{"paper_id":"e5fe1a61-8e79-4fc8-ae92-90cef44ba386","body_text":"Subscribe to RSS\nDOI: 10.1055/s-0042-1750227\nInterdisziplinäres Vorgehen bei tief infiltrierender Darmendometriose: OP-Techniken und deren Outcome\nAuthors\nFragestellung Endometriose zählt zu den häufigsten gutartigen Erkrankungen in der Frauenheilkunde. Man nimmt an, dass zwischen 10 und 15% der Frauen im gebärfähigen Alter davon betroffen sind[1]. Die tief infiltrierende Endometriose des Darmes ist eine Form der Erkrankung, die durch infiltrierendes Wachstum die Organfunktionen des Rektums oder anderer Darmabschnitte massiv einschränken und typischerweise Beschwerden und Schmerzen beim Stuhlgang, besonders perimenstruell, verursachen kann. Nach präoperativem Assessment mittels Sonographie und Magnetresonanztomographie unter Anwendung der #ENZIAN Klassifikation erfolgte die interdisziplinäre Therapieplanung folgender operativer Therapiestrategien:\n-\nvollständige Entfernung des betroffenen Areales im Bereich des Darms (Segmentresektion)\n-\nEntfernung des betroffenen Areales mit Darmeröffnung, aber ohne vollständige Entfernung des Segmentes (Disk-Exzision)\n-\noberflächliche Abtragung der Endometriose ohne Eröffnung des Darmlumens (Shaving)[2].\nWir analysierten die an unserer Abteilung im Jahr 2021 bei tief infiltrierender Darmendometriose angewandten operativen Therapiestrategien hinsichtlich intra- bzw. postoperativer Komplikationen.\nMethodik Patientinnen mit tief infiltrierender Darmendometriose wurden nach Unterzeichnung einer Einverständniserklärung in diese Auswertung einbezogen. Die Planung & Durchführung der Endometriose-Operation erfolgte unabhängig von der Studienteilnahme an der Universitätsfrauenklinik Graz interdisziplinär zusammen mit den Universitätskliniken für Chirurgie, Urologie und Radiologie in strukturierten Fallbesprechungen. Von den Patientinnen wurden vor und nach der Operation sowie innerhalb der ersten 4 Wochen nach der Operation krankheits- und operationsrelevante Daten in einen DESS-Evaluationsbogen (Deep endometriosis surgical sheet) erhoben.\nErgebnisse Zwischen Jänner 2021 und Dezember 2021 wurden insgesamt 13 Frauen aufgrund einer Darmendometriose per Laparoskopie an der Universitätsfrauenklinik Graz operiert.\nAlle Patientinnen hatten Schmerzsyndrome im Zusammenhang mit der Darmentleerung und in 54% war auch Infertilität die Indikation für die operative Sanierung. Außerdem klagten 44% der Patientinnen zusätzlich über schwere analgetikapflichtige Dysmenorrhoe und 24% über tiefe Dyspareunie. In 8% erfolgte nach individueller Therapieplanung eine Disk-Exzision des Endometrioseherdes, in 25% ein Shaving und in 67% der Fälle wurde eine Segmentresektion (Rektum, rektosigmoidaler Übergang bzw. Sigma) durchgeführt. Intraoperativ zeigten sich in den dokumentierten Fällen keine Komplikationen. Postoperativ kam es bei einer Patientin nach Segmentresektion des Rektums zu einer Ureterstriktur, die mittels passagerer Schienung erfolgreich behandelt werden konnte (Komplikation nach der Clavien Dindo Klassifikation Grad IIIb). Die erste Darmentleerung erfolgte durchschnittlich bereits nach 3,1 Tagen. Alle Patientinnen gaben an, 4 Wochen nach der Operation keine relevanten Darmentleerungsstörungen zu haben.\nSchlussfolgerungen Intra- und postoperativ konnten, mit Ausnahme von einer Ureterstriktur bei einer Patientin, keine Komplikationen beobachtet werden, insbesondere kam es in keinem Fall zu einer Anostomoseninsuffizienz. Mit diesen Ergebnissen können wir zeigen, dass durch ein interdisziplinäres und Befund-adaptiertes Vorgehen eine sichere Strategie verfolgt und mit geringer Morbidität sehr zufriedenstellende Ergebnisse erzielt werden können.\nPublication History\nArticle published online:\n10 June 2022\n© 2022. Thieme. All rights reserved.\nGeorg Thieme Verlag\nRüdigerstraße 14, 70469 Stuttgart, Germany\n-\nLiteratur\n- 1 Mehedintu C, Plotogea MN, Ionescu S, Antonovici M. Endometriosis still a challenge. J Med Life 2014; Sep 15 7 (03) 349-57\n- 2 Working group of ESGE, ESHRE, and WES, Keckstein, J. et al. Recommendations for the surgical treatment of endometriosis. Part 2: deep endometriosis, Human Reproduction Open, Volume 2020, Issue 1, 2020","source_license":"CC0","license_restricted":false}