{"paper_id":"a303e6bd-994e-4883-a92d-3b3d8dadb063","body_text":"Endometriose ist die häufigste gynäko-\nlogische Erkrankung. Man geht davon aus, \ndass weltweit an die 200 Millionen Frauen \nbetroffen sind. Umso erstaunlicher ist es, \ndass sich Ärzte im Allgemeinen und be -\nsonders Gynäkologen nach wie vor \nschwertun, diese Erkrankung hinsichtlich \nihrer Bedeutung richtig einzuschätzen. \nZum einen liegt es an der pleiotrophen \nSymptomatik und Komplexität der Endo-\nmetriose und zum anderen auch an den \nschwer prognostizierbaren Folgen für die \neinzelne betroffene Frau. Dabei ist die \nVerdachtsdiagnose mit guter Anamnese \nund klassischer gynäkologischer Unter-\nsuchungstechnik eher einfach zu stellen.\nChronische Schmerzsymptomatik und \njahrelange unerwünschte Kinderlosig-\nkeit sind in der Regel Ausgangspunkte \nzur weiteren differenziellen Diagnostik. \nAber was ist dann richtigerweise zu tun? \nWie kann man sich an der Pathogenese \norientieren, so es überhaupt konklusive \nKonzepte dazu gibt?\nWann ergibt eine medikamentöse Be-\nhandlung Sinn, wann operiert man, ist \neine konsequente Kinderwunschtherapie \nvonnöten, wie oft operiert man im \nRezidivfall, wer operiert, welche anderen \nFachdisziplinen sollten miteinbezogen \nwerden?\nSchwerwiegende Entscheidungen \nkönnen nur transdisziplinär gefällt \nwerden. Dafür gibt es zertifizierte Endo-\nmetriosezentren. Um einen umfassenden \nÜberblick zum aktuellen Wissensstand \nzur Endometriose zu erhalten, haben wir \nausgewiesene Experten gebeten, wichtige \nTeilaspekte zur Diagnostik und Therapie \nund zur Bedeutung der Endometriose \naus gynäkologischer Sicht zusammenzu-\nfassen.\nMartin Götte und Ludwig Kiesel von \nder Universität Münster geben uns einen \nEinblick in die neuesten Erkenntnisse der \nPathophysiologie. Kann man ursächlich \ntherapieren?\nThorben Ahrens von der Universität \nLübeck gibt einen Überblick über die \nMöglichkeiten der medikamentösen \nTherapie.\nNach wie vor gilt die operative \nEradikation der Endometrioseläsionen \nals Standard. Stimmt das so? Michael \nBurkhardt und Stefan Renner von der \nUniversität Erlangen hinterfragen die \nRadikalität operativer Massnahmen. \nVielleicht ist weniger mehr.\nKommt es zu einer Schwanger -\nschaft oder nicht? Was ist zu tun? Und \nwelche Bedeutung hat die Endometriose \nfür Schwangerschaftsverlauf und Ent -\nbindung? Diese wichtigen Fragen werden \nvon Omar Shebl und Peter Oppelt von der \nUniversität Linz beantwortet.\nSchließlich gehen Uwe Ulrich und \nMitarbeiter aus Berlin einem wenig be-\nachteten Aspekt nach, der bedeutsam \nwerden kann. Ist Endometriose eine Prä-\nkanzerose?\nWir erwarten keine absoluten \nAntworten und Lösungen. Wir werden \nweitere Fragen erhalten. Doch die ernst-\nhafte Beschäftigung mit einer der folgen-\nreichsten Erkrankungen für die Frau und \nfür unsere Gesellschaft wird zum Wohle \neiner jeden Betroffenen sein. Es ist ein \nlanger Weg in die Zukunft. Fangen wir \njetzt an.\nIhr Professor Dr. Wolfgang Küpker\nKorrespondenzadresse\nProf. Dr. W. Küpker\nAbteilung für Gynäkologische Endokrinologie,\nEndometriose und Reproduktionsmedizin und \nFrauenklinik Baden-Baden/Bühl, Standort Bühl \nRobert-Koch-Str. 70, 77815 Bühl\nwkupker@hotmail.com\nWolfgang Küpker\nAbteilung für Gynäkologische Endokrinologie, Endometriose und Reproduktionsmedizin \nund Frauenklinik Baden-Baden/Bühl, Standort Bühl, Bühl, Deutschland\nEndometriose – Update 2016\nGynäkologische Endokrinologie 2016 · 14:1\nDOI 10.1007/s10304-015-0053-z\nOnline publiziert: 20. Januar 2016\n© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016\n1\nGynäkologische Endokrinologie 1 · 2016 | \nEinführung zum Thema","source_license":"CC0","license_restricted":false}