Einfluss von Adenomyose auf plazentavermittelte Schwangerschaftskomplikationen

In: Gynäkologische Endokrinologie · 2025 · vol. 23(4) , pp. 278–279 · doi:10.1007/s10304-025-00652-y · W4413893436
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This retrospective cohort study examined 121 women and found a significantly higher incidence of abnormal placental function in those with adenomyosis compared to controls.

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The paper studied whether sonographically diagnosed adenomyosis is associated with placenta-mediated obstetric complications in a retrospective cohort using data from births after 23 weeks (January 2010 to August 2022) in which adenomyosis was diagnosed within 5 years before or after delivery. After excluding confounders such as uterine malformations, myomas, endometriosis, ART, multiple gestations, and major fetal anomalies, 121 women (59 with adenomyosis and 62 controls) were analyzed, with outcomes including SGA, hypertensive disorders, placental abruption, and postpartum hemorrhage; a composite “abnormal placental function” outcome was also assessed. Women with adenomyosis had a higher composite outcome rate (27% vs 11%), but no statistically significant differences were observed for individual outcomes, including SGA, hypertensive disorders, or postpartum bleeding parameters. The authors attribute the lack of individual-outcome differences to small sample size and strict exclusions plus the retrospective design, and they note that common coexisting pathologies were not addressed, limiting generalizability. This paper is centrally about adenomyosis — it evaluates adenomyosis’ relationship to placenta-mediated pregnancy complications.

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Endokrinologie Gynäkologische JournalClub GynäkologischeEndokrinologie2025·23:278–279 https://doi.org/10.1007/s10304-025-00652-y Angenommen:28.August2025 Onlinepubliziert:1.September2025 ©TheAuthor(s)2025 Redaktion HerbertFluhr,Graz MarenGoeckenjan,Dresden RoxanaPopovici,München BarbaraSonntag,Hamburg EinflussvonAdenomyoseauf plazentavermittelteSchwanger- schaftskomplikationen HerbertFluhr KlinischeAbteilungfürGeburtshilfe,SchwerpunktfürGynäkologischeEndokrinologieund Fortpflanzungsmedizin,MedizinischeUniversitätGraz,Graz,Österreich QR-Codescannen&Beitragonlinelesen Originalpublikation MatotR,Bar-PeledU,GeronY,Danieli-GruberS, Gilboa Y, Drukker L, Krissi H, Borovich A, PerlmanS(2025)Effect ofadenomyosison placenta-relatedobstetriccomplications. ReprodBiomedOnline.50(1):104414. https:// doi.org/10.1016/j.rbmo.2024.104414. Hintergrund. Die Adenomyose als gut- artige gynäkologische Erkrankung betrifft schätzungsweise 20–30% der Frauen im reproduktiven Alter und ist häufig asso- ziiert mit Symptomen wie Dysmenorrhö und Blutungsstörungen [1, 2]. Zusätzlich zum Einfluss auf die Lebensqualität spielt die Adenomyose eine relevante Rollehin- sichtlich Infertilität [3,4].Die Diagnose ei- nerAdenomyosestelltmituntereinerHer- ausforderung dar, wobei hochauflösende Ultraschalltechniken heutzutage alsGold- standard zu betrachten sind [5,6]. Im Zu- sammenhangmiteinerAdenomyosewer- denzudemhäufigMyomesowieauchEn- dometriose beobachtet. Die aktuelle Datenlage hinsichtlich der KorrelationvonAdenomyoseundSchwan- gerschaftskomplikationen ist heterogen und nicht abschließend geklärt [7–9]. Als Schwäche der bisherigen Arbeiten sind einerseitsbeeinflussendeCo-Faktorenwie beispielsweiseeine„artificialreproductive technique“ (ART)sowie auch die nicht va- lide Diagnosesicherung der Adenomyose zu sehen. Vor diesem Hintergrund wurde indervorliegendenStudiederZusammen- hang von sonographisch diagnostizierter Adenomyose sowie plazentamediierten geburtshilflichen Komplikationen in einer klar definierten Kohorte untersucht. Studienaufbau.Bei dervorliegenden Ar- beit handelt essichumeine retrospektive Kohortenstudie, welche Daten aus dem Zeitraum Januar 2010 bis August 2022 einschließt. Untersucht wurden Patientin- nen mit einer Geburt nach SSW 23, bei denen zugleich in einem Zeitraum von 5 Jahren vor oder nach Geburt sonogra- phisch die Diagnose einer Adenomyose gestellt worden war. Ausschlusskriterien waren uterine Malformationen, Myome, Endometriose, ART, Mehrlingsschwanger- schaftensowieauchGeburtenmitKindern mit größeren Fehlbildungen. Als primäres Outcome wurde das Auftreten plazen- tamediierter Komplikationen betrachtet und mit einer Kontrollgruppe verglichen. Als plazentamediierte Komplikationen wurden von den Autoren definiert: Small- for-gestational-age(SGA)-Fetus, hyper- tensive Schwangerschaftserkrankungen, Plazentaablösung sowie eine postpartale Hämorrhagie. Studienergebnisse. Im Studienzeitraum wurdeninsgesamt710FrauenmitAdeno- myose identifiziert, wobei 227 Patientin- nen selektiert wurden, die entsprechend eineGeburthatten. NachAnwendung der striktenAusschlusskriterienergabsicheine Studiengruppevoninsgesamt121Frauen, wobei 59 davon eine sonographisch dia- gnostizierte Adenomyose aufwiesen und 62 Frauen als Kontrollen betrachtet wur- den. Insgesamt waren 203 Geburten zu 278 GynäkologischeEndokrinologie4·2025 verzeichnen, davon 90 in der Adenomyo- segruppe und 113 in der Kontrollgruppe. Bereits nach dieser Gruppenzuordnung zeigtensichsignifikanteUnterschiedehin- sichtlichdesAltersderPatientinnen sowie auch der prophylaktischen Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS) zur Präeklamp- sieprophylaxe. Lediglich das „composite outcome“ „abnormal placental function“ warsignifikant höherinderAdenomyose- gruppeverglichenmitderKontrollgruppe (27% versus 11%). Keine signifikanten Unterschiedezeigtensichallerdingsinden Einzeloutcomeparametern (SGA, hyper- tensive Schwangerschaftserkrankungen, postpartale Blutung [Placenta praevia, Placenta accreta]). Hinsichtlich hyper- tensiver Schwangerschaftserkrankungen wurde eine Prävalenz von 9,8% in der Adenomyosegruppe und 2,7% in der Kontrollgruppe betrachtet, wobei dieser Unterschied nicht statistisch signifikant war. Diskussion. In der Gesamtschau konnten dieAutorInnendervorliegendenStudiebei Betrachtung eines „composite outcome“ zeigen, dass Frauen mit Adenomyose pla- zentamediierte Schwangerschaftskompli- kationen haben, wobei dies bei Betrach- tung der einzelnen Parameter nicht signi- fikantwar.AlsGrundhierfüristdiesicher- lich kleine Fallzahl dieser Studie zu sehen ebensowieauchdiestriktenEin-undAus- schlusskriterien, welche das gemeinsame Vorkommen von Adenomyose und Myo- mensowieAdenomyoseundEndometrio- seimStudienkollektivnichtzulassen.Auch der Aspekt des retrospektiven Charakters der Studie ist kritisch zu diskutieren. Mit Vorsicht kann aus den vorliegenden Er- gebnissen geschlossen werden, dass das Krankheitsbild derAdenomyoseallein auf einzelne plazentavermittelte Schwanger- schaftskomplikationen keinen signifikan- tenEinflusshat,diesjedochineiner„Real- life“-Situation in den Hintergrund tritt, da beiderMehrheitderbetroffenenPatientin- nenweiterePathologienwiebspw.Myome oder Endometriose hinzukommen. Diese Kombinationen wurden in dieser Studie nicht betrachtet, weswegen eine Übertra- gung auf das tägliche Alltagsgeschehen schwierig ist. In jedem Fall sind zukünftig gut strukturierte prospektive Studien not- wendig,umdieseThematikaussagekräftig zu adressieren. Fazitfür diePraxis Im realen Alltag spielt sicherlich die häufi- gervorkommendeKombinationmitanderen Pathologienund deren nachweislichkompli- kationssteigernder Einfluss auf die Schwan- gerschaft eine Rolle in der Einschätzung. Hinsichtlich grundlagenwissenschaftlicher Fragestellungen sowie eines tieferen Ver- ständnisses der Pathophysiologie bleibt es zunächstoffen,welchendetailliertenEinfluss eine Adenomyose auf das Plazentationsge- schehenwährendeinerSchwangerschafthat. Korrespondenzadresse Univ.-Prof. Dr. Herbert Fluhr, MHBA KlinischeAbteilungfürGeburtshilfe,Schwer- punktfür GynäkologischeEndokrinologie undFortpflanzungsmedizin,Medizinische UniversitätGraz Auenbruggerplatz14,8036Graz,Österreich herbert.fl[email protected] Biografie Univ.-Prof. Dr. Herbert Fluhr istLeiterder KlinischenAbteilungfürGeburtshilfe;Leiterdes SchwerpunktsfürGynäkologischeEndokrinolo- gieundFortpflanzungsmedizin. Funding. OpenaccessfundingprovidedbyMedical UniversityofGraz. Interessenkonflikt. H.Fluhrgibtan,dasskeinInter- essenkonfliktbesteht. OpenAccess. DieserArtikelwirdunterderCreative CommonsNamensnennung4.0InternationalLizenz veröffentlicht,welchedieNutzung,Vervielfältigung, Bearbeitung,VerbreitungundWiedergabeinjegli- chemMediumundFormaterlaubt,sofernSieden/die ursprünglichenAutor(en)unddieQuelleordnungsge- mäßnennen,einenLinkzurCreativeCommonsLizenz beifügenundangeben,obÄnderungenvorgenom- menwurden.DieindiesemArtikelenthaltenenBilder undsonstigesDrittmaterialunterliegenebenfallsder genanntenCreativeCommonsLizenz,sofernsichaus derAbbildungslegendenichtsanderesergibt.Sofern dasbetreffendeMaterialnichtunterdergenannten CreativeCommonsLizenzstehtunddiebetreffende HandlungnichtnachgesetzlichenVorschriftenerlaubt ist,istfürdieobenaufgeführtenWeiterverwendun- gendesMaterialsdieEinwilligungdesjeweiligen Rechteinhaberseinzuholen.WeitereDetailszurLizenz entnehmenSiebittederLizenzinformationauf http:// creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de. Literatur 1. 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