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Krause & Pachernegg GmbH • Verlag für Medizin und Wirtschaft • A-3003 Gablitz
Husslein H, Küssel L, Wenzl R
Aktuelles zur Adenomyosis uteri
Speculum - Zeitschrift für Gynäkologie und Geburtshilfe 2017; 35 (2)
(Ausgabe für Österreich), 8-12
35. Jahrgang, 2/2017
8
Aktuelles zur Adenomyosis uteri
H. Husslein, L. Küssel, R. Wenzl
Einleitung
Adenomyose ist defi niert durch das Vorhan-
densein von Endometriumdrüsen und Stro-
ma innerhalb des Myometriums. Sie kann
diffus und/oder lokal in Form eines Adeno-
myoms vorkommen.
Obwohl die Meinungen dazu kontrovers
sind, werden Adenomyose und Endometrio-
se oft als unterschiedliche Varianten der-
selben Erkrankung gesehen. In jedem Fall
kann aber von einem häufi gen simultanen
Vorkommen ausgegangen werden; in Fäl-
len von Endometriose konnte Adenomyose
in einer Studie sogar in 79 % der Fälle dia-
gnostiziert werden [1].
Die genaue Inzidenz der Adenomyose ist
unklar und wird in der Literatur zwischen
14 % und 66 % angegeben [2]. Die Diagno-
sesicherung erfolgt immer histologisch,
wobei eine universell akzeptierte histologi-
sche Defi nition nicht existiert, was zu den
stark variierenden Inzidenzangaben bei-
trägt [2]. Bis vor kurzem galt die Adeno-
myose als eine Erkrankung der vierten und
fünften Lebensdekade bei mehrgebärenden
Frauen. Durch die verbesserte Bildgebung
konnte jedoch gezeigt werden, dass Adeno-
myose auch bei jungen Frauen ohne vor-
ausgegangene Schwangerschaft oder Ge-
burt auftreten kann [3].
Die Pathogenese der Erkrankung ist so wie
bei der Endometriose unklar. Die gängigste
der vorherrschenden Theorien besagt, dass
es durch eine mechanische Schädigung am
Übergang des basalen Endometriums zum
innersten Myometrium, der sog. „Junctional
Zone“ (JZ), zu einer Invagina tion von Endo-
metrium in das Myometrium kommt. Durch
zusätzliche Veränderungen der Angiogene-
se, der Immunantwort und anderer zum Teil
unbekannter Faktoren kommt es schließ-
lich zur Ausbildung von Adenomyoseherden
[4]. Andererseits gibt es auch Hinweise, die
gegen diese Theorie sprechen, wie z. B. ein
Fallbericht von Adenomyose im Rahmen ei-
nes Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser-Syn-
droms, bei dem kein eutopes Endometri-
um vorhanden war [5]. Dies erhärtet wieder-
um jene Theorie, die versprengte, residuelle,
pluripotente Zellen des Müller-Gangs als ur-
sächlich für die Entstehung von Adenomyo-
seherden ansieht [6]. Die Verschleppung von
basalen Endometriumzellen oder Knochen-
mark-Stammzellen über das Lymphsystem
sind weitere Ansätze, die versuchen die Ent-
stehung von Adenomyose, aber auch der tief
infi ltrierenden rektovaginalen Endometrio-
se zu erklären [7].
Risikofaktoren
Der bekannteste Risikofaktor für die Ent-
wicklung einer Adenomyose ist Östrogen.
Verglichen zu Frauen ohne Adenomyose,
haben Frauen mit Adenomyose verkürzte
Zyklen ( 24 Tage), eine frühe Menarche (
10 Jahre), einen erhöhten BMI und eine er-
höhte Parität – allesamt Faktoren, welche
mit einer erhöhten Östrogenbelastung ein-
hergehen.
Auch Tamoxifen, ein selektiver Östrogen-
rezeptor-Modulator, kann in der Menopau-
se zu einer Reaktivierung von Adenomyose
führen [8]. Als weitere Riskofaktoren gelten
operative Eingriffe am Uterus (insbeson-
dere Sectio, Kürettage und Myomenuklea-
tion) und erhöhte Prolaktinspiegel (auch
durch Einnahme von selektiven Serotonin-
Wiederaufnahmehemmern). Die kombi-
nierte Pille wird kontrovers diskutiert, stellt
jedoch wahrscheinlich keinen Risikofaktor
dar [9] und Rauchen reduziert durch gerin-
gere Östrogenspiegel das Risiko für das Auf-
treten einer Adenomyose.
Diagnose
Ca. 80 % der betroffenen Patientinnen wer-
den mit Blutungsproblemen kombiniert
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mit Regelschmerzen vorstellig. In 50 % der
Fälle beherrscht eine isolierte Menorrhagie
das Symptombild, in 20 % Metrorrhagie,
in 30 % Dysmenorrhoe. Asymptomatische
Verläufe kommen ebenfalls vor.
Durch die Adenomyoseherde kommt es
zu einer reaktiven Hyperplasie und Hyper-
trophie der umgebenden Myometriumzel-
len, was zu einer Größenzunahme des Ute-
rus führt. Adenomyose ist in ca. 80 % mit
anderen Pathologien im kleinen Becken
vergesellschaftet, was im Rahmen der kli-
nischen Untersuchung beachtet werden
muss. Myome liegen in 35–50 % der Fälle
simultan vor, Endometriose in 6–22 % [4].
Im Rahmen der bimanuellen Palpation ist
der Uterus bei alleiniger Adenomyose typi-
scherweise globulär vergrößert, mobil und
oft druckdolent. Noduläre Veränderungen
in der Scheide oder im Bereich der Lig. sa-
crouterina und eingeschränkte Mobilität
sind meist Zeichen des gleichzeitigen Vor-
liegens von Endometriose. Ist der Uterus
stark vergrößert, deutet dies auf das gleich-
zeitige Vorliegen von Myomen hin.
■ Ultraschall
Der transvaginale 2D-Ultraschall bietet mit
einer Sensitivität von 75–88 % und einer
Spezifi tät von 67–93 % eine hervorragen-
de Möglichkeit, Adenomyose zu diagnosti-
zieren. Es muss jedoch betont werden, dass
das gleichzeitige Vorliegen von Myomen die
diagnostische Genauigkeit deutlich herab-
setzt. Typische Ultraschallmerkmale sind
(Abb. 1):
– Asymmetrische Verbreiterung des Ute-
rus, wobei die Hinterwand häufi ger be-
troffen ist als die Vorderwand,
– Inhomogene, unregelmäßige Darstel-
lung des Myometriums mit echoleeren
und echoreichen Arealen und diffusem
Durchblutungsmuster,
– Schlechte Abgrenzung des Endometri-
ums,
– Myometrane hypoechogene Streifenbil-
dung durch Schallschatten,
– „Question mark sign“ – der Fundus ist
nach posterior verkippt, die Zervix und
das Corpus nach anterior [10].
Der 3D-Ultraschall ermöglicht zusätz-
lich die Beurteilung der JZ und erhöht da-
durch evtl. noch die Genauigkeit der Dia-
gnosestellung. Die JZ kann subjektiv bezüg-
lich ihrer Kontinuität beurteilt werden, wo-
bei jede Unregelmäßigkeit ein Hinweis für
das Vorliegen von Adenomyose ist. Zusätz-
lich kann die JZ vermessen werden. Insbe-
sondere ein Unterschied 4 mm zwischen
dem größten und kleinsten Durchmesser
der JZ scheint eine hohe diagnostische Aus-
sagekraft zu haben [11].
■ MRT
Die diagnostische Genauigkeit des MRT bei
der Adenomyose ist mit einer Sensitivität
zwischen 88 und 93 % und einer Spezifi -
tät von 67–91 % seit langem gut eta bliert.
Neben dem Myometrium wird vor allem
die JZ beurteilt. Eine Verbreiterung der JZ
auf 12 mm lässt mit hoher Genauigkeit
auf Adenomyose schließen, während eine
JZ 8 mm eine Adenomyose nahezu aus-
schließt. Nachdem sich jedoch die Dicke der
JZ während des Zyklus ändert, wurde das al-
leinige Vermessen des größten Durchmes-
sers der JZ kritisiert. Daher wurde als Dia-
gnosekriterum ein Unterschied zwischen
1. Uterus in rvfl mit typischer Verbreiterung der Hinterwand, schlechter Abgrenzung des Endometriums, myometraner hypoechoge-
ner Streifenbildung, inhomogener Darstellung des Myometriums mit echoleeren und echoreichen Arealen und diffusem Durchblu-
tungsmuster im Doppler.
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dem größten und kleinsten Durchmesser
der JZ 5 mm vorgeschlagen, was eine vom
Zyklus unabhängige Diagnosestellung er-
laubt. Ein Vorteil des MRT ist, dass die Ge-
nauigkeit nicht durch das Vorliegen von
Myomen beeinträchtigt wird. Eine optimale
diagnostische Genauigkeit erfordert jedoch
eine hohe radiologische Expertise in der Be-
urteilung von gynäkologischen Fragestel-
lungen im MRT. Nach Möglichkeit sollten
diese Untersuchungen daher in spezialisier-
ten Zentren durchgeführt werden.
Adenomyose und Infertilität
Durch die verbesserte Bildgebung ist in den
letzten Jahren evident geworden, dass Ade-
nomyose auch bei Frauen in jungem Alter
vorkommt und hier auch einen negativen
Einfl uss auf die Fertilität haben kann. Der
genaue kausale Zusammenhang zwischen
Adenomyose und Infertilität ist nicht rest-
los geklärt, aber es wurden unter anderen
folgende Mechanismen mit reduzierter Fer-
tilität bzw. schlechteren IVF-Ergebnissen in
Zusammenhang gebracht [12, 13]:
– Störung des uterotubalen Spermien-
transports: Durch Zerstörung der inners-
ten myometranen Schicht der JZ kommt
die normale, in Richtung Tubenostien
gerichtete peristaltische Aktivität rund
um die Ovulation nicht mehr zustande.
Zusätzlich kommt es zu einer intrauteri-
nen Druckerhöhung.
– Erhöhte Aromatase-Aktivität in Adeno-
myoseherden und dem Endometrium
von Patientinnen mit Adenomyose: Da-
durch kommt es zu einem veränderten
Steroidmetabolismus, was zu erhöhten
intrauterinen Östrogenspiegeln führt.
– Erhöhte infl ammatorische Aktivität: In
Folge kommt es zu einer erhöhten Kon-
zentration entzündlicher Botenstoffe
und freier Radikale wie bspw. NO oder
Superoxide.
– Veränderte Vaskularisation des Endome-
triums: Die Gesamtoberfl äche der Kapil-
laren pro mm
2 ist im Rahmen der Ade-
nomyose um das bis zu 10-fache vergrö-
ßert. Dies kann sich nicht nur negativ
auf die Implantation auswirken, sondern
ist auch zumindest z. T. für die Blutungs-
symptomatik im Rahmen der Adenomyo-
se verantwortlich.
– Störung der Implantation: Die Expres-
sion von HOXA10 und LIF – beides Gene
welche für die Implantation unabdingbar
notwendig sind – ist bei Frauen mit Ade-
nomyose-assoziierter Infertilität deutlich
reduziert.
Adenomyose scheint somit auf verschie-
denen Ebenen der Fertilität, von der Be-
fruchtung bis zur Implantation der Schwan-
gerschaft, einen negativen Einfl uss zu ha-
ben. Wie eingangs beschrieben, darf jedoch
nicht vergessen werden, dass Adenomyose
häufi g mit anderen Pathologien vergesell-
schaftet ist, die ebenfalls die Fertilität be-
einfl ussen. Nichtsdestotrotz berichtet eine
rezente Metaanalyse, dass im Rahmen einer
IVF/ICSI die klinische Schwangerschaftsra-
te durch das alleinige Vorhandensein einer
Adenomyose um 28 %, die Implantations-
rate um 23 % und die Lebendgeburtenrate
um 30 % reduziert ist. Weiters ist das Risi-
ko einer Fehlgeburt um mehr als das Dop-
pelte erhöht. Interessant ist auch, dass En-
dometriose nur in Kombination mit Adeno-
myose einen negativen Einfl uss auf die IVF/
ICSI-Ergebnisse hatte, während bei alleini-
ger Endometriose die Erfolgsrate der IVF/
ICSI nicht beeinfl usst wurde [14].
Die Lebendgeburtenrate nach IVF/ICSI
bei Frauen mit Adenomyose war nicht re-
duziert, wenn eine 2- bis 4-monatige The-
rapie mit einem GnRH-Analogon durchge-
führt wurde (sog. Long-term-Downregula-
tion). Durch die langfristige Downregula-
tion kommt es zu einer Inaktivierung der
Adenomyose und der begleitenden Infl am-
mation und dadurch zu einer Verbesserung
des intrauterinen Milieus, was sich positiv
auf die Einnistung und Weiterentwicklung
einer Schwangerschaft auswirken dürfte.
Therapie
Die Therapie der Adenomyose muss indi-
viduell auf die betroffene Patientin zuge-
schnitten sein. Die defi nitive Therapie ist
die Hysterektomie, welche bei fehlenden
Kontraindikationen stets über einen mini-
mal-invasiven Zugang erfolgen sollte.
Im Falle eines Adenomyoms kann eine
uteruserhaltende Resektion erfolgen, wo-
bei hier eine entsprechende chirurgische
Expertise notwendig ist, da eine chirur-
gische Schicht, wie beispielsweise bei My-
omen, oft fehlt. Es wurden auch verschie-
dene uteruserhaltende chirurgische Metho-
den zur Therapie der diffusen Adenomyose
beschrieben, welche im Wesentlichen auf
einer vollständigen Entfernung des verän-
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derten Myometriums und anschließender
Rekonstruktion des Uterus beruhen [15,
16]. Diese Formen der chirurgischen The-
rapie sollten jedoch nur in spezialisierten
Zen tren idealerweise unter Studienbedin-
gungen durchgeführt werden.
Als weitere Therapiealternativen kom-
men die Endometriumablation, Embolisa-
tion der A. uterinae, Koagulation des Myo-
metriums und „High-Intensity Focused Ul-
trasound“ (HIFU) in Frage. Die Endome-
triumablation kann zufriedenstellende
Ergebnisse produzieren, allerdings nur in
Fällen von milder Adenomyose (i.e.: Herde
nicht tiefer als 2–3 mm unter dem Endome-
trium). Alter 45 Jahren, länger bestehen-
de Dysmenorrhoe und erhöhte Parität erhö-
hen das Risiko eines Therapieversagens.
Die Embolisation der A. uterinae führt in
57–76 % der Fälle zu einem zufriedenstel-
lenden Therapieergebnis, welches zumindest
2 Jahre lang anhält. Komplikationen treten
bei ca. 5 % der Patientinnen auf und ca. 20 %
werden im weiteren Verlauf hysterekto miert.
Zusätzlich ist zu beachten, dass es auch zu
einer unbeabsichtigten Embolisation der
Ovarialgefäße und folglich einer Reduktion
der ovariellen Reserve kommen kann.
Im Rahmen der HIFU-Therapie werden
Adenomyoseherde selektiv thermisch zer-
stört. HIFU kann MRT- oder Ultraschall-ge-
zielt durchgeführt werden. Bisher wurden
lediglich kleine Fallserien publiziert, wes-
halb ein Einsatz außerhalb kontrollierter
Studien noch nicht gerechtfertigt ist. Ob-
wohl Komplikationen eher selten sind, wur-
den Fälle von Hautverbrennung, Darmver-
letzung, akutem Nierenversagen und Ver-
letzung des N. ischiadicus beschrieben [17].
Für Patientinnen, welche einen operati-
ven Eingriff jeglicher Art vermeiden wollen,
stehen verschiedene medikamentöse Thera-
pieoptionen zur Verfügung. Als „aggressivs-
te“ Form der Therapie gilt der längerfristi-
ge Einsatz von GnRH-Analoga, welche über
eine Downregulation der GnRH-Rezeptoren
zu einer Einstellung der Freisetzung von
FSH und LH führen, wodurch sich nach ca.
drei Wochen eine Hypoöstrogenämie ein-
stellt. Die Therapiedauer sollte jedoch ohne
Add-back-Therapie auf Grund des Neben-
wirkungsspektrums – insbesondere Hitze-
wallungen in 80 %, vaginale Trockenheit in
30 % und beschleunigter Knochenabbau –
auf 6 Monate begrenzt sein. Mit adäquater
Add-back-Therapie kann die Therapie auf
bis zu 12 Monate verlängert werden. Eine
Form der Add-back-Therapie, welche einen
Knochenabbau verhindert, ist z. B. Noren-
thindron 5 mg täglich alleine oder in Kom-
bination mit 25 mcg transdermalem Estra-
diol täglich [18]. Alternativ erlaubt mögli-
cherweise eine niedrig dosierte GnRH-The-
rapie eine längere Therapiedauer, ohne
dabei den Knochenabbau zu beschleuni-
gen. Ein Fallbericht aus Japan beschreibt
eine 2-jährige Therapie mit dem GnRH-
Analogon Buserelin in einer Dosierung von
450 mcg anstatt 900 mcg, unter welcher die
Symptome der Patientin zufriedenstellend
behandelt wurden, es jedoch zu keinen ty-
pischen Nebenwirkungen, insbesondere zu
keinem Knochenabbau, gekommen ist.
Obwohl die kombinierte Pille und die Mi-
nipille häufi g eingesetzt werden, ist die Da-
tenlage zu diesen Therapieformen im Rah-
men der Adenomyose beschränkt. In ei-
ner randomisierten kontrollierten Studie,
bei welcher eine kombinierte Pille mit der
20 mcg/24h Levonorgestrel-Hormonspirale
verglichen wurde, zeigte sich, dass zwar bei-
de Therapieformen die Symptome der Ade-
nomyose reduzieren, die Reduk tion durch
die Hormonspirale jedoch ausgeprägter
war. Durch die Hormonspirale kommt es in-
nerhalb weniger Monate zu einer Deziduali-
sierung des Endometriums, zu einer deut-
lichen Reduktion des uterinen Blutfl us-
ses sowie des Uterusvolumens und in Folge
zu einer drastischen Reduktion Adenomyo-
se-assoziierter Blutungssymptomatik und
Dysmenorrhoe. Es muss jedoch beachtet
werden, dass der therapeutische Effekt der
20 mcg/24h Levonorgestrel-Hormonspira-
le nach 2–3 Jahren abzunehmen scheint.
Eine koreanische Studie berichtete, dass die
nach den ersten 12 Monaten beschriebene
Uterusvolumenreduktion von knapp 30 %
nach 36 Monaten nahezu vollständig ver-
schwunden war. Auch die von den Patien-
tinnen angegebene Schmerzintensität war
nach 36 Monaten gegenüber nach 12 Mona-
ten wieder angestiegen, wobei die Schmerz-
intensität weiterhin deutlich niedriger war
als vor Therapiebeginn. Dennoch empfeh-
len die Autoren, insbesondere bei Patientin-
nen, bei welchen die Wirkung der Hormon-
spirale abnimmt, da nach 2–3 Jahren we-
niger Levonoergestrel freigesetzt wird, die
Hormonspirale vorzeitig zu wechseln [19].
Danazol ist eine weitere potentielle The-
rapieoption, welche bei vaginaler Applika-
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tion (100–200 mg tgl) zu einer effi zienten
Reduktion der Symptome bei geringen Ne-
benwirkungen führt [20]. Doch genau wie
beim Einsatz von Aromatase-Inhibitoren
sind noch weitere Studien notwendig, um
die klinische Rolle dieser Therapieoptionen
besser einordnen zu können.
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Fazit
– Adenomyose kommt auch bei jungen
Frauen vor.
– Adenomyose hat einen negativen Ein-
fl uss auf die Fertilität.
– Die defi nitive Therapie ist weiterhin
die Hysterektomie.
– Minimal-invasive Therapiealternati-
ven stehen zur Verfügung, müssen
aber an die jeweilige Patientin ange-
passt werden.
– Die 20 mcg/24h Levonorgestrel-Hor-
monspirale ist eine sehr wirksame
medikamentöse Therapieoption, de-
ren Wirkung jedoch nach 2–3 Jahren
nachlässt.
Korrespondenzadresse:
Ass.-Prof. Dr. Heinrich Husslein, PLL.M.
Universitätsklinik für Frauenheilkunde
Medizinische Universität Wien
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E-Mail:
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