Laparoskopische Myomenukleationen: prospektive Validierung eines Scores zur intraoperativen Klassifikation eines Uterus myomatosus und der Uterusre-konstruktion sowie Validierung des Fertilitätsoutcomes nach OP
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OA: green
CC0
Abstract
1 Zusammenfassung
\nEinleitung:
\nMyome des Uterus sind ein sehr häufiges Leiden der Frau und können vielerlei Symp-tome verursachen, welche die Lebensqualität stark beeinträchtigen können.
\nZudem können sie zu schwerwiegenden Komplikationen während Schwangerschaft und Geburt führen. Es wird also bei entsprechender Beschwerdesymptomatik und be-stehendem Kinderwunsch zu einer Myomenukleation geraten.
\nBisher gab es keinen Score, der einen Uterus myomatosus exakt klassifiziert. Zudem wurde die Uterusrekonstruktion nach Myomenukleation bisher durch keinen Score klassifiziert. In unserer Arbeitsgruppe wurden solche Scores entwickelt und bereits ret-rospektiv validiert. In dieser Arbeit sollen anhand eines Patientenkollektivs diese Scores prospektiv validiert und zudem das Fertilitätsoutcome nach Myomenukleation überprüft werden.
\nMethodik:
\nZur prospektiven Validierung des Homburger Myomscores wurden die Daten von Pa-tientinnen, die im Zeitraum von November 2011 bis September 2013 eine Myomenuk-leation per Laparoskopie oder Laparotomie an der Klinik für Frauenheilkunde, Geburts-hilfe und Reproduktionsmedizin des Universitätsklinikums des Saarlandes erhalten ha-ben und zum Zeitpunkt der Operation in einem fertilen Alter, also höchstens 50 Jahre alt waren, ausgewertet.
\nZur Auswertung des Fertilitätsoutcomes nach einer Myomenukleation per Laparosko-pie oder Laparotomie wurde ein Fragebogen erstellt und mithilfe der Angaben von Pa-tientinnen, die im Zeitraum von Februar 2009 bis September 2013 eine Myomenukle-ation in der gleichen Klinik erhalten haben und zum Zeitpunkt der Operation unter 50 Jahre alt waren, ausgewertet.
\nDie Auswertung erfolgte mithilfe von Excel und SPSS.
\nErgebnisse:
\nIn dieser Arbeit wurden n=104 Patientinnen prospektiv für den Zeitraum von November 2011 bis September 2013 betrachtet. N=101 Patientinnen erhielten hierbei eine Myomenukleation durch Laparoskopie, n=3 durch Laparotomie. Die Anzahl der Myome lag bei durchschnittlich 2,31 ± 1,88 (range 1-10), die durchschnittliche Myomgröße betrug 3,75 ± 2,52 cm (range 0,5-12 cm).
\nDer durchschnittliche Hämoglobin-Verlust lag insgesamt bei 1,49 ± 1,18 g/dl, nach La-paroskopie bei 1,43 ± 1,18 g/dl, nach Laparotomie bei 3,37 ± 1,19 g/dl. Diese Unter-schiede bezüglich des Hämoglobin-Verlustes in Abhängigkeit vom Operationsverfah-ren sind signifikant (p = 0,006).
\nDer durchschnittliche Myomscore bei einer Uterusrekonstruktion der Stufe 1 betrug 5, der Stufe 2 6,7, der Stufe 3 8,3 und der Stufe 4 10 Scorepunkte. Je höher also der Score, desto höher war die Stufe der Rekonstruktion.
\nEine Operation mit Rekonstruktion der Stufe 1 dauerte durchschnittlich 66,8 ± 58,35 min, der Stufe 2 97 ± 59,32 min, der Stufe 3 121,4 ± 58,15 min und der Stufe 4 148,1 ± 59,19 min. Diese Unterschiede bezüglich der Dauer der Operation in Abhän-gigkeit von der Stufe der Rekonstruktion zeigen eine Signifikanz (p < 0,001). Der Abfall des Hb-Werts bei Rekonstruktionen der Stufe 1 lag bei 0,81 ± 1,15 g/dl, der Stufe 2 bei 1,44 ± 1,18 g/dl, der Stufe 3 bei 1,55 ± 1,18 g/dl und der Stufe 4 bei 1,98 ± 1,19 g/dl. Auch diese Ergebnisse zeigen signifikante Unterschiede (p = 0,044).
\nN=136 Patientinnen, die im Zeitraum von Februar 2009 bis September 2013 eine My-omenukleation per Laparoskopie oder Laparotomie an der Klinik für Frauenheilkunde, Geburtshilfe und Reproduktionsmedizin des Universitätsklinikums des Saarlandes er-halten haben und zum Zeitpunkt der Operation unter 50 Jahre alt waren, nahmen an der Umfrage teil. Die Schwangerschaftsrate in einem Nachbeobachtungszeitraum von 32,1 ± 14,38 Monaten betrug 35,8%. Die präoperative Abortrate lag bei 36,7%, die postoperative bei 36,4%. Eine Uterusruptur während der Schwangerschaft konnte bei keiner der n=37 Schwangerschaften beobachtet werden.
\nSchlussfolgerung:
\nWir konnten in dieser Arbeit einen eigens entwickelten Score, der Parameter wie die Anzahl der Myome, deren Größe und Lokalisation sowie deren intra- bzw. transmurale Ausdehnung und die Anzahl der notwendigen Uterusinzisionen exakt klassifiziert, erst-mals prospektiv validieren. Ebenso konnte die neue Klassifikation für Uterusrekon-struktionen erstmals prospektiv validiert werden. Die von unserer Arbeitsgruppe be-reits retrospektiv beschriebene Korrelation zwischen Myomscore und Uterusrekon-struktion konnte somit prospektiv bestätigt werden. Mithilfe dieser Scores können zukünftige Myomenukleationen hinsichtlich Blutverlust, Operationsdauer, Dauer der Hospitalisation sowie Art der Uterusrekonstruktion im Vo-raus besser eingeschätzt und geplant werden.
\nDas Fertilitätsoutcome nach Myomenukleation ist in Bezug auf die Schwangerschafts-rate als gut einzustufen. Die Fehlgeburtenrate vor und nach der Operation war in un-serer Studie jedoch annähernd gleich.
\nUterusrupturen nach Myomenukleation sind seltene Komplikationen. Dies konnten wir mit unserer Studie bestätigen.
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- openalex
- last seen: 2026-05-10T10:42:50.442627+00:00
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