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DOI: 10.1055/s-0045-1809483
Tief infiltrierende Endometriose des Ureters mit Hydroureter und eingeschränkter Nierenfunktion
Authors
Die Inzidenz einer Endometriose des Harntrakts schwankt in der Literatur zwischen 0,01-2% und beschränkt sich im Wesentlichen auf case-reports. In 9-23% dieser Fälle ist der Ureter von einer Endometriose betroffen [1]. Wir berichten über den peri- und postoperativen Verlauf einer in unserer zertifizierten Endometrioseklinik erfolgreich nephroprotektiv operierten 36-jährigen Patientin mit tief-infiltrierender extrinsischer Endometriose des distalen linken Ureters und konsekutiver chronischer proximaler Ureterdilatation (Hydroureter) im mittleren bis oberen Drittel sowie dadurch bedingter Harnstauungsniere II.° Aufgrund der Harnstauungsniere II.° links erfolgte auswärts die Einlage eines Doppel-J-Katheters mit in der Folge rezidivierenden Harnwegsinfektionen und mehrfach erforderlichen Stentwechsel bei Okklusion. Nierenszintigraphisch war bereits eine verminderte Nierenleistung auf 25% festgestellt worden. Zudem bestand eine partiell tiefe Wandinfiltration des Rektosigmoids durch die Endometriose. Die anatomischen Verhältnisse waren aufgrund massiv tief-infiltrierender Endometriosekonglomerate im kleinen Becken und den begleitenden endometrioseassoziierten inflammatorischen Prozessen im Sinne eines frozen-pelvis mit cul-de-sac-anterior-et-posterior praktisch aufgehoben. Die Patientin hatte einen chronischen Leidensprozess aufgrund der ausgeprägten Schmerzen und Beschwerden durchlaufen. Zudem bestand eine primäre Sterilität. Operatives Ziel war vordergründig die Sanierung der Beschwerden zur Verbesserung der Lebensqualität sowie der Erhalt /Verbesserung der Nierenfunktion links.
Per laparoscopiam erfolgten die peritoneale und retroperitoneale Resektion des Endometriosekonglomerats im seitlich-hinteren Kompartiment beidseits von der Beckeneingangsebene bis zum Beckenboden einschließlich einer Neurolyse der autonomen Nerven, einer Ureterolyse beidseits mit linksseitiger Adhäsiolyse des linken Ureters in der Pars pelvica und Segmentresektion des stenosierten Areals des linken Ureters sowie der ureteroureteralen Anastomose links und Neueinlage eines DJ-Katheters. Eine Psoas-Hitch-Plastik konnte vermieden werden. Ureterale Komplikationen ergaben sich nicht. Die Resektion der Darmwandendometriose rektosigmoidal erfolgte als diskoide ventrale kontinuitätserhaltende Rektumwandresektion.
Dargestellt wird der peri- und postoperative Verlauf im Hinblick auf die Komplexität des Falles, der Verbesserung der Lebensqualität der Patientin sowie des organerhaltenden Vorgehens. Besonderen Wert legen wir bei der Vorstellung des Falles auf die Betonung der Notwendigkeit einer zum einen organerhaltenden als auch möglichst radikal-operativen Vorgehensweise. Neben den die Lebensqualität einschränkenden Schmerzen, besteht zum einen die Gefahr einer Organinsuffizienz [1] bei infiltrativem Wachstum der Endometriose einerseits sowie andererseits das Risiko einer malignen Entartung (endometrioide Adenokarzinome) aufgrund des chronisch-inflammatorischen Prozesses [2].
Publication History
Article published online:
11 June 2025
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