EinführungzumThema
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Gynäkologie 2026 · 59:513–515
https://doi.org/10.1007/s00129-026-05527-2
Angenommen: 24. Juni 2026
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DiagnostikundTherapieder
Endometriose
Tanja N. Fehm1 ·S t e fanie Burghaus2 ·S ebastianD .S c h ä f e r3 · Uwe A. Ulrich4
1 Klinik für Frauenheilkundeu nd Geburtshilfe, Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
2 Frauenklinik, Universitäts-Endometriosezentrum Franken, Universitätsklinikum Erlangen, Friedrich-
Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen, Deutschland
3 Frauenklinik, Zertifiziertes Endometriosezentrum Münster, Clemenshospital, Ludgerus-Kliniken Münster
GmbH, Münster, Deutschland
4 Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Endometriosezentrum,M artin Luther Krankenhaus, Berlin,
Deutschland
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Sehr geehrte Kolleginnen un d Kollegen,
Endometriose ist eine der häufigsten Er-
krankungen der prä menopausalen Fr au-
en. Aufgrundd er Vielfalt der Beschwerden
wird sie auch dasC h amäleon der Gynä-
kologie genannt. Von Dysmenorrhoe, Mik-
tionsbeschwerden, Dyschezie bis hin zur
Infertilität können sich Patientinnenmit ei-
ner Vielfalt von Symptomen präsentieren.
Im vergangenen Jahr wurde die neue S2k-
Leitlinie „Diagnostik und Therapie der En-
dometriose“ unter der Federführung von
Frau Dr. Burghaus et al. veröffentlicht.
Im Rahmen di e s e sH e f t e ss o l lden we-
sentlichen Neuerungen un d Änderungen
der E mpfehlungen un d Statements der
Leitlinie Rechnung getr agen werden.
Die Diagnosestellung der Endometrio-
se basiert vor allema uf einer sorgfältigen
Anamnese inklusive Sch merzen, einer kli-
nisch-gynäkologischen Untersuchung und
auf einem transvaginalen bzw. transabdo-
minellen Ultraschall. In vielen Fällen k ann
bereits zu diesem Zeitpunkt die Di agno-
se einer En dometriose gestellt un d eine
Therapie initiiert wer den. Dies spielt vor
allem eine wichtige Rolle bei adoleszen-
ten Endometriosepatientinnen, bei denen
möglichst eine oper ative A bklärung ver-
mieden werden soll.
» Bei adoleszenten Endometrio-
sepatientinnen ist eine operative
Abklärung möglichst zu vermeiden
Ergänzende diagnostische Methoden wie
die Magnetresonanztomographie undd ie
diagnostische L aparoskopie sin da usge-
wählten Situ ationen vor behalten ( Schä-
fer et al.). Blut- un d Speicheltests spielen
weiterhin eher eine untergeordnete Rolle.
Diese Tests können wertvolle Ergänzung
sein, ermöglichen aber keine Aussage über
den Schweregrad undd ie Ausbreitung der
Endometriose.
Die medikamentöse Ther apie ist eine
essenzielle Säule der En dometriosethera-
Die Gynäkologie 8 · 2026 513
pie (Burghaus et al.). Gestagene und ora-
le GnRH-Antagonisten, ggf. mit Add-back,
bilden die First-Line-Therapie. Sofern sich
ein Therapieversagen zeigt, können ko m-
binierte or ale Kontr azeptiva,G n R H - A n ta-
gonisten o der GnRH-Agonisten, ggf. mit
Add-Back, sowie andere Gestagene inklu-
sive lok aler Anwen dung eingesetzt wer-
den. Die Wahl der Therapie sollte stets i m
Kontext eines langfristigen Krankheitsma-
nagements erfolgen.
Neben der medikamentösen Ther apie
stellt die Oper ation eine wichtige Säule
dar. Bei der tief infiltrieren den En dome-
triose – ins besondere unter Beteiligung
des Darmes – kann diese operativ sehr an-
spruchsvoll undm it einer hohen Mor bidi-
tät verbunden sein. Die Indikationsstellung
ist daher entschei dend. Ohne Beschwer-
den, ohne Kinderwunsch und ohne Organ-
destruktion gi bte sk e i n eü berzeugende
Operationsindikation bei der Endometrio-
se un d insbesondere D armendometriose
(Ulrich et al.).
» Ganz entscheidend ist eine
multimodale Schmerztherapie
Der Schmerz gilt – wie bereits erwähnt –
als ein H auptsymptomd er En dometriose
und kann unterschiedliche Ausprägungs-
gradeu n d Formen aufweisen, angefan-
gen von nozizeptiven Sch merz bis hin
zum neuropathischen Schmerz (Mechsner
et al.). Aus diesem Grund ist multimodale
Schmerztherapie g anz entschei dend (Er-
lenwein et al.). Ne ben der hor monellen
undd er Sch merztherapie sollten zusätz-
lich e dukative, physiotherapeutische, be-
wegungstherapeutische und psychothera-
peutische Verfahren – je n ach Symptom-
last – erfolgen. I m Rahmen einer rehabili-
tativen M aßnahme können ins besondere
solche Techniken durchgeführt bzw. er-
lernt werden.
Insgesamth ats i c hdie Diagnostik und
Therapie der En dometriosepatientinnen
deutlich gew andelt: von eine m operativ
fokussierten Ans atz hin zu eine mm ulti-
modalen Ans atz, der ne ben der medika-
mentösen un d operativen Ther apie auch
biopsychosoziale M aßnahmen adressiert.
Ich wünsche Ihnen mit unsere m
Schwerpunktheft Endome t r i o s ee i n es pan-
nendeL e k t ü r eu nd verbleibe stellvertre-
tend für die Ko-Her ausgeber
mit freundlichen Grüßen
Ihre Univ.-Prof. Dr. med. Tanja Fehm
Korrespondenzadresse
Prof. Dr. Tanja N. Fehm
Klinik für Frauenheilkundeu nd Geburtshilfe,
Universitätsklinikum Düsseldorf
Moorenstraße 5, 40225 Düssel dorf,
Deutschland
[email protected]
Förderung. Für diese Arbeit wurdek e i n eF ö rderung
erhalten.
Datenverfügbarkeit. Alle dieser Arbeit zugrunde
liegenden Daten sind in diesem Artikel enthalten.
Interessenkonflikt. S. Burghaus, S.D. Schäfer und
U.A. Ulrich: Leitlinienkoordinierende der S2k-Leit-
linie „Diagnostik und Therapie der Endometriose“ .
S. Burghau s ,T . N .F e hm,S . D .S c h ä f e ru nd U.A. Ulrich:
Mitautor:innen der S2k-L0eitlinie „Diagnostik und
Therapie der Endometriose“ .
Hinweis des Verlags. Der Verlag bleibti nH i nblick
auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeich-
nungen in veröffentlichten K arten und Instituts-
adressen neutral.
AusschreibungderDMG
Christian-Lauritzen-Preis
2026
Um diesen Preis können sich Wissenschaft-
lerInnen bewerben, die zum Zeitpunkt der
Einreichung das 40. Lebensjahr noch nicht
vollendet und ihren Arbeitsplatz in der
Bundesrepublik Deutschland, Österreich
oder der Schweiz haben.
Anforderung
Neue, noch nicht publizierte Ergebnisse
klinischer Forschung sowie experimentelle
Arbeiten zur sexualhormonabhängigen
Gesundheit von Frauen und Männern in
der zweiten Lebenshälfte.
Einzureichende Unterlagen
Ein aussagekräftiges Manuskript, das den
Autorenrichtlinien einer im Jahr der Ein-
reichung im Index Medicus/Pubmed ge-
listeten Zeitschrift entspricht. Es ist als
„PDF“ per Email zu schicken an: info-
[email protected] (Geschäftsstelle – Deut-
sche Menopause Gesellschaft e.V.)
Jeder Bewerbung ist ein wissenschaftli-
cher Lebenslauf der Autorin/des Autors
beizufügen.
Einreichungsfrist des Abstracts:
30.09.2026
Jury: Der amtierende Vorstand der Deut-
schen Menopause Gesellschaft, ggf. exter-
ne GutachterInnen
Preishöhe: 5.000 EUR
Preisverleihung: anlässlich der Jahres-
tagung der Deutschen Menopause Gesell-
schaft am 13.11.2026
Veröffentlichung
Gynäkologische Endokrinologie, Springer
Medizin Verlag
Weitere Infos:www.menopause-gesell-
schaft.de/christian-lauritzen-preis
514 Die Gynäkologie 8 · 2026
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