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DOI: 10.1055/s-0031-1280508
Lymphangiogenese in tief infiltrierender Endometriose
Einleitung: In aktuellen Studien konnten bei Patientinnen mit tief infiltrierender rektovaginaler Endometriose sowohl in regionalen als auch in pelvinen Sentinel-Lymphknoten Endometrioseläsionen sowie freie Östrogen – und Progesteronrezeptor positive Zellen nachgewiesen werden. Somit scheinen sich Endometriosezellen über das Lymphgefäßsystem ausbreiten zu können. Obwohl Angiogenese ein gut untersuchtes Phänomen in Endometrioseläsionen ist, gibt es bislang kaum Daten, die das Vorkommen von Lymphgefäßen in Endometrioseläsionen darstellen. In einer immunhistochemischen Analyse sollte daher das Vorkommen von Lymphgefäßen in tief infiltrierenden Endometrioseläsionen analysiert sowie die Lymphgefäßdichte ermittelt werden. Weiterhin sollte die Expression der Lymphgefäß-spezifischen Wachstumsfaktoren VEGF C und D nachgewiesen werden.
Material und Methoden: Bei 38 premenopausalen Patientinnen mit symptomatischer rektovaginaler Endometriose wurde eine operative Therapie mit Resektion der Endometrioseläsionen durchgeführt. Zum immunhistochemischen Nachweis von Lymphgefäßen wurden die spezifischen Lymphgefäßendothelmarker anti-Podoplanin (D2–40), anti-LYVE-1 und anti-Prox-1 eingesetzt. Weiterhin wurde die Expression der Lymphgefäß-spezifischen Wachstumsfaktoren VEGF C und D im Endometriosegewebe immunhistochemisch untersucht. Es wurde die Lymphgefäßdichte (LVD) in erkranktem und in gesunden Kontrollgewebe ermittelt und miteinander verglichen.
Ergebnisse: Die LVD der Endometrioseläsionen war im Vergleich zum gesunden Kontrollgewebe signifikant erhöht. Mit allen 3 Markern ließen sich Lymphgefäße in den tief infiltrierenden Endometrioseläsionen darstellen, wobei die LVD der LYVE-1 und Prox-1 positiven Lymphgefäße im Vergleich zu den D2–40 positiven Lymphgefäßen signifikant erhöht war. Endometrioide Epithel- und Stromazellen zeigten eine moderate bis starke Expression von VEGF C und D.
Diskussion: In dieser Untersuchung konnte erstmals systematisch die LVD in Endometrioseläsionen im Vergleich zu entsprechenden Kontrollgeweben ermittelt werden. Die höhere LVD der LYVE-1 und Prox-1 positiven Lymphgefäße im Vergleich zu den D2–40 positiven Lymphgefäßen, sowie der Nachweis der Lymphgefäßspezifischen Wachstumsfaktoren VEGF C und D zeigt, dass es sich um neu entwickelnde Lymphgefäße handelt. Der Nachweis von Lymphgefäßen lässt sich gut mit dem Vorkommen von nodalen Endometrioseläsionen vereinbaren und zeigt, dass es sich bei der Endometriose um eine systemische Erkrankung handelt.
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