{"paper_id":"635d1aa2-b359-4d3d-8dbf-cfd3e9139a20","body_text":"Menopause\nJ.Gynäkol.Endokrinol.CH2025·28:14–20\nhttps://doi.org/10.1007/s41975-025-00381-2\nAngenommen:30.Januar2025\nOnlinepubliziert:17.März2025\n©TheAuthor(s)2025\nHormonersatztherapienach\nEndometriose\nKatharinaMüller1 ·ThomasRömer 2\n1 UniklinikRWTHAachen,Aachen,Deutschland\n2 EvangelischesKlinikumKölnWeyertalGmbH,Köln,Deutschland\nQR-Codescannen&Beitragonlinelesen\nZusammenfassung\nEndometriose bildet sich nach der Menopause (postmenopausal) in der Regel\nzurück,jedochzeigen sichbei2–5%derpostmenopausalenFrauenpersistierende\nBeschwerden oder Rezidive nach Hormonersatztherapie (HRT).Für diesen Artikel\nwurden eine Umfrage unter Gynäkologen zum Wissensstand über HRT und\nEndometriosesowieeine Literaturrecherche zudiesem Thema durchgeführt.Unter\ndenbefragten Gynäkologen zeigte sicheineheruneinheitliches Bild.InderLiteratur\nwurdeunterstrichen, dassdieMöglichkeite ines Rezidivsauchpostmenopausalnicht\nausserAchtgelassen werden darf.Die Wahl derrichtigen Hormonersatztherapie ist\ndabeivonhöchsterBedeutung.Empfohlenwirdeinekontinuierlich-kombinierte HRT,\nbevorzugtmitDienogestalsGestagen, alternativistTiboloneinsetzbar.\nSchlüsselwörter\nEndometrioserezidiv·Postmenopause·High-risk-Gruppe·Hormonersatztherapie\nEinführung\nEndometriose ist das Vorkommen endo-\nmetriumartiger Zellverbände bestehend\nausendometrioidenDrüsenzellverbänden\nund/oderStromazellenausserhalbdesCa-\nvum uteri. Sie ist eine der häuﬁgsten gy-\nnäkologischen Erkrankungen. Verlässliche\nDaten zur Prävalenz und Inzidenz liegen\nnicht vor. Als Erstliniensubstanz in der\nhormonellenTherapiewirdinderLeitlinie\nder deutsche Gesellschaft für Gynäkolo-\ngie und Geburtshilfe zur Diagnostik und\nTherapie der Endometriose eine Gesta-\ngenmonotherapie (bevorzugt Dienogest)\nempfohlen. Als Zweitlinientherapie kön-\nnenkombiniertoraleKontrazeptiva,lokale\nGestagene und GnRH-Analoga eingesetzt\nwerden [1].\nDieEndometriosebildetsichinderRe-\ngelnachderMenopausezurück.Gelegent-\nlich bleibt sie aber bestehen und führt zu\npersistierenden Beschwerden [2]. Es sind\netwa 2–5% der postmenopausalen Frau-\nen betroﬀen [3]. Es gibt bestimmte Pati-\nentengruppenmiterhöhtemRisikofürein\nRezidiv (\n.Abb.1;[ 4]). Bezüglich des Ein-\nﬂusses einer Hormonersatztherapie (HRT)\nauf eine Endometriose ﬁndet man in der\nLeitlinie und in der Literatur nur sehr we-\nnig.\nFragebögenzumWissenstandHRT\nundEndometriose\nWir entwickelten einen Fragebogen, der\nuns einen Überblick über das Wissen\nbezüglich des Themas „Hormonersatz-\ntherapie nach Endometriose“ unter den\nGynäkologen verschaﬀen sollte. Dieser\nwurde auf verschiedenen Tagungen und\nKongressen an niedergelassene und kli-\nnisch tätige Kollegen verteilt. In diesen\nFragebögen wurden zwei ﬁktive Fälle\nbeschrieben. Es wurde daraufhin gefragt,\nob die Kollegen in diesen Fällen eine\nHRT verschreiben würden und, wenn ja,\nwelche sie wählen würden (Östrogen\nmono, Östrogen/Gestagen sequenziell\noder kombiniert-kontinuierlich, Tibolon).\nDes Weiteren wurde gefragt, welches\nGestagen bei einer Kombinationstherapie\nbevorzugt würde.\nVondenausgegebenenFragebögener-\nhieltenwir59zurück.VondenTeilnehmern\nw a r e n4 1( 6 9 , 5 % )i ne i n e rP r a x i st ä t i g e\n14 JournalfürGynäkologischeEndokrinologie/Schweiz1·2025\n\nAbb. 1 8High-risk-GruppefüreinEndometrioserezidivdurcheineHRT\n3\n29\n4\n16\n6\n0\n5\n10\n15\n20\n25\n30\n35\nAbb. 2 8ErgebnisderTherapieauswahlimerstenFall\nProgesteron\n31%\nDydrogesteron\n0%\nDienogest\n50%\nCMA\n7%\nDesogestrel\n8%\nMPA\n4%\nProgesteron\nDydrogesteron\nDienogest\nCMA\nDesogestrel\nMPA\nAbb. 3 8ErgebnisderWahlfüreinGestagenimerstenFall\n6\n14\n1\n18 18\n0\n2\n4\n6\n8\n10\n12\n14\n16\n18\n20\nAbb. 4 8ErgebnisderTherapieauswahlimzweitenFall\nÄrzte und 13 (22%) in der Klinik tätige\nÄrzte. Fünf Ärzte machten keine Aussage\nbezüglich ihrer Tätigkeit.\nErsterFall\nDerersteFallhandeltvoneiner48-jährigen\nPatientin im Zustand nach laparoskopisch\nsuprazervikaler Hysterektomie (LASH),bei\nder intraoperativ per Zufall eine Endome-\ntrioseentdecktundsaniertwurde.Siestellt\nsichnun8Jahrespätermit10Hitzewallun-\ngentäglichvor.Esbestehenkeineweiteren\nRisikofaktoren für eine HRT.\nResultate\nI n s g e s a m ts p r a c h e ns i c hi me r s t e nF a l l\n96,6% (n=57) für eine HRT aus; 29 Ärzte\n(49,2%) wählten hierfür eine Östrogen-\nmonotherapie und 16 (27,1%) eine kom-\nbiniert-kontinuierliche Kombinationsthe-\nrapie.Tibolonwählten6(10,2%)undeine\nsequenzielle Kombinationstherapie wähl-\nten 4 (6,8%)Teilnehmer (.Abb.2).Inder\nFrage nach dem Gestagen gaben mehr\nTeilnehmer eine Stimme für ein Gestagen\nab, als überhaupt im Vorfeld eine Kombi-\nnationstherapie gewählthatten. 13(22%)\nbevorzugtenDienogest,8(13,6%)Proges-\nteron,jeweils2(3,4%)CMAundDesoges-\ntrel und 1 (1,7%) MPA (.Abb.3).\nZweiterFall\nDerzweite Fallhandelt voneiner 51-jähri-\ngen Patientin im Zustand nach totaler la-\nparoskopischer Hysterektomie (TLH) und\nDarmteilresektion bei Adenomyosis und\nrektovaginalerEndometriose,welchekom-\nplett saniert wurde. Aktuelle Vorstellung\nbei 15 Hitzewallungen pro Tag. Es beste-\nhen keine Risikofaktoren für eine HRT.\nResultate\nIm zweiten Fall wählten 53 (89,8%) eine\nHRT als Therapie der Wahl, nur 6 (10,2%)\nsahenkeineIndikationhierfür.Davonent-\nschieden sich jeweils 18Ärzte (30,5%)für\nÖstrogen/Gestagen kombiniert-kontinu-\nierlich und ebenfalls 18 Ärzte für Tibolon\nals bevorzugte HRT. Nur 14 (23,7%)\nw ä h l t e nÖ s t r o g e nm o n ou n d1( 1 , 7 % )\neine sequenzielle Kombinationstherapie\n(.Abb.4). Auch in diesem Fall war die\nAnzahl derer, die sich für ein Gestagen\naussprachen, höher als die Anzahl derer,\ndie eine Kombinationstherapie wählten.\nMit einer Mehrheit von 18 (30,5%)wurde\nauch dieses Mal Dienogest bevorzugt.\nBei 7 (11,9%) ﬁel die Wahl auf Progeste-\nron, bei 3 (5,1%) auf Dydrogesteron und\neinmal (1,7%) war Desogestrel die Wahl\n(.Abb.5).\nJournalfürGynäkologischeEndokrinologie/Schweiz1·2025 15\n\nMenopause\nTab. 1 LiteraturreviewzuHRT\nAutor Jahr ArtderVeröﬀentlichung TherapieempfehlungeninderLiteratur\nAmer,S.etal.[ 5] 2023 Casereport/nationalsurvey Estrogen+Norethisteron(15mg/d)\nBritishMenopauseSociety:EmpfehlungkombinierteHRTbisErreichennatür-\nlichesMenopausenalter\nBain,C.[ 6] 2017 Review NachHysterektomie(HE)+makroskopischohneResiduen:niedrigdosierte\nEstrogentherapie\nKeineHE,Residuen,starkerBefall:Estrogen+GestagenoderTibolon\nFedele,L.etal.[ 7] 1999 Prospektive,randomisierte\nStudie\nTibolon2,5mg/dbesseralsÖstrogentransdermal50mg2×/Woche(bei\nGebärmuttererhalt+zyklischesMedroxyprogesteronacetat10mg/d)\nGemmell,L.C.etal.[ 8] 2017 Review KombiniertekontinuierlicheHRTisteinerÖstrogenmonotherapievorzuzie-\nhen\nAlternative:Tibolon\nMacLennan,A.H.[ 9] 2011 Review KeineabsoluteKontraindikationfürHRT\nMatorras,R.etal.[ 10] 2002 Prospektive,randomisierte\nStudie\nRisikofaktorenpostmenopausal:Peritonealbefall>3cmundinkomplette\nOP→hierVorsichtmitHRT\nOxholm,D.etal.[ 3] 2007 Review Prämenopausal:NacheinerradikalenOPaufgrundEndometrioseüberwiegt\nderNutzeneinerHRTdiemöglichenRisiken\nPostmenopausal:genaueAufklärung(RezidivundCa.)undIndikationsstel-\nlung+regelm.ambulanteKontrollen!\nPalep-Singh,M.etal.[ 11] 2009 Review TibolonodereinekombinierteHRT\nRattanachaiyanont,M.etal.\n[12]\n2003 RetrospektiveBeobach-\ntungsstudie\nRezidiv/KlinikEndometriosenachHE+Adnexektomiebds.nurinderÖstro-\ngenmonogruppe\nSecosan,C.etal.[ 13] 2020 Review Rezidivtherapie:kontinuierliche,kombinierteÖstrogen-/Progesterontherapie\noderTibolon\nEDEndometriosepostmenopausal:OP;beiKIProgesteron(p.o./intrauterin)\noderAromatasehemmer+Bisphosphonate\nSomboonporn,W.etal.[ 14] 2011 Review Vergleich:LNG-IUPvs.Progesteronp.o.beiEstrogentherapiezurEndometri-\numprotektion\nLNG-IUPwirksameralssequenziellesMedroxyprogesteronacetat,vergleich-\nbarmitanderensystemischenProgesteronen\nTab. 2 VorgehenbeiNeuauftreteneinerEndometriosepostmenopausal\nAutor Jahr ArtderVeröﬀentlichung TherapieempfehlungeninderLiteratur\nStreuli,I.etal.[ 15] 2017 Review Firstline:OP(wg.GefahrdermalignenEntartung)\nPost-OPbeipersistierenderKlinik:medikamentöseTherapie\nTan, D.A. et al. [16] 2018 Review Firstline:OP\nZanello,M.etal.[ 17] 2019 Review Firstline:OP\nNachOPoderKI:medikamentöskombinierteHRT(Gestagen:Progesteron\noderDienogest),gefolgtvonTibolon\nUnterden Gynäkologen, diedieFrage-\nbögenbeantworteten,zeigtesicheineher\nuneinheitliches Bild. Es gibt für die Praxis\nkeine klaren Vorgaben bezüglich dieses\nThemas und es scheinen noch viele Un-\nklarheiten zu bestehen. Daher wurde im\nzweitenTeilderPublikationanalysiert,was\ndieEmpfehlungeninderLiteraturderletz-\nten Jahre waren.\nLiteraturrecherche\nMethodeundMaterial\nFür diesen Artikel wurde eine Literatur-\nrecherche in PubMed und der Cochrane\nLibrary bis Mai/Juni 2023 durchgeführt.\nSuchwörter waren „postmenopausale En-\ndometriose“, „Menopause und Endome-\ntriose“,„EndometrioseundHormonersatz-\ntherapie“. Nach eingehender Prüfung der\nTreﬀer konnten wir 16 Reviews, 4 „case\nreports“, 7 Studien (davon 4 retro- und\n3 prospektiv) sowie ein „national survey“\nundein „EMAS position paper“ zudiesem\nThema einschliessen (\n.Tab.1und2).\nResultate\nDiverse „case reports“ zeigen, dass un-\ntereinerHRTeinEndometrioserezidiv[ 18,\n19] und auch Endometriose als De-novo-\nErkrankung auftreten kann [20].\nIn der Literaturrecherche zeigte eine\nepidemiologische Studie bezüglich des\nAuftretens von Endometriose postmeno-\npausal eine Rate von 2,6%. Es bestand\nhäuﬁg ein Zusammenhang mit einer HRT.\nAber es gab auch Fälle, in denen die Er-\nkrankung ohne Zusammenhang mit einer\nHRT auftrat [21]. In einer prospektiven,\nrandomisierten Studie von 2002 konnte\nein erhöhtes Endometrioserezidivrisiko\npostmenopausal unter HRT festgestellt\nwerden. Hierbei wurden als weitere Ri-\nsikofaktoren ein Peritonealbefall>3cm\nundinkompletteVoroperationengenannt\n16 JournalfürGynäkologischeEndokrinologie/Schweiz1·2025\n\nHierstehteineAnzeige.\nK\n\nMenopause\nProgesteron\n24%\nDydrogesteron\n10%\nDienogest\n62%\nCMA\n0%\nDesogestrel\n4% MPA\n0%\nProgesteron\nDydrogesteron\nDienogest\nCMA\nDesogestrel\nMPA\nAbb. 5 8ErgebnisderWahlfüreinGestagenimzweitenFall\nAbb. 6 8EmpfehlungHRTinPeri-undPostmenopause\n[10]. Ein noch vorhandener Uterus wird\nin einer anderen Studie als weiterer Ri-\nsikofaktor betrachtet. Daher wird in der\nLiteratur postmenopausal eine Operation\nder Endometriose als Therapie der Wahl\nempfohlen [13, 15–17, 22].\nEine Observationsstudie aus dem Jahr\n2003begleitete123FrauennachHysterek-\ntomie und Adnexektomie beidseits unter\nverschiedenenHRT(Östrogenmono,zykli-\nschesÖstrogenundProgesteron,kontinu-\nierliches kombiniertes E/P) über eine Zeit\nvon im Durchschnitt 3,5 Jahren. Ein Wie-\nderauftretenderEndometriosewurdenur\nin der Gruppe der Östrogenmono-Patien-\ntinnen festgestellt. Die Schlussfolgerung\nwar daher, dass das Gestagen während\neiner HRT die Patientinnen vor einem Re-\nzidiv schützen könnte. Zusätzlich weisen\nsie auf ein erhöhtes Mammakarzinomrisi-\nko bei Langzeiteinnahme hin [12].\nFedele et al. betrachteten in ihrer Stu-\ndie21FrauennachOperationmitOopho-\nrektomiebeidseitsmitoderohneHysterek-\ntomie, die Endometrioseresiduen aufwie-\nsen. Sie verglichen den Eﬀekt von trans-\ndermalem Östrogen (ohne Hysterektomie\nmit Medroxyprogesteronacetat) versus Ti-\nbolon und konnten zeigen, dass Letzteres\nein niedrigeres Risiko für ein Endometrio-\nserezidiv hatte [7].\nAuchdieverschiedenenReviewsnann-\nten eine Östrogenmonotherapie bei post-\nmenopausalen Frauen als Ursache für\nEndometrioserezidive. Sie rieten zu einer\ngründlichen Nutzen-Risiko-Abschätzung\nbezüglich einer HRT. Insgesamt wurde\neine insuﬃziente Datenlage mit wenigen\ngut randomisierten, kontrollierten, pro-\nspektiven Studien kritisiert [23].Es wurde\nunterstrichen, dass eine Abhängigkeit\nbesteht zwischen OP-Residuen und der\nHöhe des Endometrioserezidivrisikos. Um\nein Rezidiv zu vermeiden, sollte dann\neine kombinierte kontinuierliche HRT mit\nDienogest als Gestagen, alternativ Tibo-\nlon eingesetzt werden [11, 13, 17, 24].\nNach Hysterektomie ohne Endometrio-\nseresiduen sollte eine niedrig dosierte\nÖstrogentherapie gewählt werden [ 6].\nAuch im „EMAS position statement“ wird\nbei Frauen mit vorzeitiger Menopause\nund Frauen mit starken klimakterischen\nBeschwerden und Risiko für kardiovasku-\nläre Erkrankungen, Osteoporose, Demenz\neine kontinuierlich kombinierte HRT oder\nTibolon vorgezogen. Dabei wird das Ver-\nhalten von Endometriose verglichen mit\ndem Verhalten des Endometriums. Von\npﬂanzlichen Präparaten wird abgeraten,\nda einige östrogene Verbindungen ent-\nhalten. Zudem wird das Absetzen der\nHRT nach Auftreten neuer Endometriose-\nsymptome empfohlen [25]. Auch Gemell\net al. weisen auf eine kleinere Rezidivra-\nte unter kontinuierlich-kombinierter HRT\nhin, äussern aber auch Bedenken hin-\nsichtlich der Risiken bezüglich maligner\nErkrankungen und erwarten daher ei-\nne individuelle Therapieentscheidung im\nKonsensmitderbetroﬀenen Patientin [8].\nDaher wird empfohlen, postmenopausal\neine genaue Aufklärung über ein erhöh-\ntesKarzinomrisikodurchzuführenunddie\nIndikationsstellung in regelmässigen am-\nbulanten Vorstellungen zu kontrollieren\n[3]. Bei Neuauftreten von Beckenläsionen\nim Zustand nach Endometriose unter\nlangjähriger HRT, vor allem einer Östro-\ngenmonotherapie, soll immer an eine\nmaligne Transformation gedacht werden\n[26]. In einem „case report“ wird dabei\nein Nachuntersuchungsintervall bei re-\nsidueller Endometriose unter HRT mit\ntransvaginalem Ultraschall sowie Abnah-\nme von CA-125 alle 6 bis 12 Monate\nvorgeschlagen [26, 27]. Aus unserer Sicht\nist CA-125 jedoch kein Verlaufsmarker\n(Ausnahme suspekte Ovarialendometrio-\nse).\nEine retrospektive Studie aus dem\nJahr 2023 untersuchte die Inzidenz für\nOvarialkarzinome. Hierfür wurden jeweils\n10.304FrauenmitundohneHRTbeobach-\ntet. Als Kovariablen wurde die Dauer der\nAnwendung einer kombiniert-kontinuier-\nlichen HRT sowie von Tibolon betrachtet.\nHier konnte keine Risikoerhöhung festge-\nstellt werden. Lediglich der Einsatz von\nÖstrogen mono zeigte sich als signiﬁ-\nkanter Risikofaktor [28]. Bezüglich einer\nRezidivquote nach iatrogener Menopau-\nse, hervorgerufen durch Hysterektomie\nund Adnexektomie beidseits, konnte kein\nsigniﬁkanter Unterschied zwischen einem\nStart der HRT direkt nach Op. oder nach\n6 Wochen festgestellt werden [29].\nPraktischeRelevanzfürdiePraxis\nDie Diagnose Endometriose sollte auch\nbeipostmenopausalenFrauennichtausser\nAchtgelassenwerden.VorallembeiFrauen\nmit klimakterischen Beschwerden ist vor\nStart einer HRT eine gewissenhafte Ana-\nmneseundNutzen-Risiko-Abwägung vor-\nzunehmen, da eine unausgewogene HRT\nzu einem Rezidiv oder selten sogar Erst-\nauftreteneinerEndometrioseführenkann.\nBeiOperabilitätisteineSanierungalsErst-\nlinientherapie zuempfehlen.DieWahlder\nrichtigen Präparate für eine HRT ist ent-\nscheidend. Die Empfehlung geht hierbei\nzu einer kontinuierlich-kombinierten HRT\nbevorzugtmitDienogestalsGestagen,be-\nsondersbeiHochrisikopatienten.AlsAlter-\n18 JournalfürGynäkologischeEndokrinologie/Schweiz1·2025\n\nnativeistTiboloneinsetzbar( .Abb.6;[4]).\nAuchwenninderaktuellenESHRE-Leitlinie\ngenerell eine kombinierte HRTempfohlen\nist, ist aus klinischer Sicht in bestimmten\nSituationen (länger zurückliegende Endo-\nmetriose und Hysterektomie) eine Östro-\ngenmonotherapie aufgrund der bekann-\nten Vorteile individuell vertretbar. Dabei\nist in regelmässigen Abständen eine Re-\nevaluation der Indikation vorzunehmen.\nInsgesamt ist die Datenlage jedoch sehr\ngering und es fehlen prospektive, rando-\nmisierte Kontrollstudien.\nKorrespondenzadresse\nKatharina Müller\nUniklinikRWTHAachen\nAachen,Deutschland\nkatharina.agnes.mueller@rwth-aachen.de\nFunding. OpenAccessfundingenabledandorgani-\nzedbyProjektDEAL.\nEinhaltungethischerRichtlinien\nInteressenkonﬂikt. DieimRahmendesMentoring-\nProgrammsentstandenewissenschaftlicheArbeitvon\nK.MüllerwirdunterstütztdurchBesinsHealthcare\nGermanyGmbH.T.Römergibtan,dasskeinInteres-\nsenkonﬂiktbesteht.\nFürdiesenBeitragwurdenvondenAutor/-innen\nkeineStudienanMenschenoderTierendurchgeführt.\nFürdieaufgeführtenStudiengeltendiejeweilsdort\nangegebenenethischenRichtlinien.\nOpenAccess. DieserArtikelwirdunterderCreative\nCommonsNamensnennung4.0InternationalLizenz\nveröﬀentlicht,welchedieNutzung,Vervielfältigung,\nBearbeitung,VerbreitungundWiedergabeinjegli-\nchemMediumundFormaterlaubt,sofernSieden/die\nursprünglichenAutor(en)unddieQuelleordnungsge-\nmäßnennen,einenLinkzurCreativeCommonsLizenz\nbeifügenundangeben,obÄnderungenvorgenom-\nmenwurden.DieindiesemArtikelenthaltenenBilder\nundsonstigesDrittmaterialunterliegenebenfallsder\ngenanntenCreativeCommonsLizenz,sofernsichaus\nderAbbildungslegendenichtsanderesergibt.Sofern\ndasbetreﬀendeMaterialnichtunterdergenannten\nCreativeCommonsLizenzstehtunddiebetreﬀende\nHandlungnichtnachgesetzlichenVorschriftenerlaubt\nist,istfürdieobenaufgeführtenWeiterverwendun-\ngendesMaterialsdieEinwilligungdesjeweiligen\nRechteinhaberseinzuholen.WeitereDetailszurLizenz\nentnehmenSiebittederLizenzinformationauf http://\ncreativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de.\nLiteratur\n1. 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Un THS combiné continu, de préférence avec le diénogest en tant que\nprogestatif,estconseillé.Letiboloneestuneautreoptionenvisageable.\nMots clés\nRécidived’endométriose · Postménopause· Groupe à risque élevé· Traitementhormonal\nsubstitutif\n2. Punnonen R, Klemi PJ, Nikkanen V (1980)\nPostmenopausal endometriosis. Eur J Obstet\nGynecol Reprod Biol11(3):195–200.https://doi.\norg/10.1016/0028-2243(80)90069-6\n3. Oxholm D, Knudsen UB, Kryger-Baggesen N,\nRavn P (2007) Postmenopausal endometriosis.\nActa Obstet Gynecol Scand 86(10):1158–1164.\nhttps://doi.org/10.1080/00016340701619407\n4. Römer T (2023) Endometriose in der Perime-\nnopause. Vortrag für die 27. Jahrestagung der\nDMG.\n5. AmerS,BazmiS(2023)HRTinwomenundergoing\npelvicclearanceforendometriosis—acasereport\nandanationalsurvey.JClinMed12(1):336–331.\nhttps://doi.org/10.3390/jcm12010336\n6. BainC(2006)Managingwomenwithaprevious\ndiagnosis of endometriosis. 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Während dieGeburtenzahl beiCOVID-19widerErwarten\nzunächstanstieg,ging siebeifrüheren historischenPandemien deutlich zurück.\n©AndreeaIonascu/GettyImages/iStock\nDass die Zahl der Geburtenmittelfristigen\nSchwankungenunterliegtund auchkurz-\nfristigaufKrisenreagiert,istbekannt.Bisher\nwenigergut untersuchtsindhingegen die\njüngstenTrends –insbesondereimZusam-\nmenhangmitderCOVID-19-Pandemie.For-\nschendederUniversitätZürichhabennundie\nmonatlichenGeburtenzahleninderSchweiz\nzwischen1871und2022untersuchtundin\ndenjeweiligenhistorischenKontextgesetzt.\nNebendenlangfristigenTrends interessier-\ntenbesondersauchPandemieperioden.\nMehrGeburten währendPandemie\nDieStudiezeigt,dassdieGeburtenrateinder\nSchweizseitetwa2018generellrückläuﬁgist\nundsicheinemhistorischenTiefststandnä-\nhert.Im2.JahrderCOVID-19-Pandemie2021\nkamesjedochvorübergehendzueinem2-\nmaligenAnstiegderGeburtenummaximal\nrund 13%, besonders im 1. Pandemiejahr\n2020währendundkurznachdenShutdown-\nMassnahmen.«Unsere Analysezeigt,dass\nwährend dieserZeit der Geburtenanstieg\nbesondersbeiSchweizerinnenundbeiMüt-\nternüber30Jahrenausgeprägtwar»,sagt\nErstautorinKatarinaMatthes.\nDiegenauenGründeseiennochnichtgeklärt,\nessprecheabervielesdafür,dassdieZeitzu\nHausesowieeinebessereWork-Life-Balance\nwährend der Pandemie zu vorgezogenen\nSchwangerschaftengeführthätten.Iminter-\nnationalenVergleichzeigteeinzigFrankreich\neine ähnlicheEntwicklung– Deutschland,\nÖsterreichundItalienwiesendagegenkeine\nsoausgeprägteGeburtenzunahmeauf.\nGeburtenrückgang abFebruar2022\nNachdiesemvorübergehendenAnstiegsetz-\ntesichabFebruar2022jedochauchinder\nSchweizder vormalige negativeTrend der\nGeburtenratewiederverstärkt fort. Davon\nwarenbesondersNicht-Schweizerinnenund\nMütterunter30 Jahren betroﬀen. Die For-\nschervermuten,dassjungeFrauenimFrüh-\nling2021ausVorsichtlieberdieCOVID-19-\nImpfungabwarteten,bevor sieschwanger\nwurden.\nAuchandere Gründe könntenverantwort-\nlichsein:«Möglicherweiseﬁndeteingesell-\nschaftlicherWertewandelstatt und junge\nMenschenwollenwenigeroderkeineKinder\nhaben»,erklärtMatthes.DieeigeneZukunft\nwirddurchwirtschaftlicheSorgen oderKli-\nmawandelalsunsicherwahrgenommenund\nkönntediesteigendefreiwilligeKinderlosig-\nkeitmiterklären.\nUnterschiedebeifrüherenPandemien\nDieSchwankungenderGeburtenratewäh-\nrendundnachderCOVID-19-Pandemiewar\nfürdasForscherteambesondersimVergleich\nzuvergangenenPandemienüberraschend.\n«Wirkonntenaufzeigen,dasssichdieGebur-\ntenratewährendundnachdenPandemien\nvon1889–90,1918–20und1957,beidenen\njeweilseingrosserTeilderSchweizerBevöl-\nkerungerkranktwar, andersverhielt», sagt\nLetztautorKasparStaub.Hierkames etwa\n6–9 Monatenachdem Höhepunkt jeweils\nzu einem Einbruch der Geburtenrate um\n12–25%,derjedochnurkurzanhielt.Wahr-\nscheinlicheGründe dafürsindeineinfekti-\nonsbedingtverringerteFruchtbarkeitsowie\neineerhöhteFehlgeburtenrate.Dassesbei\ndererstenCOVID-19-Phasenichtzueinem\nsolchenGeburtenrückgangkam,seivermut-\nlichdaraufzurückzuführen,dassdieZahlder\nInfektioneninderBevölkerungimJahr2020\ndankder PublicHealthSchutzmassnahmen\nrelativgeringwar,sodieAutor*innen.\nLiteratur:\nMatthes KL, Le Vu M, Staub K (2025) Fer-\ntility dynamics through historical pan-\ndemics and COVID-19 in Switzerland,\n1871–2022. Population Studies. Doi:\n10.1080/00324728.2025.2462291\nQuelle: Pressemitteilung Universität Zürich;\nwww.idw-online.de\n20 JournalfürGynäkologischeEndokrinologie/Schweiz1·2025","source_license":"CC0","license_restricted":false}