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DOI: 10.1055/s-0037-1602267
Interdisziplinäre minimal-invasive Therapie der tief infiltrierenden Endometriose (TIE) des Harntrakts – Technik und Ergebnisse
Authors
Publication History
Publication Date:
02 June 2017 (online)
Fragestellung:
Endometriose des Harntrakts betrifft etwa 4 – 5% aller Patientinnen mit TIE. Manifestation in der Wand der Harnblase oder begleitende Stenosierung des Ureters mit sekundärer Hydronephrose können in anhaltenden, nicht kausal therapierte Dysurien und/oder Verlust der Nierenfunktion resultieren. In dieser Arbeit sollen operative Behandlungsmöglichkeiten und postoperative Ergebnisse anhand unserer Erfahrung dargestellt werden.
Methodik:
Zwischen Jänner 2011 – 2017 wurden an unserer Institution insgesamt 33 Patientinnen mit TIE des Harntrakts operiert (19 TIE Blase, davon 13 additive Rectumbeteiligung; 16 sekundäre Hydronephrose, davon 2 additive TIE der Blase). Die Indikationen waren unterschiedlich, die häufigste war jedoch ausgeprägte Schmerzsymptomatik, Subfertilität und/oder sekundäre Hydronephrose.
Ergebnisse:
Die Operation wurde bei allen Patientinnen primär minimal-invasiv, davon bei einer kombiniert mit einer J-Laparotomie (Boari-Plastik) durchgeführt. Alle Blasenteilresektionen (n = 19) erfolgten laparoskopisch, Patientinnen mit Hydronephrose wurden mittels konservativer Ureterolyse (n = 11), Uretersegmentresektion mit End/End Anastomose (n = 4), sowie bei einer Patientin mit primärer Neuimplantation mittels Boari-Plastik behandelt. Bei 12 Patientinnen erfolgte zusätzlich eine Resektion des Rectosigmoids bei TIE. Die mittlere OP-Dauer betrug 200 Minuten (SD 71 min); der Hb Verlust 1,6 g/dL (SD 0,95 g/dL), die Aufenthaltsdauer 8,6 Tage (SD 4,2 Tage). Es kam zu insgesamt 3 Komplikationen (Clavien-Dindo Grad 3) – 1 Leakage nach Uretersegmentresektion mit konsekutiver Neuimplantation mittels Psoas-Hitch, einer Re-Stenose nach Ureterolyse sowie 1 subkutaner Hämatombildung. Postoperativ (29,2 Monate, 2 – 71 Monate) konnte eine signifikante Verbesserung der Beschwerdesymptomatik im Bezug auf Dysmenorrhoe (7,7 auf 1,3; p < 0,001), Dyspareunie (3,8 auf 1,1; p < 0,001), Dysurie (3,3 auf 1,1; p < 0,001) sowie QoL (3 auf 8,3; p < 0,001) beobachtet werden. Die Schwangerschaftsrate bei Patientinnen mit Subfertilität (18/33) betrug postoperativ 44,4%, die Lebendgeburtrate bis dato 33,3% (8/18, 3 spontane Konzeption; 5 IVF).
Schlussfolgerung:
Die laparoskopische Resektion der Blasenendometriose ist eine komplikationsarme und effektive Therapie hinsichtlich Beschwerdereduktion und Verbesserung der Fertilität. Bei sekundärer Hydronephrose kann die klassisch-etablierte Therapie mittels Ureterneuimplantation allermeist durch minimal-invasive Dissektion oder Segmentresektion des stenosierten Ureters erfolgreich ersetzt und dadurch das Operationsausmaß reduziert werden.
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