Relevanz der chronischen Endometritis bei Frauen mit Kinderwunsch

In: Journal für Gynäkologische Endokrinologie/Österreich · 2023 · vol. 33(3) , pp. 112–114 · doi:10.1007/s41974-023-00280-z · W4387409371
article OA: hybrid CC0
⚙ AI-generated summary by gemini-2.5-flash-lite+body, 2026-06-08 ⓘ

Chronic endometritis, an inflammation of the endometrium often presenting without clear symptoms, is prevalent in women facing infertility challenges and can impact pregnancy outcomes.

One-sentence paraphrase of the abstract; not a substitute for reading it. No clinical advice. How this works

⚙ AI-generated deep summary by claude@2026-06, 2026-06-10 · read from full text ⓘ

The paper describes chronic endometritis as a often symptomless chronic inflammation of the endometrium and focuses on its relevance for women seeking pregnancy, outlining proposed risk factors, typical pathogens, and the diagnostic approach. It states that improved immunohistochemistry identifying plasma cells (syndecan-1/CD138) in endometrial biopsy—often using a cutoff of ≥5 plasma cells per 20 HPF—has become the gold-standard, and that standard antibiotic treatment is commonly doxycycline for 14 days with an alternative combination of cefuroxime plus metronidazole when needed, noting that clear pathology guidelines are lacking. It summarizes observational cohort findings with reported prevalence estimates and associations between treated chronic endometritis and higher rates of spontaneous conception, live birth, and pregnancy, while also reporting persistence in a subset and heterogeneity in recurrent implantation failure cohorts as a limitation. Relevance to endometriosis/adenomyosis: it is discussed as a keyword-matched paper in an endometriosis/adenomyosis corpus, including cited evidence that higher prevalence of chronic endometritis has been reported in women with endometriosis (Cicinelli et al. 2017), though the paper itself centers on chronic endometritis in infertility rather than endometriosis or adenomyosis.

Read from the paper's body, not the abstract. Not a substitute for reading the paper. No clinical advice. How this works

Full text 10,083 characters · extracted from oa-pdf · click to expand
Endokrinologie J.Gynäkol.Endokrinol.AT2023·33:112–114 https://doi.org/10.1007/s41974-023-00280-z Angenommen:11.August2023 ©TheAuthor(s)2023 Relevanz der chronischen Endometritis bei Frauen mit Kinderwunsch IrisHolzer AbteilungfürGynäkologischeEndokrinologieund Reproduktionsmedizin,Universitätsklinikfür Frauenheilkunde,Wien,Österreich QR-Codescannen&Beitragonlinelesen Einleitung Untereiner chronischen Endometritis ver- steht man eine chronische Entzündung des Endometriums. Diese präsentiert sich oft symptomlos oder nur mit milden kli- nischen Zeichen. Zu den typischen Symp- tomen zählen chronische Unterbauchbe- schwerden, Dyspareunie, eine abnorme vaginale Blutung oder vaginaler Ausfluss. AufgrundderfehlendenSpezifitätoderdes Fehlens von klinischen Symptomen wird oft nicht an eine chronische Endometritis gedacht und deswegen auch keine Diag- nostik und Therapie begonnen [1, 2]. Ge- radefürFrauen mitKinderwunsch istdies aber von großer Bedeutung. In einer retrospektiven Datenanalyse konnten intrauterine Verhütungsmetho- den und die Multiparität als Risikofakto- ren fürdie Entwicklung einer chronischen Endometritis aufgezeigt werden. Hinge- gen sind Adipositas, orale Kontrazeptiva, eine Eigenanamnese von Fehl- und Früh- geburten und eine Eigenanamnese von Kaiserschnitten nicht mit einem erhöh- ten Risiko verbunden. Besonders wichtig erscheint auch, dass nach Entfernung ei- nerSpiraleeineanhaltendeAkkumulation der Plasmazellen bestehen bleibt [2]. Die chronischeEndometritisentstehtdurchIn- fektionen des Cavum uteri. Zu den typi- schen Pathogenen zählen Streptokokken, Staphylokokken,Enterokokken, E. coli,My- koplasmen,Ureaplasmen,aberauchChla- mydien oder Neisseria gonorrhoeae.E s bildet sich eine erhöhte Anzahl an IgM, IgG und B-Zellen, welche letztendlich in einer veränderten Genexpression der En- dometriumzellen resultiert [3–5]. Diagnostik und Therapie Jahrelang wurde die Diagnose klassisch durch eine hysteroskopische Untersu- chung gestellt. Typische Zeichen bei der Hysteroskopie sind eine fokale oder dif- fuse Hyperämie, ein Stromaödem oder Mikropolypen (<1mm). Der Vorteil der hysteroskopischenUntersuchungliegtun- ter anderem darin, dass die Diagnose in den Händen der behandelnden Gynäko- logen liegt. Trotzdem wurde üblicherwei- se zusätzlich eine Endometriumbiopsie durchgeführt. Seit Verbesserung der im- munhistochemischen Verfahren ist der Goldstandard eine immunhistochemische Untersuchung mit dem Nachweis von Plasmazellen in der Endometriumbiopsie, wobei Syndecan-1 (CD138) identifiziert wird [2]. Dies ist ein Proteoglykan auf der Oberfläche derPlasmazellen.Obwohlhier klare Leitlinien vonseiten der Pathologie fehlen,wirdzumeisteinCut-offvon5oder mehrPlasmazellenpro20HPFfürdieDia- gnose einer chronischen Endometritis gewählt [6]. Therapiert wird die chronische Endo- metritisganzklassischmitAntibiotika.Die Standardtherapie besteht aus Doxycyclin 100mg 2× täglich über 14 Tage. Bei Kon- traindikationen oderbeiAusbleiben eines TherapieerfolgsisteineKombinationsthe- rapie mit Cefuroxim 500mg für 14 Tage zusammen mit Metronidazol empfohlen. Routinemäßig muss kein Antibiogramm oder eine Kontrollbiopsie durchgeführt werden, dies kann jedoch in besonde- ren Fällen wie etwa bei Persistenz der Symptome sinnvoll sein. 112 JournalfürGynäkologischeEndokrinologie/Österreich3·2023 Chronische Endometritis und Kinderwunsch In einem Kollektiv an Frauen mit Kinder- wunsch konnten gehäufte Prävalenzen an chronischer Endometritis vor allem bei Frauen mit „unexplained infertility“, Abortus habitualis und nach wiederhol- tem Implantationsversagen im Rahmen der IVF-Behandlung gezeigt werden [2]. Die Prävalenzraten waren je nach Li- teraturangabe schwankend, erreichten jedoch Werte von 28 bis 40,7% in einem Kollektiv von Frauen mit „unexplained infertility“, 30% bei Frauen mit wieder- holtem Implantationsversagen bei IVF- Behandlungen und ca. 12% bei Frauen mit Abortus habitualis [7–9]. Eine retrospektive Studie der Arbeits- gruppe um Cicinelli schaute sich die Schwangerschaftsraten in einer Kohorte von Frauen mit „unexplained infertility“ nach Behandlung einer chronischen En- dometritis an. Von 95 eingeschlossenen Frauen mit hysteroskopisch bestätigter chronischer Endometritis zeigten 56,8% eine chronische Endometritis. Nach der Standardtherapie mit Antibiotika war die HierstehteineAnzeige. K chronische Endometritis in 82,3% der Fälleausgeheilt,in17,6%derFällejedoch persistierend. Die Schwangerschaftsraten bei ausgeheilter chronischer Endometritis warenmit76,3%gegenüber20%beiPer- sistenz und gegenüber 9,5% bei Frauen, die nie Zeichen einer chronischen Endo- metritishatten,deutlicherhöht( p< 0,001) [7]. Eine andere Arbeit schaute sich Frau- en mit Abortus habitualis mit mindestens zweiaufeinanderfolgenden Spontanabor- ten an. Von395Frauen zeigten 35Frauen eine chronische Endometritis in der En- dometriumbiopsie. Nach Gabevon einem oderbeiPersistenzzweiAntibiotikawardie chronische Endometritis bei allen Frauen ausgeheilt. Die kumulative Lebendgebur- tenrate lag danach bei 88% gegenüber 74% in der Gruppe ohne Hinweis einer chronischen Endometritis [10]. Frauen mit wiederholtem Implantati- onsversagen nach IVF („recurrent implan- tation failure“ [RIF]) stellen ein sehr he- terogenes Patientinnenkollektiv dar. Eine Studiezeigte bei10von33FrauenmitRIF eine chronische Endometritis in der En- dometriumbiopsie. Diese hatten danach deutlich schlechtere Schwangerschaftsra- tenalsFrauenohnechronischeEndometri- tis, nämlich 11,5% gegenüber 32,7% bei Frauen mit unauffälliger Endometriumbi- opsie [11]. Fazit für die Praxis Zusammenfassend lässt sich sagen, dass vor allem bei Frauen mit Kinderwunsch und „un- explained infertility“ , Abortus habitualis und RIF eine immunhistologische Abklärung und gegebenenfalls antibiotische Therapie einer chronischen Endometritis auf jeden Fall emp- fohlen ist. Dies dürfte zu einer deutlichen Steigerung der Schwangerschafts- und Le- bendgeburtenraten führen. Für die Zukunft wären große prospektive, randomisierte Stu- dien wünschenswert. Korrespondenzadresse DDr. Iris Holzer AbteilungfürGynäkologischeEndokrinologie undReproduktionsmedizin,Universitätsklinik fürFrauenheilkunde WähringerGürtel18–20,1090Wien,Österreich [email protected] Endokrinologie Funding. OpenaccessfundingprovidedbyMedical UniversityofVienna. Einhaltung ethischer Richtlinien Interessenkonflikt. I.Holzergibtan,dasskeinInter- essenkonfliktbesteht. FürdiesenBeitragwurdenvonderAutorinkeine StudienanMenschenoderTierendurchgeführt. FürdieaufgeführtenStudiengeltendiejeweilsdort angegebenenethischenRichtlinien. Open Access.DieserArtikelwirdunterderCreative CommonsNamensnennung4.0InternationalLizenz veröffentlicht,welchedieNutzung,Vervielfältigung, Bearbeitung,VerbreitungundWiedergabeinjegli- chemMediumundFormaterlaubt,sofernSieden/die ursprünglichenAutor(en)unddieQuelleordnungsge- mäßnennen,einenLinkzurCreativeCommonsLizenz beifügenundangeben,obÄnderungenvorgenom- menwurden. DieindiesemArtikelenthaltenenBilderundsonstiges Drittmaterialunterliegenebenfallsdergenannten CreativeCommonsLizenz,sofernsichausderAbbil- dungslegendenichtsanderesergibt.Soferndasbe- treffendeMaterialnichtunterdergenanntenCreative CommonsLizenzstehtunddiebetreffendeHandlung nichtnachgesetzlichenVorschriftenerlaubtist,istfür dieobenaufgeführtenWeiterverwendungendesMa- terialsdieEinwilligungdesjeweiligenRechteinhabers einzuholen. HierstehteineAnzeige. K WeitereDetailszurLizenzentnehmenSiebitteder Lizenzinformationauf http://creativecommons.org/ licenses/by/4.0/deed.de. Literatur 1. KitayaK,MatsubayashiH,YamaguchiK,Nishiya- ma R, Takaya Y, Ishikawa T et al (2016) Chronic endometritis: potenzial cause of infertility and obstetricandneonatalcomplications.AmJReprod Immunol75(1):13–22 2. ChenYQ,FangRL,LuoYN,LuoCQ(2016)Analysis of the diagnostic value of CD138 for chronic endometritis,theriskfactorsforthepathogenesis ofchronicendometritisandtheeffectofchronic endometritisonpregnancy:acohortstudy.BMC WomensHealth16(1):60 3. KitayaK,TadaY,HayashiT,TaguchiS,FunabikiM, NakamuraY(2014)Comprehensiveendometrial immunoglobulin subclass analysis in infertile women suffering from repeated implantation failurewithorwithoutchronicendometritis.AmJ ReprodImmunol72(4):386–391 4. Kushnir VA, Solouki S, Sarig-Meth T, Vega MG, Albertini DF, Darmon SK et al (2016) Systemic inflammationandautoimmunityinwomenwith chronic endometritis. Am J Reprod Immunol 75(6):672–677 5. CicinelliE,TrojanoG,MastromauroM,VimercatiA, Marinaccio M, Mitola PC et al (2017) Higher prevalenceofchronicendometritisinwomenwith endometriosis:apossible etiopathogeneticlink. FertilSteril108(2):289–295.e1 6. Bayer-Garner IB,KorourianS(2001)Plasmacells in chronic endometritis are easily identified when stained with syndecan-1. Mod Pathol 14(9):877–879 7. CicinelliE,MatteoM,TrojanoG,MitolaPC,TinelliR, VitaglianoAetal(2018)Chronicendometritisin patientswithunexplainedinfertility:prevalence andeffectsofantibiotictreatmentonspontaneous conception. Am J Reprod Immunol.https://doi. org/10.1111/aji.12782 8. Moreno I, Cicinelli E, Garcia-Grau I, Gonzalez- Monfort M, Bau D, Vilella F et al (2018) The diagnosis of chronic endometritis in infertile asymptomatic women: a comparative study of histology, microbial cultures, hysteroscopy, and molecular microbiology. Am J Obstet Gynecol 218(6):602e1–602e16 9. ZolghadriJ,MomtahanM,AminianK,Ghaffarpa- sandF,TavanaZ(2011)Thevalueofhysteroscopyin diagnosisofchronicendometritisinpatientswith unexplainedrecurrentspontaneousabortion.Eur JObstetGynecolReprodBiol155(2):217–220 10. McQueenDB,BernardiLA,StephensonMD(2014) Chronic endometritis in women with recurrent early pregnancy loss and/or fetal demise. Fertil Steril101(4):1026–1030 11. Johnston-MacAnannyEB,HartnettJ,EngmannLL, Nulsen JC, Sanders MM, Benadiva CA (2010) Chronic endometritis is a frequent finding in womenwithrecurrentimplantationfailureafterin vitrofertilization.FertilSteril93(2):437–441 Hinweis des Verlags. DerVerlagbleibtinHinblick aufgeografischeZuordnungenundGebietsbezeich- nungeninveröffentlichtenKartenundInstituts- adressenneutral.

Text is read by the "Ask this paper" AI Q&A widget below. Extraction quality varies by source — PMC NXML preserves structure cleanly, OA-HTML may include some navigation residue, and OA-PDF can have broken hyphenation. The publisher copy (via DOI) is the canonical version.

My notes (saved in your browser only)

⚙ Ask this paper AI returns verbatim quotes from the full text · source: oa-pdf ⓘ

Answers must be backed by verbatim quotes from this paper's full text. Hallucinated quotes are dropped automatically; if no verbatim passage answers the question, we say so. How this works

Condition tags

disambig:endometritis

Citation neighborhood (sparse)

Too few in-corpus citations on either side for a chart; here are the lists.

Cites (1)

References (11)

Source provenance

openalex
last seen: 2026-06-10T17:14:06.276822+00:00
License: CC0 · commercial use OK