{"paper_id":"5ec0f3c8-b0e6-4e25-a1a3-ad57533d7577","body_text":"Die Gynäkologie\nvormals Der Gynäkologe\nÜbersichten\nGynäkologie2024·57:177–187\nhttps://doi.org/10.1007/s00129-024-05201-5\nAngenommen:10.Januar2024\nOnlinepubliziert:9.Februar2024\n©TheAuthor(s)2024\nRedaktion\nKlausDiedrich,Lübeck\nÄrztliche Gesprächsführung und\npsychologische Beratung bei\nEndometriose\nTewes Wischmann1 ·BeateDitzen 1,2\n1 InstitutfürMedizinischePsychologie,UniversitätsklinikumHeidelberg,Heidelberg,Deutschland\n2 UniversitätHeidelberg,Heidelberg,Deutschland\nDieseraktualisierteBeitragerschienzuerstauf\nEnglischunter„Endometr iosis:patient-doctor\ncommunicationandpsychologicalcounselling“\nin Archives of Gynecology and Obstetrics\n(https://doi.org/10.1007/s00404-023-07292-\n2)u n t e rC CB Y4 . 0(http://creativecommons.\norg/licenses/by/4.0/) und wurde in Teilen als\nPoster auf dem 15. Endometriosekongress\ndeutschsprachigerLänder2023inSaarbrücken\npräsentiert.\nQR-Codescannen&Beitragonlinelesen\nZusammenfassung\nDie Tatsache, dassEndometriose eine derhäuﬁgsten Unterleibserkrankungen bei\nFrauenundMädchenist,gerätimmermehrindenBlickpunktderÖﬀentlichkeit und\nderPolitik.AuchinderPraxisderniedergelassenen Frauenärztinnen undFrauenärzte\ninDeutschland bekommtdieseErkrankungeinen größerenStellenwert, esfehltaber\nnoch an „Werkzeugen“ zur Gesprächsführung und psychologischen Beratung bei\nEndometriose.ImBeitrag werden konkrete Hinweise fürdieärztlicheBeratung und\nFragenbeispiele dazugegeben sowiepraxisnahe TippsmitFormulierungsbeispielen\nfür Betroﬀene von Endometriose (und deren Partner*innen). Diese praktischen\nEmpfehlungenkönnendazubeitragen, dieBeziehung zwischenArztundPatientin im\nFalleeinerEndometriosezuverbessern.Diegenannten Ressourcen(Ratgeberbücher,\nInternetseiten) fokussierenausschließlichaufdeutschsprachigeAngebote.\nSchlüsselwörter\nPsychosomatik·Trauma·Infertilität·Beratung ·Sexualität\nEndometriose ist eine Krankheit, bei der\nGewebe, das der Gebärmutterschleim-\nhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter\nwächst. Abhängig von den Menstruati-\nonszyklus-bedingten Schwankungen der\nweiblichenGeschlechtshormonebautsich\ndas Gewebe – ähnlich wie Gebärmutter-\nschleimhaut – auf und ab und kann\ndeshalb an den jeweiligen Orten des Be-\nfalls Schmerzen verursachen. Lokal ist im\nBereich der Endometrioseherde auch die\nImmunantwort verändert, sodass die Fer-\ntilität der Betroﬀenen eingeschränkt sein\nkann. Es handelt sich um eine chronische\nErkrankung, die mit starken Schmerzen\nwährend der Periode, beim Geschlechts-\nverkehr, beim Stuhlgang und/oder beim\nWasserlassen,chronischenBeckenschmer-\nzen, Blähungen, Übelkeit, Müdigkeit und\nmanchmal auch Depression und Angst-\nzuständen einhergehen kann. Weltweit\nsind etwa 10% (190Mio.) der Frauen und\nMädchen im gebärfähigen Alter von En-\ndometriose betroﬀen, bei Patientinnen in\nKinderwunschpraxen beträgt der Anteil\nbis zu 30% [44].\n» Weltweit sind etwa 10%\nder Frauen und Mädchen\nim gebärfähigen Alter von\nEndometriosebetroﬀen\nEndometriose kann aktuell nur mittels\neiner Bauchspiegelung (Laparoskopie) si-\ncher diagnostiziert werden, was erklärt,\nwarum die Zeit von ersten Beschwerden\nbis zur Diagnose mit durchschnittlich\n7 Jahren sehr lang ausfallen kann. Zu-\nsätzlich führen die variablen und breit\ngefächerten SymptomederEndometriose\ndazu, dass das Gesundheitspersonal die\nKrankheitnichtleichtdiagnostizierenkann\nund viele Betroﬀene nur wenig über die\nKrankheitwissen.AuchdieArzt-Patientin-\nBeziehung kann u.a. durch eine Fehlin-\nterpretation derSymptome als„psychisch\nbedingt“ beeinträchtigt werden [18, 48].\nDieses bezieht sich insbesondere auf die\nDieGynäkologie3·2024 177\n\nÜbersichten\nKommunikationbezüglichderSchmerzen\nund deren Erlebens [14].\nGegenwärtig ist keine Heilung der En-\ndometriosebekannt, unddie Behandlung\nzielt in der Regel auf die Kontrolle und\nLinderung der Symptome ab. Der Zugang\nzueinerfrühzeitigen Diagnostikundeiner\nwirksamenBehandlungderEndometriose\nist wichtig, aber in vielen Bereichen, auch\nin Ländern mit niedrigem und mittlerem\nEinkommen,begrenzt.Esbestehtweltweit\nein Bedarf an mehr Forschung und Sensi-\nbilisierung, umeine wirksamePrävention,\nFrühdiagnose und ein verbessertes Ma-\nnagement derKrankheitzugewährleisten\n[33].\nPsychische ätiopathogenetische\nAspekte\nZur psychischen Ätiopathogenese der En-\ndometriose wurden unterschiedliche Ver-\nmutungen angestellt. So ist in veralteten\nDarstellungenderpsychosomatischenGy-\nnäkologiemanchmalnocheineInterpreta-\ntionvonEndometriosealsAusdruckunge-\nlöster unbewusster Konﬂikte dargestellt.\nSo wurde beispielsweise über eine Ableh-\nnung von Männern durch die Endome-\ntriosebetroﬀene spekuliert [48]. In einer\nDissertation aus dem Jahre 1975 ist die\nFormulierung zu ﬁnden: „Die andauernde\nDysmenorrhökann[...]alsAusd ruck von\nAggressivitätgegenüber Männerngelten“\n(a.a.O.,S.233)unddiesewurdeauchnoch\n2009unkritischzitiert[ 17,S.453].Ähnlich\npauschal pathologisierendeAussagen ﬁn-\ndensichineinerÜbersichtsarbeitvon2003:\n„AblehnungderMutterschaft undderGe-\nschlechterrolle“,„unbewältigteKonﬂiktein\nBezugaufdieMenstruation“,„gestörteSe-\nxualitätundPartnerschaftsprobleme“,„ho-\nhes autoaggressives Potenzial“ etc. [23].\nAuch in neueren Ratgeberbüchern ﬁnden\nsich solche Zuschreibungen: „Interessan-\nterweisefandichinnahezuallenAnamne-\nsen von Endometriosepatientinnen einen\nMutterkonﬂiktderBetroﬀenen[...].Istder\nMutterkonﬂikt gelöst, dann kann sich in\nder Folge auch allmählich die Endome-\ntriose auﬂösen“ [52, S. 100f]. Angesichts\nsolcher simpliﬁzierenden Aussagen, fern\njederwissenschaftlichenEvidenz,mussder\nehemaligen Präsidentin der „Endometrio-\nsis Assoziation“ Mary Lou Ballweg unbe-\ndingtRechtgegebenwerden,wennsievon\n„blaming the victim“ spricht [48, S. 233].\n» NochimmeristbeiEndometriose\ndasPhänomen„blamingthevictim“\nzubeobachten\nSpekuliertwirdbeiEndometrioseauch,ob\ndie betroﬀenen Frauen als Kind bzw. Ju-\ngendliche vermehrt sexuellenÜbergriﬀen\nund/oder emotionaler Vernachlässigung\nausgesetzt waren und ob dieses als (mit-\n)ursächlich für die Entstehung der Erkran-\nkung angesehen werden kann. So gaben\nin einer Studie aus dem Jahre 2006 51%\nder befragten Endometriosepatientinnen\nan, sexuelle Übergriﬀe in Kindheit bzw.\nJugend erlebt zu haben (im Vergleich zu\n34% der Kontrollgruppe ohne Schmerz-\nsymptomatik, [48, S. 233]). Eine neuere\nStudie an 421 Endometriosepatientinnen\nund einer gleich großen Kontrollgruppe\nergab eine Odds Ratio von 1,1 für sexu-\nellen Missbrauch (statistisch knapp signi-\nﬁkant) sowie von 1,2 jeweils für emotio-\nnalen Missbrauch und die Kombination\nvon beidem gegenüber der Kontrollgrup-\npe [19]. Die Studie von Netzl et al. ver-\nglich 2 gleich große Gruppen von Endo-\nmetriosebetroﬀenen, a) mit starken Un-\nterbauchbeschwerden und b) mit keinen\n(bzw. wenig) Beschwerden, und fand bei\ndererstenGruppeeinePrävalenzvon49%\nberichtetentraumatischenEreignissen(vs.\n32% in der Vergleichsgruppe). Der Un-\nterschied war statistisch allerdings nicht\nsigniﬁkant [31]. Keinen Unterschied fand\neine neuere französische Studie zum Ver-\ngleichzwischenEndometriosebetroﬀenen\nund einer Kontrollgruppebezüglich sexu-\nellenMissbrauchsinderVorgeschichte[ 6].\nSexuelleTraumatisierunginderAnamnese\nw a rj e d o c hi nb e i d e nG r u p p e nm i th ö h e -\nremSchmerzerlebenassoziiert(ähnlichbei\n[5]).GeradediesejüngsteStudiebestätigt,\ndass bei der Interpretation von Studien,\ndie schmerzassoziierte Erkrankungen mit\ntraumatischen Erfahrungen in Beziehung\nsetzen,zubedenkenist,dasstraumatische\nErfahrungen grundsätzlich die Schmerz-\ntoleranz vermindern und dass Betroﬀene\nvon frühkindlichen oder/und wiederhol-\nten Traumata eher eine Schmerzerkran-\nkungentwickeln.DeranhaltendeSchmerz\nkann damit dazu führen, dass eine Endo-\nmetriosebeiTraumabetroﬀenenaucheher\ndiagnostiziert wird als bei Nichttraumati-\nsierten.\n» Grundsätzlich vermindern\ntraumatische Erfahrungendie\nSchmerztoleranz\nKritisch an Studien retrospektiver Art ist\nauchgrundsätzlichanzumerken,dassüber\ndiese selbstberichteten „Erinnerungen“\nwomöglich versucht wird, „interpretative\nKontrolle“ über die Krankheitsentstehung\nzu erlangen, um sie auf plausibel erschei-\nnende Art und Weise für sich erklären\nzu können und damit potenziell kontrol-\nlierbarer zu machen („recall bias“, [48,\nS. 233]). Mit diesen Überlegungen sollen\ndiemeistdesaströsenFolgenvontatsäch-\nlich stattgefundenem sexuellen und/oder\nemotionalen Missbrauch und die alar-\nmierend hohen Zahlen mit knapp einem\nDrittel der Betroﬀenen in den jeweili-\ngen Kontrollgruppen selbstverständlich\nkeineswegs bagatellisiert werden.\nEsgibtkeinewissenschaftlichenDaten,\ndass Endometriose durch psychische Ur-\nsachen ausgelöst wird, aber es gibt einen\nZusammenhangzwischenSchmerzenund\nz.B. früheren Traumata. Deshalb können\nin der Gesprächsführung bei Endometrio-\nseInterventionen,dieprimärfürtraumati-\nsierte Frauen entwickelt wurden, auch für\nPatientinnen mit Endometriose hilfreich\nsein. Dazu zählen beispielsweise stabili-\nsierendeImaginationsübungenzumsiche-\nren inneren Ort (wie dem „inneren Gar-\nten“oderdie„Tresor-Übung“)bzw.Kraftor-\nten („Baum-Übung“), wie sie z.B. im aus-\ngezeichneten Ratgeber von Ellen Span-\ngenberg beschrieben werden [37]. Auch\nderdortbeschriebene„Notfallkoﬀer“kann\nderEndometriosebetroﬀenenalseinHilfs-\nmittel für Zeiten starken Stresserlebens\nund großer Verzweiﬂung angeraten wer-\nden (a. a. O, S. 83ﬀ). Gezielt auf Endome-\ntriose bezogene „SOS-Tipps“, Beispiele für\npositiveAﬃrmationenundweitere praxis-\nnahe Ratschläge ﬁnden sich in dem sehr\nempfehlenswerten aktuellen Ratgeber für\nBetroﬀenevonVivianVanessaWagner[42].\nPsychischer Impact\nEndometriose kann mit psychischen Be-\ngleitsymptomen wie Verzweiﬂung, Über-\nforderung und Hilﬂosigkeit sowie Fatigue\n178 DieGynäkologie3·2024\n\n[34]bishinzuängstlicherunddepressiver\nSymptomatik vergesellschaftet sein. Die-\nse psychischen Aspekte der Endometrio-\nselassen sichauch den unterschiedlichen\nFacetten einer Erkrankung nach den Re-\nsearch Domain Criteria (RDoC) zuordnen\nund ganzheitliche Therapieansätze damit\na u fd i e s e nE b e n e ne v a l u i e r e n[40].\nDievielfältigen(möglichen)Auswirkun-\ngen der Endometriose auf Partnerschaft,\nsoziales Umfeld sowie Ausbildungs- bzw.\nArbeitskontexte werdenweiter untendar-\ngestellt.\n» Endometriosepatientinnen\nsolltenzueinemaktiv-autonomen\nSelbstmanagementermutigt\nwerden\nDie Endometriosepatientin kann sich der\nKrankheit gegenüber als passiv-abhängig\nund hilﬂos erleben. Zur Steigerung ihrer\nLebensqualität sollte sie daher ermutigt\nwerden, aktiv-selbstbestimmt Selbstma-\nnagementzuübernehmen:Siesollteaktiv\nnachbelastbarenundfundiertenInforma-\ntionenzurEndometriosesuchen(z.B.unter\nwww.endometriose-vereinigung.desowie\ninderAWMF[ArbeitsgemeinschaftderWis-\nsenschaftlichenMedizinischenFachgesell-\nschaften]- bzw. ESHRE[European Society\no fH u m a nR e p r o d u c t i o na n dE m b r y o l o -\ngy]-Leitlinie). Die Vorstellung bei einem\nzertiﬁzierten Endometriosezentrum sowie\ndasAufsuchenvonSelbsthilfegruppentref-\nfen steigert die Selbstwirksamkeit derBe-\ntroﬀenen. Internetforen für Endometrio-\nsebetroﬀene können hingegen nicht be-\ndenkenlos empfohlen werden: Hier wer-\nden u.U. paramedizinische Halbwahrhei-\nten bishinzuvöllighaltlosenundteilwei-\nsenschädlichenTippsdurchdieSuchalgo-\nrithmen dieser Foren prominent platziert,\nsodassdiesemeistkeine wirklichen Hilfen\ndarstellen.\nGrundlagen der Gesprächsführung\nDie psychischen Symptome, die Endo-\nmetriose begleiten können, sind zyklus-\nabhängig wiederkehrende Schmerzen,\nAngst und depressive Symptome sowie\nSorgen über alle Themen, die im Rahmen\neiner chronischen Schmerzerkrankung\noder eingeschränkter Fertilität aufkom-\nmen. Gesprächsführung, Beratung oder\nPsychotherapie nutzen deshalb Elemente\naus speziﬁschen Therapieansätzen, aber\nauch störungsübergreifende Herange-\nhensweisen, von denen im Folgenden\nBeispiele hergeleitet und in konkreten\nFormulierungshilfen vorgestellt werden.\nDieGrundpfeilerderGesprächsführung\nbei dieser Erkrankung sind Validierung,\nNormalisierung und Entpathologisierung\nsowie Externalisierung. Validierung be-\ndeutet hier zuerst, der Betroﬀenen die\nIntensität ihrer Schmerzwahrnehmungen\nzu bestätigen und diese nicht zu bagatel-\nlisierenbzw.garalsSimulationzuentwer-\nten [11]. Validiert werden sollte auch das\nGefühl von Hilﬂosigkeit und Ohnmacht,\nweil die Anerkennung dieser Gefühle un-\nbedingte Voraussetzung für eine nachfol-\ngendeAkzeptanzist,ohnediedieseErkran-\nkungmeist nur sehr schwer überwachsen\nwerdenkann.Mittels Normalisierungund\nEntpathologisierungkönnendieSympto-\nmederErkrankungeingeordnetwerdenin\ndas gesamte Krankheitsbild, relativiert an\nden Berichten anderer von Endometriose\nBetroﬀener.\nFormulierungsbeispielfürBetroﬀene:\nAls Betroffene kann ich erkennen, dass\nmeine Empfindungen, Gefühle und Ver-\nhaltensweisen nicht krank und behand-\nlungsbedürftigsind,sondernausschließ-\nlichmeineEndometriosealssolche;mei-\nneReaktionenaufdieseErkrankungsind\nalsotatsächlichnormal .\nExternalisierung (als eine Technik der\nsystemischen Therapie) kann hier heißen,\ndieErkrankungvonderpersönlichenIden-\ntitätderBetroﬀenenzuunterscheiden,um\nsomit über die innere Distanzierung ei-\nneneueBetrachtungsweise dieserErkran-\nkung zu erlangen und darüber mögliche\neigene Ressourcen zu aktivieren.\nFormulierungsbeispielfürBetroﬀene:\nMeinKörperhatEndometriose,er istaber\nnicht Endometriose, – und ich bin es\nauch nicht–, sondern er ist viel mehr als\ndas. Damit kann ich dann Freundschaft\nschließen, und somit mehr im Einklang\nmitmeinemKörperleben .\nIndiesemZusammenhanghatdasauch\nKonzept „posttraumatisches Wachstum“\nseinen Platz [25]. Es ist hilfreich, in der\nGesprächsführung zu vermitteln, dass die\nEntstehung vonEndometriosewohlmeist\nnicht auf frühere Traumatisierungen zu-\nrückzuführen ist. In der Bewältigung die-\nser Erkrankung macht das Konzept des\nposttraumatischen Wachstums hingegen\nsehrvielSinn.Damitistgemeint,dassMen-\nschenauchgestärktausdauerhaftemotio-\nnal stark belastenden Lebensumständen\nundauspotenzielltraumatischenEreignis-\nsen hervorgehen können (und nicht nur\nleidend und geschwächt). Endometriose\ngehtoftmitchronischemSchmerzerleben\nbei den Betroﬀenen einher – und häu-\nﬁg auch einem unerfüllten Kinderwunsch\n(s.unten)–,undsomitdemGefühlderOhn-\nmacht, des Ausgeliefertseins und der Ver-\nzweiﬂung[20],sodassaufdaspsychologi-\nsche Konzept „posttraumatisches Wachs-\ntum“u.E.auchbeiEndometriosebetroﬀe-\nnen hilfreich rekurriert werden kann.\n» InderKrankheitsbewältigung\nistdasKonzept„posttraumatisches\nWachstum“sehrsinnvoll\nMit posttraumatischem Wachstum sind\ninsbesondere3Faktorenpositivassoziiert:\ndie Anwesenheit positiver Emotionen, so-\nzialeUnterstützungunddasSchöpfenvon\nSinn aus dem Erlebten [25]. Die ersten\nbeiden Punkte lassen sich aktiv angehen\n(s. unten, „Kraftquellen“, „Partnerschaft“).\nSinngebende Bewältigung hingegen ent-\nwickelt sich meist erst allmählich in der\nReﬂektion des individuellen Lebenslaufs.\nUmgang mit Schmerzen\nPsychisches Leitsymptom der Endome-\ntriose sind Schmerzen. Primär gehen\ndeshalbindieGesprächsführung Elemen-\nte der Schmerztherapie ein. Auch hier\ngilt: Entscheidend ist die Validierung des\nSchmerzempﬁndensderEndometriosepa-\ntientinnen [12]. In der Gesprächsführung\nbei Endometriose sollte die Betroﬀe-\nne ausführlich über die verschiedenen\nSchmerzarten (somatische vs. viszerale\nSchmerzen) sowie die Interaktion von no-\nzizeptivenundnoziplastischenSchmerzen\nmit Schonhaltung und Beckenbodendys-\nfunktion aufgeklärt werden [ 29]. Dem\nVerständnis der Krankheitsentwicklung\nhilftdieErkenntnis,dassdieEndometriose\ndie Betroﬀene auf Dauer schmerzemp-\nﬁndlicher machen kann (Noziplastizität)\nund deshalb die Schmerztherapie darauf\nDieGynäkologie3·2024 179\n\nÜbersichten\nangepasst sein sollte. Die Begriﬄichkeit\n„Schmerzgedächtnis“ und die daraus fol-\ngenden Verhaltensregeln sollten leicht\nverständlich erklärt werden (s. beispiels-\nweise http://www.schmerzedukation.de):\nrechtzeitig Einnahme von Analgetikavor\nZunahme des Schmerzes, anstatt Aushal-\nten, „bis es nicht mehr geht“ [29].\n» EntscheidendistdieValidierung\ndes Schmerzempﬁndensder\nEndometriosepatientinnen\nDer Patientin kann das Führen eines\nSchmerztagebuches empfohlen werden,\num zyklusabhängige von zyklusunabhän-\ngigenundvonstressbedingtenSchmerzen\nzu diﬀerenzieren, deren unterschiedliche\nIntensitäten nachvollziehenzulernenund\nmögliche Einﬂussfaktoren zu identiﬁzie-\nren.\nAuch innere Antreiber („ein India-\nner kennt keinen Schmerz“) können die\nSchmerzen zusätzlich verstärken. In der\npsychologisch fundierten Gesprächsfüh-\nrung gilt es, solche Antreiber zu identiﬁ-\nzieren,anzusprechenundzuhinterfragen.\nFormulierungsbeispielfürBetroﬀene:\nWenn ich frühzeitig schmerzlindernde\nMedikamente wegen meiner Endome-\ntriose einnehme, ist dieses kein Zeichen\nvonSchwäche,sondernvonSelbstfürsor-\nge.\nDarüber hinaus kann das gesamte\nschmerztherapeutische Angebotsspek-\ntrum (z.B. Akupunktur, TENS [„transcu-\ntaneous electrical nerve stimulation“],\nggf. Cannabisprodukte und Opioide) ge-\nnutzt werden, hier sollte auf spezialisierte\nSchmerztherapeut*innen bzw. -zentren\ngezielt hingewiesen werden. Zur Alltags-\nbewältigung können Wärmeklebepﬂaster\n(ergänzend zur Wärmﬂasche) empfohlen\nwerden, ggf. können Betroﬀene das „We-\nhenschmerzenveratmen“vonHebammen\nlernen. Damit es nicht zu Chroniﬁzierung\nvon Fehl- und Schonhaltungen kommt,\nsollte gezieltes Beckenbodentraining mit\nUnterstützung spezialisierter Physiothe-\nrapeut*innen empfohlen werden.\nInsbesondere katastrophisierende\nGedanken beim Schmerzerleben können\nschmerzverstärkend wirken [16]. Hiermit\nübereinstimmend sindAnsätze z.B.in der\nTherapie chronischer Rückenschmerzen\nsehr erfolgreich, die katastrophisierende\nGedankenaufnehmenundumformulieren\n[1]. Dieser Ansatz kann auch bei chroni-\nschen Unterbauchschmerzen eingesetzt\nwerden. Als Imaginationsübungen zur\nUnterstützung der Schmerzbewältigung\nkann bspw. auf die „Licht-“ bzw. „Was-\nserfallübung“ hingewiesen werden [37,\nS. 141ﬀ].\nEndometriosetherapie ist auch\nmultimodal\nDieeinekausaleTherapiegibtesnicht,da\ndie Verursachung der Endometriose bis-\nher noch nicht eindeutig geklärt ist. Es\nbietet sich daher an, die Erkrankung als\nkomplexesundvermutlichmultikausalbe-\ndingtesSystemzubegreifen,dasvielfältig\nangegangen werden sollte.\nFormulierungsbeispielfürBetroﬀene:\nAlsEndometriosepatientindreheichver-\nsuchsweise an allen Stellschrauben, die\nmirzurVerfügungstehen .\nEsgibtkeineMaßnahme,diegarantiert\nbei allen Betroﬀenen gleichermaßen gut\nfunktioniert(z.B.auchkeinespezielle„En-\ndometriosediät“).DiezahlreichenHeilsver-\nsprecheninBüchernundaufWebsitessoll-\ntenalso–wiebeiallenchronischenErkran-\nkungen – daher nur mit Vorsicht genos-\nsenwerden.Nebenderhormonellen(und\nchirurgischen) Therapie haben schmerz-\ntherapeutische und physiotherapeutische\nAnsätze in der Endometriosebehandlung\nihren Platz, ebenso wie Ernährungsbera-\ntung, Osteopathie, Entspannungsverfah-\nren, psychoedukative Beratung und psy-\nchologische Begleitung sowie Psychothe-\nrapie und nonverbale Therapieverfahren\n(wie Tanz-, Mal-, Gestaltungs- und Musik-\ntherapie).\nDie innere Haltun g ist\nentscheidend\nZentrale Elemente einer förderlichen Hal-\ntung bei Endometriose sind Achtsamkeit\nund Selbstfürsorge, radikale Akzeptanz,\nAbgrenzung und Authentizität sowie\nSelbstwirksamkeit.\nAchtsamkeit [15] bedeutet im ur-\nsprünglichen Sinn, wertfrei zu versuchen,\neigene Wahrnehmungen, Gedanken und\nGefühle zu beobachten, sie kommen und\nwieder gehen zu lassen, ohne ihnen an-\nzuhaften. Im Zusammenhang mit der\nEndometriose bedeutet Achtsamkeit ent-\nsprechend abgeleitet, dass die Betroﬀene\nauf das Hier und Jetzt fokussiert („Welche\nBereiche meines Körpers fühlen sich im\nMoment wie genau an?“). Aber es betriﬀt\nauchdieEinschätzungderzeitlichenDyna-\nmik der Beschwerden: „Wie hat sich mein\nKörper gestern angefühlt, was kann ich\nfürmorgenerwarten?“.DieseHaltungvon\nAchtsamkeit undzeitlicher Strukturierung\nkannhelfen,sichvonkatastrophisierenden\nGedanken innerlich zu distanzieren und\nsetzt die darin gebundenen psychischen\nKräfte frei.\nFormulierungsbeispielfürBetroﬀene:\nMit Achtsamkeit ist gemeint, dass ich\nmaximal auf mich und meine Bedürf-\nnisse im Moment achte, aber im weite-\nren Sinne auch auf die des Partners/der\nPartnerin, der Familie, des Kollegiums:\n„Was will ich, was tut mir gut, was gibt\nmir Kraft, was gibt mir Perspektive, was\nhältmichjetztganzaktuelllebendigund\nhoffnungsvoll?“ Damitbekommeichein\nGespür für meine Bedürfnisse jetzt im\nMoment, unabhängig von meiner En-\ndometrioseerkrankung. Dieses Gespür\nfür mich kann ich trainieren und üben,\nnämlich „selbstischer“ oder (scheinbar)\n„egoistischer“zuwerden.Weilichdaszur\nKrankheitsbewältigung brauchen wer-\nde: vielleicht nicht jetzt sofort, aber in\nZukunftsicherlich.\nDasführtauchgleichzur Selbstfürsor-\nge:\nFormulierungsbeispielfürBetroﬀene:\nMeinWohlergehenstehtanersterStelle.\nIch weiß nicht, wie sich die Endometrio-\nse weiterentwickeln wird, ob sie mich\nstärker in Beschlag nehmen wird, ob sie\neine Weile stillhalten wird oder ob mir\ndieEndometrioseetwadenkommenden\nUrlaub verhageln wird. Wenn ich mehr\nnach mir schaue, kann ich das Leiden\nvielleicht nicht unbedingt entscheidend\nlindern.AberichschaffemirWohlfühlor-\nte, die ich für mich habe. Nur für mich.\nUnd wenn es mir passt, dann auch für\nden/diePartner*in.\nHilfreich sind hierbei diese Fragen sei-\ntens des Arztes/der Ärztin: „In welchen\nSituationengelingtesIhnen,dieEndome-\n180 DieGynäkologie3·2024\n\ntriose komplett zu vergessen?“ „Können\nSiesolcheSituationen inIhrenAlltaginte-\ngrieren und diese sogar noch ausbauen?“.\nWenndieBetroﬀenedurchschwereZeiten\ngeht, z.B. in Zeiten erhöhten Schmerzer-\nlebens,massiverKonﬂikteamArbeitsplatz\noderinderPartnerschaft,bedeutetSelbst-\nfürsorgekonkret,immervoneinemTagauf\nden anderen zu planen. Empfehlenswert\nist, keine großen Pläne zu schmieden, die\nsich womöglich zu einem Großteil wie-\nder zerschlagen, sondern realistische und\nüberschaubare „Mini“-Schritte planen, an\nderen erfolgreiche Umsetzung sie sich er-\nfreuenkann:GrößereVorhabenlassensich\nin kleine Schritte einteilen.\nAusPsychotherapienvonPatientenmit\nchronischen Schmerzen ist bekannt, dass\ndie „radikale Akzeptanz“ der Schmerzen\ndenBehandlungseﬀektaufdaskörperliche\nFunktionieren vermittelt [7, 27].\nRadikale Akzeptanz: Die dialektische\nVerhaltenstherapie lehrt das Konzept der\n„radikalenAkzeptanz“, welchesdieAkzep-\ntanzvonunveränderlichenEmotionenund\nGedanken sowie unveränderlichen Um-\nständen beinhaltet [22]:\nFormulierungsbeispielfürBetroﬀene:\nEsbringtnichts,michgegenSachenauf-\nzulehnen,andenenichüberhauptnichts\nändern kann. Es bringt auch nichts, da-\nranvölligzuverzweifeln .Erbringtwiede-\nrumauchnichts,darübernachzugrübeln\nundderErkrankungeinenirgendwiege-\narteten Zweck oder eine Botschaft an\nmich zuzuschreiben. Es ist so wie es ist:\nDie Endometriose ist da, ich kann sie\nnicht„wegzaubern“.\nIch setze mich zur Wehr, wenn ich\nmich stark genug fühle und wenn ein\nErfolg im Bereich des Möglichen sicht-\nbar (oder zumindest erahnbar) ist. Ich\nregeneriere, wenn ich wieder Kraft tan-\nken mussund möchte. So lange, wie ich\nbrauche.\nEmpfehlungfürdieärztlicheBeratung:\n„Radikale Akzeptanz bedeutet natürlich\nnicht, dass Sie die Erkrankung verleug-\nnen. Im Gegenteil: Wenn Sie die Gren-\nzen anerkennen (oder dieses zumindest\nversuchen), die die Endometriose aufer-\nlegt, dann können Sie die Optionen in-\nnerhalb und außerhalb dieser gesetzten\nGrenzenausloten.RadikaleAkzeptanzbe-\ndeutetwiederum auchnicht,dassSiesich\ndurch die Erkrankung komplett lähmen\nlassen und resignieren und gar depressiv\nwerden“.\nAbgrenzung und Authentizität:J e d e\n(chronische) Erkrankung lässt sich leich-\nter bewältigen, wenn sich die Betroﬀe-\nnenaufdieaktuellwesentlichenAufgaben\nund Herausforderungen in ihrem Leben\nkonzentrieren. Dabei hilft natürlich, häu-\nﬁgAchtsamkeitzupraktizieren,umaufdas\nzu fokussieren, was für das Jetzt wirklich\nwichtigist.DieBündelungderKräftekann\nnatürlichmitsichbringen,dassBetroﬀene\nAnderen gegenüber öfter als gewöhnlich\n„nein“ sagen und sich von Ansprüchen\naktiv abgrenzen – seien diese ausgespro-\nchen, unausgesprochen oder nur vermu-\ntet. Diese Ansprüche können auch nur in\nderPersonvorhandenseinundmöglicher-\nweise schon lange verinnerlicht. Sie kön-\nnen aber auch von außen an Betroﬀene\nherangetragen werden.\nFormulierungsbeispielfürBetroﬀene:\n„Nein“zusagenkannwirklichsehrkraft-\nspendend sein: Primär sage ich nämlich\nnicht „nein“ zum Anderen, sondern „ja“\nzu mir. Und damit bin ich authentisch\nund zeige ich mich auch so: Sowohl mir\ngegenüberalsauchdemAnderengegen-\nüber signalisiert mein „nein“ eben auch\nVerlässlichkeitundEchtheit.Dasistdann\nwirklichgesunder„Egoismus“!\nWiejedechronischeErkrankungistEn-\ndometriose oft auch in großem Maß mit\nHilﬂosigkeit im Erleben der Betroﬀenen\nverknüpft.AndauerndeHilﬂosigkeitgiltals\nwichtiger Risikofaktor für eine depressive\nEntwicklung,undeinentscheidender„Puf-\nfer“dagegenistdie Selbstwirksamkeit[3].\nFormulierungsbeispielfürBetroﬀene:\nWenn ich als Betroffene immer wieder\ndieErfahrung mache, mein Alltagsleben\nundmeineEinstellungzurEndometriose\n– zumindest ein Stück weit – aktiv und\npositiv beeinflussen zu können, senke\nich mein Risiko, wegen der Erkrankung\nzu verzweifeln, zu resignieren oder gar\ndeswegendepressivzuwerden [39].\nEs folgen konkrete und praxisnahe\nTipps zur Umsetzung, wie Betroﬀene die\nEndometriose (wieder) in ihr Leben in-\ntegrieren können (und nicht das Leben\num die Endometriose so wie Stückwerk\n„herumbauen“ müssen). Letztlich geht\nes darum, so viel Lebensfreude (wieder)\nin den Alltag hineinzupacken, dass die\nErkrankungfürdiePatientin(unddenPart-\nner/die Partnerin) besser zu bewältigen\nist.\nFormulierungsbeispielfürBetroﬀene:\nDieEndometrioseistda,undsiegehtvor-\naussichtlichauchnichtmehrweg.AlsBe-\ntroffene stecke ich meine Energien nicht\nin die Verzweiflung oder in das Nicht-\nwahrhaben-Wollen bzw. Weghaben-\nWollen, sondern in meine konstruktive\nAuseinandersetzung und Bewältigung.\nWiederholte Rückzüge zur Regenerati-\non – „Nicht ohne meine Wärmflasche“\n[21]! – dürfen selbstverständlich sein,\nauch Verzweiflung, als Betroffene lasse\nich mich aber nicht durch die Endome-\ntriosevollständiglähmen.Ichsetztemich\naktiv-konfrontierend – auf der Basis ei-\nner kämpferischen, aber nicht verbisse-\nnen Grundhaltung („endo warrior“) –\nmit der Erkrankung auseinander, suche\nnachfundiertenInformationenundhole\nmir Unterstützung. Damit werde ich die\nKrankheit zwar nicht besiegen, aber ihr\nmöglichstabgrenzbareBereicheundZei-\nteninmeinemLebenzuweisenundsomit\nihrenWirkungskreisdeutlicheingrenzen.\nAuf der Basis der radikalen Akzeptanz\nlasse ich mich als Betroffene aber auch\nnicht in andauernde kraftraubende und\nzermürbende Kämpfe gegen die Erkran-\nkung verstricken, sondern ich achte da-\nrauf, meine Batterien aufzuladen und\nmich rechtzeitig mit frischer Energie zu\nversorgen (bzw. auch versorgen zu las-\nsen).\nWir wissen aus der Copingforschung,\ndass aktiv-vermeidendes Bewältigungs-\nverhaltendennegativenpsychologischen\nImpact einer Erkrankung erhöhen kann,\neine aktiv-konfrontierende Herangehens-\nweise senkt ihn hingegen, ebenso eine\nsinngebende Bewältigungsstrategie [41].\nKörpergefühl\nEin besseres Körpergefühl zu erlangen,\nsollte ein zentraler Leitsatz der Endome-\ntriosebetroﬀenen werden:\nFormulierungsbeispielfürBetroﬀene:\nIch fülle die Waagschale positiver und\nangenehmer Körperempfindungen (Ge-\nDieGynäkologie3·2024 181\n\nÜbersichten\nnusstraining, Massage, Ernährung) als\nAusgleichzudenEinschränkungendurch\ndieEndometriose.\nEinVielzahlvonOptionenzur Verbesse-\nrung des eigenen Körpergefühlskannder\nBetroﬀenen empfohlen werden: modera-\nter Ausdauersport und individuell ange-\npassteskörperlichesTraining,Erlernenvon\nEntspannungstechniken (wie z.B. autoge-\nnes Training, progressive Muskelentspan-\nnung nach Jacobsen, Yoga, Qi Gong, Tai-\nChi), Beckenbodentraining, Bäder (auch\nWassergymnastik) und Bindegewebsmas-\nsagesowieAusprobierenvonWärmethera-\npie,Osteopathie, Tanztherapie undkreati-\nve Therapie (Kunst- und Musiktherapie),\ntraditionelle chinesische Medizin (TCM).\nEin Teil der möglichen sportlichen Akti-\nvitäten bzw. Entspannungsverfahren so-\nwie Achtsamkeitsübungen bei Endome-\ntrioselassensichauchmittelsAufklärungs-\nvideos aus seriösen Internetportalen (z.B.\nbeiKrankenkassen)erlernen.Auchhiergilt:\nalleStellschraubennutzenundausprobie-\nren, was davon einem gut tut.\nEmpfehlungfürdieärztlicheBeratung:\nBei Schlafstörungen (z.B. aufgrund von\nSchmerzen) sollte bei hohem Leidens-\ndruck ärztliche Hilfe zur Verbesserung\nder Schlafqualität aufgesucht werden.\nSelbstmedikation mit schlaﬀördernden\nMedikamenten (wegen möglicher Wech-\nselwirkungen mit Schmerzmitteln) und\ninsbesondere Einnahme von Benzodiaze-\npinen(wegenihresSuchtpotenzials)sollte\nvermieden werden. Auf Krankenkassen-\nWebsites und beispielsweise unterhttp://\nwww.psychologische-coronahilfe.de ﬁn-\ndensichgutumsetzbare Selbsthilfe-Tipps\nzur Förderung der Schlafqualität.\nZur Erlangung eines besseren Körper-\ngefühlsbeiEndometriosegehörtauchdie\nErnährungsberatung:V i e l eB e t r o ﬀ e n e\nklagen über den Endo-Belly, den zyklus-\nabhängigen Blähbauch [29]. Hier kann\neine Ernährungsumstellung helfen, z.B.\nauf vegane Ernährung unter Verzicht auf\nGluten und Histamine. Als evidenzbasiert\ngilt allerding bisher nur, dass Fischöl-\nk a p s e l ni nV e r b i n d u n gm i tV i t a m i nB 1 2\nEndometriosesymptome lindern helfen,\nebenso der (weitgehende) Verzicht auf\nAlkohol, rotes Fleisch und Transfette [13].\nDie allgemeinen Empfehlungen für eine\nausgewogene Ernährung der Deutschen\nGesellschaft für Ernährung e.V. können\nauch in der Gesprächsführung bei Endo-\nmetriose genannt werden.\nPartnerschaft\nViele – aber nicht alle – Studien stellten\ndie Beeinträchtigung der Partnerschaft\ndurch die Erkrankung als wichtiges Er-\ngebnis dar. So gaben die Teilnehmerin-\nneneinerinternationalenOnline-Umfrage\nan, dass die Erkrankung in 10% der Fäl-\nle Scheidungsgrund gewesen sei [9]. Hier\nist die (vermutliche) Selbstselektion bei\nden Teilnehmenden als limitierender Fak-\ntormiteinzubeziehen(überwiegendbelas-\ntetePersonennehmenanOnlinebefragun-\ngen zu Krankheitsauswirkungen teil). Aus\neiner aktuellen Online-Umfrage zu Wün-\nschen von Endometriosebetroﬀenen und\nihren Partner*innen wissen wir, dass of-\nfene, respektvolle, empathische Kommu-\nnikation von Beginn der Partnerschaft an\nsehr hilfreich ist [18].\n» Hilfreich ist eine oﬀene,\nrespektvolle, empathische\nKommunika tionv onBeginnder\nPartnerschaftan\nWeiterhin sollte Verständnis durch adä-\nquate Aufklärung von Partner*in zu allen\nAspektenderErkrankungerreichtwerden,\nnicht nur über die medizinischen Aspekte\nderEndometriose.Alshilfreichwurdeauch\neingeschätzt,dasseineDominanzallerLe-\nbensbereiche durch die Endometriose bei\nbeiden Partnern proaktiv vermieden wer-\ndensollte.Dazugehörtauch,dasssichdie\nPartnerjeweilsfürsichFreiräumeschaﬀen,\nohneeinschlechtesGewissendem/deran-\nderen gegenüber zu entwickeln.\nStudien zur partnerschaftlichen Dyade\nergebenübereinstimmend, dassdaseige-\nne Erleben und Verhalten durch den/die\nPartner*in zu einem großen Teil mitbe-\nstimmtwird.SoistesbeispielsweisebeiBe-\nwältigungsstrategien [41] und der Selbst-\nwirksamkeit [39]. In Bezug auf die Part-\nnerschaftbeiEndometriosebetroﬀenener-\ngab eine Studie in Heidelberg und Inns-\nbruck, dass subjektiv hohes Stresserleben\ndennegativen EinﬂussderEndometriose-\nschmerzennichtnurbeidenPatientinnen\nverstärkte, sondern auch beim Partner*in\n[36]. Interessanterweise hatte soziale Un-\nterstützung einen deutlichen geringeren\nEinﬂussalsdas(subjektivwahrgenomme-\nne) fehlende Verständnis vonAnderen für\ndie Erkrankung. Hierbei war die (wech-\nselseitige) Verstärkung derEndometriose-\nschmerzen noch deutlich stärker ausge-\nprägtalsbeimStresserleben.Hierauskann\nabgeleitetwerden,dasseinpsychologisch\nfundiertes Gesprächsangebot sich unbe-\ndingtauchanden/diePartner*inderEndo-\nmetriosebetroﬀenen richten sollte[8]und\ndass die Ergebnisse der Therapie verbes-\nsertwerdenkönnen,wennsiesichanbei-\ndePartner*innenrichtet[ 10,30].Bisherige\nStudienhattenzwarausschließlichhetero-\nsexuelle Paare im Fokus, diese Ergebnisse\nsollten aber auf lesbische Partnerschaften\nweitestgehend übertragbar sein.\nWeiterhinerscheintessehrwichtig,ad-\näquataufbereitetes Informationsmaterial\nzurEndometriose(insbesonderebezüglich\nihrerpsychologischenAspekte)sowohlfür\nden/diePartner*inbereitzustellenalsauch\nfür die allgemeine Öﬀentlichkeit (und da-\nmit auchfürFamilienangehörige undKol-\nleg*innen).\nRessourcen stärken: von\nKraftquellen, Energieriegeln und\nGlückskekszetteln\nEmpfehlungfürdieärztlicheBeratung:„Ei-\nne chronische Erkrankung wie Endome-\ntriose kann Sie zeitweise viel Kraft kosten\nund die eigenen Ressourcen und Kräfte\nangreifen. Von daher ist es sinnvoll, Ihre\nindividuellen Ressourcen zunächst wahr-\nzunehmen und zu identiﬁzieren, sie dann\nbewusst zu pﬂegen und zu stärken so-\nwie Übungen und Rituale zu einzufüh-\nren, durch die Sie IhreKraftquellen im-\nmer wieder auﬀüllen können. Dazu gibt\nes viele Möglichkeiten: Legen Sie ein „Po-\nsitiv-“ bzw. ein „Freude“-Tagebuch an: an\nundführenSieesjedenTagzueinerfesten\nUhrzeit(z.B.kurzvordemSchlafengehen).\nFinden Sie 4 positive Dinge, die Ihren Tag\nbesser gemacht haben. Stellen Sie sich\ndazu jeden Tag diese 4 Fragen: ,Worüber\nhabe ich mich heute gefreut?‘, ,Was habe\nichheuterichtigguthinbekommen?‘,Wo-\nfür bin ich dankbar?‘, ,Wo habe ich mich\nheute richtig lebendig gefühlt?‘“ (z.B.[25,\nS. 29] und [37, S. 88]).\nEin weiteres Beispiel für Ressourcen-\nstärkung ist das Erschaﬀen von „Energie-\nriegeln“ (hier eine Empfehlung für die\n182 DieGynäkologie3·2024\n\nHierstehteineAnzeige.\nK\n\nÜbersichten\nBeratung des Paares): „Wenn Sie sich er-\nschöpft und müde fühlen, überlegen Sie,\nwas Ihnen wieder Energie geben könn-\nte – und setzen Sie es um! Hier ﬁnden\nsie einige Anregungen. Vervollständigen\nSie die Liste mit Ihren persönlichen ,Ener-\ngieriegeln‘: Bewegung draußeninderNa-\ntur, regelmäßiger Sport, massiert werden,\nMusik, tanzen, Meditation und Yoga, gute\nGespräche, Sex und zärtliche Berührun-\ngen,gutesEssen,ausreichendSchlaf,...“.\n„Jeder von Ihnen erstellt daraus nun eine\nListemit10Dingen,dieihm/ihrpersönlich\nbesonders guttun. Beide Listen (für jeden\nder beiden Partner) hängen sie an einem\ntäglich sichtbaren (aber intimen) Ort auf\n(z.B.imBadezimmer).SetzenSiejedenTag\nmindestens einen Punkt davon um“ [32,\nS. 29].\nDasGefäßmit„ Glückskekszetteln“fül-\nlen (als weitere Empfehlung für die ärzt-\nliche Beratung): In einem Kinderwunsch-\nInternetforum wurde folgende hilfreiche\nIdeezum„PlanB“(hieralsozumunerfüllt\nbleibenden Kinderwunsch) gepostet „Wir\nhaben auch einen Plan B. Wir werden ab\njetzt jede Woche etwas auf einen Zettel\nschreiben, was wir gerne mögen (z.B. ein\nspezielles Essen), was wir gerne machen\n(z.B. Städtetrip) und was wir noch ma-\nchen wollen (z.B. Safari), und das kommt\ndann in ein Gefäß. Diese Zettelsammlung\nführtunsimmer vorAugen, waswir sonst\nnoch alles Schönes in unserem Leben ha-\nben, worüber wir glücklich sein können\noder auf was wir uns freuen dürfen“ [51].\nDiese Sammlungkann als„Glückskekszet-\ntel“-Sammlung auch für die Beratung bei\nEndometriose genutzt werden: „Wenn Sie\n(oder Sie beide als Paar) durch die En-\ndometriose aktuell wieder stark belastet\nund erschöpft,womöglichgar verzweifelt\nund hilﬂos sind, kann das Ziehen eines\nsolchen ,Glückskekszettels‘ Ihnen wieder\nPerspektive geben und den Blick von den\nmühseligenEinschränkungendurchdieEr-\nkrankungwegundhinzupositivenSeiten\ndes Lebens und zu neuen Perspektiven\nlenken“.\nSexualität: weit mehr als\nVaginalverkehr\nSexualitätisteinzentralerBereichintimer\nBeziehungen undgeradeinderVerbesse-\nrungdesKörpergefühlsaucheinewichtige\nRessource. Endometriose kann da oft ein\nstarker Störfaktor sein.\nFormulierungsbeispielfürBetroﬀene:\nAlsPaarsindwirmutigundfrech,inund\nmit der Sexualität zu experimentieren,\ntabulos – natürlich immer nur im wech-\nselseitigen expliziten Einverständnis! –\ndie Grenzen, die uns die Endometriose\naufzuerlegenversucht,auszuhebelnund\nzuumgehen.Hilfsmittel(wieGleitgelund\nPenis-„Distanzringe“) können für uns da\nhilfreich sein, neben den unterschiedli-\nchen körperlichen Stellungen beim va-\nginalen Sex (sowie allen Alternativen\ndazu).\nSchmerzistbeimSexdasabsolute„No\ngo“: Wenn ernicht zum ganz klar ausge-\nsprochenen Selbstverständnisaller betei-\nligten Partner*innen dazugehört, hat der\nSchmerz in der Sexualität deﬁnitiv keinen\nOrt. Sollten die unterschiedlichen Sexual-\npraktiken an die Schmerzgrenze stoßen,\nbedeutetdieseineindeutiges Stopp–mit\neinemStoppsignal, welchesvorherverab-\nredet worden ist –, und den Übergang zu\ngemeinsam erlebten sanfteren Stimulati-\nonserfahrungen.\nEmpfehlungfürdieärztlicheBeratung:\n„Lassen sie beide sich durch wiederholte\nnegative Erfahrungen in diesem Bereich\nnicht entmutigen. Manche Schmerzemp-\nﬁndungen der Endometriosebetroﬀenen\nbeim Sex sind zyklusabhängig, manche\nalltags- oder beziehungsstressabhängig,\nmanche sind (zunächst) unerklärbar. Las-\nsen Sie sich nicht entmutigen, probieren\nSie immer neu aus: ein neuer Tag, eine\nneue partnerschaftliche Begegnung, ein\nneues Glück!“\nDie Broschüre „Endometriose, Sexua-\nlität, Partnerschaft“ des Netzwerks Endo-\nmetriose(http://www.endo-netz.org)gibt\ndiesbezüglich vielfältige praxisnahe Anre-\ngungen und ist daher unbedingt emp-\nfehlenswert für Betroﬀene und ihre Part-\nner*innen.\nSoziales Umfeld, Ausbildungs-\nbzw. Arbeitsfähigkeit\nJede Endometriosebetroﬀene hat schon\nVerabredungen mit Freund*innen wegen\nihrerErkrankungabsagenmüssen.Zueiner\nadäquatenAufklärunggehörtdaherdiese\nklare Ansage der Patientin an ihr soziales\nUmfeld:\nFormulierungsbeispielfürBetroﬀene:\nMeine Endometriose ist einschränkend,\ndasistsicherlichauchärgerlichundfrus-\ntrierend. Die Erkrankung ist aber nicht\nlebensbedrohlich, und vor allem ist sie\nnichteingebildetodersimuliert!\nEin eher oﬀener und oﬀensiver Um-\ngangmitderEndometrioseverhilft–auch\nim Sinne der o.g. Authentizität – zu Ver-\nlässlichkeit und Berechenbarkeit anderen\ngegenüber (auch wenn die Unberechen-\nbarkeit derErkrankungdadurchnichtauf-\ngehoben wird).\nWie jede chronische Erkrankung kann\nEndometrioseauch soziale Isolierungmit\nsich bringen. Die Symptome der Erkran-\nkung sind unvorhersehbar und inkonsis-\ntent,damitistderUmgangmitderBetrof-\nfenensoschlechtplanbarundunzuverläs-\nsig,wasauchzuUngeduldundGenervtheit\nbeidenAnderen beitragen kann. Planung\n(und Absagen) der Verabredungen rich-\ntensichbeiderPatientin mitEndometrio-\nse häuﬁg nach dem Menstruationszyklus,\nder leider in seinem Ablauf nicht immer\nzuverlässig vorhersehbar ist. Ein Teil der\nAktivitätenlässtsichgegebenenfallsindie\nsozialenMedienbzw.inVideokonferenzen\nverlagern, aber eben nur ein Teil. Tatsäch-\nlichwerdenebennichtnurPartnerschaften\nvon Endometriosebetroﬀenen in ihrer Be-\nlastbarkeit geprüft, sondern auch Freund-\nschaften und familiäre Beziehungen. Wie\nwichtig das Verständnis Anderer für das\nWohlbeﬁnden der Endometriosebetroﬀe-\nnen (und Partner*in) ist, wurde oben be-\nreits dargelegt [30].\n» WiejedechronischeErkrankung\nkann Endometriose soziale\nIsolierungmitsichbringen\nIn manchen Fällen ist dieAusbildungs-\nbzw. Arbeitsfähigkeit der Endometriose-\nbetroﬀeneneingeschränkt.Auchhieremp-\nﬁehlt sich ein eher proaktiver und ehr-\nlicher Umgang mit der Erkrankung so-\nwie eine entsprechende Informationsga-\nbe.SoweitesimAusbildungs-bzw.Arbeits-\nkontext möglich ist, sollte die Patientin\nproaktiv und oﬀen zyklusabhängige (so-\nmit erwartbare) und zyklusunabhängige\n(unerwartete) Schmerzepisoden und da-\n184 DieGynäkologie3·2024\n\nmit verbundene mögliche Schulstunden-\nausfälle bzw. Arbeitseinschränkungen an-\nsprechen. Mögliche Erleichterungen be-\ntreﬀen beispielsweise ein höhenverstell-\nbarer Schreibtisch zur Entlastung, ﬂexible\nPausenzeiten zur Erholung, das Ermögli-\nchenvonHome-Schoolingbzw.Home-Of-\nﬁce. Die bereits erwähnte internationale\nOnline-Studie ergab, dass sich die Hälfte\nderTeilnehmendendurchdieEndometrio-\nse in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt\nsahen,undknappeinViertelderBefragten\ngab an, deshalb ihre Arbeitszeit reduziert\nzu haben [9].\nEs gibt durch die Stiftung Endome-\ntrioseforschung (SEF) zertiﬁzierte Re-\nhabilitationskliniken, die Patientinnen\nmit Endometriose betreuen (http://www.\nendometriose-sef.de).EinesolcheRehabi-\nlitationkannalsAnschlussheilbehandlung\n(nach stationärem Aufenthalt) oder als\nRehabilitationsmaßnahme beantragtwer-\nden. Von den Betroﬀenen werden diese\nAngebote meistalssehrhilfreichundpro-\nfessionell ausgerichtet bewertet. Letztlich\nsollte von der Endometriosebetroﬀenen\nim Arbeitskontext bei wiederholten mas-\nsiven Einschränkungen auch über die\nBeantragung eines Schwerbehinderten-\nausweises nachgedacht werden.\nKinderwunsch: eine besondere\nHerausforderung\nEndometriosebetroﬀene mit Kinder-\nwunsch leiden meist besonders [ 48],\nda die ersehnte Schwangerschaft wo-\nmöglich auch die Endometriose lindern\n(nicht: heilen) würde, da eine medika-\nmentöse Endometriosebehandlung (Hor-\nmonsuppression) eine Schwangerschaft\nhinauszögert, da etwa zwei Drittel der\nPatientinnen Schmerzen beim vaginalen\nSex haben, da Endometriosebetroﬀene\nhäuﬁg auf Verfahren der Reproduktions-\nmedizin angewiesen sind (weil z.B. die\nEileiter durch Endometrioseherde in Mit-\nleidenschaft gezogen worden sind) und\nda bei ihnen Schwangerschaftskomplika-\ntionen (Frühabort, Frühgeburt) häuﬁger\nauftreten [35].\nHilfreich kann hier die Lektüre der Rat-\ngeber von Anna Adamyan (geb. Wilken)\nsein, die sowohl Endometriosebetroﬀe-\nne als auch Patientin mit Kinderwunsch\nist und die ihren Weg sehr oﬀen und\neindrucksvoll in ihren beiden Büchern\nschildert[45,46].Weitereaktuelleundfun-\ndierte Ratgeberliteratur zum unerfüllten\nKinderwunschliegenmit[ 43]und[ 50]vor.\nDie entsprechende AWMF-Leitlinie gibt\neinen guten Überblick über evidenzba-\nsierteForschungsergebnisse zurThematik\n[49]. Psychosoziale Beratungsfachkräfte\nbei Kinderwunsch können unter http://\nwww.bkid.de(Beratungsnetzwerk Kinder-\nwunschDeutschland,BKiD)gefundenund\nkontaktiert werden.\nEndometriosebetroﬀene bei ihrer\nFrauenärztin/ihrem Frauenarzt\nDie Erkrankung Endometriose gerät erst\nlangsam in den Fokus der Öﬀentlichkeit.\nBisher machten betroﬀene Frauen nicht\nselten die Erfahrung, dass ihre Zyklus-\nbeschwerden bagatellisiert wurden: „Das\nkann doch nicht so schlimm sein: Seine\nTage zu haben, ist keine Krankheit“. Die-\nses bekamen Betroﬀene nicht nur von\nMüttern und Freundinnen oder Kollegin-\nnen oft zu hören, sondern nicht selten\nauch von medizinischen Fachkräften –\ninsbesondere die jüngeren Patientinnen\n[38].Eindrucksvollschildertediesdie2022\nverstorbene Schriftstellerin Hilary Mantel:\n„Die Ärzte sagten den Frauen, die über\nihre schmerzhafte Periode klagten, dass\neine Geburt sie wieder in Ordnung brin-\ngen würde. Sie sagten Frauen, die über\nSchmerzen während des Monats klagten,\ndass sie Hypochonder und Quälgeister\nseien, dass sie sich in Wirklichkeit über\nihre schlechten Ehen beklagten, dass sie\nein schönesValium haben könnten, wenn\nsie wollten, und es auf einem Wiederho-\nlungsrezept einnehmen könnten, damit\nsie nicht alle 5 min mit der gleichen\nalten Geschichte wiederkommen“ [ 26,\nS. 20]. Inzwischen kann davon ausge-\ngangen werden, dass der Wissenstand\nbei Frauenärztinnen und -ärzten in Be-\nzug auf das Krankheitsbild Endometriose\nundentsprechendes Problembewusstsein\ndeutlich zugenommen hat. Dabei sind\ndie spezialisierten Aus- und Fortbildungs-\nkurse sinnvoll, wie sie beispielsweise von\nder AG Endometriose angeboten werden\n(http://www.ag-endometriose.de).\nDie bereits erwähnte internationale\nOnline-Umfrage ergab, dass zwischen der\nSymptomwahrnehmung durch die En-\ndometriosebetroﬀene und der korrekten\nDiagnosestellungimDurchschnitt5,5Jah-\nre vergingen [9]. Diese Zeitspanne setzt\nsich zusammen aus einer eher defensiven\nHaltungderBetroﬀenenvondurchschnitt-\nlich 2,1 Jahren („patient’s delay“) sowie\neiner eher abwartenden Haltung des\nFrauenarztes/der Frauenärztin von durch-\nschnittlich 3,4 Jahren („doctor’s delay“).\nFür die Praxis bedeutet dies für die Frau,\nals ungewöhnlich und belastend wahr-\ngenommene Symptome (insbesondere\nstarken zyklusabhängigen Schmerz) nicht\nals „gegeben“ hinzunehmen, sondern auf\nrechtzeitigeAbklärungdurchdenArzt/die\nÄrztin zu drängen und sich frühzeitig an\nein spezialisiertes Endometriosezentrum\nzur Diagnostik überweisen zu lassen [47].\n» InSchulensollteintensiverüber\ndasKrankheitsbildEndometriose\naufgeklärtwerden\nUmgekehrt bedeutet diese Empfehlung\nnatürlich nicht, dass jede junge Frau mit\nMenstruationsschmerzen einer invasiven\nEndometriosediagnostik unterzogen wer-\nden sollte (mit bildgebenden Verfahren\nodergareiner„Routine-Laparoskopie“).Es\nsollte allerdings in den Schulen intensi-\nver über das Krankheitsbild „Endometrio-\nse“ aufgeklärt werden [24]. Die Sympto-\nmatik und Grundprinzipien der Diagnos-\ntik der Endometriose (mit Abklärungsal-\ngorithmus) lassen sich der aktuell gülti-\ngenAWMF-Leitlinie 015-045[2]sowieder\nESHRE-Guideline[4]entnehmen.Diemedi-\nzinischenAspektederErkrankungsindfür\nBetroﬀene und Beratungsfachkräfte gut\nverständlich in dem Ratgeber von Sylvia\nMechsner dargelegt [28].\nFazit für die Praxis\n4 Endometriose ist eine Erkrankung,d i ef ü r\nviele Betroﬀene (und ihre Partner*innen)\neine erhebliche Beeinträchti gung ihres\nLebensalltags mit sich brin gt. Häuﬁ g\nnimmt sie zudem einen chronischen Ver-\nlauf.\n4 Eine patientinnenorientierte ärztliche Be-\nratung kann hier auch von den psycho-\nlogischen Konzepten und Elementen der\nGesprächsführung proﬁtieren, die im Zu-\nsammenhang mit anderen chronischen\nErkrankungen sowie Traumatisierun gen\nentwickelt wurden und die auch in der\nDieGynäkologie3·2024 185\n\nGesprächsführung bei Endometriose gut\nanwendbar sind.\n4 Eine professionelle ärztliche Gesprächs-\nführung kann (und sollte) maß geblich\ndabei helfen, den meist erheblichen Lei-\ndensdruck der Endometriosebetroﬀenen\nzu lindern.\nKorrespondenzadresse\nProf.Dr.TewesWischmann\nInstitut für MedizinischePsychologie,\nUniversitätsklinikumHeidelberg\nBergheimer Str. 20, 69115 Heidelberg,\nDeutschland\ntewes.wischmann@med.uni-heidelberg.de\nFunding. OpenAccessfundingenabledandorgani-\nzedbyProjektDEAL.\nEinhaltung ethischer Richtlinien\nInteressenkonﬂikt. T.WischmannistMitglieddes\nNetzwerksEndometriose( http://www.endo-netz.\norg)undderAGEndometriose( http://www.ag-\nendometriose.de).B.Ditzengibtan,dasskeinInte-\nressenkonﬂiktbesteht.\nFürdiesenBeitragwurdenvondenAutor/-innen\nkeineStudienanMenschenoderTierendurchgeführt.\nFürdieaufgeführtenStudiengeltendiejeweilsdort\nangegebenenethischenRichtlinien.\nOpen Access.DieserArtikelwirdunterderCreative\nCommonsNamensnennung4.0InternationalLizenz\nveröﬀentlicht,welchedieNutzung,Vervielfältigung,\nBearbeitung,VerbreitungundWiedergabeinjegli-\nchemMediumundFormaterlaubt,sofernSieden/die\nursprünglichenAutor(en)unddieQuelleordnungsge-\nmäßnennen,einenLinkzurCreativeCommonsLizenz\nbeifügenundangeben,obÄnderungenvorgenom-\nmenwurden.\nDieindiesemArtikelenthaltenenBilderundsonstiges\nDrittmaterialunterliegenebenfallsdergenannten\nCreativeCommonsLizenz,sofernsichausderAbbil-\ndungslegendenichtsanderesergibt.Soferndasbe-\ntreﬀendeMaterialnichtunterdergenanntenCreative\nCommonsLizenzstehtunddiebetreﬀendeHandlung\nnichtnachgesetzlichenVorschriftenerlaubtist,istfür\ndieobenaufgeführtenWeiterverwendungendesMa-\nterialsdieEinwilligungdesjeweiligenRechteinhabers\neinzuholen.\nWeitereDetailszurLizenzentnehmenSiebitteder\nLizenzinformationauf http://creativecommons.org/\nlicenses/by/4.0/deed.de.\nLiteratur\n1. Ashar YK, Gordon A, Schubiner H et al (2022)\nEﬀect of pain reprocessing therapy vs placebo\nand usual care for patients with chronic back\npain:arandomizedclinicaltrial.JAMApsychiatry\n79:13–23\nAbstract\nPatient–physician communication and psychological counseling in\nendometriosis patients\nThe fact that endometriosis isoneofthe mostfrequent gynecologicaldisordersin\nwomenandgirlsisgraduallyattracting greater publicandpoliticalattention. There\nisalso substantial awareness ofthe disorderamong German gynecologists, albeit\nwithoutsuﬃcient“equipment”fordiscussingtheconditionwithpatientsandproviding\npsychologicalcounseling.Thisarticleoﬀershands-onproposalsformedicalcounseling\nand the discussionofrelevant issues, aswellas other practical tips and suggested\nverbalizations foruseby womensuﬀering fromendometriosis(andtheir partners).\nThesepracticalrecommendationscanhelptoimprovethedoctor–patientrelationship\ninthecaseofendometriosis.Theresourcesmentionedbelow(guidebooks,websites)\nfocusonGerman-languageoﬀeringsonly.\nKeywords\nPsychosomatics·Trauma·Infertility·Counseling·Sexuality\n2. AWMF (2020) Diagnostik und Therapie der\nEndometriose.AWMF-Leitlinie015-045\n3. BanduraA(1994)Self-eﬃcacy.In:RamachandranV\n(Hrsg)EncyclopediaofhumanBehavior.Academic\nPress,NewYork,S71–78\n4. BeckerCM, Bokor A, HeikinheimoO etal (2022)\nESHREguideline:endometriosisBd.2022.Human\nReproductionOpen\n5. Boneva RS, Lin J-MS, Wieser F et al (2019)\nEndometriosisasacomorbidconditioninChronic\nFatigue Syndrome (CFS): secondary analysis of\ndatafromaCFScase-controlstudy.FrontPediatr7\n6. Bourdon M, Antoine V, Combes U et al (2023)\nSeverepelvicpainisassociatedwithsexualabuse\nexperiencedduringchildhoodand/oradolescence\nirrespectiveofthepresenceofendometriosis.Hum\nReprod38:1499–1508\n7. Cederberg JT, Cernvall M, Dahl J et al (2016)\nAcceptanceasamediatorforchangeinacceptance\nandcommitmenttherapyforpersonswithchronic\npain?IntJBehavMed23:21–29\n8. CulleyL,LawC,HudsonNetal(2017)Aqualitative\nstudy of the impact of endometriosis on male\npartners.HumReprod32:1667–1673\n9. DeGraaﬀAA,D’HoogheTM,DunselmanGAJetal\n(2013) The signiﬁcant eﬀect of endometriosis\nonphysical,mentalandsocialwellbeing:results\nfromaninternationalcross-sectionalsurvey.Hum\nReprod28:2677–2685\n10. Ditzen B, Kamping S, Flor H (2017) Schmerz-\nstörungen. In: Brakemeier E-L, Jacobi F (Hrsg)\nVerhaltenstherapieinderPraxis,S556–566\n11. Edmond SN, Keefe FJ (2015) Validating pain\ncommunication:currentstateofthescience.Pain\n156:215–219\n12. Grundström H, Engman L, Rimhagen E et al\n(2023)Experiencesofcommunicationinwomen\nwith endometriosis: perceived validation and\ninvalidationindiﬀerentcontexts,andassociations\nwith health-related quality of life. J Psychosom\nObstetGynaecol44\n13. HelbigM,VesperA-S,BeyerIetal(2021)Hatdie\nErnährungeinenEinﬂussaufdieEndometriose?\nGeburtshilfeFrauenheilkd81:191–199\n14. HintzEA(2020)Paincommunication:Anagenda\nforcommunicationresearchers.AnnIntCommun\nAssoc44:401–421\n15. Kabat-Zinn J, Lipworth L, Burney R (1985) The\nclinicaluseofmindfulnessmeditationfortheself-\nregulationofchronicpain.JBehavMed8:163–190\n16. KalfasM,ChisariC,WindgassenS(2022)Psychoso-\ncialfactorsassociatedwithpainandhealth-related\nqualityoflifeinendometriosis:asystematicreview.\nEurJPain26:1827–1848\n17. KlußmannR, NickelM(2009)Psychosomatische\nMedizinundPsychotherapie.EinKompendiumfür\nallemedizinischenTeilbereiche.Springer,Wien\n18. KranzK,WischmannT(2024)Auswirkungender\nEndometriose auf Sexualität und Partnerschaft.\nErgebnisse einer inhaltsanalytischen Befragung\nvon Betroﬀenen und Partnern. Gynakol Prax\n51:568–575\n19. Liebermann C, Kohl Schwartz AS, Charpidou T\netal(2018)Maltreatmentduringchildhood:arisk\nfactorforthedevelopmentofendometriosis?Hum\nReprod33:1449–1458\n20. Liedl A, Knaevelsrud C, Müller J et al (2014)\nTrauma und Schmerz: Manual zur Behandlung\ntraumatisierter Schmerzpatienten. Schattauer,\nStuttgart\n21. LielM(2017)NichtohnemeineWärmﬂasche.Le-\nbenmitEndometriose.Komplettmedia,Grünwald\n22. Linehan M (2015) DBT skills training manual.\nGuilford,NewYork\n23. LütjeW,BrandenburgU(2003)Psychosomatische\nAspekte der Endometriose. Zentralbl Gynakol\n125:281–285\n24. Mackenzie M, Cohn S (2023) You can change\na girl’s life today: the truth about periods and\nendometriosis.NasnSchNurse38:85–90\n25. MangelsdorfJ(2020)PosttraumatischesWachs-\ntum.ZPsychodramaSoziom19:21–33\n26. MantelH(2003)Clinicalwaste.In:HaynesJ,MillerJ\n(Hrsg) Inconceivableconceptions. Psychological\naspectsofinfertilityandreproductivetechnology.\nBrunner-Routledge,HoveandNewYork,S19–26\n27. McCracken LM, Eccleston C (2003) Coping or\nacceptance:whattodoaboutchronicpain?Pain\n105:197–204\n28. Mechsner S (2021) Endometriose – die unter-\nschätzteKrankheit.ZS-Verlag,München\n29. MechsnerS(2021)Endometrioseschmerzbeherr-\nschen.Schmerz35:159–171\n30. NeesF,DitzenB,FlorH(2022)Whensharedpain\nis not half the pain: enhanced central nervous\nsystem processing and verbal reports of pain\nin the presence of a solicitous spouse. Pain\n163:e1006–e1012\n31. NetzlJ,GusyB,VoigtBetal(2022)Chronicpelvic\npaininedometriosis:cross-sectionalassociations\nwith mental disorders, sexual dysfunctions and\nchildhoodmaltreatment.JClinMed11:3714\n32. PanzauS(2022)WennderKinderwunschunerfüllt\nbleibt–Wasbedeutetdasfüruns?In:WallraﬀD,\n186 DieGynäkologie3·2024\n\nThornP,WischmannT(Hrsg)Kinderwunsch.Der\nRatgeberdesBeratungsnetzwerkesKinderwunsch\nDeutschland (BKiD). Kohlhammer, Stuttgart,\nS23–29\n33. Quinlivan J, Rowe H, Wischmann T et al (2020)\nSettingtheglobalresearchagendainpsychosocial\naspects of women’s health—outcomes from\nISPOGworldconferenceattheHague.JPsychosom\nObstetGynaecol41:1–4\n34. Ramin-WrightA,Schwartz ASK,Geraedts Ketal\n(2018) Fatigue—a symptom in endometriosis.\nHumReprod33:1459–1465\n35. SachsMK,LeenersB(2023)FertilitätbeiEndome-\ntriose.GynäkolEndokrinol21:184–188\n3 6 .S c h i c kM ,G e r m e y e rA ,B ö t t c h e rBe ta l( 2 0 2 2 )\nPartnersmatter: The psychosocial well-being of\ncoupleswhendealingwithendometriosis.Health\nQualLifeOutcomes20:86\n37. SpangenbergE(2023)DemLebenwiedertrauen.\nTraumaheilung nach sexueller Gewalt. Patmos\nVerlag\n38. Strömberg C, OlovssonM, Grundström H(2022)\nAge-relateddiﬀerences in experiencedpatient-\ncentredcareamongwomenwithendometriosis.\nJObstetGynaecol42:3356–3361\n39. Thanscheidt CL, Pätsch P, Rösner S et al (2023)\nPsychologicalaspectsofinfertility—resultsfrom\nan actor-partner interdependence analysis.\nGeburtshilfeFrauenheilkd83:843–849\n40. van Stein K, Schubert K, Ditzen B et al (2023)\nUnderstanding psychological symptoms of en-\ndometriosis from a research domain criteria\nperspective.JClinMed12:4056\n41. Volmer L, Rösner S, Toth B et al (2017) In-\nfertile partners’ coping strategies are interre-\nlated—implications for targeted psychological\ncounseling.GeburtshilfeFrauenheilkd77:52–58\n42. Wagner VV (2023) Leben mit Endometriose.\nSelbsthilfebeiSchmerzenundpraktischeTippsfür\ndenAlltag.SüdwestVerlag,München\n43. Wallraﬀ D, Thorn P, Wischmann T (Hrsg) (2022)\nKinderwunsch. Der Ratgeber des Beratungs-\nnetzwerkes Kinderwunsch Deutschland (BKiD).\nKohlhammer,Stuttgart\n44. WHO(2023)Factsheet:Endometriosis\n45. Wilken A, Hirschberg S (2019) In der Regel\nbin ich stark: Endometriose: warum wir unsere\nUnterleibsschmerzenernstnehmenmüssen!Eden\nBooks,Hamburg\n46. WilkenA,HirschbergS(2021)Na,wannistesdenn\nsoweit?Kinderwunschsiehtbeijedemandersaus:\nEmotionen, Ursachen, Behandlungsmöglichlei-\nten.ZSVerlagGmbH,München\n47. WillerD,PetersG,TeschKetal(2023)Endometriose\n–mehrals„nur“Dysmenorrhö!DieGynäkologie\n56:445–453\n48. WischmannT(2008)PsychologischeAspektebei\nEndometriose undKinderwunsch– einige kriti-\nsche Anmerkungen. Geburtshilfe Frauenheilkd\n68:231–235\n49. Wischmann T, Borkenhagen A, Dorn A et al\n(2021) Psychosomatically Oriented Diagnostics\nandTherapy for FertilityDisorders. Guideline of\nthe DGPFG (S2k-Level, AWMF Registry Number\n016/003,December 2019).Geburtshilfe Frauen-\nheilkd81:749–768\n50. WischmannT,StammerH(2024)DerTraumvomei-\ngenenKind.PsychologischeHilfenbeiunerfülltem\nKinderwunsch.Kohlhammer,Stuttgart\n51. WischmannT,ThornP(2023)WennARTerfolglos\nbleibt:Zahlen,Erfahrungen,Interventionenund\nein Plädoyer für den „Plan B“. Gynakol Prax\n50:428–436\n52. ZartB(2015)Kinderwunsch.DiebestenRezepte,\numnatürlichschwangerzuwerden.Gräfe&Unzer,\nMünchen\nHinweisdesVerlags. DerVerlagbleibtinHinblick\naufgeograﬁscheZuordnungenundGebietsbezeich-\nnungeninveröﬀentlichtenKartenundInstituts-\nadressenneutral.\nTermine\nVeranstaltungskalender\nGynäkologie\n13.03.–16.03.2024,Düsseldorf\nFOKO 2024\nwww.bvf.de/foko\n22.03.–23.03.2024,Hamburg\nFRAUEN „Ü40‘‘, endokrinologisch\nverstehen, ...die Prä-, Peri- und Post-\nmenopause...\nModulI,“Basiswissen–Endokrinologie“\nwww.soft-consult.org/veranstaltungen\n19.04.–20.04.2024,Innsbruck\nHormone im Frühling\nwww.oeggg.at/kongresse-tagungen\n06.06.–08.06.2024,Dresden\n43. Jahreskongress – Deutsche Ge-\nsellschaft für Senologie e.V.\nwww.senologiekongress.de\n06.09.–07.09.2024,Online\nFRAUEN „Ü40‘‘, endokrinologisch\nverstehen, ...die Prä-, Peri- und Post-\nmenopause...\nModul II,“WassolltenFrauenärzte/Innen\nausanderenFachgebietenwissen?“\nwww.soft-consult.org/veranstaltungen\n16.10.–19.10.2024,Berlin\n65. DGGG-Kongress\nwww.dggg.de\n15.11.-16.11.2024,Frankfurta.M.\nJahrestagung DMG e.V.\nwww.menopause-gesellschaft.de\nAktuelle Kongressberichte und wei-\ntere Informationen ﬁnden Sie auf\nwww.springermedizin.de\nDieGynäkologie3·2024 187","source_license":"CC0","license_restricted":false}