{"paper_id":"17f3ad0c-acc8-4a57-afe0-43734ff93c0e","body_text":"Subscribe to RSS\nDOI: 10.1055/s-0045-1812540\nZyklusanhängige Veränderungen der uterinen Kontraktilität bei gesunden Frauen und Patientinnen mit Dysmenorrhoe und Adenomyose/Endometriose\nAuthors\nEinleitung: Die zyklusabhängige Kontraktilität des Uterus stellt einen zentralen Mechanismus der weiblichen Reproduktionsphysiologie dar. Sie unterstützt nicht nur Menstruation und Spermientransport, sondern beeinflusst auch die Implantation sowie potenziell das Schmerzempfinden bei funktionellen und pathologischen Zuständen. Bei Erkrankungen wie primärer Dysmenorrhoe, Endometriose oder Adenomyose wird eine gestörte myometriale Aktivität als möglicher ätiologischer Faktor diskutiert.\nPatient:innen und Methoden: Untersucht wurden 63 Frauen, aufgeteilt in drei Gruppen: 21 gesunde Kontrollen, 20 Patientinnen mit Adenomyose und 22 mit Endometriose. Die Kontraktionsmuster wurden mittels transvaginalem Ultraschall an Zyklustag 1–3 (Follikelphase) und Zyklustag 10–12 (Mittzyklus) über standardisierte Fünf-Minuten-Intervalle erfasst. Ausgewertet wurden die Frequenz (Kontraktionen/Minute) und Amplitude (Differenz zwischen maximalem und minimalem myometrialem Druck).\nErgebnisse: Die Gesamtanalyse ergab eine signifikant höhere Frequenz im Mittzyklus (M=2,27 Kontraktionen/Minute) gegenüber der Follikelphase (M=1,44 Kontraktionen/Minute; p<0,001). Die Amplitude war in der Follikelphase deutlich erhöht (Median=100,85 kPa; IQR: 76,70–86,70) im Vergleich zum Mittzyklus (Median=63,30 kPa; IQR: 51,70–84,13; p<0,001).\nIn der Subgruppenanalyse zeigte sich der Amplitudenunterschied in der Kontrollgruppe mit p=0,051 nicht signifikant, während bei Patientinnen mit Dysmenorrhoe (p=0,010) und Endometriose (p=0,007) auch nach Bonferroni-Korrektur (α=0,017) signifikante Unterschiede zwischen Follikelphase und Mittzyklus bestanden.\nSchlussfolgerung/Diskussion: Die Ergebnisse bestätigen das Vorliegen zyklusabhängiger Schwankungen der uterinen Kontraktilität und deuten auf spezifische Muster innerhalb gynäkologischer Subgruppen hin. Die transvaginale sonographische Analyse myometrialer Aktivität stellt einen vielversprechenden Ansatz zur erweiterten Diagnostik dar und sollte in künftigen Studien weiter differenziert untersucht werden.\nPublication History\nArticle published online:\n12 November 2025\n© 2025. Thieme. All rights reserved.\nGeorg Thieme Verlag KG\nOswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany","source_license":"CC0","license_restricted":false}