Differentialdiagnose und Behandlungsstrategien bei Endometriose: Was tun - wann?

2003 · vol. 13(3) , pp. 7–11 · W1482587093
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Abstract

Da die Schmerzsymptomatik der Endometriose vielfältig ist und keine pathognomonischen Symptome existieren, ist die Differentialdiagnose schwierig. Intensität der Symptome und Schweregrad der Erkrankung korrelieren nicht miteinander, wodurch eine im klinischen Alltag verzögerte Diagnosestellung erklärt wird. Dies ist nur zu verbessern, wenn bei zyklischen, chronischen oder rezidivierenden Unterbauchschmerzen immer differentialdiagnostisch auch an Endometriose gedacht wird! Der makroskopische und histologische Nachweis einer Endometriose allein ist noch keine Indikation zur operativen oder medikamentösen Behandlung. Erst wenn relevante Schmerzsymptomatik, infiltrierendes Wachstum und proliferative Aktivität vorliegen, ist die Endometriose als therapiebedürftige Erkrankung anzusehen. Zur symptomatischen Behandlung eignen sich Analgetika und Prostaglandinsynthese-Inhibitoren sowie Gestagene in niedriger Dosierung; eine Regression wird medikamentös durch potente Suppression der ovariellen Steroidsynthese erreicht, wozu sich hochdosierte Gestagengabe und vor allem GnRH-Agonisten klinisch bewährt haben. Da niedrig differenzierte und autonom proliferierende Endometrioseformen nur durch permanenten Östrogenentzug zu beeinflussen sind, also allein durch Medikamente nicht heilbar sind, ist die organerhaltende operative Endometriosesanierung per Laparoskopie ein zentrales Behandlungsprinzip. Da mikroskopisch kleine Implantate und in tieferen Gewebeschichten wachsende Herde chirurgisch nicht oder nur unvollständig sanierbar sind, muß unter Berücksichtigung der Symptomatik der Patientin, der Aktivität der Endometriose sowie der Relevanz und des Schweregrades der Krankheit ein individueller Therapieplan konzipiert werden, wobei sich oft medikamentöse und operative Maßnahmen ergänzen.

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openalex
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