Ist die Betreuung von Endometriosepatientinnen in der Praxis gesundheitsökonomisch sinnvoll?

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Abstract

Einleitung: Endometriose stellt eine der häufigsten gynäkologischen Erkrankungen von Frauen im gebärfähigen Alter dar. Verlässliche Zahlen zu der ökonomischen Bedeutung der Erkrankung in Deutschland liegen jedoch nur wenige vor. Vor allem fehlen detaillierte Daten über die direkten Kosten aus der Niederlassung, wo der Großteil der Patientinnen diagnostiziert, therapiert und nachgesorgt wird. Ziel dieser Arbeit war es neben der klinischen vor allem die ökonomische Bedeutung der Endometriose darzustellen. Methoden: Es wurden die klinischen und abrechnungsrelevanten Daten von insgesamt 823 Endometriosepatientinnen, die sich im Jahr 2017 in der Praxis Prof. Ebert vorstellten, retrospektiv erfasst und ausgewertet. Ergebnisse: Der Altersdurchschnitt der Patientinnen lag bei 34,5 Jahren. Die Leitsymptome waren Dysmenorrhoe (n=662; 80,4 %), Dyspareunie (n=305; 37,1 %), Dyschezie (n=219; 26,6 %) und Dysurie (n=126; 15,3 %). Die Diagnoseverzögerung lag bei Frauen mit einer sekundären Dysmenorrhoe bei 8,3 Jahren, bei Frauen mit einer primären Dysmenorrhoe bei 17,6 Jahren. 766 Frauen (93 %) waren gesetzlich und 57 (3 %) privat versichert. Die Gesamtvergütung im Jahr 2017 betrug 144.269,60 €. Die Vergütung war bei Privatpatientinnen dreimal so hoch wie bei gesetzlich Versicherten: die Vergütung für ambulante Operationen betrug 776,45 € bzw. 250,94 €, im ambulant-klinischen Bereich lag die Vergütung bei 373,69 € bzw. 119,90 € pro Patientin/Jahr. Die durchschnittlichen Vergütung pro Patientin/Jahr lag bei Frauen bis 39 Jahren bei 183,64 € bis 186,82 €, bei Frauen, die älter als 49 Jahre waren bei 108,18 €. Die Vergütung pro Konsultation war vergleichbar in der Gruppe von Frauen mit einer Peritonealendometriose mit 67,48 € bzw. Ovarialendometriose mit 66,71 €, am geringsten war sie bei Patientinnen mit einer rektovaginalen Endometriose mit 63,48 €. Die Vergütung bei GKV-Patientinnen pro Konsultation betrug im Stadium I° bis III° zwischen 62,46 € und 63,60 €, bei einem Endometriosestadium IV° 52,35 €. Die durchschnittliche Vergütung pro Patientin/Jahr bei Frauen, die sich aufgrund endometriosespezifischer Beschwerden vorstellten betrug 113,07 €, während sie bei Frauen mit Endometriose jedoch ohne Endometriosebeschwerden bei 181,97 € lag. Schlussfolgerung: Es zeigte sich, dass die Vergütung abhängig vom Alter der Frauen war: desto älter die Patientinnen waren, desto geringer war die Vergütung. Ein direkter Zusammenhang zwischen dem Erkrankungsstadium und der Vergütung zeigte sich nicht. Hingegen konnte eine Abhängigkeit der Vergütung vom Vorstellungsgrund dargestellt werden: de facto werden andere Behandlungen und Präventivmaßnahmen besser vergütet als die reine Behandlung von Endometriosebeschwerden, so dass die Behandlung von Endometriosepatientinnen in spezialisierten Zentren sinnvoll aber nicht unbedingt wirtschaftlich lukrativ für den Praxisinhaber ist.

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openalex
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