{"paper_id":"80498311-d532-4204-b974-210fb6759449","body_text":"Interleukin-8 ist an den Entzündungsreaktionen bei der Endometriose beteiligt. Forscher haben einen Antikörper gegen das Protein entwickelt.\nJapanische Forscher haben einen Antikörper gegen Interleukin-(IL-)8 entwickelt. Er soll durch eine Blockade von Entzündungsreaktionen das Fortschreiten einer Endometriose verhindern. Der Antikörper hat nach den in Science Translational Medicine (2023; DOI: 10.1126/scitranslmed.abq5858) vorgestellten Ergebnissen bei Makaken eine gute Wirkung erzielt und wird bereits in einer klinischen Studie geprüft.\nEndometrioseherde enthalten auch Entzündungs- und Bindegewebszellen, die an den Beschwerden beteiligt sind und die Schleimhautinseln fest mit dem Untergrund verankern. Ein zentraler Botenstoff bei dieser Fibrosierung ist möglicherweise Interleukin-8. Dies hat ein Team um Dr. Tadashi Sankai vom Nationalen Institut für Biomedizinische Innovation, Gesundheit und Ernährung in Ibaraki in der Präfektur Osaka zusammen mit der Firma Chugai zur Entwicklung eines IL-8-Antikörpers (AMY109) veranlasst, der inzwischen an Makaken untersucht wurde.\nEine 1-mal monatliche subkutane Injektion von AMY109 verminderte die Größe der Endometriose-Läsione; in den Herden wurde zudem eine Fibrosierung weitgehend verhindert. Erreicht wurde dies über eine Blockade der Entzündungsreaktionen. Die Wirkung von AMY109 setzte allerdings erst nach mehreren Monaten ein.\nSollte das Arzneimittel die ersten klinischen Prüfungen erfolgreich absolvieren, so würde es demnach nicht primär dazu eingesetzt werden, akute Schmerzen im Zusammenhang mit der Erkrankung zu lindern. Es könnte stattdessen im Sinne einer krankheitsmodifizierenden Behandlung das allmähliche Fortschreiten der Endometriose stoppen. Da bei den Tieren keine Sicherheitsprobleme beobachtet wurden, wird AMY109 derzeit in einer ersten klinischen Studie an Patientinnen mit Endometriose getestet.\nDOI: 10.3238/PersGyn.2023.06.23.04","source_license":"CC0","license_restricted":false}