Subjektive Krankheitstheorien von Myom- und Endometriosepatientinnen im Vergleich

article OA: green CC0

Abstract

Einleitung: Die persönlichen Überlegungen zur Krankheitsursache sind ein wichtiger Teilaspekt der subjektiven Krankheitstheorien und für viele Patienten ausschlaggebend dafür, wie mit der Krankheit umgegangen wird. Zudem können die subjektiven Krankheitstheorien für Patienten belastend sein und spielen eine maßgebliche Rolle bei der Therapieadhärenz. Myome und Endometriose sind gutartig-proliferative Erkrankungen und gehören zu den häufigsten gynäkologischen Krankheitsbildern. Ziel dieser Studie war es, die subjektiven Krankheitstheorien von Myom- und Endometriosepatientinnen zu erfassen und zu vergleichen. Methodik: Patientinnen der Spezialsprechstunde an drei Zentren in Berlin wurden mittels eines Fragebogens, der sich auf den IPQ-R stützt, zu ihren subjektiven Krankheitstheorien befragt. Zusätzlich wurden soziodemographische Daten sowie das Vorliegen von somatischen und psychischen Beschwerden erhoben. Ergebnisse: Die Überlegungen zur Krankheitsursache von 212 Endometriose- und 201 Myompatientinnen wurden erfasst. 94,4% der Patientinnen wählten eine oder mehrere subjektive Krankheitsursachen im Fragebogen aus. Allerdings gaben 9,3% der Myom- und 16,1% der Endometriosepatientinnen an, dass sie sich nicht trauen würden, diese Gedanken beim Arztbesuch anzusprechen. Die häufigste angenommene Erkrankungsursache bei den Patientinnen beider Gruppen war „Stress und Sorgen“. Unterschiede zwischen den Patientinnen beider Erkrankungen gab es unter anderem in Bezug auf die Annahme von Alterungsprozessen, Vererbung und schlechter medizinischer Versorgung als subjektive Krankheitstheorie. Faktoren wie Schulbildung und Alter hatten einen Einfluss auf gewisse Ursachenvorstellungen, wohingegen alle erfassten subjektiven Krankheitstheorien unabhängig vom Migrationshintergrund und dem selbsteingeschätzten Wissen über die Erkrankung waren. Die häufigsten angenommenen Krankheitsursachen, die in Freitextform geäußert wurden, waren: psychosoziale Gründe, Vererbung und Hormoneinflüsse. Schlussfolgerung: Viele Patientinnen empfinden Stress und psychische Belastung als möglichen Erkrankungsgrund. Obwohl fast die Hälfte der Patientinnen die eigenen Gedanken zur subjektiven Krankheitstheorie gerne mit ihrer Ärztin bzw. ihrem Arzt besprechen würden, trauen es sich einige nicht, diese im Gespräch zu erwähnen. Das Wissen darum und die Berücksichtigung dieser Informationen könnten im Arzt-Patienten-Gespräch sowie bei der Erarbeitung eines psychosomatisch-gynäkologischen Therapiekonzeptes hilfreich sein.

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openalex
last seen: 2026-05-10T12:02:58.567994+00:00
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