{"paper_id":"e6f12f41-eec6-4b1b-a71c-610bc63bde11","body_text":"Subscribe to RSS\nDOI: 10.1055/s-0032-1318542\nRegulation des G-Protein gekoppelten Östrogenrezeptors durch Stress, Entzündung und Östrogen im Rahmen der Pathophysiologie der Ovarendometriose\nFragestellung:\nEndometriose ist durch ektopes endometriales Gewebe, welches unter östrogenvermittelter Wachstumsregulation steht, gekennzeichnet und geht mit reduzierter Fertilität einher. Diese Studie analysierte daher die Expression des G-Protein gekoppelten Östrogenzeptors (GPER) bei Ovarendometriose. Des Weiteren wurde untersucht, ob Triggerfaktoren der Endometriose (Stresshormone, inflammatorische Zytokine und Östrogen) die Expression von GPER regulieren.\nMethodik:\nGPER wurde in Ovarien von 26 Ovarendometriose-Patientinnen immunhistochemisch nachgewiesen. 26 Ovarien/13 Endometrien von Patientinnen ohne Endometriose dienten als Kontrollen. Um mögliche GPER regulatorische Faktoren zu identifizieren, wurden 5 kb genomische DNA im 3'- Bereich von GPER-1 auf Kernrezeptor Bindestellen in silico untersucht. Nach Abgleich mit pathophysiologischen Parametern der Endometriose wurden Stimulationsversuche an Ishikawa Zellen mit Stresshormonen (ACTH, CRH, Cortison/Prednison), inflammatorischen Zytokinen (IL-1β, IL-4, PGE2, GM-CSF, TNFα, INFγ) und Östrogen durchgeführt und mittels Immuncytochemie, Western Blot und Real-time PCR quantifiziert.\nErgebnisse:\nIm Vergleich zu den jeweiligen Kontrollen fand sich bei Ovarenendometriose eine Hochregulation von GPER. Diese betraf sowohl das zytogene Stroma, als auch die epitheliale Komponente. Im 3'- Bereich von GPER-1 konnten mögliche Bindestellen für Östrogen- und Glucocorticoidrezeptor(en) identifiziert werden. In den nachfolgenden funktionellen Analysen erwiesen sich Östrogene und Stresshormone, vor allem Prednisolon, als potente GPER stimulierende Substanzen. Inflammatorische Zytokine zeigten unterschiedliche Effekte auf die GPER Expression. Während IL-1β und IL-4 eine Hochregulation bewirkten, fand sich nach TNFα bzw. INFγ Stimulation eine reduzierte GPER Expression. PGE2 induzierte eine alternative GPER Isoform.\nSchlussfolgerung:\nDie starke Expression von GPER im ektopen Endometrium kann durch dessen östrogen-, stressabhängige- und entzündungssensitive Hochregulation erklärt werden. Ob die vermehrte GPER Expression nur koinzidentiell mit endometrioseassoziierten Fertilitätsstörungen auftritt, oder, ob ein kausaler Zusammenhang besteht, ist bisher unbekannt. Jedoch konnte GPER bereits eine proliferationsfördernde Wirkung zugeschrieben werden, was GPER auch gerade über die hier gefundenen Regulationsmöglichkeiten, zu einem therapeutischen Angriffspunkt machen könnte.","source_license":"CC0","license_restricted":false}