{"paper_id":"8bf76c9d-bc55-4caf-ac4d-802e48a71614","body_text":"J GYNÄKOL ENDOKRINOL 2007; 10 (1) 0\nOffizielles Organ der Österreichischen\nIVF-Gesellschaft\nOffizielles Organ der Österreichischen\nMenopause-Gesellschaft\nIndexed in EMBASE/Scopus/Excerpta Medica\nwww.kup.at/gynaekologie\nHomepage:\nwww.kup.at/gynaekologie\nOnline-Datenbank mit\n Autoren- und Stichwortsuche\nMember of the\nErgebnisse der Ernährungsberatung bei Frauen mit\nEndometriose\nKaiser B, Korell M\nJournal für Gynäkologische Endokrinologie 2008; 2 (2)\n(Ausgabe für Österreich), 58-61\nJournal für Gynäkologische Endokrinologie 2008; 2 (2)\n(Ausgabe für Schweiz), 56-59\n\n\n\n\n58 J GYNÄKOL ENDOKRINOL 2008; 18 (2)\n Einleitung\nDie Standardtherapie der Endometriose besteht zumeist aus\neiner Kombination von hormonellen und operativen Maßnah-\nmen. Sie ist gekennzeichnet von einer hohen Rezidivrate bei\ngleichzeitig häufig auftretenden, teilweise erheblichen Neben-\nwirkungen der Behandlung. Der Einfluss der Ernährung auf\nInzidenz und Schweregrad verschiedenster Erkrankungen von\nHerzinfarkt bis hin zum Brustkrebs ist seit Langem bekannt,\nohne dass diese Erkenntnisse in der täglichen medizinischen\nPraxis in relevantem Ausmaß berücksichtigt würden [1–6].\nAuch für die Endometriose sind Zusammenhänge mit der Er-\nnährung bekannt [7]. – Wir haben die Ergebnisse unserer Er-\nnährungsberatung einmal genauer untersucht.\n Patientinnenkollektiv und Methode\n19 Frauen mit gesicherter Endometriose verschiedener Aus-\nprägung und V orgeschichte absolvierten eine Ernährungsum-\nstellung infolge einer individuellen Ernährungsberatung. Die\nPatientinnen waren zwischen 28 und 50 Jahre alt (durch-\nschnittlich 34,5 Jahre) und zwischen 1- und 8-mal (durch-\nschnittlich 2,2-mal) operiert. Die Gründe für die Inanspruch-\nnahme der Beratung waren vielschichtig. Die einen hatten\nbereits Vieles erfolglos ausprobiert und waren auf der Suche\nnach Alternativen, die anderen lehnten die Einnahme von Hor-\nmonpräparaten strikt ab oder wollten aufgrund von aktuellem\nKinderwunsch darauf verzichten.\nDie Beratung wurde mit einem Gespräch zur Ernährungsan-\namnese begonnen. Hier wurde sowohl das Ziel der Beratung\ndefiniert als auch der Alltag und die Krankheitsgeschichte der\nPatientin erläutert. Im Anschluss an dieses meist einstündige\nAnamnesegespräch führte die Patientin ein Ernährungsproto-\nkoll – in der Regel 7 Tage lang bis hin zu mehreren Monaten.\nDie Protokolle wurden dann nach Richtlinien der Deutschen\nGesellschaft für Ernährung als auch nach den Richtlinien der\nChinesischen Diätetik ausgewertet.\nDa es für die Ernährung bei Endometriose noch keine allge-\nmein anerkannten Richtlinien gibt, kamen eigenentwickelte\nEmpfehlungen zum Einsatz, die sich ableiten aus:\n● Studien zum Thema [7],\n● etablierter Literatur [8],\n● Fragebogen zum Thema  „Lebensgewohnheiten von Endo-\nmetriose-Patientinnen [9],\n● Empfehlungen zu ähnlich gelagerten Erkrankungen [10],\n● westlichen und östlichen Grundlagen der gesunden Ernäh-\nrung [11],\n● überliefertem Wissen (Hebammen, Hildegard von Bingen\netc.).\nErgebnisse der Ernährungsberatung\nbei Frauen mit Endometriose\nB. Kaiser1, M. Korell2\nAus der Einrichtung 1 Ganzheitliche Ernährungsberatung, Friesenheim und der 2 Frauen-\nklinik im Klinikum Duisburg, Deutschland\nKorrespondenzadresse: Britta Kaiser, Ganzheitliche Ernährungsberatung, D-77948\nFriesenheim, Kirchstraße 19, E-Mail: info@gesuender-essen.de\nKurzfassung:  Fragestellung: Frauen mit Endometri-\nose leiden oft chronisch an der Erkrankung selbst\nund deren vielfältigen Begleitsymptomen. Zudem\nsind die Ergebnisse der hormonellen und/oder ope-\nrativen Therapie nicht selten unbefriedigend. Es gibt\nHinweise, dass auch die Ernährung hierbei eine Rolle\nspielt. Wir wollten die Fragen untersuchen, welchen\nEinfluss die Ernährung und das Essverhalten auf den\nKrankheitsverlauf haben: Sind Schmerzzustände und\nRezidivraten durch die Ernährung beeinflussbar? Kann\nhierdurch die Begleitsymptomatik positiv beeinflusst\nwerden?\nMethode: Frauen mit gesicherter Endometriose\nunterschiedlicher Ausprägung absolvierten eine Ernäh-\nrungsumstellung im Rahmen einer individuellen Ernäh-\nrungsberatung. Dies beinhaltete eine Ernährungs-\nanamnese und das Führen eines Ernährungsproto-\nkolls. Die Analyse und Auswertung erfolgte nach\nwestlichen sowie östlichen Prinzipien. Die daraus\nresultierenden Empfehlungen bestanden ganz indivi-\nduell aus einer Zusammenstellung geeigneter und\nungeeigneter Nahrungsmittel sowie Tipps zur Umset-\nzung im Alltag.\nErgebnisse: 19 Frauen mit Endometriose wurden\nindividuell beraten und nach erfolgter Ernährungs-\numstellung zu den Auswirkungen befragt. Die ersten\nErgebnisse sind vielversprechend und lassen eine\npositive Beeinflussung des Krankheitsverlaufes bzw.\nGenesungsprozesses durch die Ernährungsumstellung\nvermuten. Neben der deutlichen Reduktion von\nSchmerzen konnte – bei niedriger Rezidivrate – auch\ndas allgemeine Wohlbefinden gesteigert werden.\nSchlussfolg erung: Aufgrund der vielfältigen posi-\ntiven Wirkungen scheint in der „richtigen Ernährung“\nein großes Potenzial zur unterstützenden Behandlung\nder Erkrankung und ihrer Begleitsymptome zu stecken.\nBesonders wenn der Wunsch nach einer Schwanger-\nschaft vorhanden ist, ermöglicht die begleitende\nErnährungstherapie bei Endometriose eine selbst-\nbestimmte, „hormonfreie“ Möglichkeit zur Erhöhung\nder Lebensqualität.\nAbstract: Effects of Nutrition Counselling in\nPatients with Endometriosis. \nObjective: Patients\nwith endometriosis are often suffering chronically by\nthe disease and the attendant symptoms. In addition,\nthe results of hormonal and/or operative therapy are\noften not considered as satisfactory. There are hints\nthat food also plays a role. We studied the questions\nwhether nutrition counselling has any effect on the\ncourse of the endometriosis and whether the com-\nplaints of the disease can be modified.\nPatients: Women with proven endometriosis were\ncounselled after collection of the individual nutrition\ndata. The analysis was using western and asiatic\ncriteria and ended in a list of advisable and not re-\ncommended food including „tips for daily practice“.\nResults: Until now, 19 patients were included and\nwere followed after the nutrition counselling. All but\none patients have reported a reduction of pain and\nother symptoms accompanied by an increased well-\nbeing. Only in one case surgery was necessary because\na recurrence was detected.\nConclusion:  The first results of the nutrition\ncounselling are promising indicating a possible po-\nsitive effect. Especially the patients with desire to\nbecome pregnant were satisfied to have a self-con-\ntained, hormone-free measure against endometriosis.\nJ Gynäkol Endokrinol 2008; 18 (2): 58–61 .\nFor personal use only. Not to be reproduced without permission of Krause & Pachernegg GmbH. \n\nJ GYNÄKOL ENDOKRINOL 2008; 18 (2) 59\nErgebnisse der Ernährungsberatung bei Frauen mit Endometriose\n Grundsätzliche Empfehlungen für Frauen\nmit Endometriose\nAllgemeine Richtlinien für eine grundsätzlich\ngesunde Ernährung\nDiese Richtlinien entsprechen denen der Deutschen Gesellschaft\nfür Ernährung (DGE). Zusätzlich resultieren aus der Auswertung\nder Ernährungsprotokolle individuelle Empfehlungen, da hier\ndie aufgenommene Menge an Nährstoffen (Kohlenhydraten,\nEiweiß, Fett), Mineralstoffen (Kalzium, Natrium, Magnesium,\netc.), Vitaminen (B-Komplex, C, A, E, etc.) sowie das Fettsäure-\nspektrum ermittelt werden. Ein „Zuviel“ oder „Zuwenig“ muss\nangepasst an das Krankheitsbild ausgeglichen werden.\nVermeidung von Nahrungsmitteln, die zu indi-\nviduellen Beeinträchtigungen führen\nSehr häufig und in steter Zunahme begriffen sind Laktose-\nund Fruktoseunverträglichkeiten. Häufig ist Fruktose an\n„Reizdarm“-Symptomen beteiligt oder verschlimmert die\nSchmerzen im Unterbauch noch zusätzlich. Auch Allergien\nmüssen berücksichtigt werden. Neben der klassischen allergi-\nschen Reaktion, welche gut nachweisbar ist, findet sich im\nNahrungsmittelbereich häufig die Nahrungsmittelunverträg-\nlichkeit. Diese resultiert in Unwohlsein nach Genuss des ent-\nsprechenden Lebensmittels. Die Symptome sind vielseitig,\nkönnen aber stark einschränkend sein. Blähungen sind häufig\nanzutreffen, ebenso Müdigkeit und Kopfweh, aber auch allge-\nmeines Unwohlsein, Übelkeit, plötzlich auftretende Schlapp-\nheit. Des Weiteren gibt es Reaktionen im Mund-Rachen-\nRaum oder Juckreiz auf der Haut. Viele Patienten reagieren\nganz individuell auch mit Sodbrennen, Magenschmerzen oder\nplötzlichem Durchfall/Verstopfung auf das entsprechende\nNahrungsmittel. Dies weiß die Patientin entweder schon, oder\nes wird durch das Ernährungsprotokoll aufgespürt.\nVermehrte Aufnahme von Nahrungsmitteln,\nwelche die Endometriose in ihrem Fortschreiten\nbremsen (Proliferation unterdrücken, Östrogen\nregulieren/reduzieren)\nÖstrogen begünstigt das Wachstum der Endometriose, daher\nsollte möglichst wenig oder gering wirksames Östrogen im Kör-\nper zirkulieren. Ballaststoffe, ausgewogene B-Vitamine, die\n„richtigen“ Fettsäuren und Phytoöstrogene sind hier anzuraten.\nVermehrte Aufnahme von Nahrungsmitteln, die\ndas Schmerzempfinden und das Entzündungs-\ngeschehen positiv beeinflussen\nHier gibt es eine ganze Reihe von Lebensmitteln, die in dieser\nHinsicht wirksam sind. Das Fettsäurespektrum unserer Nah-\nrung beeinflusst die Entstehung des Schmerzes, genauso wie\nbestimmte Wirkstoffe im Kaffee. Schmerz und Entzündungs-\ngeschehen sind im Körper über Prostaglandine geregelt.\nSchmerzen und auch Entzündungen werden maßgeblich\ndurch diese beeinflusst.\nProstaglandine der Serie 1 wirken antientzündlich und schmerz-\nstillend, Prostaglandine der Serie 2 wirken entzündlich und\nschmerzsensibilisierend.\nJeder Ansatz zur Bekämpfung von Schmerz und Entzündung\nmuss also dafür sorgen, dass mehr Serie-1-Prostaglandine als\nSerie-2-Prostaglandine entstehen. Hier gibt es Parallelen zur\nmedikamentösen Therapie, bei der die Wirkung von COX2-\nHemmern auf die Endometriose untersucht/genutzt wird.\nDie Fettsäurezufuhr entscheidet maßgeblich über die in uns\ngebildeten Prostaglandine. Das Gleichgewicht zugunsten der\n„guten“ Prostaglandine lässt sich verschieben durch:\n1. Reduzierung der Arachidonsäurezufuhr\n2.\nZufuhr von Di-Homo-γ-Linolensäure aus Borretschöl, Nacht-\nkerzenöl, schwarzen Johannisbeeren oder Kaltwasserfischen\n3. Alpha-Linolensäure aus Leinöl, Hanföl\n4. Keine bis wenig tierische Fette (Wurst, Fleisch, Milch,\nKäse, ...) mit Ausnahme der in Kaltwasserfischen und\nEiern enthaltenen Fettsäuren\n5. Keine Trans-Fettsäuren (Blätterteig, Chips, ...)\n6. Wenig Omega-6-Fettsäuren: Reduzierung von Distel-\noder Sonnenblumenöl\nNahrungsmittel und Verhaltensweisen, die den\nStoffwechsel harmonisieren und unterstützen\nHier sind allgemeingültige Regeln gemeint, wie z. B. „Kaiser-\nKönig-Bettelmann“-Regel, regelmäßiges Essen, nicht zu has-\ntiges Essen etc. Auch Faktoren wie Schlaf, Entspannung und\nSport gehören dazu.\nDieser Punkt betrifft auch die Insulinausschüttung, die wegen\ndes SHBG und der Reparaturmechanismen gering sein sollte.\nNeben Nahrungsmitteln, die einen niedrigen glykämischen\nIndex aufweisen, sind hier auch Insulinpausen empfehlenswert.\nEinsatz von Nahrungsmitteln mit geeigneter\nsanfter Hormonwirkung\nPhytoöstrogenhaltige Nahrungsmittel wie Soja oder Leinsamen,\naber auch Tees mit geeigneten sekundären Pflanzenstoffen\nkommen hier zum Einsatz.\nWichtig ist auch die Vermeidung von Xenoöstrogenen. Daher\nsollten weniger belastete Lebensmittel gegessen werden. Den\nV orzug erhalten die Lebensmittel, welche am Anfang der\nNahrungskette stehen. Keine tierischen Produkte aus Massen-\nbetrieben, da hier Hormone und andere hormonähnliche Sub-\nstanzen zum Einsatz kommen; also möglichst biologische\nProdukte verwenden.\nZusätzlich werden selbstverständlich individuelle V orlieben/\nAbneigungen, Allergien/Unverträglichkeiten sowie Möglich-\nkeiten (kocht zuhause, ist auf Kantinenverpflegung/Restau-\nrant angewiesen) zur Nahrungsaufnahme berücksichtigt.\nIm Anschluss an diese Empfehlungen wurden Fragebögen\nverschickt, in denen nach der jeweiligen Zielerreichung gefragt\nwurde. Die Umstellung lag zwischen 6 Monate und 4 Jahre\nzurück.\n Ergebnisse\nDie Patientinnen durften in der Zieldefinition mehrere Bera-\ntungsziele (Abb. 1) benennen. In den meisten Fällen sind die\ngenannten Ziele komplett erreicht worden (Abb. 2).\n\n60 J GYNÄKOL ENDOKRINOL 2008; 18 (2)\nErgebnisse der Ernährungsberatung bei Frauen mit Endometriose\nFür viele Endometriose-Patientinnen war der Schmerz ein\nwichtiges Problem, welches es zu verringern galt. Oft klagten\ndie Frauen über Schmerzen, die sie arbeitsunfähig machten\nund auf keine Medikation ansprachen, bis hin zu Schmerzen,\ndie mit gängigen Schmerzmitteln erträglich waren. Die Er-\nnährungsumstellung brachte eine deutliche Besserung des\nSchmerzempfindens (Abb. 3). Zur Ermittlung dieses Wertes\ndiente die visuelle Analog-Skala von 1–10 (V AS).\nNeben dem Schmerzempfinden ist das allgemeine Wohlbefin-\nden ein wichtiger Parameter für die Lebensqualität der Patien-\ntin. Je besser sie sich fühlt, umso eher ist sie den Auswirkun-\ngen der Erkrankung gewachsen. Auch hier konnte die\nErnährungsumstellung einen wichtigen Beitrag leisten und\ndas allgemeine Wohlbefinden deutlich steigern (Abb. 4).\nDie wichtigsten Anliegen der Patientinnen sind die Vermeidung\nvon Rezidiven sowie der bislang unerfüllte Kinderwunsch.\nDie Ernährungsumstellung erwies sich sowohl hinsichtlich\nder Rezidivreduktion als auch wegen der Verbesserung der\nBegleitsymptomatiken sehr erfolgreich, was sich auch auf die\nFertilität positiv ausgewirkt hat (Abb. 5).\nEbenso besserten sich die am häufigsten genannten Begleiter-\nscheinungen (Abb. 6) – allesamt Paradedisziplinen der Ernäh-\nrungsberatung – zu 100 %.\nDes Weiteren konnten 90 % der Patientinnen ihre Medikation\n(Abb. 7) reduzieren bzw. ganz auf diese verzichten.\nNur 1 Patientin musste aufgrund eines Rezidivs der Endome-\ntriose erneut operiert werden.\nAbbildung 1:  Zieldefinition (Mehrfachnennung möglich)\nAbbildung 2:  Zielerreichung durch Ernährungsberatung\nAbbildung 3:  Schmerzreduktion (gemittelt)\nAbbildung 4:  Wohlbefinden (gemittelt)\nAbbildung 5:  Zielerreichung\nAbbildung 6:  Begleitsymptomatik (Mehrfachnennungen möglich)\nAbbildung 7:  Reduzierung der Medikation\n\nJ GYNÄKOL ENDOKRINOL 2008; 18 (2) 61\nErgebnisse der Ernährungsberatung bei Frauen mit Endometriose\n1. Carroll KK, Gammal EB, Plunkett ER.\nDietary fat and mammary cancer. Can Med\nAssoc J 1968; 98: 590–4.\n2. Gramenzi A, Gentile A, Fasoli M, Negri\nE, Parazzini F , La Vecchia C. Association\nbetween certain foods and risk of acute\nmyocardial infarction in women. BMJ 1990;\n300: 771–3.\n3. Levi F , Pasche C, La Vecchia C, Lucchini\nF , Franceschi S, Monnier P . Food groups and\nrisk of oral and pharyngeal cancer. Int J\nCancer 1998; 77: 705–9.\n4. Levi F , Pasche C, La Vecchia C, Lucchini\nF , Franceschi S. Food groups and colorectal\ncancer risk. Br J Cancer 1999; 79: 1283–7.\n5. Martínez-González MA, Fernández-Jarne\nE, Serrano-Martínez M, Marti A, Martinez\nJA, Martín-Moreno JM. Mediterranean\ndiet and reduction in the risk of a first acute\nmyocardial infarction: an operational healthy\ndietary score. Eur J Nutr 2002; 41: 153–60.\nBritta Kaiser\nGeboren 1970 in Iserlohn. Nach Ausbildung\nzur Chemisch-Technischen Assistentin Studi-\num der Chemie. Tätigkeit u. a. als Labor-\nleiterin am Institut für Traditionelle Chinesi-\nsche Medizin in Bochum, Weiterbildung zur\nGanzheitlichen Ernährungsberaterin. Seit 2001\nintensiv mit dem Thema „Ernährung und\nEndometriose“ befasst. Seit 2002 selbständige\nErnährungsberaterin mit den Schwerpunkt-\nthemen Frauengesundheit und Chinesische\nDiätetik. Zusammenarbeit mit verschiedenen\nKliniken und Arztpraxen, insbesondere mit den Wedau Kliniken Duisburg,\nHerrn Priv.-Doz. Dr. Matthias Korell. Workshops, Vorträge und Beratungen\nzum Thema.\n6. Wu AH, Yu MC, Tseng CC, Pike MC. Epi-\ndemiology of soy exposures and breast\ncancer risk. Br J Cancer 2008; 98: 9–14.\n7. Parazzini F, Chiaffarino F , Surace M,\nChatenoud L, Cipriani S, Chiantera V , Benzi\nG, Fedele L. Selected food intake and risk\nof endometriosis. Hum Reprod 2004; 19:\n1755–9.\n8. Mills D, Vernon M. Endometriosis – a\nkey to healing through nutrition. Thorsons,\nNorthamptonshire, 2002.\n9. Umfrage im Endometriose-Forum\n„www.habeebee.de“: „Lebensgewohnhei-\nten von Endometriose-Patientinnen“ , 2002.\n10. Kasper H. Ernährungsmedizin und\nDiätetik, 9. Auflage. Urban und Fischer,\nMünchen, 2000.\n11. Engelhardt U. Chinesische Diätetik, 2.\nAuflage. Urban und Fischer, München,\n2002.\n Diskussion\nIn Anbetracht unserer Erfahrungen und der vorliegenden Er-\ngebnisse erscheint der Einsatz einer Ernährungsumstellung bei\nEndometriose sehr empfehlenswert zu sein. Das bisherige,\ninsgesamt eher unbefriedigende Therapiespektrum wird mit\nder Ernährungsberatung um eine vielversprechende Methode\nergänzt. Dabei sind die Effekte, welche zur Besserung der\nErkrankung sowie der Lebensqualität beigetragen haben,\nvielfältig. Neben den rein physiologischen Auswirkungen,\nwelche die Änderung der Nährstoffzufuhr mit sich bringt,\nwird auch zur Heilung auf seelischer Ebene beigetragen, in-\ndem die Patientin eigenverantwortlich an ihrer Gesundheit\nmitarbeiten kann und sich nicht mehr nur „fremdbestimmt“\nfühlt. Zusätzlich ermöglicht die Chinesische Diätetik über\nbestimmte Nahrungsmittel einen Zugang zu Emotionen, so-\ndass die Patientin zudem in ihrer jeweiligen Stimmungslage\nunterstützt werden kann.\nAuch der Alltag der Patientin, ihre Lebensgewohnheiten ver-\nschieben sich, da durch die gelebte Ernährungsumstellung ein\nBewusstsein für Gesundheit geschaffen wurde.\nDie Einflussnahme der Ernährung erstreckt sich auf einen\nweiten Bereich, der vom Hormonsystem über das Schmerz-\nempfinden bis hin zu Begleiterkrankungen und schließlich\ndem oft mit der Erkrankung einhergehenden unerfüllten Kin-\nderwunsch reicht. Dabei bietet die Ernährungstherapie ent-\nscheidende V orteile gegenüber herkömmlichen Methoden: Sie\nist frei von den klassischen Medikamenten-Nebenwirkungen,\nwie sie bei der Endometriosetherapie häufig sind. Es treten\nweder depressive Verstimmungen, Müdigkeit, Nachtschweiß\nnoch Hitzewallungen, trockene Schleimhäute oder Knochen-\nsubstanzverluste auf. Sie bietet sich auch insbesondere dann\nan, wenn Kinderwunsch besteht und somit Hormonpräparate\nnicht zum Einsatz kommen sollen.\nZusammenfassend scheint die Ernährungsberatung als indivi-\nduelle ganzheitliche Methode bestens geeignet zu sein, um bei\nder Behandlung eines ganzheitlichen, multikausalen Phänomens\nwie der Endometriose unterstützend wirksam zu werden.\nLiteratur:\n\nMitteilungen aus der Redaktion\nHaftungsausschluss\nDie in unseren Webseiten publizierten Informationen richten sich ausschließlich an geprüfte \nund autorisierte medizinische Berufsgruppen und entbinden nicht von der ärztlichen Sorg-\nfaltspflicht sowie von einer ausführlichen Patientenaufklärung über therapeutische Optionen \nund deren Wirkungen bzw. Nebenwirkungen. Die entsprechenden Angaben werden von den \nAutoren mit der größten Sorgfalt recherchiert und zusammengestellt. Die angegebenen Do-\nsierungen sind im Einzelfall anhand der Fachinformationen zu überprüfen. 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