{"paper_id":"42d10855-fe3b-498c-90c3-f1cc87fb62b2","body_text":"Subscribe to RSS\nDOI: 10.1055/s-0035-1558356\nWelche Rolle spielen die Myofibroblasten und TGFß1 an der Entwicklung der peritonealen Endometriose?\nEinleitung:\nEndometriose ist eine Östrogen-abhängige Erkrankung, die 10 – 15% der reproduktionsfähigen Frauen betrifft. Die Pathogenese der Erkrankung ist immer noch unklar. Die Sampson-Theorie besagt, dass während der Menstruation abgestoßenes Endometrium in Patientinnen mit Endometriose (EM) retrograd in die Bauchhöhle gelangt und sich dort über Adhäsion und Invasion im Peritoneum zu EM-Läsionen weiterentwickeln kann. Sehr wahrscheinlich ermöglichen die Mechanismen der Epithel – Mesenchymalen Transformation (EMT) diesen Prozess. Passend zu dieser Theorie finden sich auch Endometriose-assoziierte Muskelzellen. Der Transforming Growth Factor Beta1 (TGFß1) und das Mikromileu wie die Peritonealflüssigkeit scheinen dabei wichtige Einflussfaktoren auf die EMT zu sein, durch die Fibroblasten zu kontraktionsfähigen Myofibroblasten transformieren können. Dies könnte auch ein wesentlicher Faktor in der Schmerzpathogenese darstellen.\nZiel:\nUntersuchungen möglicher Einflussfaktoren der EMT in peritonealen Endometrioseläsionen.\nPatientinnen:\nIn dieser Studie wurden 86 prämenopausale Patientinnen (EM = 55 und Kontrollen = 31) eingeschlossen. Von diesen wurden Peritonealflüssigkeit (PF) und oberflächliche peritoneale EM-Läsionen während der Laparoskopie gewonnen.\nMethoden:\nDie peritonealen EM-Läsionen wurden immunohistochemisch auf die Expression von TGFß Rezeptoren (1, 2 & 3), Kollagen I (Produkt der Fibroblasten) und Calponin (Marker für glatte Muskelzellen) untersucht. Weiterhin wurde TGFß1 in der PF in EM-Patientinnen sowie in Kontrollen mittels ELISA bestimmt. In einer in-vitro Studie, wurde der Effekt auf die zellulären Proliferationsrate der L-929 (Maus Fibroblast Zelllinie) und 12Z (Endometriose Epithel Zelllinie) von PF von Frauen mit und ohne EM, Estradiol (E2) und TGFß1 geprüft.\nErgebnisse:\nNah der EM-Läsionen zeigte sich eine erhöhte Expression von Calponin und TGFß R1 und 3, während die Expression im peripheren Bereich deutlich geringer war. Die Expression von Kollagen I zeigte hingegen ein inverses Muster. Die TGFß1 Konzentration in der PF wies keinen Unterschied zwischen den beiden Gruppen auf. Die PF von EM-Patientinnen sowie E2 steigerten die Proliferationsrate in Fibroblasten, während TGFß1 diese in Epithelzellen hemmte.\nSchlussfolgerung:\nDie in den peritonealen EM-Läsionen lokalisierten Myofibroblasten scheinen in zwei Stereotypen vorzuliegen: einem kontraktilen Typ mit höherer Calponin-Expression läsionsnah, und einem sekretorischen Typ mit höherer Kollagen I-Expression, der in der Peripherie überwiegt. Eine Blockierung der Muskelzellmetaplasie mit verminderter Umwandlung von Fibroblasten zu Myofibroblasten (EM-assoziierten Muskelzellen) könnte einen wichtigen therapeutischen Effekt haben.\nJe geringer die Kontraktionsfähigkeit von EM-assoziierten Muskelzellen ist, desto geringer ist möglicherweise die Irritation von peritonealen Nociceptoren. Zudem scheint im in vitro Versuch die PF von EM-Patientinnen auch einen stimulierenden Einfluss auf die Fibroblasten Proliferation zu haben und möglicherweise eine Fibrose zu begünstigen. Auch dies ließe sich möglicherweise durch eine Hemmung der EMT günstig beeinflussen.","source_license":"CC0","license_restricted":false}