Familiäre Endometriose-Belastung bei erst-, zweit- und drittgradigen Verwandten von Endometriosepatientinnen – eine Fall-Kontroll-Studie

In: Geburtshilfe und Frauenheilkunde · 2010 · vol. 70(05) · doi:10.1055/s-0030-1254998 · W1973394974
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Abstract

Fragestellung: Endometriose ist eine der häufigsten gynäkologischen Erkrankungen mit einer Prävalenz von 2–10% der Frauen im gebärfähigen Alter. Ein gegenüber der Gesamtbevölkerung etwa siebenfach erhöhtes Erkrankungsrisiko in Verwandten ersten Grades von Endometriosepatientinnen wird allgemein angenommen. Ziel unserer Studie war es, im Kollektiv der Universitätsklinik für Frauenheilkunde Wien die familiäre Belastung in der Verwandtschaft von Endometriosepatientinnen zu erheben und diese mit einer Kontrollgruppe zu vergleichen. Methodik: 80 Patientinnen mit histologisch verifizierter Endometriose und 60 Patientinnen, bei denen die Erkrankung operativ ausgeschlossen worden war, wurden im Hinblick auf Endometriose zu ihrer Familienanamnese befragt. Retrospektiv wurden allgemeine Patientencharakteristika, die Schweregrade der Endometriose und Daten zu Operation und Histologie erhoben. Ergebnisse: Die Patientinnen der Endometriosegruppe waren signifikant älter als die der Kontrollgruppe (37,7±6,2 vs. 45,9±12,0, p0,05), ebenso bei Verwandten zweiten und dritten Grades (4/298, 1,3% vs. 2/261, 0,8%; odds ratio 1,76; p>0,05). Bezüglich der Symptomlast bestanden keine Unterschiede zwischen Endometriosepatientinnen mit und ohne familiärer Belastung (schwere Dysmenorrhoe, V.A.S. >7: 33,3% vs. 23,5%; schwere Dyspareunie, V.A.S. >7: 33,3% vs. 29,4%; p>0,05). Schlussfolgerung: Unsere Fall-Kontroll-Studie zeigt einen Trend zu familiärer Endometriosehäufung. Das familiäre Risiko ist allerdings geringer als bei den bisher veröffentlichten Studien.

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