{"paper_id":"6dc6dcb9-463b-4066-8352-30f805985978","body_text":"Gynäkologe 2010  ·  43:888–889\nDOI  10.1007/s00129-010-2586-5\nOnline  publiziert: 30.  Oktober  2010\n©  Springer-Verlag  2010\nD. Hornung1 ·   K. Diedrich 1 ·   T. Strowitzki2\n1 Universitätsfrauenklinik,  Universität  Schleswig-Holstein,  Campus  Lübeck\n2 Universitätsfrauenklinik  Heidelberg\nEndometriose\nEinführung zum Thema\nDie Zeitspanne zwischen dem ersten Auf -\ntreten von Symptomen und der definitiven \nDiagnosestellung Endometriose mittels La-\nparoskopie und Histologie beträgt auch heu-\nte noch zwischen 6 und 9 Jahre. Durch di -\nagnostische Marker könnten Endometri -\nosepatientinnen erkannt und frühzeitig ei-\nner entsprechenden operativen bzw. me -\ndikamentösen Therapie zugeführt wer -\nden. Hierzu wurde in letzter Zeit viel publi-\nziert: zu Serum- und Urinmarkern, prote -\nomischen T echniken und der Messung von \nNervenfasern aus dem Endometrium. In -\nzwischen konnten bereits hervorragende \nSensitivitäten und Spezifitäten, negative und \npositive prädiktive V orhersagewerte erreicht \nwerden. In den Übersichtsarbeiten dieser \nAusgabe von Der Gynäkologe  werden die \naussichtsreichsten Einzel- und Kombinati-\nonstests vorgestellt. Langfristig sollten sol-\nche Tests nicht nur zur Erstdiagnose, son -\ndern möglichst auch zur Verlaufsbeobach-\ntung mit oder ohne medikamentöse Thera-\npie eingesetzt werden können.\n> Noch eignen sich \nProtein-Pattern-Profiling-\nUntersuchungen nicht \nfür die Routine\nMit dem Einsatz verschiedener proteo -\nmischer T echniken haben sich einige Bio-\nmarker zur Früherkennung von Endo -\nmetriose vorschlagen lassen. Leider kön-\nnen Protein-Pattern-Profiling-Untersu -\nchungen aus Kostengründen nicht für den \nRoutineeinsatz genutzt werden.\nNervenfasern konnten im eutopen \nEndometrium von Patientinnen mit En-\ndometriose sowie in ektopen Läsionen \nnachgewiesen werden. Es wurde deshalb \nvon einigen Forschungsgruppen postu -\nliert, die Messung endometrialer Nerven-\nfasern als semiinvasiven Test (Endome -\ntriumentnahme mit der sog. Pipellen-\nTechnik) für die Diagnose Endometri -\nose zu verwenden. Demgegenüber stehen \nDaten, die zeigen konnten, dass Nervenfa-\nsern im Endometrium allgemein bei Frau-\nen mit Unterbauchschmerzen nachgewie-\nsen werden konnten, nicht nur bei Frau-\nen mit Endometriose. Zumindest scheint \nheute klar zu sein, dass Endom etriose \nneuromodulatorische Eigenschaften auf-\nweist.\n> Die Endometriose weist \nneuromodulatorische \nEigenschaften auf\nDie wesentlichen Schritte zur Diagnose -\nsicherung beinhalten die sorgfältige gynä -\nkologische Untersuchung, die V aginal- und \nRektalsonographie, gelegentlich die Ma -\ngnetresonanztomographie, auf jeden Fall \ndie diagnostische Laparoskopie und die his-\ntologische Sicherung. Die Methode der Auto-\nfluoreszenz kann insbesondere zur besseren \nDarstellung okkulter peritonealer Endo -\nmetrioseherde genutzt werden. Zu den heu-\nte üblichen Klassifizierungen der Endome-\ntriose zählen der rASF  (American Society \nof Fertility revised classification)- und der \nENZIAN-Score. \nNeben der operativen Sanierung ist die \nmedikamentöse Therapie der Endometri-\nose die zweite therapeutische Säule, mit der \nleider nur eine symptomatische, keine ku-\nrative Behandlung erreicht werden kann. \nJede Form der Endometriosebehandlung \nsollte individuell je nach Beschwerden \nund Wünschen mit der Patientin bespro-\nchen werden. Zum Einsatz kommen sehr \nhäufig Analgetika (NSAIDs), orale Kon-\ntrazeptiva, bevorzugt im Langzyklus, Ges-\ntagene und GnRH („gonadotropin-relea-\nsing hormone“)-Analoga. Gestagene wer-\nden nicht nur oral, sondern auch als De-\npotinjektion, intrauterine Spirale oder in-\ntravaginal eingesetzt. Experimentelle me-\ndikamentöse Ansätze umfassen GnRH-\nAntagonisten, Aromataseinhibitoren, \nZyklooxygenase (COX)-2-Hemmer, se -\nlektive Progesteronrezeptormodulatoren \n(SPRM), Angiogeneseinhibitoren und \nImmunmodulatoren.\nEine operative Sanierung vor der Kin-\nderwunschbehandlung hat einen ganz \nklaren Stellenwert, während eine medika-\nmentöse Therapie eher zur Verzögerung \nder Erfüllung des Kinderwunsches führt. \nEine Ausnahme hiervon ist das ultralange \nStimulationsprotokoll mit einer Down -\nregulierung durch GnRH-Analoga für \ndrei Monate vor IVF-Therapie für Pati -\nentinnen mit mittel- oder schwergradiger \nEndometriose. Maßnahmen der künstli-\nchen Befruchtung führen meistens eher \nzu einem Erfolg als ein rein exspekta -\ntives Vorgehen. Leider liegen jedoch die \nSchwangerschaftsraten nach IVF-Thera-\npie bei Frauen mit Endometriose um et-\nwa 50% niedriger als bei Frauen mit tu -\nbarer oder idiopathischer Sterilität.\nDurch Fortschritte in den Bereichen \nDiagnostik, Operation, medikamentöse \nBehandlung und Kinderwunschthera -\n888 |  Der  Gynäkologe   11  ·  2010\n\npie sollte es möglich werden, die lange \nLeidenszeit der Endometriosepatientin \nzu verkürzen und damit ihre Lebensqua-\nlität zu verbessern.\nProf. Dr. D. Hornung\nProf. Dr. T. Strowitzki\nProf. Dr. K. Diedrich\nKorrespondenzadresse\nProf. Dr. D. Hornung\nUniversitätsfrauenklinik,  Universität \nSchleswig-Holstein,  Campus  Lübeck\nRatzeburger  Allee  160,  23538 Lübeck\nD.Hornung@gmx.de\nInteressenkonflikt.  Der  korrespondierende  Autor \ngibt  an,  dass  kein  Interessenkonflikt  besteht.\nLeitthemen in Der Gynäkologe 2009\nF  01/09  Habituelle  Aborte\nF  02/09  Risikoschwangerschaft\nF  03/09  Targeted  Therapy\nF  04/09  Erkrankungen  von  Vulva  und  Vagina\nF  05/09  40  Jahre  Cardiotokographie\nF  06/09  Neue  Aspekte  der  Strahlentherapie  in  der  Gynäkologie\nF  07/09  Reproduktionsmedizin  und  Embryonenschutz\nF  08/09  Verhalten  in  kritischen  Rechtssituationen\nF  09/09  Mammakarzinom  in  besonderen  Situationen \nF  10/09  Infektionserkrankung  in  Gynäkologie  und  Geburtshilfe \nF  11/09  Prädiktive  Diagnostik  in  der  Frauenheilkunde \nF  12/09  Zervixkarzinom\nLeitthemen in Der Gynäkologe 2010\nF  01/10  Verhalten  in  kritischen  Rechtssituationen,  Teil   II\nF    02/10    Innovationen  in  der  minimal-invasiven  Chirurgie   \nder  Gynäkologie \nF  03/10  Zentrumsbildung  in  der  Gynäkologie  und  Geburtshilfe\nF  04/10  Dokumentationssysteme  in  der  Frauenheilkunde\nF  05/10  Hormontherapie  in  der  Peri-  und  Postmenopause\nF    06/10    Medizin  am  Rand  der  Lebensfähigkeit\nF  07/10  Molekularbiologische  Mechanismen  für  den  Kliniker\nF  08/10  Grenzsituationen  in  der  Urogynäkologie \nF  09/10  Frauenärztin/Frauenarzt  der  Zukunft\nF  10/10  Psychosoziale  Aspekte  der  Gynäkologie\nF  11/10  Endometriose \nF    12/10  Mammakarzinom  –   Neue  Aspekte  aus  Praxis  und  Politik\n(Änderungen  vorbehalten)\nDer Gynäkologe  bietet  jeden  Monat  umfassende  und  aktuelle  Beiträge  zu  interessanten   \nThemenschwerpunkten  aus  allen  Bereichen  der  Gynäkologie  und  Geburtshilfe.\nMöchten  Sie  ein  bereits  erschienenes  Heft  nachbestellen?  Die  bereits  erschienenen  Ausgaben  aus \n2009  und  2010  können  Sie  direkt  bei  unserem  Kundenservice  zum  Preis  von  EUR  32,–  beziehen: \nSo  erreichen  Sie  unseren  Kundenservice:\nSpringer  Medizin  Verlag  GmbH\nKundenservice  Zeitschriften\nHaberstraße  7\n69126  Heidelberg\nTel.  +49  6221  345-4303\nFax:  +49  6221  345-4229\nE-Mail:  Leserservice@springer.com\nwww.DerGynaekologe.de\nLeserservice: Themenübersicht\n889Der  Gynäkologe   11  ·  2010   |","source_license":"CC0","license_restricted":false}