Beobachtungsstudie zur Frühgeburt und hypertensiven Schwangerschaftserkrankungen bei Schwangeren mit Endometriose

In: Geburtshilfe und Frauenheilkunde · 2024 · vol. 84(10) , pp. e163 · doi:10.1055/s-0044-1790815 · W4403328388
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DOI: 10.1055/s-0044-1790815 Beobachtungsstudie zur Frühgeburt und hypertensiven Schwangerschaftserkrankungen bei Schwangeren mit Endometriose Authors Ziel: Endometriose (EM) gehört mit einer Prävalenz von ca. 10% zu den häufigen gynäkologischen Erkrankungen. Unter allen Schwangerschaften treten bei 6% Frühgeburt und 6-8% hypertensive Schwangerschaftserkrankungen auf. Diese Geburtskomplikationen tragen damit wesentlich zur perinatalen Morbidität und Mortalität bei. In der vorliegenden Arbeit wird untersucht, ob es einen Zusammenhang von diesen Schwangerschafts-assoziierten Komplikationen mit EM gibt. Methode: Analysiert wurden 67 Schwangere mit EM während der Schwangerschaft und Geburt. Als Kontrollgruppe dienten die IQTIG-Daten aller Schwangerschaften und Geburten von 2020. Zusätzlich wurden Beratungsbedarf und Geburtsmodus evaluiert. Ergebnisse: Bei 33% der Schwangeren mit EM entstand die Schwangerschaft durch IVF/ICSI vs. 4% in der Kontrollgruppe. Bei den Schwangeren mit EM hatten 30% Endometriome, 30% eine tief infiltrierende EM und 37% eine Adenomyose. In 45% gebaren die Frauen spontan vs. 61% in der Kontrollgruppe, 13% vs. 7% vaginal-operativ und 42% vs. 32% per Sectio. Es kam in 12% zu Frühgeburt vs. 6% bei der Kontrollgruppe. Hypertensive Schwangerschaftserkrankungen traten bei 4% auf vs. 2% bei der Kontrolle. In 72% wünschten sich die Frauen mehr Beratung. Diskussion: Endometriose beeinflusst den Konzeptionsmodus, den Schwangerschaftsverlauf sowie die Geburt. Patient:innen mit EM sind klinisch mit Infertilität assoziiert und greifen häufiger auf assistierte Reproduktion (ART) zurück. ART stellt ebenfalls einen Risikofaktor für perinatale Komplikationen, wie Frühgeburt, hypertensive Schwangerschaftserkrankungen und Plazenta previa dar. Es ist wichtig abzugrenzen, ob die EM auch einen alleinigen Risikofaktor darstellt, um Schwangere mit EM als Risikogruppe für diese Komplikationen zu identifizieren. Publication History Article published online: 01 October 2024 © 2024. Thieme. All rights reserved. Georg Thieme Verlag KG Rüdigerstraße 14, 70469 Stuttgart, Germany

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