{"paper_id":"11c01fdc-c989-4cef-a15e-a970d73da521","body_text":"Subscribe to RSS\nDOI: 10.1055/s-0046-1823710\nIst der quantitative Nachweis von Fusobakterien als Biomarker für Endometriose geeignet?\nAuthors\nHintergrund: Endometriose kennzeichnet das aberrante Vorkommen von Endometrium-ähnlichem Gewebe außerhalb der Gebärmutter. Aufgrund der vielfältigen, unspezifischen Symptomatik und fehlender, klinisch etablierter Biomarker wird die Erkrankung im Durchschnitt deutlich zu spät diagnostiziert und behandelt. Ebenso ist die Entstehung der Endometriose noch nicht abschließend geklärt. Neue Erkenntnisse deuten auf eine funktionelle, ätiologische Beteiligung von Fusobakterien an der Endometriose hin. Ziel unserer Arbeit ist es, die Eignung des quantitativen Nachweises von Fusobakterien als Biomarker zu untersuchen.\nMethoden: In einer prospektiven, mono-zentrischen Biomarker- und Befragungsstudie werden Zervixabstriche, Endometrium-, Peritoneum- und Endometriosegewebe gesammelt. Nach DNA-Isolation werden Fusobakterien, Bakterien- (16S) und humane DNA (Actin) mittels qPCR quantifiziert. Eingeschlossen werden Patientinnen mit histopathologisch bestätigter Endometriose, mit klinischem Verdacht auf die Erkrankung und Kontrollpatientinnen.\nErgebnisse: Die laufende Auswertung umfasst aktuell n=54 Patientinnen. Die isolierte Menge an humaner DNA war für die Probenarten und Patientengruppen ähnlich. Es zeigte sich kein signifikanter Unterschied in der Präsenz oder Menge von Fusobakterien in Zervixabstrichen vor OP oder im entnommenen Gewebe. Jedoch zeigten Abstriche ein stärkeres Vorkommen von Fusobakterien. Die Analyse weiterer Proben und die Quantifizierung der generellen Menge an Bakterien (16S PCR) werden derzeit noch durchgeführt.\nSchlussfolgerung: Bisherige Daten deuten auf eine fehlende Eignung des generellen Nachweises von Fusobakterien als Biomarker hin. Ob der Nachweis bestimmter Spezies bedeutsam ist bedarf weiterer Analysen. Außer der Infektion mit Fusobakterien scheinen zusätzliche Aberrationen zur Entstehung der Endometriose beizutragen.\nPublication History\nArticle published online:\n10 June 2026\n© 2026. Thieme. All rights reserved.\nGeorg Thieme Verlag KG\nOswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany","source_license":"CC0","license_restricted":false}