Klinische Symptomatik, Fertilität und Lebensqualität bei Patientinnen mit\nEndometriose des Septum rektovaginale mit und ohne Darminfiltration
dissertation
OA: green
CC0
Abstract
Einleitung: Die Endometriose des Septum rektovaginale kann mit und ohne\nDarminfiltration einhergehen. Beide Formen können zu Schmerzen und Reduktion\nvon Fertilität und Lebensqualität führen. Die operative Sanierung kann als\neinzige kausale Therapieoption Schmerzsymptome und Fertilität langfristig\nverbessern. Bisher ist in der Behandlung der rektovaginalen Endometriose kein\noperativer Standard etabliert. Infiltrieren rektovaginale Endometrioseknoten\nden Darm, ist die Indikation zur Darmsegmentresektion zu stellen. Diese Form\nmuss von dem isolierten Befall des Septum rektovaginale unterschieden werden.\nZielsetzung: In der vorliegenden Studie wurden zwei Patientinnenkollektive mit\nzwei unterschiedlichen Formen der rektovaginalen Endometriose untersucht. In\nbeiden Gruppen fand sich Endometriose anatomisch lokalisiert im Septum\nrektovaginale. In einer Gruppe fand sich ein infiltrativer (i-RVEM), in der\nanderen Gruppe ein nicht-infiltrativer (ni-RVEM) Befall in Bezug auf das\nRektum. Zielsetzung dieser Arbeit war es zu untersuchen, wie sich beide\nKollektive nach operativer Therapie bezüglich des klinischen Verlaufes, der\nFertilitätsrate und der Lebensqualität unterscheiden und langfristig\nentwickeln. Methodik: 86 Patientinnen wurden zwischen 8/2004 und 1/2010 in der\nKlinik für Gynäkologie der Charité am Campus Mitte und Benjamin Franklin wegen\nEndometriose des Septum rektovaginale operiert und in die vorliegende Studie\neingeschlossen. Zur Evaluierung von klinischer Symptomatik, Rezidivraten und\nFertilität im postoperativen Verlauf erhielten die Patientinnen im Langzeit-\nFollow up einen Fragebogen. Die Lebensqualität wurde mit drei standardisierten\nFragebögen erfasst (PHQ-D, GAD-7, SF-8). Ergebnisse: Detaillierte Daten von\n55/86 Patientinnen wurden erhoben. 18 Patientinnen mit nicht-\ndarminfiltrierender und 37 Patientinnen mit darminfiltrierender rektovaginaler\nEndometriose wurden in einem medianen Beobachtungszeitraum von 71 Monaten\nnachbefragt. Dysmenorrhoe, chronische Unterbauchschmerzen und Dyspareunie\nwaren in 62,5%, 62,5% und 75,0% (ni-RVEM) bzw. 85,6%, 100% und 77,3% (i-RVEM)\nder Fälle postoperativ gebessert. Die Fertilitätsrate lag bei 13,5% (i-RVEM)\nbzw. 33,3% (ni-RVEM). Bei präoperativ unerfülltem Kinderwunsch wurden 60%\n(3/5) der Frauen mit nicht-darminfiltrativer Endometriose und keine (0/12) der\nFrauen mit Darminfiltration im postoperativen Verlauf schwanger. Negative\nprädiktive Faktoren für eine postoperative Schwangerschaft waren höheres\nAlter, höhere Endometriosestadien und häufige Voroperationen. Die\nLebensqualität unterschied sich in den beiden Kollektiven nicht, war aber\ngegenüber einer altersjustierten weiblichen Normstichprobe besonders in den\nBereichen „Vitalität“, „Schmerzen“ und „mentaler Gesundheit“ reduziert.\nPrädiktoren einer verschlechterten postoperativen Lebensqualität waren\nVoroperationen, persistierende postoperative Endometrioseschmerzen und das\nFehlen einer postoperativen Schwangerschaft. Schlussfolgerung: In beiden\nPatientinnenkollektiven zeigte sich nach operativer Therapie bei niedrigen\nKomplikations- und Rezidivraten während der Langzeitbeobachtung bei dem\nGroßteil der Frauen eine Verbesserung der Beschwerdesymptomatik. Bei\nunbefriedigendem Einfluss auf die Fertilität, sollten besonders Patientinnen\nmit Darmendometriose bei Kinderwunsch frühzeitig reproduktionsmedizinisch\nberaten und angebunden werden.
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- openalex
- last seen: 2026-05-11T07:15:24.706082+00:00
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