{"paper_id":"6e827406-f3ad-4108-9f99-c5bf4ecdcf78","body_text":"Subscribe to RSS\nDOI: 10.1055/s-2004-822048\nPsychosomatische Aspekte bei Endometriose: Eine qualitativ-inhaltsanalytische Untersuchung\nFragestellung: Endometriose ist eine der häufigsten gynäkologischen Erkrankungen im reproduktionsfähigen Alter. Diskrepanzen zwischen klinischem Befund und subjektivem Krankheitserleben lassen die Frage nach determinierenden Faktoren für das subjektive Empfinden aufkommen.\nMethode: Im Unterschied zu operational-quantitativen Untersuchungen wurde in der vorliegenden Untersuchung eine hermeneutisch-sinnorientierte Vorgehensweise unter Verwendung qualitativer Forschungsmethoden angewendet. Elf Interviews wurden mit Endometriosepatientinnen bei aktueller Diagnosestellung und weitere 11 Interviews 6 Monate nach Behandlung durchgeführt. Sie wurden auf Tonband aufgezeichnet und nach den Regeln der Ulmer Textbank transkribiert. Es erfolgten sodann eine Einzelfallanalyse und ein komparativ kasuistischer Vergleich der z.T. deduktiv, z.T. induktiv gewonnenen Kategorien.\nErgebnisse: Es zeigte sich, dass Endometriosepatientinnen eine belastete psychosexuelle Befindlichkeit und Entwicklung haben und ihr geschlechtsspezifisches Rollenverständnis konfliktreich sein kann. Darüber hinaus zeigte sich intrapsychisch ein sich im Schmerzerleben repräsentierter Aggressionskonflikt, der sich interpersonell in Beziehungen zu Mitmenschen und besonders in der Arzt-Patientin-Beziehung auswirken kann. Diese erwies sich in der Untersuchung mit Interviews 6 Monate nach Behandlung als polarisiert zwischen Eigensteuerung und Fremdbestimmtheit. Von besonderer Bedeutung war der Aspekt der Ratlosigkeit.\nSchlussfolgerung: Hinweise für eine sinnvolle Neugestaltung der Arzt-Patientinnen-Beziehung werden gegeben und neuere Konzepte der Psychosomatosen in Bezug auf das hier untersuchte Krankheitsbild diskutiert.","source_license":"CC0","license_restricted":false}