{"paper_id":"bd63233a-f156-414f-8da8-56c2e51c2700","body_text":"Erste deutsche S3-Leitlinie zum \nNierenzellkarzinom \nBeim fortgeschrittenen oder metastasier -\nten klarzelligen Nierenzellkarzinom hat \ndie zielgerichtete /T_herapie inzwischen ih -\nren festen Platz. In der ersten deutschen, \ndurch die Fachgesellscha/f_ten getragenen \nS3-Leitlinie zu Diagnostik und /T_herapie \nerhält dieses Vorgehen den höchsten Emp -\nfehlungsgrad.  Es haben sich beispielswei -\nse Präparate der zielgerichteten /T_herapie \ndurchgesetzt, die zur Gruppe der VEGF-\nHemmer oder der mTOR-Inhibitoren ge -\nhören. Bei Patienten, die ein fortgeschrit -\ntenes und/oder ein metastasiertes klarzel -\nliges Nierenzellkarzinom mit niedrigem \noder intermediärem Risiko haben, sollen \nder Leitlinie zufolge in der Erstlinienthe -\nrapie Sunitinib, Pazopanib oder Bevaci -\nzumab plus IFN verwendet werden. In der \nZweitlinientherapie nach einer Behand -\nlung mit Sunitinib oder mit Zytokinen soll \nAxitinib verwendet werden. \nLeitlinie Nierenzellkarzinom – Langversion 1.0 \n September 2015. AWMF-Registernummer: 043/017-OL \nTherapieoptionen bei BPS erweitert\nFür die Behandlung von Patienten mit \nbenignem Prostatasyndrom (BPS) steht \ninzwischen eine große Palette konserva -\ntiver, operativer und interventioneller \nVerfahren zur Verfügung. Nicht alles ist \nbereits in der BPS-Leitlinie berücksich -\ntigt. Medikamentöse Kombinationen \nverschiedener Wirkmechanismen sind \neﬀektiver als die jeweiligen Einzelsubs -\ntanzen. Eine neue und noch nicht in den \nLeitlinien enthaltene Option ist die \nKombination eines PDE-5-Inhibitors \nmit einem 5alpha-Reduktasehemmer. \nSo habe sich in einem Direktvergleich \nder Kombination Tadala/f_il/Finasterid \nmit Finasterid/Placebo eine signi/f_ikante \nVerbesserung beim Symptomenscore \nIPSS zugunsten der Kombination erge -\nben, so Prof. Dr. Rolf Muschter, Roten -\nburg. /T_herapeutische Neuigkeiten auf \ndem Gebiet der BPS sind vor allem ins -\ntrumenteller Art, was Destruktions-, \nAblations- und Retraktionstechniken \nangeht, aber auch die von interventio -\nnellen Radiologen praktizierte Emboli -\nsation von Prostataarterien.\nKongresszeitung zum 67. Kongress der DGU 2015 \nSono des Harntrakts \nbei Endometriose!\nZiel einer prospektiven Beobachtungs -\nstudie war es, zu überprüfen, ob eine rou -\ntinemäßige Darstellung von Blase, Ureter \nund Nieren mit transvaginalem Ultra -\nschall bei  Frauen mit Verdacht auf Endo -\nmetriose sinnvoll ist, um eine Beteiligung \nder Harnwege bzw. eine bestehende Hy -\ndronephrose möglichst frühzeitig zu er -\nkennen. In der 14-monatigen Studie wur -\nde bei 335 von 848 Patientinnen (39,5%) \nper Ultraschall eine Endometriose diag -\nnostiziert. Bei 17 Frauen (2%) war im ers -\nten Ultraschall die Endometriose im \nHarntrakt erkennbar. 14 Patientinnen \nhatten einen Ureterbefall, bei drei Frauen \nwaren Blase und Ureter beteiligt und bei \ndrei weiteren nur die Blase. 1,3% zeigten \nim Ultraschall andere Anomalien des \nHarntrakts. Bei 12 der 17 Patientinnen \nmit Harntrakt-Endometriose bestanden \nHinweise auf eine Hydronephrose. Bei al -\nlen operierten oder mit CT bzw. MRT \nweiteruntersuchten Frauen wurde die Ul -\ntraschall-Diagnose des Ureter- und/oder \nBlasenbefalls bestätigt. Die Autoren plä -\ndieren deshalb dafür, die Untersuchung \ndes gesamten Harntrakts in die Ultra -\nschalldiagnostik bei Frauen mit Verdacht \nauf Endometriose zu integrieren.\nPateman K et al. Hum Reprod 2015 (online ﬁrst)\nAlt, dement & \ninkontinent?\nBesonders für Betagte kann eine Blasen -\nschwäche fatale Folgen haben, denn Inkonti-\nnenz und Multimorbidität verstärken sich im \nAlter oft gegenseitig. Kommt noch eine De-\nmenz hinzu, gestaltet sich eine eﬀektive The-\nrapie als echte Herausforderung. Urologen ra-\nten daher, z. B. im Rahmen eines Hausbesuchs \nherauszuﬁnden, inwieweit sich das Umfeld \ndes Patienten verbes-\nsern lässt und wie Sie \ndie Therapie optimal \nanpassen. Näheres er-\nfahren Sie im Schwer-\npunkt „Urologie“.\nClaudia Daniels\nRedakteurin\nPCA3 soll PSA-Test \nsicherer machen\nDas National Cancer Institute der USA va -\nlidierte in einer Studie mit 859 Teilnehmern \ndie diagnostische Wertigkeit des Prostata -\nkrebs-Antigens 3 (PCA3) im Urin, die beim \nScreening durch einen erhöhten  PSA-Wert \noder weniger als 15% freies PSA aufgefallen \nwaren und nun biopsiert werden sollten. \nEin Wert > 60 wurde als hohes, eine Wert \n< 20 als niedriges Risiko gewertet. Der po -\nsitive prädiktive Wert eines PCA3-Werts \n> 60 lag bei erstmaliger Biopsie bei 80%, der \nnegative prädiktive Wert < 20 sogar bei \n88%. Damit könnte dieser Tumormarker \nhelfen, Patienten mit Anfangsverdacht im \nPSA-Test zu identi/f_izieren, die ein hohes Ri -\nsiko für ein Prostatakarzinom haben.\nWei JT et al. J Clin Oncol 2014; 32(36): 4066–4072\nKeine Pille für den \nMann in Sicht\nDie „Pille für den Mann“ – sie wird es so \nschnell nicht geben. Die umständliche Ap -\nplikation per Spritze und ein hoher Anteil \nvon Nonrespondern machen der For -\nschung zu schaﬀen. Bislang hat noch kein \neinziges pharmakologisches Kontrazepti -\nvum zur Anwendung beim Mann den \nDurchbruch gescha/f_f_t. Dies liegt weniger \ndaran, dass eine solche Kontrazeption nicht \nmöglich wäre: Nebenwirkungen, eine um -\nständliche Anwendung, häu/f_ige Kontrollen \nund die lange Zeit bis zur wirksamen Un -\nterdrückung der Spermatogenese sind eher \nGründe für das Scheitern der bisherigen \nAnsätze, berichten Mediziner um Dr. Mara \nRoth, Seattle, in einer Übersichtsarbeit. \nRoth MY et al. Andrology 2015 (online ﬁrst)\n© hidesy / iStock\n11 • 2015 CME 1\nEditorial","source_license":"CC0","license_restricted":false}