Abstract
Fragestellung: Evaluierung des peri/postoperativen Verlaufs bei radikaler laparoskopischer Resektion tief infiltrierender Endometriose (TIE) mit Blasen-, Scheiden- und/oder Darmbeteiligung an einem zertifizierten Zentrum mit interdisziplinärer Betreuung. Methodik: Im Rahmen der retrospektiven Kohortenstudie wurden im Zeitraum von Jänner 2012 bis Jänner 2014 von 112 Patientinnen mit TIE, Parameter wie Art des chirurgischen Eingriffs, OP-Dauer, Komplikationsraten, prä- und postoperative Hämoglobindifferenz und Aufenthaltsdauer analysiert. Ergebnisse: Das Durchschnittsalter der Patientinnen zum Zeitpunkt der Operation lag bei 30,4 Jahren. Die Lokalisation der TIE betraf das Rectosigmoid in 62/112 (55%), Scheide 32/112 (29%), Blase und/oder Ureter mit sekundärer Hydronephrose in 18/112 (16%) der Fälle. Die Resektion der Darmendometriose wurde in 36 (58%) der Fälle mittels nervensparender anteriorer Rectumsegmentresektion mit End-zu-End-Anastomose durchgeführt; bei 26 (42%) mittels einer seitlichen Staplerresektion (Seitenwandresektion). In 5/62 (8%) wurde ein protektives Ileostoma gelegt, insgesamt 6 (5%) der 112 Patientinnen wurden zusätzlich hysterektomiert bzw. 32/112 (29%) Patientinnen zusätzlich scheidenteilreseziert. In 16/32 (50%) der Fälle wurde die Scheidenteilresektion bei isoliertem Scheidenbefall durchgeführt. In Fällen von Blasenbeteiligung wurden alle Patientinnen (n = 18) blasenteilreseziert sowie bei 6 von 8 Patientinnen mit Ureterenbeteiligung eine Uretersegmentresektionen mit End-zu-End-Anastomose durchgeführt. Zwei Patientinnen wurden mittels Ureterneuimplantation behandelt. Insgesamt lagen 90 (80%) Kombinationseingriffe (Blasen-, Scheiden- und Darmresektion) vor. Die durchschnittliche OP-Dauer betrug 190 Minuten und die Hämoglobin-Differenz 1,8 g/dl; die Aufenthaltsdauer belief sich auf 8,3 Tage. Die Anastomoseninsuffizienzrate bei darmchirurgischen Eingriffen betrug 1/62 (2%) wobei in keinem Fall eine Fistel (Scheide bzw. Rectum/Blase-Scheide) auftrat. Postoperativ traten 8 passagere (< 10 Tage) Blasenentleerungsstörungen auf sowie 1 permanente Form welche erfolgreich mittels Elektrostimulation und Interstimtherapie behandelt werden konnte. In 1/8 (12%) Fällen der Uretersegmentresektionen traten eine Anastomoseninsuffizienz mit Urinom und sekundärer Psoas-Hitch-OP auf. Die Rate postoperativer Hämatombildung betrug insgesamt 3% (3/112). Schlussfolgerung: Die Analyse der an unserem Zentrum interdisziplinär operierten Patientinnen zeigt, dass der Eingriff eine sichere und komplikationsarme Therapieoption zur Behandlung der TIE darstellt.
Full text
2,736 characters
· extracted from
oa-doi-fallback
· click to expand
Subscribe to RSS
DOI: 10.1055/s-0034-1374745
Minimal-invasive Resektion der tief infiltrierenden Endometriose – eine retrospektive Analyse
Fragestellung: Evaluierung des peri/postoperativen Verlaufs bei radikaler laparoskopischer Resektion tief infiltrierender Endometriose (TIE) mit Blasen-, Scheiden- und/oder Darmbeteiligung an einem zertifizierten Zentrum mit interdisziplinärer Betreuung. Methodik: Im Rahmen der retrospektiven Kohortenstudie wurden im Zeitraum von Jänner 2012 bis Jänner 2014 von 112 Patientinnen mit TIE, Parameter wie Art des chirurgischen Eingriffs, OP-Dauer, Komplikationsraten, prä- und postoperative Hämoglobindifferenz und Aufenthaltsdauer analysiert. Ergebnisse: Das Durchschnittsalter der Patientinnen zum Zeitpunkt der Operation lag bei 30,4 Jahren. Die Lokalisation der TIE betraf das Rectosigmoid in 62/112 (55%), Scheide 32/112 (29%), Blase und/oder Ureter mit sekundärer Hydronephrose in 18/112 (16%) der Fälle. Die Resektion der Darmendometriose wurde in 36 (58%) der Fälle mittels nervensparender anteriorer Rectumsegmentresektion mit End-zu-End-Anastomose durchgeführt; bei 26 (42%) mittels einer seitlichen Staplerresektion (Seitenwandresektion). In 5/62 (8%) wurde ein protektives Ileostoma gelegt, insgesamt 6 (5%) der 112 Patientinnen wurden zusätzlich hysterektomiert bzw. 32/112 (29%) Patientinnen zusätzlich scheidenteilreseziert. In 16/32 (50%) der Fälle wurde die Scheidenteilresektion bei isoliertem Scheidenbefall durchgeführt. In Fällen von Blasenbeteiligung wurden alle Patientinnen (n = 18) blasenteilreseziert sowie bei 6 von 8 Patientinnen mit Ureterenbeteiligung eine Uretersegmentresektionen mit End-zu-End-Anastomose durchgeführt. Zwei Patientinnen wurden mittels Ureterneuimplantation behandelt. Insgesamt lagen 90 (80%) Kombinationseingriffe (Blasen-, Scheiden- und Darmresektion) vor. Die durchschnittliche OP-Dauer betrug 190 Minuten und die Hämoglobin-Differenz 1,8 g/dl; die Aufenthaltsdauer belief sich auf 8,3 Tage. Die Anastomoseninsuffizienzrate bei darmchirurgischen Eingriffen betrug 1/62 (2%) wobei in keinem Fall eine Fistel (Scheide bzw. Rectum/Blase-Scheide) auftrat. Postoperativ traten 8 passagere (< 10 Tage) Blasenentleerungsstörungen auf sowie 1 permanente Form welche erfolgreich mittels Elektrostimulation und Interstimtherapie behandelt werden konnte. In 1/8 (12%) Fällen der Uretersegmentresektionen traten eine Anastomoseninsuffizienz mit Urinom und sekundärer Psoas-Hitch-OP auf. Die Rate postoperativer Hämatombildung betrug insgesamt 3% (3/112). Schlussfolgerung: Die Analyse der an unserem Zentrum interdisziplinär operierten Patientinnen zeigt, dass der Eingriff eine sichere und komplikationsarme Therapieoption zur Behandlung der TIE darstellt.
Text is read by the "Ask this paper" AI Q&A widget below.
Extraction quality varies by source — PMC NXML preserves structure
cleanly, OA-HTML may include some navigation residue, and OA-PDF can
have broken hyphenation. The publisher copy
(via DOI)
is the canonical version.