Immunhistochemische Charakterisierung Endometriose-assoziierter glatter Muskelzellen in peritonealen Endometrioseläsionen

dissertation OA: green CC0

Abstract

Einleitung: Endometriose ist eine gutartige, chronische, Östrogen-abhängige gynäkologische Erkrankung, von der viele Frauen im reproduktiven Alter betroffen sind. Die meisten Patientinnen leiden unter zyklusabhängigen Symptomen wie Dysmenorrhoe und Unterbauchschmerzen, wobei 50% von ihnen Langzeitbehandlungen wie z.B. wiederkehrende Operationen und/oder kontinuierliche Hormonbehandlungen benötigen. Die Entwicklung geeigneter Therapien wird solange nicht möglich sein, bis die Pathogenese der Endometriose, insbesondere die der Endometriose-assoziierten Schmerzentstehung, vollständig geklärt ist. In diesem Zusammenhang stellen die glatten Muskelzellen in Endometrioseläsionen einen vielversprechenden Forschungsansatz dar. Glatte Muskelzellen treten häufig in Endometrioseläsionen auf und konnten bereits in peritonealen, ovarialen und tief-infiltrierenden Endometrioseherden nachgewiesen werden. Bis heute ist der Ursprung dieser Endometriose-assoziierten glatten Muskelzellen völlig ungeklärt. Jedoch gibt es Hinweise darauf, dass sie metaplastischen Ursprungs sind. Des Weiteren ist auch ihre biologische Funktionalität noch immer nicht vollständig bekannt. Aus diesem Grund wird der Differenzierungsgrad dieser Endometriose-assoziierten glatten Muskelzellen in der vorliegenden Studie näher untersucht. Methoden: Es wurden Biopsien von peritonealen Endometrioseläsionen (n = 60) und gesunde Peritonealproben von Patientinnen ohne Endometriose (Kontrollgewebe, n = 10) gesammelt. Das Kontrollgewebe stammte aus Hysterektomien von Patientinnen ohne Endometriose oder Adenomyose. Im Rahmen der Studie wurden immunhistochemische Untersuchungen mit Antikörpern gegen Oxytocinrezeptoren (OTR), Vasopressinrezeptoren (VPR) und Smooth Muscle Myosin Heavy Chains (sm-MHC) durchgeführt. Zur Identifizierung glatter Muskelzellen und zur Untersuchung ihres Differenzierungsgrades kamen Antikörper gegen Smooth Muscle Actin (smActin), Desmin (Des) und Caldesmon (Cal) zur Anwendung. Ergebnisse: Glatte Muskelzellen konnten in sämtlichen Endometrioseläsionen nachgewiesen werden. Der Muskelzellgehalt in peritonealen Endometrioseläsionen (38%) war signifikant höher als im Peritoneum von Frauen ohne Endometriose (6%; p < 0,001). Die Endometriose-assoziierten glatten Muskelzellen zeigten verschiedene Differenzierungsgrade in Abhängigkeit von ihrer Lokalisation zur Endometrioseläsion. Hierbei konnten intrastromale glatte Muskelzellen, Stroma-assoziierte glatte Muskelzellen und periphere Muskelzellen unterschieden werden. Im Vergleich zu intrastromalen und Stroma- assoziierten glatten Muskelzellen zeigten peripher gelegene Muskelzellen den höchsten Differenzierungsgrad (p < 0,001). In Abhängigkeit von ihrem Differenzierungsgrad wiesen die Muskelzellen den größten Gehalt des Muskelzellfunktionalitätsmarkers sm-MHC und der uterinen Markermoleküle OTR und VPR auf. OTR und VPR konnten nur in vollständig ausdifferenzierten glatten Muskelzellen nachgewiesen werden. Schlussfolgerung: Die vorliegende Studie gibt einen ersten Hinweis auf einen möglichen metaplastischen Ursprung der Endometriose-assoziierten glatten Muskelzellen. Der Nachweis von OTR und VPR legt die Hypothese nahe, dass Endometriose-assoziierte glatte Muskelzellen funktionell aktiv sein könnten und damit an der Entstehung von Endometriose- assoziierten Schmerzen beteiligt sind.

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openalex
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