Die Expression der Wachstumsfaktorrezeptoren HER-3 und HER-4 in peritonealen Endometrioseläsionen
article
OA: green
CC0
Abstract
Fragestellung: Exprimiert peritoneales Endometriosegewebe die Wachstumsfaktorrezeptoren HER-3 und HER-4? Methode: In einer retrospektiven Studie wurden in 62 Proben peritonealer Endometrioseläsionen immunhistochemisch die Expression der Wachstumsfaktorrezeptoren HER-3 und HER-4 untersucht und quantitativ beurteilt. Außerdem wurden HER-3 und HER-4 mit der Western-Blot-Technik in Endometriosezellen nachgewiesen. Die Immunreaktionsstärke von HER-3 und HER-4 wurde mit der Ausprägung der Symptomatik und der Expression der Steroidrezeptoren in den Proben verglichen. Ergebnisse: HER-3 und HER-4 wurden immunhistochemisch in allen drei untersuchten Gewebetypen (Drüsenzellen, Stromazellen und muskelzellähnlich veränderte Stromazellen) des Endometriosegewebes nachgewiesen. Mit Hilfe der Western-Blot-Technik konnten HER-3 und HER-4 in Endometriosezellen nachgewiesen werden. Die zytoplasmatische Immunreaktion von HER-3 und HER-4 war in den Drüsenzellen am stärksten, gefolgt von der Immunreaktion in den muskelzellähnlichen Stromazellen und am schwächsten in den dicht den Drüsen anliegenden Stromazellen. HER-3 wurde generell stärker exprimiert als HER-4. Die differentielle Expression von HER-3 bzw. HER-4 lässt keine Aussage über die Schwere der Endometriose zu, da keine Korrelation mit dem Krankheitsstadium der Patientinnen (nach rASRM) nachgewiesen werden konnte. Die Immunreaktionsstärke von HER-3 bzw. HER-4 scheint zum Teil in Zusammenhang mit dem Ausprägungsgrad der Symptomatik zu stehen: Eine starke HER-3-Immunreaktion in muskelzellähnlichen Stromazellen war mit einer signifikant höheren Rate an chronischen oder rezidivierenden Unterbauchschmerzen verbunden (p = 0,049). Auch eine steigende HER-4-Immunreaktion in den muskelzellähnlichen Stromazellen war mit einer zunehmenden Rate an Unterbauchschmerzen assoziiert (nicht signifikant). Dysurie, Dyschezie und Dyspareunie waren ebenfalls mit einer starken HER-3- bzw. HER-4-Immunreaktion in Drüsen- oder muskelzellähnlichen Stromazellen verbunden (nicht signifikant). Die Gegenüberstellung der Immunreaktion von HER-3 bzw. HER-4 und der lokalen Steroidrezeptorexpression lässt nicht darauf schließen, dass ein Zusammenhang zwischen den beiden Rezeptorsystemen besteht. Die Wachstumsfaktor- bzw. Steroidrezeptoren weisen allerdings in den Drüsenzellen und den muskelzellähnlichen Stromazellen die Tendenz zu parallel verlaufenden Expressionsstärken auf. Mit Hilfe der Western-Blot-Technik konnte gezeigt werden, dass sich in Endometriosezellen nach einem 24 bis 48 Stunden dauernden Hormonentzug mehr HER-3- und HER-4- Rezeptoren nachweisen lassen als ohne Hormonentzug. Man kann annehmen, dass sich die Zellen so vor den Auswirkungen des Östrogenentzuges schützen wollen. Schlussfolgerung: Insgesamt weisen die Ergebnisse dieser Arbeit auf eine Beteiligung von HER-3 und HER-4 an Pathogenese und Symptomatik der Endometriose hin. Von großer Bedeutung scheint das Verständnis des Zusammenspiels zwischen den einzelnen Mitgliedern der EGFR-Familie untereinander und den Steroidrezeptorsystemen zu sein.
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- openalex
- last seen: 2026-06-10T17:14:06.276822+00:00
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