Calcitonin Gene-Related Peptide (CGRP) im peripheren Blut von Patientinnen mit episodischer Migräne und Endometriose
article
OA: gold
CC0
Abstract
Hintergrund: Migräne und Endometriose sind häufige Schmerzerkrankungen mit einer hohen Prävalenz in der weiblichen Bevölkerung. In zahlreichen Studien konnte eine komorbide Beziehung zwischen Migräne und Endometriose gezeigt werden. Darüber hinaus ist das Auftreten beider Erkrankungen häufig mit der Menstruation assoziiert. Das Neuropeptid Calcitonin Gene-Related Peptide (CGRP) spielt eine Schlüsselrolle in der Pathophysiologie der Migräne und histologische Studien deuten auf eine Rolle von CGRP in der Pathogenese der Endometriose hin. CGRP könnte als gemeinsamer pathophysiologischer Mediator einen möglichen Erklärungsansatz für das komorbide Auftreten von Migräne und Endometriose darstellen. Zielsetzung: Bestimmung der CGRP-Konzentration im peripheren Blut von Frauen mit episodischer Migräne und/oder Endometriose innerhalb des Menstruationszyklus. Methoden: Für diese monozentrische, longitudinale Kohortenstudie wurden komorbide Frauen mit episodischer Migräne und histologisch gesicherter Endometriose rekrutiert. Als Kontrollgruppen dienten Frauen mit nur Migräne, Frauen mit nur Endometriose und gesunde Frauen ohne Migräne- oder Endometrioseanamnese. Bei jeder Probandin erfolgte während der Menstruation (Zyklustag 2 ± 2) und in der periovulatorischen Phase des Menstruationszyklus (Zyklustag 15 ± 2) eine Blutentnahme aus der Vena cubitalis. Für die Bestimmung der CGRP-Konzentration im Plasma wurde ein kommerzielles Enzyme-linked Immunosorbent Assay verwendet. Ergebnisse: Es wurden Plasmaproben von 28 Frauen mit episodischer Migräne, 27 Frauen mit Endometriose, 25 komorbiden Frauen mit Migräne und Endometriose und 30 gesunden Frauen untersucht, die sich hinsichtlich ihres Alters und ihres Body-Mass-Index ähnelten. Die absoluten CGRP-Spiegel im peripheren Blut der komorbiden Patientinnen waren im Vergleich zu den anderen Studiengruppen nicht erhöht. Komorbide Frauen zeigten jedoch einen perimenstruellen Anstieg ihrer CGRP-Konzentration (6,3 pg/ml, IQR -3,6 – 13,6), während es bei den gesunden Kontrollen zu einem CGRP-Abfall kam (-10,1 pg/ml, IQR -22,6 – 0,9, p = 0,004). Schlussfolgerung: Der perimenstruelle Anstieg des CGRP-Spiegels bei komorbiden Frauen mit episodischer Migräne und Endometriose könnte als zugrundeliegender Pathomechanismus zum komorbiden Auftreten von Migräne und Endometriose beitragen.
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- last seen: 2026-05-10T11:52:09.083219+00:00
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