Abstract
Um diese Frage zu beantworten, wurde eine retrospektive monozentrische Studie an einem universitären reproduktionsmedizinischen Zentrum durchgeführt. 368 Frauen erhielten 2018-2025 eine in vitro-Fertilisation (IVF) oder intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) im natürlichen Zyklus (NC). Als Studiengruppe wurden 116 Frauen mit histologisch gesicherter Endometriose (EM) mit 123 Frauen verglichen, bei denen anamnestisch die typische Symptomatik der EM, wie Dysmenorrhoe, verneint oder laparoskopisch eine EM ausgeschlossen wurde. Die Follikelpunktion erfolgte 35 h nach hCG-Auslösung. Ein Teil der Frauen erhielt frühfollikulär Clomifen oder Letrozol und bei LH-Anstieg Diclofenac. Der jeweils letzte Behandlungszyklus wurde analysiert. Ordinalskalierte Daten werden als Median und Interquartilsabstand angegeben, die statistische Analyse erfolgte mit SPSS Statistics. Frauen mit EM waren signifikant jünger als die der Kontrollgruppe (36,20 (33,38-39,42) vs. 37,44 (34,11-40,16) Jahre, p=0,047). Eine ICSI wurde häufiger in der Kontrollgruppe als bei EM-Patientinnen durchgeführt (65,04 vs. 44,83%, p=0,002). Keine Unterschiede fanden sich für Dauer der Infertilität, vorherige Schwangerschaften und Behandlungen sowie Anzahl und Größe der Leitfollikel. Alle untersuchten Parameter bezüglich des Behandlungsausganges unterschieden sich nicht signifikant zwischen den Gruppen. Hinsichtlich der Häufigkeit guter und sehr guter Embryonen gab es keine signifikanten Unterschiede (p=0,514). Schwangerschafts- und Geburtenraten pro Zyklus unterschieden sich nicht signifikant, 12,39 vs. 12,20%, p=0,734 und 10,34 vs. 11,38%, p=0,598. Die vorliegende Studie zeigt vergleichbare Behandlungserfolge im NC bei Frauen mit und ohne EM. Dies kann in der Beratung von Paaren berücksichtigt werden. Publication History Article published online: 10 June 2026 © 2026. Thieme. All rights reserved. Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany
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DOI: 10.1055/s-0046-1823703
Ist eine IVF im natürlichen Zyklus auch eine Behandlungsoption für Frauen mit Endometriose?
Authors
Um diese Frage zu beantworten, wurde eine retrospektive monozentrische Studie an einem universitären reproduktionsmedizinischen Zentrum durchgeführt. 368 Frauen erhielten 2018-2025 eine in vitro-Fertilisation (IVF) oder intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) im natürlichen Zyklus (NC). Als Studiengruppe wurden 116 Frauen mit histologisch gesicherter Endometriose (EM) mit 123 Frauen verglichen, bei denen anamnestisch die typische Symptomatik der EM, wie Dysmenorrhoe, verneint oder laparoskopisch eine EM ausgeschlossen wurde. Die Follikelpunktion erfolgte 35 h nach hCG-Auslösung. Ein Teil der Frauen erhielt frühfollikulär Clomifen oder Letrozol und bei LH-Anstieg Diclofenac. Der jeweils letzte Behandlungszyklus wurde analysiert. Ordinalskalierte Daten werden als Median und Interquartilsabstand angegeben, die statistische Analyse erfolgte mit SPSS Statistics.
Frauen mit EM waren signifikant jünger als die der Kontrollgruppe (36,20 (33,38-39,42) vs. 37,44 (34,11-40,16) Jahre, p=0,047). Eine ICSI wurde häufiger in der Kontrollgruppe als bei EM-Patientinnen durchgeführt (65,04 vs. 44,83%, p=0,002). Keine Unterschiede fanden sich für Dauer der Infertilität, vorherige Schwangerschaften und Behandlungen sowie Anzahl und Größe der Leitfollikel. Alle untersuchten Parameter bezüglich des Behandlungsausganges unterschieden sich nicht signifikant zwischen den Gruppen. Hinsichtlich der Häufigkeit guter und sehr guter Embryonen gab es keine signifikanten Unterschiede (p=0,514). Schwangerschafts- und Geburtenraten pro Zyklus unterschieden sich nicht signifikant, 12,39 vs. 12,20%, p=0,734 und 10,34 vs. 11,38%, p=0,598.
Die vorliegende Studie zeigt vergleichbare Behandlungserfolge im NC bei Frauen mit und ohne EM. Dies kann in der Beratung von Paaren berücksichtigt werden.
Publication History
Article published online:
10 June 2026
© 2026. Thieme. All rights reserved.
Georg Thieme Verlag KG
Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany
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