Schmerztherapie – ein Stiefkind der Frauenheilkunde? Endometriose – ein Stiefkind der Schmerzmedizin?

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This paper highlights the underrepresentation of chronic lower abdominal pain and endometriosis in pain medicine and the deficit in epidemiological studies and pain therapy research within gynecology.

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This short editorial in Der Schmerz (2021) discusses the lack of change since an earlier editorial regarding chronic lower abdominal pain and the perceived underrepresentation of endometriosis in pain medicine, noting that contributions to this journal are rare. It highlights epidemiologic gaps in women’s chronic pelvic pain and the limited availability of reliable German incidence/prevalence data for endometriosis, alongside points that diagnosis is often delayed due to misdiagnosis and minimization in social contexts. The authors also describe “bright spots,” such as involvement of the German Pain Society in relevant guidelines and inclusion of chronic lower abdominal pain in multilocular endometriosis as a potential indication in the LONTS opioid guideline update, while explicitly citing a previously observed deficit of high-quality studies on symptom-focused pain therapy versus hormonal/operative treatments. This paper is centrally about endometriosis — it is an editorial on the underrepresentation of endometriosis-related pain therapy in pain medicine and interdisciplinary guideline developments.

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Der Schmerz EinführungzumThema Schmerz2021·35:157–158 https://doi.org/10.1007/s00482-021-00553-6 Angenommen:8.April2021 ©SpringerMedizinVerlagGmbH,einTeilvon SpringerNature2021 Stefanie Burghaus1 · Winfried Häuser2,3 1 Frauenklinik,UniversitätsklinikumErlangen,Erlangen,Deutschland 2 MedizinischesVersorgungszentrumfürSchmerzmedizinundseelischeGesundheitSaarbrücken St.Johann,Saarbrücken,Deutschland 3 InnereMedizin1,KlinikumSaarbrücke ngGmbH,Saarbrücken,Deutschland Schmerztherapie – ein Stiefkind der Frauenheilkunde? Endometriose – ein Stiefkind der Schmerzmedizin? Seit dem Editorial „Viszerale Schmer- zen–einStiefkindderSchmerzmedizin “ [1] scheint sich auf den ersten Blick in derSchmerzmedizininBezugaufUnter- bauchschmerzen im Allgemeinen und zurEndometriose im Besonderenwenig geändert zu haben. Beiträge zu chro- nischen Unterbauchschmerzsyndromen bei Frauen und Männern finden sich in Der Schmerz sehr selten [2]. Der letz- te Beitrag zur Endometriose in dieser Zeitschrift ist aus dem Jahr 2016 [3]. Auf der Homepage der International Association for the Study of Pain (IASP) gibt es ein Fact Sheet zur Endometrio- se in verschiedenen Sprachen (jedoch nicht auf Deutsch) aus dem Jahr 2007 [4]. Das vom Arbeitskreis „Viszerale Schmerzen“ der Deutschen Schmerz- gesellschaft organisierte Symposium zu „Endometriose und Schmerz“ ist den Kürzungen des Onlinekongresses 2020 zumOpfergefallen.ImProgrammfinden sichbeidenschmerzsyndrombezogenen Symposien „die üblichen Verdächti- gen“ (Kopfschmerzen, muskuloskeletale Schmerzen,neuropathischeSchmerzen). In der Frauenheilkunde gibt es ein DefizitanepidemiologischenStudienzu chronischenUnterbauchschmerzen. Die einzige bisher in Deutschland durchge- führtePrävalenzstudiezumchronischen Unterbauchschmerz der Frau ermittel- te eine altersassoziierte Häufigkeit von 12% mit häufigerem Auftreten bei jün- geren Patientinnen [5]. Zur Prävalenz und Inzidenz der Endometriose liegen ausDeutschlandkeineverlässlichenZah- len vor. Daten zur Behandlungspräva- lenz(d.h.dokumentierteKontakte inei- nerVersorgungs- oderBehandlungsein- richtung) reichen von 0,8 bis 2% [6]. Die Diagnose einer Endometriose wird oft erst nach mehreren Jahren gestellt. Ärztliche Fehldiagnosen und Bagatelli- sierungderSchmerzenimsozialenUm- feld tragen zur Verzögerung der Dia- gnosebei[ 7].ManchePatientinnen füh- len sich von ihren Bezugspersonen und Ärzt*innennichternstgenommen[ 8].In den S2-Leitlinien zum chronischen Un- terbauschmerz[9]undzurEndometrio- se [6] war ein Mangel an hochwertigen Studien zur symptomatischen Schmerz- therapie (Medikamente, Physiotherapie, Psychotherapie)imVergleichzuhormo- nellen und operativen Therapien auffäl- lig. DochesgibtauchLichtblicke.Anden beidengenanntenLeitlinienderFrauen- heilkundewurdedieDeutscheSchmerz- gesellschaft beteiligt. Beide Leitlinien enthalten ein Kapitel zur Schmerzthera- pie[6,9].AnderzweitenAktualisierung der S3-Leitlinie „Langzeitanwendung von Opioiden bei chronischen nicht- tumorbedingten Schmerzen“ (LONTS) h a ts i c ha u c hd i eD e u t s c h eG e s e l l s c h a ft für Gynäkologie und Geburtshilfe be- teiligt [10, 11]. Im Kapitel „Potenzielle Indikationen“ wurden neu chronische Unterbauchschmerzen bei multilokulä- rer Endometriose aufgenommen [11]. Der Schriftleiter der Zeitschrift Der Schmerz hat einem Themenheft zur En- dometrioseleitlinie zugestimmt, das Sie gerade in Händenhalten bzw.auf Ihrem Monitor lesen. Sie finden eine Manu- skriptfassung der drei Vorträge, die auf dem Deutschen Schmerzkongress 2020 nicht gehalten werden konnten. FrauBurghaus,SprecherinderSteuer- gruppe der Endometrioseleitlinie, wird einen Überblick darüber geben, was Nichtfrauenärzt*innen über Endome- triose wissen sollten [12]. Frau Mechsner wird einen Überblick über die Empfehlungen des Kapitels „Schmerztherapie“ der Leitlinie geben. Sie wird die aktuelle Studienlage zur symptomatischen Schmerztherapie der Endometriose zusammenfassen und auch ihre eigenen umfangreichen klini- schen Erfahrungen im Endometriose- zentrum der Charité – Universitätsme- dizin Berlin darstellen [13]. HerrHäuserwirddiemöglicheÜber- lappung von chronischem Unterbauch- schmerz bei Endometriose mit anderen chronischen Schmerzsyndromen wie Spannungskopfschmerzen und Fibro- myalgiesyndrom und die möglichen KonsequenzenimFallevonchronischen überlappenden Schmerzsyndromen für die Behandlung der betroffenen Frauen darstellen [14]. Die Autor*innen wünschen sich, dass die Beiträge sowohl den Blick- winkel der Leser*innen in ihrem Fach- gebiet als auch die Zusammenarbeit von Frauenärzt*innen mit Schmerz- Der Schmerz 3 · 2021 157 mediziner*innen fördern und zu einer besseren interdisziplinären Versorgung von Patientinnen mit chronischen Un- terbauchschmerzen und Endometriose beitragen. S. Burghaus W. Häuser Korrespondenzadresse Prof.Dr.WinfriedHäuser Innere Medizin 1,KlinikumSaarbrücken gGmbH Winterberg1,66119Saarbrücken,Deutschland [email protected] Interessenkonflikt. S.BurghausundW.Häuser gebenan,dasskeinInteressenkonfliktbesteht. Literatur 1. Jänig W, Häuser W (2014) Viszerale Schmerzen. Immer noch einStiefkindder Schmerzmedizin? Schmerz28:230–232 2. SiedentopfF,SillemM(2014)ChronischerUnter- bauchschmerzderFrau.Schmerz28:300–304 3. Mechsner S (2016) Endometriose: Eine oft ver- kannteSchmerzerkrankung.Schmerz30:477–490 4. International Association for the Study of Pain Endometriosis and its association with other painful conditions.https://www.iasp-pain.org/ Advocacy/Content.aspx?ItemNumber=1107.Zu- gegriffen:5.Dez.2020 5. Beutel ME, Weidner K, BrählerE (2005) Chronic pelvic pain of Women and its Co-Morbidity. GeburtshilfeFrauenheilkd65:61–67 6. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe(2020)DiagnostikundTherapieder Endometriose.https://www.awmf.org/leitlinien/ detail/ll/015-045.html.Zugegriffen:4.Dez.2020 7. HudelistG,FritzerN,ThomasA,NiehuesC,OppeltP, Haas D, Tammaa A, Salzer H (2012) Diagnostic delayforendometriosisinAustriaandGermany: causesandpossibleconsequences.HumReprod 27:3412–3416 8. Kriesl I(2018)ZwischenSchmerz undHoffnung „Ärztehabenmichnichternstgenommen“:Fünf FrauenerzählenüberihrLebenmitEndometriose. https://www.stern.de/gesundheit/leben-mit- endometriose---fuenf-frauen-erzaehlen-von- ihrer-erkrankung-8181284.html.Zugegriffen:9. Dez.2020 9. DeutscheGesellschaftfürPsychosomatischeFrau- enheilkundeundGeburtshilfe(2021)Chronischer UnterbauchschmerzderFrau. https://www.awmf. org/leitlinien/detail/ll/016-001.html.Zugegriffen: 4.Dez.2020 10. HäuserW,KloseP,WelschP,PetzkeF,NothackerM (2020) Leitlinienreport der zweiten Aktualisie- rung der S3-Leitlinie „Langzeitanwendung von Opioidenbeinicht-tumorbedingtenSchmerzen– LONTS“.Schmerz34:245–278 11.HäuserW ,BockF ,HüppeM,NothackerM,Norda H,RadbruchL,SchiltenwolfM,SchulerM,TölleT, ViniolA, PetzkeF; Koautoren fürdie Konsensus- gruppeder2.AktualisierungderS3-LeitlinieLONTS (2020)EmpfehlungenderzweitenAktualisierung der Leitlinie LONTS: Langzeitanwendung von Opioidenbeichronischennicht-tumorbedingten Schmerzen.Schmerz34:204–244 12. BurghausS,BeckmannMW(2021)Endometriose – gynäkologische Diagnostik und Therapie. Schmerz. https://doi.org/10.1007/s00482-021- 00541-w 13. MechsnerS(2021)Endometrioseschmerzbeherr- schen.Schmerz. https://doi.org/10.1007/s00482- 021-00543-8 14. Häuser W (2021) Endometriose und chroni- scheüberlappendeSchmerzsyndrome.Schmerz. https://doi.org/10.1007/s00482-021-00535-8 Fachnachrichten Franziska-Tiburtius-Preis: ÄrztinnenaufneuenWegen Ausschreibung Die Women´s Networking Lounge e.V. (WNL) vergibt erstmaligden Franziska- Tiburtius-Preis. In Referenz an die Namensgeberin des Preises werden Medizinerinnengesucht,die neueWege gehen– Pionierinnen,dieetwaswagen. Gefragt sind Präventionskonzepte, Kooperationsmodelle,E-Medizin,soziale Projekte in der Medizin, neue Formen der Patientenkommunikation oder andere innovative Ideen. Teilnehmen könnenÄrztinnenundZahnärztinnenaus Deutschland.Der Awardistmit10.000 dotiert. Christine Wernze, Vorstandsvorsitzende der WNL zum Award: „Mit der Vergabe dieses Preises geht es uns darum, Ärztinnen zu zeigen, die neben ihrem alltäglichgrossartigenDienstinunserem Gesundheitssystem dieKraftaufbringen, einebesondereIdeezuverfolgen,diedas Systeminsgesamtnachhaltigprägt und nochbessermacht.“ Franziska Tiburtius war die erste Ärztin inDeutschland,alssiesich1877inBerlin niederließ. Zuerst führte sie zusammen mit der Zahnärztin Henriette Pagelsen- HirschfeldeineGemeinschaftspraxis.Da- nacheröffneteFranziskaTiburtiusmitihrer StudienkolleginEmilieLehmusinPrenz- lauerBerg einePoliklinikfür Frauenund Kinder.BeidehatteninZürichstudiert,da FrauenbiszueinementsprechendenBun- desratsbeschlussimJahr1899derZugang zudeutschenUniversitätenverwehrtwar. Bewerbungen sind bis zum 31.08.2021über dieWNL-Website möglich www.womensnetworkinglounge.de 158 Der Schmerz 3 · 2021

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