scheidengewölbe nicht zu übersehen. Die vaginale Sonographie zur Erfassung von Endometriomen ist notwendig. In manchen Fällen kann eine MRT-Untersuchung bei Verdacht auf Adenomyosis uteri durchgeführt werden. Die Sicherung der Diagnose kann einzig durch diagnostische Laparosko- pieundhistologischeSicherungerfolgen. Allerdings kann eine empirische Thera- piebeihinreichenderSymptomatikauch ohne operative Diagnostik sinnvoll sein [1]. Neben der operativen Therapie, die in der Entfernung von Läsionen des Peritoneums sowie Exstirpation von Endometriomen des Ovars und tief in- filtrierender Endometrioseherde besteht ( .Abb.1), stehenverschiedene medika- mentöse Therapien zur Verfügung. Bei bestehendem Kinderwunsch ist entsprechend dem Ausprägungsgrad der Endometriose, der Belastung der Patientin und der Lokalisation der En- dometrioseläsionen abzuwägen, ob dem Paarangeraten werden kann, eineSpon- tanschwangerschaft anzustreben. Eine gründliche Fertilitätsdiagnostik beider Partner sollte selbstverständlich sein, mit Abklärung des tubaren Faktors, dem Nachweis ovulatorischer Zyklen und der andrologischen Fertilität durch mindestens ein Spermiogramm. The- rapeutisch kommen bei Dysmenorrhö oder zyklusunabhängigen Schmerzen hier Analgetika infrage. DasKinderwunschpaarmussgutauf- geklärt werden, insbesondere wenn das RisikoeinerovariellenEndometriosebe- steht oder Endometriome bereits gesi- chert wurden. Aufklärungsinhalt ist das erhöhte Risiko dersukzessivenDestruk- tion funktionellen Ovargewebes durch Endometriome mit Reduktion der ova- riellen Reserve und ggf. folgenden ope- rativen Therapien mit weiterem Verlust von Ovargewebe. Auch kann trotz ge- sicherter Tubendurchgängigkeit ein tu- barer Funktionsverlust die Fertilität ein- schränken bei ansonsten unauffälligen Parametern. Den Paaren sollten groß- zügig Maßnahmen der assistierten Re- produktionempfohlenwerden,wennei- ne Spontanschwangerschaft nicht zügig eintreten sollte. Der der Kinderwunschpraxis zuge- wiesenenPatientinmitoperativgesicher- terundsaniertertieferinfiltrierenderEn- dometriose (TIE) oder Endometriomen sollte nach guter Aufklärung über die Fertilitätseinschränkung durch die fort- schreitende Endometriose eine hormo- nelleTherapieempfohlenwerdenzurRe- zidivprophylaxebiszurUmsetzungeiner assistiertenreproduktionsmedizinischen Therapie (ART) ebenso wie in Behand- lungspausen. Sollte bei derPatientin kein aktueller, abereinprospektiverKinderwunsch be- stehen, ist neben der Verbesserung der Lebensqualität der Patientin der Erhalt der Fertilität wichtigstes Ziel und da- mit eine hormonelle Therapie mit guter Verträglichkeit auchauflängere Sichtzu empfehlen. Hier können bevorzugt rei- ne Gestagenpräparate oder kombinierte OCzurAnwendungkommen.AlsGesta- genpräparatistinDeutschlandDienogest 2mg für dieseIndikation zugelassen.Im „offlabeluse“kannjedochjedesGestagen gewählt werden, allein oder in Kombi- nation als OC, welches ggf. erwünschte Partialwirkungen aufweist (z.B. antian- 156 JournalfürGynäkologischeEndokrinologie/Schweiz4·2020 drogene Wirkung zur Therapie bei Se- borrhö und/oder Hirsutismus). BeiabgeschlossenerFamilienplanung steht die gesamte Bandbreite der medi- kamentösen und operativen Therapien zur Wahl, hier sollte Berücksichtigung finden: der Wunsch nach sicherer Ver- hütung, die Verträglichkeit der Medika- tion, die Ausprägung der Endometriose sowiedasindividuelleRisikoderPatien- tin(Übergewicht,Nikotinkonsum,Alter, Thrombophilie). DiebewährtenmedikamentösenThe- rapien der Endometriose umfassen hor- monelle und analgetische Therapeutika. Zur hormonellen Therapie geeignet sind nach Empfehlung der geltenden Leitlinie der European Society of Hu- m a nR e p r o d u c t i o na n dE m b r y o l o g y (ESHRE) aus dem Jahr 2013 (zuletzt bearbeitet vor fünf Jahren, aktuell unter Überarbeitung) 4 hormonelle Kontrazeptiva (zyklisch oderimLangzyklus), 4 Gestagene (oral oder in Form eines intrauterinen Pessars), 4 Antigestagene und Gonadotro- pin-Releasing-Hormon-Agonisten (GnRH-Agonisten) und 4 Aromataseinhibitoren [1]. Gestagene wirken durch eine direkte Hemmung der Endometriumprolifera- tion, transformatorisch und antiinflam- matorisch. GnRH-Analoga, welche lange als Standardtherapie bei Endometriose- patientinnen eingesetzt wurden, sind zwar sehr effektiv in ihrer Wirksamkeit, supprimieren jedoch die Östradiolspie- gel auf postmenopausales Niveau mit SymptomeneinesÖstrogenmangels.Va- somotorischeBeschwerden,Trockenheit derScheidemitDyspareunie,Libidover- lust und Verlust von Knochensubstanz mit dem Risiko der Osteoporose er- fordern die ergänzende „Add-back- Therapie“ (niedrig dosierte Östrogen- gabe) insbesondere bei Anwendungen über 6 Monate. Die Therapie mit Analgetika ist rein symptomatisch ohne einen Effekt auf die Endometriose und deren Proliferati- on. Der Einsatz ist gerechtfertigt, wenn andere Behandlungsoptionen nicht ge- Zusammenfassung · Résumé J.Gynäkol.Endokrinol.CH2020·23:156–159 https://doi.org/10.1007/s41975-020-00168-7 ©Der/dieAutor(en)2020 D.Chemogo-Gbellu Endometriose,aktuellemedikamentöseTherapieempfehlungen mitSchwerpunktaufderhormonellenTherapiemitGestagenen Zusammenfassung UnterEndometriose versteht mandas AuftretenvonendometrialenZellenund ZellverbändenaußerhalbdesCavumuteri, welchedemhormonellenZyklusunterliegen undzurezidivierendenBeschwerdenführen können.DieInzidenzwirdjenachQuelle mit2–15%derFrauen imreproduktions- fähigenAlterangegeben.Schmerzenund Fertilitätseinschränkungsinddieführenden Symptome.UnterKinderwunschpatientinnen liegtdieInzidenzbei20–48%. Schlüsselwörter Schmerz·Kinderwunsch·OvarielleReserve· Endometriome · Rezidiv· Synthetische Gestagene Endométriose,recommandationsactuellesconcernantla pharmacothérapieetplusparticulièrementletraitement hormonalprogestatif Résumé L’endométrioseestl’apparitiondecellules endométrialesetdetissuendométrialhorsde lacavitéutérine,quisontsoumisesaucycle hormonaletpeuventcauserdessymptômes récidivants.Selonlessourcesconsultées, l’incidenceestévaluéeà2–15%desfemmes enâgedeprocréer.Ladouleuretunefertilité restreinte sontlesprincipauxsymptômes. L’incidencechezlespatientesdansledomaine delaprocréationmédicalementassistéese situeentre20et48%. Motsclés Douleur·Désird’enfant·Réserveovarienne· Endométriomes· Récidive·Progestatifs synthétiques wünscht, nicht verträglich oder nicht effektiv sind. AktuellistdiealleinigeGabevonGes- tagenennochvorderGabeeineskombi- nierten oralen Kontrazeptivums im „off label use“ bei entsprechender Verträg- lichkeitdiehormonelleTherapiederers- ten Wahl. Nebendero.g.WirkungvonGestage- nenaufWachstumundProliferation en- dometrialer Zellen wird ein weiterer Ef- fekt synthetischer Gestagene diskutiert: Esscheint,dasseineResistenzvonEn- dometriosezellenaufdasnatürlichePro- gesteron bedeutsam für die Entstehung der Endometriose ist, wobei der genaue Mechanismus weiterer Klärung bedarf: Studienkonntenzeigen,dassinEndome- trioseläsionen der physiologische Effekt von Progesteron auf Östrogen, der über Enzyminduktion die Umwandlung von Östradiol in Östron bewirkt, ausbleibt [2]. Östradiolalsbiologischstark wirken- des Östrogen wird nicht in das deutlich weniger wirksame Östron umgewan- delt [2]. Das Hormonungleichgewicht aus Östrogendominanz und niedrigen Progesteronwerten in den Endome- trioseläsionen begünstig in der Folge Entzündungen und Schmerzen. AuchdieDichteanProgesteronrezep- toren,diedieWirkungamEndometrium vermittelnundimnatürlichenZyklusty- pischenSchwankungenunterliegen,istin endometriotischem Gewebe verändert. Der Progesteronrezeptor (PR-B), derdie Progesteronwirkung aufdas Endometri- um vermittelt, ist völlig abwesend, die Anzahl der Isoform des Progesteronre- zeptors (PR-A), der antagonisierend auf Rezeptor PR-B wirkt, ist erniedrigt [3]. Synthetische Gestagene scheinen ei- ne günstigere Affinität zu den Progeste- ronrezeptorenzuhabenundkönnenda- durch die antiöstrogene Wirkung über die oben beschriebene Enzymindukti- on ausüben.SynthetischeGestagene,die theoretisch zur Verfügung stehen, sind Chlormadinon, Cyproteron, Dienogest, JournalfürGynäkologischeEndokrinologie/Schweiz4·2020 157 GynäkologischeEndokrinologie Abb.1 9Endome- triomdesOvars. NachEröffnungent- leertsichdertypi- schebräunlicheIn- halt,derimDeut- schenSprachge- brauchzudemBe- griff„Schokoladen- zyste“führte.Zur Verfügunggestellt vonDr.M.Tamasbi Rad,Frauenklinik derGoethe-Univer- sitätFrankfurt Desogestrel, Drospirenon, Dydrogeste- ron, Etonogestrel, Gestoden, Levonor- gestrel, Medrogeston, Medroxyprogeste- ron, Megestrol, Nomegestrol, Norethis- teron, Norgestimat, Norelgestromin, Ti- bolon und Trimegeston. Welche der synthetischen Gestagene sollten nun bevorzugt zur Anwendung kommen? Dies hängt unter Umständen auch von der Art und Lokalisation der Endometriose ab: Östrogen- und Progesteronrezepto- ren der rektovaginalen Endometriose unterscheiden sich deutlich von jenen derperitonealenEndometrioseherde[ 5]. In einer aktuellen Studie wurde die Effizienz eines etonogestrelhaltigen Im- plantats bei symptomatischen Patien- tinnen mitrektovaginalerEndometriose untersucht[6].Eingeschlossenindieo.g. Studie wurden 43 Frauen mit sonogra- phisch nachgewiesener rektovaginaler Endometriose. Nach jeweils 6, 12 und 2 4M o n a t e nw u r d e nm i t h i l f ed e rv i s u - ellen analogen Schmerzskala sowie dem Endometriosis Health Profile (EHP-30) und einer vergleichenden computer- gesteuerten Bildgebung die subjektive Schmerzbelastung, die allgemeine Le- bensqualität und die Ausdehnung der Endometrioseherde evaluiert. Unter der Behandlung zeigte sich eine rasche Reduktion der chronischen Schmerzintensität („non-menstrual pel- vic pain“), der Dysmenorrhö, der Dys- pareunie und der Dyschezie. Nach6Monatenzeigtesichinallener- fasstenDomänenderEHP-30ScaleinBe- zug auf die Lebensqualität im Vergleich zu den Ausgangswerten eine Verbesse- rung.ImFolgendenprofitiertenlediglich Patientinnen mit hohem Schmerzscore (12undmehraufdervisuellenSchmerz- skala)vonweiterenVerbesserungenhin- sichtlich der Schmerzempfindung. Das Volumen der rektovaginalen En- dometrioseherde war nach 6 Monaten signifikant verringert, eine weitere Vo- lumenreduktion konnte nach 12 und 24 Monaten beobachtet werden. Dies alles bei guter Verträglichkeit des Im- plantats [6]. Mit der Fragestellung, ob Dienogest diebesteMedikationinderTherapieova- rieller Endometriose (Endometriome) sei, wurden die Ergebnisse einer Case- control-Multicenterstudie vorgestellt. 81 Patientinnen mit ovarieller En- dometriose (Endometriomen) erhielten entweder Dienogest 2mg (DNG) tgl. oder zyklisch ein orales kombiniertes Hormonpräparat mit 2mg Dienogest und 30μg Ethinylöstradiol (EE+DNG). Ziel der Studie war die Erfassung des ErfolgsbeiderGrößenreduktionderEn- dometriome. Ebenfalls erfragt wurden bei symptomatischen Patientinnen die AuswirkungenderMedikationenaufdas Schmerzempfindenmittels der visuellen analogen Schmerzskala. In beiden Gruppen zeigte sich eine signifikanteReduktionderSchmerzemp- findungohnestatistischrelevanteUnter- schiede. HinsichtlichdesVolumensderEndo- metriome zeigte sich jedoch nur in der DNG-Gruppe eine signifikante Größen- reduktion [7]. Die Monotherapie mit DNG 2mg täglich sollte hinsichtlich des Erhalts funktionellen Ovargewebes und damit auch des Erhalts der Fertilität gerade der Frau mit prospektivem Kinder- wunsch empfohlen werden. Eine gute Aufklärung über die Wirkweise und den günstigen Effekt auf die Fertili- tät kann die Compliance erhöhen und AbbrüchenaufgrundvonNebenwirkun- g e nw i ev a g i n a l e nB l u t u n g e n( S p o t t i n g und Durchbruchblutung), Kopfschmer- zen, Gewichtszunahme, Depressionen, Libidoverlust, Akne, Alopezie, Schlaf- störungenundvaginalerTrockenheit[ 8] entgegenwirken. Im Rahmen der diesjährigen ESHRE 2020 wurde die folgende Studie mit der Fragestellung „Reduziert die post- operative Gabe von Norethisteronacetat (NETA) das Rezidivrisiko der Endome- triose?“ vorgestellt. Eingeschlossen in die Studie, die 2014 initiiert wurde und über 5 Jahre lief, waren 437 Frauen, bei deneneineTIEzuvoroperativtherapiert worden war. Die Studienteilnehmerin- nen erhielten entweder eine hormonelle Dauertherapie mit Norethisteronace- tat (NETA), unmittelbar postoperativ begonnen, oder keine Medikation. In halbjährlichen Intervallen erfolgten eine vaginalsonographische Untersuchung undeineErfassungderSchmerzsympto- matik.ImErgebnisderStudiezeigtesich, dass die dauerhafte Gabe von NETA im Vergleich zu keiner hormonellen The- rapie sowohl das Rezidivrisiko als auch dieendometrioseassoziiertenSymptome signifikant reduziert [9]. FazitfürdiePraxis NachSicherungderDiagnoseistdie TherapieempfehlungunterBerücksich- tigungderLebenssituationsowieder AkzeptanzderPatientinzuwählen. MitsynthetischenGestagenenbesteht dieMöglichkeit,nahezujederbetroffe- nenPatientinjenachaktuellemBedarf angepasstanihreLebenssituationeine gutwirksamemedikamentöseThe- rapieanzubietenmitimVergleichzu GnRH-AnalogageringeremNebenwir- kungsprofil.MitderWahldesjeweiligen Gestagenskannzudemeingünstiger EffektaufdieGrößederLäsionunddas RezidivrisikonachoperativerSanierung jenachAusbreitungundLokalisation derEndometrioseerreichtwerden. 158 JournalfürGynäkologischeEndokrinologie/Schweiz4·2020 Korrespondenzadresse DanielaChemogo-Gbellu KlinikfürFrauenheilkunde undGeburtshilfe,Abteilung Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, GoetheUniversität Theodor-Stern-Kai 7, 60590Frankfurt,Deutschland Daniela.Chemogo-Gbellu@ kgu.de Funding. OpenAccessfundingenabledandorgani- zedbyProjektDEAL. EinhaltungethischerRichtlinien Interessenkonflikt. D.Chemogo-Gbellugibtan,dass keinInteressenkonfliktbesteht. FürdiesenBeitragwurdenvonderAutorinkeine StudienanMenschenoderTierendurchgeführt. FürdieaufgeführtenStudiengeltendiejeweilsdort angegebenenethischenRichtlinien. OpenAccess. DieserArtikelwirdunterderCreative CommonsNamensnennung4.0InternationalLizenz veröffentlicht,welchedieNutzung,Vervielfältigung, Bearbeitung,VerbreitungundWiedergabeinjegli- chemMediumundFormaterlaubt,sofernSieden/die ursprünglichenAutor(en)unddieQuelleordnungsge- mäßnennen,einenLinkzurCreativeCommonsLizenz beifügenundangeben,obÄnderungenvorgenom- menwurden. DieindiesemArtikelenthaltenenBilderundsonstiges Drittmaterialunterliegenebenfallsdergenannten CreativeCommonsLizenz,sofernsichausderAbbil- dungslegendenichtsanderesergibt.Soferndasbe- treffendeMaterialnichtunterdergenanntenCreative CommonsLizenzstehtunddiebetreffendeHandlung nichtnachgesetzlichenVorschriftenerlaubtist,istfür dieobenaufgeführtenWeiterverwendungendesMa- terialsdieEinwilligungdesjeweiligenRechteinhabers einzuholen. WeitereDetailszurLizenzentnehmenSiebitteder Lizenzinformationauf http://creativecommons.org/ licenses/by/4.0/deed.de. Literatur 1. Dunselman GA, Vermeulen N, Becker C, Calhaz- Jorge C, D’Hooghe T, De Bie B, Heikinheimo O, HorneAW,KieselL,NapA,PrenticeA,SaridoganE, Soriano D, Nelen W (2014) ESHRE guideline: managementofwomenwithendometriosis.Hum Reprod 29(3):400–412.https://doi.org/10.1093/ humrep/det457 2. Bulun SE (2009) Endometriosis. N Engl J Med 360(3):268–279.https://doi.org/10.1056/ NEJMra0804690 3. Marquardt RM, Kim TH, Shin JH, Jeong JW (2019)Progesteroneandestrogensignalinginthe endometrium:WhatgoeswronginEndometriosis? IntJMolSci20(15):3822. https://doi.org/10.3390/ ijms20153822 4. SimoensS,HummelshojL,DunselmanG,BrandesI, Dirksen C, D’Hooghe T, EndoCost Consortium (2011) Endometriosis cost assessment (the EndoCoststudy):acost-of-illnessstudyprotocol. GynecolObstetInvest71(3):170–176. https://doi. org/10.1159/000316055 5. 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(Session05:Endometriosisanduterinedisorders. Newclinicalinsights.Selectedoralcommunicati- ons.Presentationnumber:O-022) HinweisdesVerlags. DerVerlagbleibtinHinblick aufgeografischeZuordnungenundGebietsbezeich- nungeninveröffentlichtenKartenundInstituts- adressenneutral. Lesetipp Schmerz–eineHerausforde- rung Ein Ratgeber für Betroffene und Angehörige 3.,vollst.akt.u.erw.Aufl.2020, XVII, 204S.52Abb. 4 UmfangreicheInformationenvon führendenSchmerzexperten:aktuell, neutralundwissenschaftlichfundiert 4 EmpfohlenvonderDeutschen Schmerzgesellschafte.V.,der DeutschenGesellschaftfür PsychologischeSchmerztherapieund- forschungsowiederDeutschen Migräne-undKopfschmerzgesellschaft BeimehralsderHälfteallerMenschenmit chronischemSchmerzdauertesmehrals 2 Jahre, bis sie eine wirksameSchmerz- behandlung erhalten. Dieses Buch hilft Betroffenen, sichgezielterprofessionelle Unterstützungzu suchen.Knapp 60füh- rende Schmerzexpertenhabenmitüber 77Beiträgendaranmitgewirkt.Betroffe- ne und Angehörige erfahren mehrüber die körperlichen,psychischenund sozia- len Zusammenhänge von Schmerz, um die Behandlungmotiviertund eigenver- antwortlichmitzugestalten.So versteht der Betroffene die bio-psycho-sozialen Zusammenhängevon SchmerzausSicht der aktuellenSchmerzmedizinund-psy- chologie.Die3.Auflagewurde komplett aktualisiertundumfassenderweitert,u.a. um die Themen „Schmerz und Sexuali- tät“,„WachstumsschmerzenbeiKindern“, „Endometriose“und„Gelenkschmerz“,„Na- turheilkundebeiSchmerz“undwasbeider Einnahmevon Schmerzmittelnwährend derSchwangerschaft,Stillzeit,aufReisen undbeimSportzubeachtenist. JournalfürGynäkologischeEndokrinologie/Schweiz4·2020 159

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