{"paper_id":"16e42302-16c3-4101-843f-f49af3e26f76","body_text":"DOI: 10.1055/s-0044-1790774\nPhänotypisierung von Endometriose-Ausprägung und Anti-Müller-Hormon (AMH) – gibt es einen Zusammenhang?\nAuthors\nZielsetzung: Erniedrigte AMH-Spiegel bei Endometriose-Patientinnen werden meist als Folge der Endometriose-Erkrankung interpretiert. Ziel dieser Analyse war es zu untersuchen, ob Anti-Müller-Hormon (AMH) auch eine Indikator-Funktion für den Krankheitsverlauf der Endometriose zukommen könnte.\nMaterialien und Methoden: AMH-Werte von Patientinnen mit histologisch gesicherter Endometriose wurden hinsichtlich klinischer Parameter wie ovarieller Endometriose, bisheriger Schwangerschaften und Geburten, IVF-Behandlungen, gynäkologischer Operationen und der Intensität der Dysmenorrhoe (anhand der visuellen Analogskala, VAS) verglichen. Als Einflussfaktoren wurden Menarche-Alter, Zyklusunregelmäßigkeiten und Hypermenorrhoe sowie ggf. eine Hormontherapie zum Zeitpunkt der AMH-Bestimmung berücksichtigt.\nErgebnisse: Die Krankheitsverläufe von 232 Frauen im Alter von 20-48 Jahren (MW: 31,98 Jahre) wurden retrospektiv analysiert. Patientinnen mit ovarieller Endometriose in der Vorgeschichte hatten statistisch signifikant niedrigere AMH-Mediane als Frauen ohne ovarielle Endometriose (1,47 vs. 2,0 ng/ml, p = 0,03). Auch nach > 1 gynäkologischen Operation waren die AMH-Mediane niedriger als nach nur einer gynäkologischen Operation (1,42 vs. 1,9 ng/ml, p = 0,03). Nicht signifikant niedrigere AMH-Mediane zeigten Frauen mit Zustand nach mindestens einer IVF-Behandlung (0,479 vs. 1,82 ng/ml, p = 0,174), einer vollständig verabreichten HPV-Impfung (1,875 vs. 2,23 ng/ml, p = 0,688), sowie bei Hypermenorrhoe (1,31 vs. 2,005 ng/ml, p = 0,152), im Vergleich zu Frauen, welche die zuvor genannten Kriterien nicht erfüllten.\nZusammenfassung: Diese Daten geben Hinweise auf mögliche Indikatoren für eine verminderte ovarielle Reserve, wie ovarielle Endometrioseherde und die Zahl vorangegangener Operationen, bei Frauen mit Endometriose. Ob auch endogene Vorgänge, die zu niedrigen AMH-Werten, bzw. zur Reduktion der ovariellen Reserve führen, die Krankheitsaktivität von Endometriose beeinflussen könnten, ist nicht geklärt.\nPublication History\nArticle published online:\n01 October 2024\n© 2024. Thieme. All rights reserved.\nGeorg Thieme Verlag KG\nRüdigerstraße 14, 70469 Stuttgart, Germany","source_license":"CC0","license_restricted":false}