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DOI: 10.1055/s-2008-1075758
Differentielles Expressionsmuster von NK-Zellaktivierungsrezeptoren in Endometrioseherden verglichen mit Endometriumzellen
Fragestellung: Zur Genese der Endometriose gibt es verschiedene plausible Theorien, welche nebeneinander die verschiedenen Typen und Lokalisationen dieser Erkrankung zu erklären versuchen. Ein favorisiertes Erklärungsmodell für die Entstehung der Endometriose im Bauch- und Beckenraum mit intra- und gegebenenfalls auch retroperitonealer Ausbreitung ist das Phänomen der retrograden Menstruation von Endometriumzellen mit anschließender ektoper Implantation und fehlender Fähigkeit der immunologischen Abwehr dieser Zellen im Organismus. In der vorliegenden Arbeit werden prinzipielle Grundlagen einer NK-Zell-mediierten Lysierung von Endometriosezellen analysiert.
Methodik: Von Patienten, bei denen aus medizinisch-klinischen Gründen eine Operation indiziert worden war, wurden Gewebeproben aus dem Endometrium und dem Peritoneum bzw. dem nachgewiesenen Endometrioseherd asserviert, schockgefroren und bei ((mins))80°C gelagert. Anschließend wurde aus Fragmenten dieser Gewebeproben unter anderem Gefriermikrotom- und Paraffin-Schnitte sowie Gesamtproteinextrakte hergestellt. Monoklonale Antikörper gegen aktivierende Lyse-Rezeptoren von NK-Zellen wie NKp30, NKp44 und NKp46 wurden mittels Immunoassays wie Western Blotting und Immunhistochemie auf ihre Antigenspezifität hin untersucht und dann zur Analyse der Patientengewebeproben mittels Western Blot und Immunhistochemie eingesetzt.
Ergebnisse: In den Versuchsreihen konnten aus einem Pool drei spezifische Antikörper zur Immunodetektion der prolytischen NK-Zellaktivierungsrezeptoren (KARs) NKp30, NKp44 und NKp46 identifiziert werden. Es zeigten sich signifikante Unterschiede hinsichtlich der Expression dieser KARs in der Analyse von gesunden und an Endometriose erkrankten Patienten, sowohl auf Ebene des Endometriums, also der orthotop biopsierten Uterusschleimhaut selbst, als auch im Vergleich zu ektop gewonnenen Endometrioseherden. Es zeigte sich, dass im Endometrium von solchen Frauen, die an Endometriose erkrankt waren, NKp46 Expression massiv hochreguliert wird. Noch deutlicher war diese NKp46 Überexpression im Endometrioseherd selbst zu finden. Dies könnte die Konsequenz eines immunologischen Abwehrversuchs gegen Zellen sein, die ihren Phänotyp weg von Endometriumzellen hin zu Endometriosezellen verändert haben. Dies traf in deutlich geringerem Ausmaß nur für NKp30 zu. Auf der anderen Seite fanden wir einen ausgeprägten Expressionsverlust von NKp44 im Endometrioseherd, welches der Ausdruck einer insuffizienten NKp44-vermittelten Immunüberwachung von Endometriosezellen sein könnte.
Schlussfolgerung: Wir haben eindeutig unterschiedliche Expressionsmuster von NK-Zellaktivierungsrezeptoren in Endometrioseherden sowie Endometriumproben von Gesunden und Endometriose-kranken Frauen entdeckt, welche zum einen phänotypische und damit diagnostische Unterschiede darstellen, aber zum anderen auch pathogenetisch bei der Entstehung der Erkrankung von Bedeutung sein könnten. Die aktuell von uns durchgeführten in vitro Assays dienen dabei der Erklärung der funktionellen Bedeutung dieser Daten.
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