Prämature Ovarialinsuffizienz: ESHRE-Leitlinien und aktuelle Studien

In: Journal für Gynäkologische Endokrinologie/Österreich · 2019 · vol. 29(3) , pp. 69–75 · doi:10.1007/s41974-019-0103-y · W2967049870
article OA: hybrid CC0
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Abstract

Der Verlust der Ovarialfunktion vor dem 40. Lebensjahr wird als prämature Ovarialinsuffizienz (POI) bezeichnet und tritt mit einer Prävalenz von 1 bis 2 % auf. Eine POI liegt vor, wenn eine Amenorrhö bzw. Oligomenorrhö seit 4 Monaten besteht und das FSH mindestens zweimalig im Abstand von 4 Wochen >25 IU/ml liegt. Genetische Erkrankungen, Autoimmunopathien wie auch gonadotoxische Therapien können ursächlich sein, der wahrscheinlich größte Anteil ist jedoch idiopathisch. Bei einer manifesten POI liegt die spontane Schwangerschaftsrate bei 1,5 bis maximal 5 %, meist ist bei Kinderwunsch eine Eizellspende unumgänglich. Vor allem vor einer gonadotoxischen Therapie sollte daher immer eine Beratung bezüglich Fertilitätsprotektion an einem spezialisierten Zentrum erfolgen. Frauen mit POI haben aufgrund eines erhöhten Risikos für kardiovaskuläre Erkrankungen eine reduzierte Lebenserwartung. Auch eine Osteoporose tritt gehäuft auf, ebenso wie andere Östrogenmangelsymptome. Eine Hormonersatztherapie ist bis zum Eintritt des normalen Menopausenalters indiziert.

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