Krankheitskosten bei Endometriose

In: Geburtshilfe und Frauenheilkunde · 2009 · vol. 69(10) , pp. 925–930 · doi:10.1055/s-0029-1186010 · W2094758283
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Abstract

Fragestellung: Ausgehend von der Annahme, dass die ökonomische Bedeutung der Endometriose unterschätzt wird, wurde eine Krankheitskostenstudie durchgeführt. Ziel war die Ermittlung der Kosten als Grundlage für eine Abschätzung der krankheitsbedingten volkswirtschaftlichen Belastung aus Perspektive der Gesamtgesellschaft. Material und Methodik: Die Datenerhebung erfolgte auf Patientenebene mittels eines 6-seitigen Fragebogens mit Items zur Demografie, Lebensqualität (SF-12), zu Leistungsinanspruchnahmen und zur beruflichen Situation. Die Untersuchung umfasste 2 Studienpopulationen: (a) Mitgliedsfrauen der Endometriose-Vereinigung e. V.; (b) Patientinnen einer stationären Rehabilitation. Ergebnisse: Die durchschnittlichen Kosten pro Fall betrugen 5622 Euro, wobei die indirekten Kosten mit einem Anteil von 62 % dominierten. Als wesentliche Kostentreiber konnten die Kosten für Arbeitsunfähigkeit (49 % der Gesamtkosten) und die Kosten für stationäre Krankenhausaufenthalte (31 %) identifiziert werden. Eine Hochrechnung der Kosten auf Bundesebene ergab Gesamtkosten in Höhe von 1,96 Mrd. Euro für das Jahr 2003. Schlussfolgerung: Die Endometriose stellt mit Kosten in Höhe von 1,96 Mrd. Euro auch aus ökonomischer Sicht ein nicht zu vernachlässigendes Krankheitsbild dar. Insbesondere die hohen Arbeitsausfallzeiten sind unter dem Aspekt des möglichen Arbeitsplatzverlusts bei dieser jungen Population (Durchschnittsalter 36,7 Jahre) ein wichtiger Grund für intensive medizinische Betreuung mit dem Ziel größtmöglicher Beschwerdefreiheit.

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