J GYNÄKOL ENDOKRINOL 2007; 10 (1) 0
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Menopause-Gesellschaft
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Grundlage und Bedeutung der operativen Endometriosetherapie
Schweppe KW
Journal für Gynäkologische Endokrinologie 2009; 3 (4)
(Ausgabe für Österreich), 16-19
Journal für Gynäkologische Endokrinologie 2009; 3 (4)
(Ausgabe für Schweiz), 18-22
16 J GYNÄKOL ENDOKRINOL 2009; 19 (4)
Grundlagen und Bedeutung der operativen
Endometriosetherapie*
K.-W. Schweppe
Kurzfassung: Die Endometriose wird invasiv
durch Laparoskopie und bioptische Sicherung di-
agnostiziert, sodass es nahe liegt, dass sich die
chirurgische Therapie in gleicher Narkose an-
schließt. Unterschiedliche Wachstumsformen der
Endometriose einerseits (kleinherdig-peritoneal,
zystisch-ovariell oder tief infiltrierend) und unter-
schiedliche Therapieziele andererseits (Schmerz-
freiheit, Tumorbeseitigung, Schwangerschaft)
erfordern einen individuellen Behandlungsplan,
der auch das Alter der Patientin mitberücksichtigt.
Medikamentöse Therapieoptionen spielen addi-
tiv zum primär operativen Vorgehen eine Rolle,
wobei oft symptomatische Maßnahmen bei die-
ser chronischen, rezidivierenden Krankheit aus-
reichen. Endoskopische Operationstechniken sind
heute Standard. Unterschiede in Erfolgs- und
Rezidivraten sind bisher für die verschiedenen
Techniken nicht durch randomisierte Studien be-
legt.
Abstract: Principles and Relevance of Sur-
gery for Endometriosis. Usually endometrio-
sis is diagnosed by invasive laparoscopy. It is
reasonable to complete surgical removal of the
disease and the adhesions during the same op-
eration. Different types of endometriosis on the
one hand (peritoneal disease, ovarian endome-
trioma and deep infiltrating endometriosis) and
different therapeutic goals on the other hand (pain
relief, removal of an adnexal mass, pregnancy)
require different individual therapeutic strategies.
The age of the patient has to be taken into con-
sideration as well. Medical treatment options play
an additional role after surgery or instead of sur-
gery. Because endometriosis is a chronic disease
with a stage-related rate of recurrences, symp-
tomatic treatment might be sufficient in some
cases and may increase the recurrence-free in-
tervals and reduce the number of operations.
Endoscopic surgery is the gold standard today,
but for the different techniques no differences
are scientifically proven with respect to efficacy
and recurrences. J Gynäkol Endokrinol 2009;
19 (4): 16–9 .
*) Nachdruck aus: J Reproduktionsmed Endokrinol 2009; 6: 107–10.
Aus der Frauenklinik Ammerland, Klinikzentrum Westerstede, Akademisches Lehr-
krankenhaus der Universität Göttingen
Korrespondenzadresse: Prof. Dr. med. K.-W. Schweppe, Direktor der Frauenklinik
Ammerland Klinik GmbH, Akademisches Lehrkrankenhaus der Univ. Göttingen,
D-26655 Westerstede, Lange Straße 38; E-Mail:
[email protected]
■■■■■ Einleitung
Zur Endometriosebehandlung stehen uns endokrine, ablative
und symptomatische Maßnahmen zur Verfügung. Da die Dia-
gnosesicherung und die genaue differenzialdiagnostische Ab-
klärung bereits eine Laparoskopie möglichst mit histologi-
scher Sicherung erfordert, stehen operative Maßnahmen im
Zentrum der Behandlung. Die Erweiterung der diagnostischen
Laparoskopie zum therapeutischen Eingriff in gleicher Nar-
kose ist naheliegend. Zu den ablativen Therapieverfahren
zählen alle Operationstechniken, die pathologische Verände-
rungen an den Organen (Endometrioseherd und -zyste, Nar-
ben und Adhäsionen) beseitigen und gesunde Organteile er-
halten (konservative ablative Therapie) oder befallende Organe
in toto entfernen (radikale ablative Therapie). Das gesamte
Spektrum der endoskopischen Operationsmöglichkeiten ist in
Tabelle 1 aufgelistet. Das endokrine Therapieprinzip beruht auf
unterschiedlich starker und unterschiedlich langer Unterdrü-
ckung der ovariellen Östrogensynthese, was durch verschie-
dene Medikamente (GnRH-Agonisten, GnRH-Antagonisten,
Gestagene, orale Kontrazeptiva vom Kombinationstyp) oder
permanent durch die chirurgische Ovarektomie zu erreichen
ist. Die dritte Säule der Behandlungsmöglichkeiten besteht aus
symptomatischen Maßnahmen. Deren Spektrum reicht von anti-
entzündlich und analgetisch wirkenden Prostaglandinsynthese-
hemmern bis hin zu physikalischen Applikationen, die ent-
spannend, entkrampfend und durchblutungsfördernd wirken;
ferner sind hier ergänzend Behandlungskonzepte der Homöo-
pathie, der traditionell chinesischen Medizin u. a.m. zu nennen,
die vor allem bei chronisch kranken Schmerzpatientinnen er-
folgreich eingesetzt werden.
■■■■■ Prinzipien der operativen Behandlung
Bei endoskopischen Operationen werden unterschiedliche
Techniken der Zerstörung oder Exzision von Endometriose-
herden eingesetzt. Vergleichende Untersuchungen haben ge-
zeigt, dass die verschiedenen Verfahren – monopolare oder
bipolare Koagulation, Hitzeanwendung, Vaporisation oder
Exzision – im Behandlungsergebnis gleichwertig sind [1, 2],
sofern die Herde komplett erfasst werden. Allerdings hat der
Zykluszeitpunkt Einfluss auf die Rezidivrate: Endoskopische
Sanierung von Peritonealendometriose prämenstruell ergab
nach 2 Jahren mit 15 % doppelt so hohe Rezidivraten, wenn
der Eingriff postmenstruell durchgeführt wurde. Als ursäch-
lich werden noch nicht abgeheilte operativ erzeugte Peritoneal-
defekte zum Zeitpunkt der nachfolgenden Menstruation ange-
sehen [3].
Die härtesten Daten für den therapeutischen Wert der endo-
skopisch operativen Sanierung bei Schmerzpatientinnen –
T abelle 1: Einsatzmöglichkeiten laparoskopischer Operations-
techniken bei Endometriose
● Inaktivierung peritonealer Herde
Thermokoagulation, Elektrokoagulation bipolar und monopolar
● Entfernung peritonealer Herde
Exzision, Peritonealablation, Vaporisation, Ultrazision
● Sanierung der Ovarialendometriose
Exzision, Zystexstirpation, Zystenwandablation, Ovarrekonstruktion
● Sanierung der Douglas/Septum/Fornix-Endometriose
kombiniert pelviskopisch – vaginal
● Exzision der Blasen- und Darmendometriose
auch kombiniert mit Laparotomie
● Beseitigung von Sekundärschäden
Adhäsiolyse, Resektion der Fibrosen, Ureterolyse, „laser uterine
nerve ablation“ (LUNA) u. a.
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J GYNÄKOL ENDOKRINOL 2009; 19 (4) 17
Operative Endometriosetherapie
auch bei geringgradiger Endometriose – liefern die Untersu-
chungen von Sutton et al. [4]. In einer prospektiven Doppel-
blindstudie (Kontrollgruppe mit Scheinoperation!) konnte
gezeigt werden, dass nach mehr als 6 Monaten in der Thera-
piegruppe die Schmerzsymptome in 63 % gebessert waren,
während nach einer Placebooperation nur 23 % der Frauen
eine Linderung berichteten.
Die Effektivität der chirurgischen Endometriosetherapie lässt
sich gut am Sterilitätskollektiv vergleichen, da das Behand-
lungsziel Schwangerschaft objektiver ist als die subjektive
Beurteilung der Schmerzbesserung. Bei situsgerechtem Ein-
satz der verschiedenen Schneide- und Koagulationstechniken
sind laparoskopische Behandlungsergebnisse in allen Stadien
mit denen der Mikrochirurgie per Laparotomie vergleichbar
oder diesen sogar überlegen [5]. Die publizierten Schwanger-
schaftsraten nach endoskopischer Operation sind stadienbe-
zogen identisch mit denen der klassischen Mikrochirurgie [6],
stimmen bei den verschiedenen Untersuchergruppen überein
und nur Martin [7] erreichte unabhängig vom Stadium exzel-
lente Ergebnisse (Tab. 2). Für diese bereits Ende der 1980er-
Jahre publizierten Studien gilt der methodische Einwand der
fehlenden Randomisierung und der retrospektiven Analyse.
Nur 2 Untersuchungen sind prospektiv randomisiert durchge-
führt worden und diese kommen zu kontroversen Ergebnis-
sen. Nach der Multicenterstudie aus Kanada [11] verbessert
die Endometrioseoperation die Schwangerschaftsraten signi-
fikant im Vergleich zu reinen diagnostischen Laparoskopien
(31 % vs. 18 %), was aber von einer italienischen Arbeits-
gruppe [12] nicht belegt werden konnte (20 % vs. 22 %). Auch
aktuelle Publikationen sind methodisch nicht besser, da es
sowohl bei Sterilitäts- als auch bei Schmerzpatientinnen
schwierig ist, einen Kontrollarm mit Placebooperation zu rea-
lisieren. Ein weiteres Problem ist die Qualität der Operateure.
Es bleibt offen, ob die publizierten Daten, die in Zentren erho-
ben wurden, in der Routineversorgung zu erzielen sind. Die
Art der endoskopischen Entfernungsmethode scheint aller-
dings keine Rolle zu spielen, da Tulandi und al-Took [2] durch
Koagulationsmethoden 57,1 % Schwangerschaften, 12,5 %
Aborte und 4,2 % ektope Graviditäten erzielen, während die
entsprechenden Daten für die komplette Exzision der Herde
53,5 % Schwangerschaften, 17,4 % Aborte und 8, 7 % ektope
Graviditäten betrugen. Neuere Daten deuten darauf hin, dass
die Sekundärschäden wie Adhäsionen relevanter sind als die
Endometrioseherde selbst. So berichten Maruyama et al. [13]
über 41,8 % Schwangerschaften bei Endometriose ohne Ad-
häsionen und 45,7 % bei Adhäsionen an nur einen Adnexen,
während bei Adhäsionen an beiden Adnexen nur 13,2 %
Schwangerschaften nach operativer Sanierung innerhalb von
18 Monaten beobachtet wurden.
■■■■■ Individuelle Operationskonzepte
Wenn durch die diagnostische Laparoskopie mit histologi-
scher Sicherung der anamnestische und klinische Verdacht
auf Endometriose bestätigt wurde, wenn die notwendigen
Daten zur Lokalisation, zum Schweregrad und zum Aktivi-
tätsgrad erhoben wurden, muss unter Einbeziehung der per-
sönlichen Situation der Frau und unter Berücksichtigung der
Beschwerdesymptomatik, eine individuelle Behandlungsstra-
tegie entwickelt werden, die neben der akuten Pathologie
auch die Chronizität der Erkrankung mit berücksichtigt.
Peritonealendometriose
Diese Wachstumsform stellt den Operateur vor besondere
Schwierigkeiten, da ihr Erscheinungsbild variiert und man
auch die atypischen Befunde kennen und erkennen muss
(Abb. 1). Ferner erfordern diffuse Aussaat der Endometriose-
herde und Wachstum auch unter Adhäsionen subtiles und ge-
duldiges Arbeiten. Das Risiko der unvollständigen Operation
ist hoch und viele Rezidive sind wahrscheinlich durch persis-
tierende, weiterhin aktive Herde ausgelöst.
Ovarialendometriose
Es besteht eine Operationsindikation wegen der Beschwerden
und zur Abklärung einer unklaren Adnexvergrößerung. Die
Notwendigkeit der histologischen Abklärung ist unumstritten,
da in bis zu einem Viertel der Fälle alte eingeblutete Corpus-
luteum-Zysten oder Follikelzysten makroskopisch das Bild der
typischen „Schokoladenzyste“ ergeben (Abb. 2). Funktions-
zysten bedürfen weder einer chirurgischen noch einer medi-
kamentösen Therapie. Komplette Exzision des Endometriums
unter Schonung des gesunden Restovars ist die effektivste
Methode. Widersprüchliche Daten gibt es hinsichtlich einer prä-
operativen Behandlung mit GnRH-Agonisten, jedoch sprechen
die niedrigen Rezidivraten für das Zwei-Phasen-Konzept von
Donnez [14].
Abbildung 1: Variationen des Spektrums der oberflächlichen Endometriose im Be-
reich des Peritoneums und des Ovars: (A) blasse, weißliche Oberflächenherde (Pfeil),
die einer aktiven Endometriose entsprechen und – wenn sie vereinzelt liegen – leicht
übersehen werden; (B) blau-rot eingeblutete, aktive Bläschen (Pfeil) neben der nicht
befallenen Appendix vermiformis (Taststab); (C) blau-schwarze, inaktive Implantate
(Pfeil) mit umgebender Fibrosierung des Peritoneums (Doppelpfeil); (D) eingeblutete,
kleinzystische Strukturen (Pfeil) an der Dorsalseite des Ovars; rechts davon die ent-
zündlich veränderte Tube.
T abelle 2: Schwangerschaftsraten nach laparoskopischer
Endometriosesanierung in Relation zum Stadium bzw.
Schweregrad der Erkrankung.
Autor Jahr Fallzahl Schweregrad
leicht mäßig ausgedehnt
Martin [7] 1986 115 41 % 49 % 64 %
Davis [8] 1986 65 64 % 57 % 28 %
Nezhat et al. [9] 1989 243 75 % 63 % 44 %
Adamson et al. [10] 1992 258 70,5 % 50 % 42 %
18 J GYNÄKOL ENDOKRINOL 2009; 19 (4)
Tief infiltrierende Endometriose
Zu dieser Gruppe gehören alle Endometrioseformen, die sub-
peritoneal kleinknotig wachsen. Bevorzugt werden Septum
rectovaginale, Rektum und Sigma, aber auch höher gelegene
Darmabschnitte werden befallen sowie die Beckenwand mit
konsekutiver Ummauerung des Ureters. Aufgrund ihres hohen
Anteils an Fibrose und Muskelzellen reagieren diese nodulär
wachsenden Herde auf medikamentöse Maßnahmen nur
schlecht. Die Implantate bleiben vital und bald nach Beendi-
gung der Medikation kommt es zu erneutem Progress. Deshalb
kommt der Operation die zentrale Bedeutung in der Behand-
lung solcher Befunde zu; alternativ ist nur in Sonderfällen eine
medikamentöse Dauerbehandlung zu diskutieren.
Bei konservativer Operation ist die komplette Exzision der
Endometrioseherde unter Erhalt der Organfunktion das Be-
handlungsziel. Bei kleinen Knoten kann der Defekt an Blase
oder Darm primär verschlossen werden; bei ausgedehnten tief
infiltrierenden Befunden muss das befallene Darmsegment
reseziert und die Kontinuität durch eine Anastomose wieder
hergestellt werden. Bei Ureterendometriosen bedeutet dies
oft eine Neueinpflanzung durch Psoas-Hitch-Technik oder
Boari-Plastik. Tief infiltrierende Implantate im Septum recto-
vaginale und Douglas befallen das Rektum oft sekundär und
hier gelingt auch in fortgeschrittenen Fällen eine komplette
Entfernung durch sorgfältige Präparation in der Muskularis,
ohne die Mukosa zu verletzen und das Lumen zu eröffnen
(MSR = „mucosa-saving resection“). Eine muskulo-muskuläre
und sero-muskuläre 2-schichtige Übernähung ist möglich und
eine Resektion mit Anastomose kann oft vermieden werden
[15].
Diese Operationsverfahren werden üblicherweise per Laparo-
tomie durchgeführt. In der Literatur finden sich Berichte über
endoskopische Techniken, die zeigen, dass bei entsprechen-
dem Training und interdisziplinärer Zusammenarbeit selbst
Darmteilresektionen und Stabler-Anastomosen endoskopisch
durchgeführt werden können [16].
Ob eine präoperative medikamentöse Behandlung bei Darm-
oder Blasenbefall sinnvoll ist, wird kontrovers beurteilt. Dafür
spricht, dass das Ausmaß des Operationstraumas reduziert
wird (mehr Organerhalt, weniger postoperative Adhäsionen)
und die Operation möglicherweise erleichtert wird (kürzere
■■■■■ Relevanz für die Praxis
Zur Differenzialdiagnose unklarer und/oder persistierender
Unterbauchschmerzen sowie perimenstrueller Beschwer-
den ist eine Laparoskopie mit histologischer Sicherung des
makroskopischen Endometrioseverdachtes notwendig. Der
diagnostische Eingriff wird bei peritonealer Endometriose
zur sanierenden Operation erweitert. Komplette Exzision der
Herde und Resektion der Sekundärschäden (Adhäsionen,
Fibrosen, Narben) sind auch in fortgeschrittenen Stadien
endoskopisch möglich. Bei großen Ovarialendometriomen
kann eine medikamentöse V orbehandlung sinnvoll sein und
bei ausgedehnten, tief infiltrierenden Endometriosen ist oft
eine interdisziplinäre Operationsplanung und Durchführung
nötig, um suffiziente Resektionen und Rekonstruktionen an
Darm, Blase, Ureteren oder anderen befallenen Organen
vorzunehmen. Neben der primären Operation ist aber eine
individuelle Therapieplanung, die die Chronizität der Er-
krankung berücksichtigt und auch symptomatische Maß-
nahmen mitberücksichtigt, entscheidend für eine Verbes-
serung der Behandlungsergebnisse. Ohne medikamentöse
Nachbehandlung sind die Rezidivraten besonders in fort-
geschrittenen Stadien inakzeptabel hoch.
Abbildung 2: Makroskopische Fehldiagnoserate bei Schokoladenzyste
OP-Zeiten, weniger Blutverlust, Pelviskopie statt Laparoto-
mie). Dagegen spricht die oft schwierigere Präparation im
vermehrt fibrosierten Gewebe und das Risiko, kleinere, re-
gressive und nicht mehr palpable Implantate (von denen we-
gen ihrer noch vitalen Endometriosereste ein frühes Rezidiv
ausgeht) zu übersehen sowie die insgesamt schlechtere Durch-
blutung des Operationsgebietes, was Heilungsstörungen und
Anastomoseninsuffizienzen begünstigt. Ob die Erfolgs- und
Rezidivraten durch den postoperativen Einsatz von GnRH-
Agonisten in Depotform verbessert werden, wird ebenfalls
kontrovers beurteilt. In der Literatur finden sich wenig Daten,
meist nur Fallberichte oder kleinere Studien zum Manage-
ment bei ausgedehntem Befall von Darm, Blase oder Ureter.
Weed und Ray [17] konnten an über 163 Fällen zeigen, dass
eine radikale Resektion im Gesunden die suffizienteste Be-
handlung darstellt, was durch neuere Untersuchungen bestä-
tigt wurde [18]. Zur Beurteilung der Effektivität dieser Be-
handlung fehlen aber die Nachuntersuchungsdaten.
Diese auf die individuelle Situation der Patientin eingehenden
Behandlungsprinzipien vermeiden einerseits operative Über-
behandlungen und sind den Endometriosetypen und dem Pro-
gressionsrisiko angepasst. Sie verlangen andererseits vom
Operateur umfangreichen diagnostischen Aufwand und exakte
Kenntnisse über die unterschiedlichen therapeutischen Optio-
nen: Operation – Medikamente – und Kombination von beiden.
Nur so ist es nach dem bisherigen Kenntnisstand möglich,
Symptome und Folgeschäden dieser zu Rezidiven neigenden
Erkrankung zu beseitigen oder zu lindern. Dabei ist zu beach-
ten, dass auch in der neueren Literatur umfangreiche kontrol-
lierte Studien fehlen und der langfristige Wert der alleinigen
operativen Behandlung bei einer Schmerzpatientin genauso
überschätzt wird [19] wie die Verbesserung der Fruchtbarkeit
bei Kinderwunschpatientinnen [20].
Operative Endometriosetherapie
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stiftung des Deutschen Volkes. 1974–1978
Ausbildung zum Arzt für Gynäkologie und
Geburtshilfe an verschiedenen Lehrkranken-
häusern. 1979–1980 Research Assistent
Professor im Department of Obstetrics and
Gynecology und Department of Pathology
an der Universität in Little Rock, USA. Ab
1980 Oberarzt an der Universitätsfrauenklinik
Münster; 1983 Venia legendi. 1983 Auszeichnung der wissenschaft-
lichen und klinischen Arbeit mit dem „Pfannenstiel-Staude-Preis“ der
Nordwestdeutschen Gesellschaft für Gynäkologie. Seit 1984 Chefarzt der
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