Cervixstumpfendometriose nach laparoskopisch-assistierter supracervikaler Hysterektomie (LASH) – Besteht ein Risiko?
article
OA: green
CC0
Abstract
Fragestellung: Immer wieder tritt bei Frauen nach laparoskopisch-assistierter supracervikaler Hysterektomie (LASH) eine rektovaginale Endometriose auf, die operativ behandelt werden muss. Das Anliegen dieser Studie war es Patientinnen mit rektovaginaler Endometriose bzw. Cervixstumpfendometriose bei Zustand nach LASH im Hinblick auf das anamnestische Vorliegen einer Endometriose hin zu evaluieren und ggf. eine Risikoabschätzung zur Durchführung einer LASH bei Endometriose-Patientinnen zu treffen. Methoden: Retrospektive Studie mit Rekrutierung der Studienpatientinnen aus der Charité und dem Humboldt- Klinikum, wobei 24 Patientinnen eingeschlossen werden konnten. Weitere 6 Patientinnen, bei denen eine LASH durchgeführt wurde ohne dass sich eine Cervixstumpfendometriose entwickelt hatte, bildeten die Kontrollgruppe. Mithilfe der Patientenakten erfolgte die Erhebung der erforderlichen klinischen Daten. Ergebnisse: Neben dem Cervixbefall lag allgemein eine stark ausgeprägte Endometriose vor. Bei den Patientinnen mit zuvor bekannter Endometriose (n = 17) betrug die mittlere Zeitspanne nach der LASH bis zum klinischen Verdacht des Endometrioserezidivs mit anschließender Cervixstumpfexstirpation 26,71 Monate. Bei den Patientinnen mit zuvor unbekannter bzw. nicht diagnostizierter Endometriose (n = 7) betrug die mittlere Zeitspanne nach der LASH bis zur Cervixstumpfexstirpation mit der Erstdiagnose Endometriose bzw. Cervixstumpfendometriose 28,57 Monate. Durch die exazerbierte Endometriose war der operative Eingriff der Cervixstumpfexstirpation weitaus radikaler als bei der LASH. Zu den radikalen Maßnahmen gehörten u.a. Darmteilresektionen, Salpingoovariolysen und Parametrektomien. Zu den operativen Komplikationen gehörten neben multiplen Serosadefekten auch Serosaläsionen des Ileums und Läsionen der Vena iliaca communis (jeweils 4,17 %, n =1). Schlussfolgerungen: Die vorliegende Arbeit soll auf das Vorkommen von Cervixstumpfendometriosen nach LASH aufmerksam machen. Bisher liegen in der Literatur keine belastbaren Daten hinsichtlich der Inzidenz des Auftretens von Cervisxtumpfendometriosen bei anamnestisch bekannter bzw. nicht bekannter Endometriose nach LASH vor. Aufgrund dieser vorgestellten Daten scheinen aber prospektive Studien sinnvoll, um einerseits die Exazerbation der Endometriose vorbeugen zu können und andererseits geeignetere Empfehlungen bzgl. der Operationstechniken, vor allem der LASH, auszusprechen. Die Ergebnisse unterstreichen die Empfehlung zur Durchführung einer totalen Hysterektomie gegenüber der LASH in einem Endometriosekompetenzzentrum bei Patientinnen mit bekannter Endometriose, vor allem mit rektovaginaler Endometriose und bei Adenomyosis uteri.
My notes (saved in your browser only)
Condition tags
Citation neighborhood (no data yet)
We don't have any in-corpus citations linked to this paper yet. The paper's references may be in our DB but unresolved to ``paper_id`` (resolution happens at ingest when the cited DOI matches a row we already have). Run the cross-source citation reconcile pass to retry.
Source provenance
- openalex
- last seen: 2026-05-10T10:44:27.425018+00:00
License: CC0
· commercial use OK