Neue Ansätze in der medikamentösen Therapie der Endometriose - Eine kritische Bilanz

In: Geburtshilfe und Frauenheilkunde · 2006 · vol. 66(6) , pp. 559–565 · doi:10.1055/s-2006-924031 · W2058119724
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Abstract

Die bisherige medikamentöse Behandlung der Endometriose zielt im Wesentlichen auf eine ovarielle Supression mittels Östrogen-Gestagen-Kombinationen (Kontrazeptiva), bevorzugt im Langzyklus, Gestagen-Mono-Therapie (auch als Gestagenspirale, Mirena®), GnRH-Agonisten und Danazol. Daneben kommen noch verschiedene Schmerzmittel (NSAID) zum Einsatz. Nach dem Absetzen der medikamentösen Therapie ist die Rezidivrate jedoch sehr hoch. Leider gibt es bisher keine Medikamente, die eine Heilung der chronischen Erkrankung Endometriose bewirken könnten. Für viele Patientinnen kann mit der bisher bekannten Medikation eine ausreichende Therapie der Endometriose erreicht werden, und so werden Medikamente aus diesen Substanzgruppen sicher auch in der Zukunft weiterhin in großem Umfang zum Einsatz kommen. Bei einigen Patientinnen kommt es jedoch trotz dieser Therapie zum Endometrioserezidiv und/oder keiner ausreichenden Schmerzkontrolle. Andere Patientinnen leiden unter den verschiedensten Nebenwirkungen dieser bekannten Medikamente und fragen nach neuen Therapieansätzen. Ziel unseres Beitrages ist es deshalb, neue Therapiekonzepte vorzustellen. Diese umfassen Angiogeneseinhibitoren, Aromatasehemmer, GnRH-Antagonisten, Cyclooxygenase-2-Hemmer, ER2-Agonisten, selektive Progesteronrezeptormodulatoren (SPRMs), selektive Estrogenrezeptormodulatoren (SERMs) und Thiazolidinedione. Wir berichten unter anderem von den neuesten Vorträgen des Weltendometriosekongresses in Maastricht im September 2005. Hierbei wurden zum Teil tierexperimentelle Studien vorgestellt, zum anderen Teil klinische Studien der Phase II und III. Wichtig für die Praxis ist, dass alle diese neuen Therapieformen bisher nicht zur Behandlung der Endometriose zugelassen sind, sodass eine ausführliche Aufklärung über den Off-Label-Use erfolgen muss. Damit verbunden ist, dass dadurch auch die Kosten der Therapie häufig von den Krankenkassen nicht übernommen werden. Weitere Studien sind erforderlich, aber einige viel versprechende Ergebnisse lassen auf die Zukunft hoffen.

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