Adenomyosis uteri – eine kurze Übersicht

In: Zentralblatt für Gynäkologie · 2004 · vol. 126(03) · doi:10.1055/s-2004-829721 · W2626997694
article OA: closed CC0
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Abstract

Die Adenomyosis uteri wurde erstmals bereits 1890 durch Rokitansky beschreiben. Es wird angenommen, dass ca. 1% der weiblichen Population von der Erkrankung betroffen ist. Die Häufigkeit der Erkrankung liegt bei hysterektomierten Patientinnen zwischen 5–70%, bei Patientinnen mit die an Infertilität leiden bei ca. 50%. Makroskopisch ist der Uterus meist mäßig vergrößert, die Wand ist diffus verdickt. In der Regel sind die Uteruswände ungleichmäßig stark betroffen. Mikroskopisch sind die Endometriuminseln im Myometrium versunken. Diese Veränderungen werden von einer Myometriumhypertrophie begleitet. In der Literatur zitierte Invasionstiefen variieren zwischen 0,5 und 4mm. Als mögliche pathophysiologische Mechanismen der Adenomyosis werden hormonelles Ungleichgewicht, Hyperprolaktinämie, Störung der endo-myometranen Übergangszone (Endometrial-Myometrial Interface, EMI), ER-Polymorphismuns oder Überexpression des LH/hCG Rezeptors vermutet. Die Entstehung der Adenomyosis im Tiermodel erfolgt in folgenden vier Schritten: Invasion der endometrialen Stromazellen in das Myometrium, Invasion der endometrialen Drüsen, Wachstum der Gefäße mit anschließender Hypertrophie des Myometriums. Adenomyosis ist häufig mit Endometriose, Myomen, uterinen Polypen, Salpingitis isthmica nodosa und Endometriumhyperplasie assoziiert. Die wichtigsten Symptome sind Dysmenorrhoe, Blutungsstörung (Metrorrhagie, Menorrhagie), Dyspareunie, Vergrößerung des Uterus und Dyschezie. Die wichtigsten diagnostischen Maßnahmen sind neben der Anamnese die transvaginale Sonographie und die MRT. Differentzialdiagnostisch müssen vor allem Endometriose, Adenokarzinom und Hyperplasie des Endometriums sowie Polypen und Myome in Betracht gezogen werden. Therapeutisch stehen sowohl chirurgische (z.B. endomyometrane Ablation, laparoskopische myometrane Elektrokoagulation, myometrane Exzision und Hysterektomie) als auch nicht-chirurgische Methoden (OVH, Depot Gestagene, Danazol, GnRH Analoga, NSAID, RU 486 (Mifepristone), Antiöstrogene und gestagenhaltige IUP) zur Verfügung.

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